Dienstag, 27. April 2021

Mein erster Besuch oben im Norden

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Damals als wir nach Luleå flogen übernachteten wir zuerst in der zentral belegenen Wohnung meines Schwiegervaters. Am nächsten Morgen nahmen wir den Bus in nördlicher Richtung. Noch 70 Kilometer mussten wir fahren. Es war ein schöner sonniger Tag als ich zum ersten Mal zu dem Haus kam wo ich seitdem so viele schöne Sommer verbracht habe. Ein Mann kam uns auf dem Hof entgegen und schloss mich in seine Arme und sofort fühlte ich mich zu Hause. Es war mein lieber Schwiegervater.

Vom Bus aus fand ich wohl die Landschaft etwas karg. Platt und steinig kam sie mir vor. Viel Wald. Aber als ich den Fluss sah war ich überwältigt von der Schönheit der Natur. Von der grossen Bauernküche sieht man direkt hinunter auf den Fluss hinter dem Haus.



Man muss einen steilen Hang runter gehen.



Da stehen grosse Kiefern, Tannen und Birken und man kann Heidelbeeren und später im Herbst auch Preiselbeeren direkt hinter dem Haus pflücken.



Es dauerte viele Jahre bevor ich begriff warum das Licht dort so besonders ist. Der Fluss reflektiert nämlich die Sonnenstrahlen und beleuchtet somit das Laub der Bäume auch von unten. Deswegen badet die ganze Natur in Licht. In einem späteren Mail werde ich dir erzählen wie wir dort unsere Ferien verbringen.
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Du hast mich gefragt was ich mit dem Turmbauen meine. Ich glaube du weisst es schon, aber kann es natürlich trotzdem erklären. Du machst dir ein Bild von mir, verleihst mir verschiedene Eigenschaften und ich werde dadurch immer "vortrefflicher" in deiner Fantasie. Wenn ich dir dann schreibe kann es passieren dass du einiges wieder streichen musst also könnte man sagen dass ich mit meinen "Steinen" dein Gebäude etwas zerstöre. Ich glaube wenn du mich selbst "bauen" könntest, würde es ein sehr schöner Turm werden.
Und an diesem schönen Traumgebäude würdest du dann hochklettern und versuchen den Himmel zu erreichen..

Kennst du dieses Rilkegedicht?

Ich liebe meines Wesens Dunkelstunden
in welchen meine Sinne sich vertiefen;
in ihnen hab ich wie in alten Briefen,
mein täglich Leben schon gelebt gefunden
....

Ich verlasse dich nun für heute (d.h. den PC aber sicher noch nicht dich)
Gute Nacht, mein lieber Mausfreund
Marlena





 

 

 

 

Montag, 26. April 2021

Donnerstag, 22. April 2021

Elchwanderung heute

 


Mein Blick geht in den Norden, wo

"die grosse Elchwanderung"

wieder begonnen hat.

 

(hier)

 

 

 

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Freitag, 16. April 2021

Für dich ...

 

Das ist für dich Marlena, ...  Es ist für mich das Sinngedicht
unserer Freundschaft.

"Wer seines Lebens viele Widersinne
versöhnt und dankbar in ein Sinnbild fasst,
der drängt die Lärmenden aus dem Palast,
wird anders festlich, und du bist der Gast,
den er an sanften Abenden empfängt.


Du bist der Zweite seiner Einsamkeit,
die ruhige Mitte seinen Monologen;
und jeder Kreis, um dich gezogen,
spannt ihm den Zirkel aus der Zeit."


Rilke Berlin-Schmargendorf 1899

 

Donnerstag, 15. April 2021

Alles klar

 

 John William Waterhouse - Ulysses and the Sirens


Lieber ...,
Danke für deine lieben Mails und die schönen Bilder. Sie haben mich sehr gefreut. Und der Text über die Gréco hat eine wahre maladi bei mir ausgelöst.

Aber schau hier was du mir geschrieben hast, und was mich immer noch warten lässt:

"Ich werde jetzt langsam und mit der zeit wieder ruhiger werden. Und dann werde ich dir meine turbulente Geschichte erzählen Malou. Du wirst dich nicht bloss am Stuhl festhalten müssen, sondern wie Odysseus vielleicht sogar mit dicken Stricken festbinden. Es ist wirklich wild, wenn man das Leben laufen lässt. Und es hat schon seinen Grund, dass das Bürgertum diese gute Ordnung mit Familie und Einfamilienhaus und Job von 8-12 und 14-18h erfunden hat. Das macht alles ruhig und monoton wie ein Luxusmotor."

Ich habe  also schon einen dicken Strick besorgt womit ich mich anbinden kann, wenn dein versprochenes Mail eintrifft.
Worauf wartest du?

