Samstag, 31. August 2019

Sommerfrische



.. noch im September





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Freitag, 23. August 2019

Sollen wir ... ?



Hast du bemerkt, welch schönes Wort Sehnsucht ist, das du gebrauchst. Man sollte es auch als Verb brauchen können, doch das gibt es nicht: SEHNSUCHEN. Ich sehnsuche dich, Marlena, ein transitiver Gebrauch wäre sehr gut möglich. Sollen wir zwei das in der deutschen Sprache einführen? Wir müssten uns wohl bei der Académie allemande anmelden? Und beim Herr Duden!

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Donnerstag, 22. August 2019

Grossartige Brüderschaft!



Liebe Marlena
...
Und ich habe diese hübsche sprachliche Wendung nur
wegen dir gefunden, wegen dieser Marlena, 2000 km
weit weg irgendwo im kühlen Norden. Und natürlich
dank unserer (platonischen) Intimität und den ziemlich
dichten Gefühlen und den malvoisiierenden Vorstellungen,
die wir beide hier gärtnern. Ich danke Gott, dass es dich
gibt. Ohne dich wäre ich ein bisschen einsamer und
verlorener auf dieser Erde.

Hör mal an, Rilke hat mich erstaunt:

Du, Nachbar Gott, wenn ich dich manchesmal
in langer Nacht mit hartem Klopfen störe, -
so ists, weil ich dich selten atmen höre
und weiss: Du bist allein im Saal.
Und wenn du etwas brauchst, ist keiner da,
um deinem Tasten einen Trank zu reichen:
Ich horche immer. Gieb ein kleines Zeichen.
Ich bin ganz nah.

Ich finde das ganz enorm. Hörst du, er tröstet ihn,
er möchte ihm helfen, er will bereit sein, im Dunkeln
einen Drink zu reichen, hörst du das? Er sieht noch
eine kleine Überlegenheit seines Nachbars, aber es
ist doch ein Nachbar, der Gott heisst, fast schon auf
gleicher Ebene. Beinahe mit ihm angestossen hat er.
Und das war mindestens vor 100 Jahren geschrieben.
Grossartige Brüderschaft!

Mit einem allerliebsten Gruss


Donnerstag, 15. August 2019

Ach, wie sehr ich das vermisse ...



Lieber ...

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Noch länger zurück sass ich in einem Festkomitee (so 10 Personen)
das die Aufgabe hatte grössere Feste (für bis zu 100 Personen) zu
arrangieren. Wir trafen uns ab und zu um das nächste Fest zu
besprechen. Erst assen wir gut zusammen (und tranken ;-) und
vergassen dabei schnell warum wir uns eigentlich versammelt hatten.
Erst spät in der Nacht (kurz vor dem Nachhausegehen) erinnerten
wir uns an unsere Aufgabe und so "ajournierten" wir uns bis zum
nächsten "Festkomitee-fest". .
Weder früher noch später haben wir uns so oft und gründlich
amüsiert wie in den Jahren. Und ein richtiges Fest fragst du
vielleicht?
 Ja, ich glaube mit der Zeit hat auch ein solches
stattgefunden ;-)


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Liebe Marlena

Ich kann mir Dein Festkomitee, von dem du sprichst, sehr
gut vorstellen. Es ist wie eine Karikatur. Ein Festkomitee,
das nur für sich selbst Feste organisiert, wie ein Arzt, der 
sich selber pflegt, ein Opernsänger, der für sich selber singt,
ein Hochspringer, der über den eigenen Schatten springt.
Das ist eigentlich eine geniale Erfindung. Ich denke, das
sollte man an schweizerischen Schulen auch einführen.
Das ist gut für Leib und Seele. Das hilft den Lehrern, ihre
alltäglichen Sorgen zu vergessen. Und dabei ohne
Gewissensbisse, denn diese Feste sind im Grunde harte
und anstrengende Arbeit, sie sind lange und intensive
Vorbereitungen auf das eine grosse und gloriose Fest,
sie sind alle ernste Hauptproben für diesen einen
historischen Höhepunkt, der allerdings nie stattfinden
wird. Das ist geradezu kafkaesk. Oder ein Theatergedanke
von Friedrich Dürrenmatt! (Kennst Du diesen Schweizer
Schriftsteller ?) Wenn Ihr noch ein Mitglied für dieses
Festkomitee sucht, falls noch ein Sitz frei ist, ich melde
mich sofort! Schicke mir das Anmeldeformular, ich bitte
Dich. Oder muss man dazu Lehrer sein. Das bin ich nun
leider nicht!

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Mittwoch, 14. August 2019

Kleines Erlebnis in Wien

  

 Hotel Sacher
                                                                            
 
Liebe Malou,
Ich muss dir ein kleines Erlebnis aus Wien erzählen.
Vor vielen Jahren fuhren S und ich um Ostern nach Wien. Es war eine unendlich lange Autoreise und es fing sogar an zu schneien.
Ich war noch Student und wir wollten billig reisen. Deshalb klingelte ich an etlichen Türen, um ein Privatzimmer für eine Nacht
zu mieten. Aber kein Mensch öffnete die Türe.
So gingen wir schliesslich doch ins Hotel. Wir waren dann in Wien im Hotel Berger, etwas ausserhalb, ganz ok. Und eines abends wollten wir Wien by night geniessenund spazierten die Ringstrasse entlang zum Hotel Sacher.
Im Café Sacher, so hatten wir beschlossen, eine Sachertorte zu essen. Das war auch alles sehr schön und schick und k&k, du weißt ja schon.
Im Sacher sassen wenige Gäste, lasen
Zeitung, tratschten und genossen die Zeit. Gegenüber setzte sich ein rundlicher Herr.
Er wünschte zu Essen und studierte fach- männisch und in Windeseile die Karte. Und nach einiger Zeit kam auch schon der
Kellner mit einer riesigen Suppenschüssel, zugedeckt, elegant auf einem Tablett. Und
er arrangierte eine grosse Zeremonie und
legte das Gedeck bereit und das Glas an die richtige Stelle und scharwänzelte um diesen dicklichen Gast herum, dass es eine Freude und ein Vergnügen war. Und zum Schluss hob der eifrige Kellner mit
abgespreizten Finger, also mit gekonnter Preziosität und einem kleinen Bückling
den Deckel von diesem grossen Topf.

