mit ZugnetzDonnerstag, 25. Juli 2013
Mittwoch, 3. Juli 2013
Türme
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Der Turm, an dem wir bauen, wie du mit Rilke sagst, ist nun auch
wieder ein Symbol für dieses Versagen. Der Turm ist ein Symbol für die
Vergänglichkeit und die Tatsache, dass unsere Absichten nicht
verwirklicht werden können. In der Malerei gibt es im Mittelalter
den Turm. Dort ist er aber noch klein und bescheiden, eben
mittelalterlich. Und dann in der Renaissance kommen die monströsen und
grossen Türme, wie ihn Bruegel (ich glaube, es
war Pieter, nicht Jan) gemalt hat, diesen fantastischen Turm, dem man
einfach ansieht, dass er nie fertig werden kann. Ein Jahrhundertwerk,
eine riesige Absicht einer Generation, und die nächste wird noch
weiterbauen und die übernächste vielleicht auch noch, aber nicht mehr
allzu zielbewusst, und schliesslich wird die Idee sich verlieren, sie
wird aufgegeben und nur noch ein paar komische Spinner werden versuchen,
weiter zu bauen, bis schliesslich keiner mehr hinaufsteigt und die
ganze Pracht zu verfallen beginnt. Das ist das Schicksal der Türme! Sie werden nie ihre Vollendung erreichen. Sie werden immer Ruinen sein, die Türme!
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