
Aber ich wollte dir über Isfahan erzählen. Es ist die schönste Stadt,
die ich überhaupt kenne. Sie übertrifft vielleicht sogar Rom, oder
Paris. Nun ja, es ist keine Schwester von ihnen, höchstens eine
Kusine zweiten Grades. Isfahan liegt auf halbem Wege von Teheran
an den Persischen Golf in einem fruchtbaren Tal der Bakhtiari-Berge.
Es ist also von Bergzügen eingefasst, und die Stadt liegt selbst am
Hang. Und wenn man abends mit dem Auto hinauffährt, und
herunterschaut, dann hat man eine schöne Aussicht auf den Fluss,
auf die alten Brücken, und auf die alte Stadt auf der anderen Seite
des Flusses. Isfahan liegt 1575 m. über Meer. Stell dir vor, das ist sehr
hoch. Es hat mehr als 2 Mio Einwohner. Man lebt hier vor allem von
Obst- und Getreideanbau, und vor allem von Kunsthandwerk. Die
ganze Stadt ist voll von diesen Werkstätten, wo sie Metalle bearbeiten,
Malen, Modellieren usw. Überall kann man stehen bleiben und
zuschauen, wie sie vorgehen. In früher Zeit gab es rund um Isfahan
auch Seiden- und Baumwollproduktion. Es gab viele Maulbeerbäume
für die Seidenraupen. Und es gab riesige Taubenschläge, gross wie
mittelalterliche Türme, um den Mist für die Bäume zu bekommen.
Seit alters gibt es in Isfahan ein Judenviertel Ums Jahr 1000 hatte
Isfahan 12 bronzebeschlagene Tore in seinen Stadtmauern, so gross,
dass selbst Elefanten durchmarschieren konnten. ...
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