Und natürlich sassen wir armes Studentenehepaar gegenüber, sahen eine
kleine Duftwolke entweichen, schluckten
leer und trocken und waren hungriger
Neugierde, welches schöne Menue der
kleine Herr nun auf seinen Teller garniert erhalten würde. Und schliesslich hievte
der Ober, die Umständlichkeit in Person,
hievte der Ober mit der langen weissen
Schürze feierlich und überaus vorsichtig
ein Paar Wienerwürstchen aus dem Topf
und legte sie mit einer gewissen Zärtlichkeit
und Ehrfurcht auf den Teller, so wie man
ein zartes Stück Wild auf den Teller
platzieren würde. Dazu gabs Brot und
Senf, na ja, so, wie man Wienerli eben
zu essen pflegt. 


Samstag, 10. August 2019

Abstinenz und Reise nach Mekka



(---)

Deine Abstinenz-Mails haben mich an eine Szenerie bei uns zuhause erinnert. Vor einigen Jahren war S auf Wunsch ihrer Mutter mit ihr auf die Pilgerreise nach Mekka gereist. Das ganze sollte ungefähr 10 Tage dauern. Und wir glaubten, dass auch die Kinder diese kleine Abwesenheit gut ertragen könnten. Und dann geschah es, dass S nach 10 Tagen anrief und mitteilte, dass sie 2 Tage später käme. Und nach 2 Tagen rief sie wieder an und vertröstete uns wiederum auf später. Hinter diesen Telefonaten verbarg sich eine aufregende Geschichte, die S uns erst später erzählte. Tatsache war, dass ihr Pass verschwunden war. Alle Pilger - und es handelt sich dabei um mehrere 100'000 innerhalb dieser Zeit - geben bei Ankunft den Pass ab und erhalten ihn wieder bei der Abreise. Die Pässe werden pro Reisegruppe (die Pilger reisen immer in Nationen-Gruppen) in einem grossen Plastiksack verstaut. Und in eben diesem Sack fand sich dann Ss Passport nicht mehr. Und das war eine schlimme Zeit für B.. Sie hatte schon während der 10 Tage sehr grosse Sehnsucht nach ihrer Mama. Und als sie dann nicht heimkam, wurde es immer schlimmer. Sie hat abends geweint und ich musste sie jeweils notdürftig trösten und lange Geschichten vorlesen. Da hatte ich in meiner Not die Idee, ihr ein grossformatiges Tagebuch zu schenken, und ihr zu empfehlen, ihrer Mama Briefe zu schreiben und Zeichnungen zu machen in jenen Momenten, wo sie sich besonders nach ihrer Mutter sehnte. B. war immer ein eifriges Kind gewesen und hat diese Idee gut akzeptiert und eifrig geschrieben und gezeichnet. Und das hat ihren Schmerz doch ein bisschen gemildert.
Ich glaube auch, dass man oft von der vermissten Person Verhalten übernimmt, um näher bei ihr zu sein. Freud hat das studiert und gezeigt, wie in der Entwicklung des Kindes daraus Ich und Über-Ich entstehen.

Übrigens hatte S in Mekka die Suche dann auf eigene Faust übernommen. Die Behörden waren dazu nicht in der Lage. Na ja, wir kennen ja den Fatalismus der Orientalen! Und schliesslich hatte sie ihren Pass im Sack einer türkischen Gruppe gefunden. Offenbar haben die Türken einen ähnlich roten Pass wie wir Schweizer. Es war wirklich ein Drama, diese Reise nach Mekka. Ich gebe ihr oft den Titel: ‚Reise ins Mittelalter’!

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Ich muss jetzt an die Arbeit. Es ist beinahe Mittag, und ich habe noch nichts gemacht.
MLGUKK
...


Donnerstag, 8. August 2019

Krebsessen





Hier ein kleiner Artikel über schwedische Traditionen:

"Man sagt den Schweden nach, daß sie ein häufig und gerne feierndes, traditionsbewußtes und "trinkfreudiges" Volk sind, und spätestens seit Ingmar Bergmans Film "Fanny und Alexander" weiß man, daß zu Weihnachten in Schweden um den Tannenbaum herumgetanzt wird. Das Tanzen um den Weihnachtsbaum und zur Mittsommerzeit um die laubgeschmückte Majstång, Krebsessen und Smörgåsbord - es gibt viele festliche Anlässe, die eng mit kulinarischen Genüssen verknüpft sind.

... Ein magisches Datum in Schweden ist der 2. Donnerstag im August - die Krebssaison beginnt. Aufgrund des Mangels an einheimischen Krebsen werden importierte in ausgelassener Runde mit viel Dill, kryddost (einem würzigen Käse), Brot und Butter verspeist. Und natürlich mit ebensoviel Akvavit. Daß das Krebsessen seinen unverrückbaren Platz im Kalender hat, liegt daran, daß das Fangen der Krebse bis zum Mittwoch vor dem 2. Donnerstag im August, 17 Uhr, verboten ist.

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Marlena

Montag, 5. August 2019

Blick durchs Fenster im Norden

Juli 2019


ein lieber Gast


im Sommerhaus