Mit lieben Gs und Ks
Marlena

Mittwoch, 14. April 2021

Die Muse von Saint-Germain-des-Prés: Juliette Gréco

 

 

 (hier)

Sie hat sie alle überlebt, ihre Dichter und Musiker, auch die meisten ihrer Liebhaber. Heute feirt Juliette Gréco als lebende Legende des französischen Chansons ihren 80. Geburtstag (7. Februar 07)
 
Nein, Juliette Gréco bereut nichts, "rien de rien, non je ne regrette rien", wie Edith Piaf, ihre "Rivalin" in den Konzertsälen 1960 sang. Doch im Unterschied zum "Spatz von Paris" war die Gréco nie der Schwarm der kleinen Leute. Sie war die Muse der verrufenen Poeten und der Intellektuellen der Pariser "Rive gauche": wobei dieses linke Ufer nicht nur die Seine meinte, sondern auch das politische Engagement. Niemand verköprerpte wie sie das Paris dieser nachkriegszeit und vor allem das Quartier latin von Saint-Germain-des-Prés, in dem sich die Dichter, Philosophen, Weltverbesserer und verkrachten Existenzen in Jazz-Kellern und verrauchten Lokalen wie dem Tabou-Club an der Rue Dauphine trafen.

Dieses Quartier war nach dem krieg ihre Heimat und ihre Familie geworden. Ihren Vater, ein aus Korsika stammender Polizist an der Côte d'Azur, hatte sie nach ihrer geburt am 7. bruar 1927 in Montpellier kaum je gesehen. Ihre Mutter engagierte sich während des Kriegs und der Besatzung Frankreichs in der Widerstandsbewegung und wurde mit Juliettes grösserer Schwester Charlotte von der Gestapo deportiert. Auch Juliette, die damals noch nicht einmal 16 war, wurde vorübergehend wegen Aktivitäten für die Résistance im berüchtigten Gefängnis von Fresnes eingesperrt.

Noch bevor sie selber wirklich zu einem internationalen Star des Chansons und des Films wurde, inspirierte sie berühmte Leute wie Boris Vian, Simone de Beauvoir, François Mauriac, oder sie entdeckte Talente wie Jacques Brel, Léo Ferré und Serge Gainsbourg. Auch Jean-Paul Sartre schwärmte von ihr und ihrer unverwechselbaren Stimme: "Sie hat Millionen in der Kehle, Millionen von ungeschriebenen Gedichten, von denen ich einige schreiben werde. (...) Ihr zuliebe, und damit aus meinen Worten Edelsteine werden, habe ich Chansons geschrieben." Auch der andere grosse Existenzialist, Albert Camus, schrieb für sie Texte. Und jean Cocteau gab ihr eine Rolle in seinem Film "Orphée".  Später reiste sie in die USA und machte in Hollywood in Filmen von John Houston, Hentry King und Richard Fleischer sowie als Filmpartnerin von Orson Wells Karriere. Der amerikanische Jazz-Trompeter Miles Davis erlag auf einer Reise nach Paris ihrem Charme und wurde ihr Liebhaber. Der damals noch fast unbekannte Komponist und Sänger Serge Gainsbourg kam mit einer Rose und grossem Respekt zu ihr zu Besuch. Der Chanson "La Javanaise", das er ihr mitgebracht hatte, wurde für beide ein Riesenerfolg.

Grécos Foto zierte damals die Titelseiten von Magazinen. Zwei immens grosse Augen unter frechen nachtdunkeln Fransen und ein sinnlicher Mund in einem Gesicht, das durch die ewig schwarzen Kleider noch bleicher und theatralischer wirkte. Sie prägte damit einen "Look", wie man heute sagen würde. Und sie wurde mit ihrer Art, sich Freiheiten zu nehmen, noch vor der "sexuellen Revolution" nach dem Mai 68 zum Vorbild einer Generation junger Frauen. "Ich war immer skandalös", sagte sie im letzten jahr am Radio, als sie eine CD mit Neuaufnahmen ihrer Interpretationen bekannter Chansons herausbrachte. "Ich habe nie das Leben einer wohlerzogenen Dame geführt. . Ich bin Immer höflich, aber ich habe immer mit meinem Körper gemacht, was ich wollte." Nun ist sie 80 und kein bisschen braver und konformistischer. Obwohl sie vor sechs Jahren während eines Rezitals in Montpellier wegen einer Herzschwäche zusammengebrochen ist, lässt sie ihr Publikum nicht im Stich. Nächste Woche steht sie, ganz in schwarz, vor ihren unersättlichen Fans wieder in Paris auf der Bühne, denn niemand versteht es wie sie, auf tausend Arten zu sagen und zu singen "Je t'aime". Wer von Paris als der Stadt der Liebe spricht, muss bestimmt an Juliette Gréco denken.

Liebe Malou, ich werde heute abend die CD spielen, die du mir geschickt hast.
Gruss



Dienstag, 13. April 2021

Freitag, 9. April 2021

Feierabend ...

 a piece of advice to my daughter

how-feierabend-helps-germans-disconnect-from-the-workday 





Donnerstag, 1. April 2021

Was ist los?

 


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Sonst kommen doch immer kleine Osterhexen
und wünschen uns
 
Glad Påsk
 
 

 
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