den 16 augusti 2003 19:08
fare well
Liebe Marlena
Ich sitze zuhause am kleinen PC und versuche, ein Mail zu schreiben. Im Büro ist es mir nicht gelungen. Hier schreibe ich alles auf einer Zeile. Und die Zeile ist unendlich lang. Wie kommt denn so was?
Danke für Deine guten Wünsche für die Reise. Ich werde sie im Innern behalten wie man einen süssschweren Traum durch den Tag trägt. Und wenn ich zurück bin, erzähle ich Dir, wie er mich begleitet hat.
*
Interessant, was Du über Tepperwein herausgefunden hast. Er ist mir schon ein bisschen zuuu produktiv, das muss ich zugeben. Aber das Buch ist nicht schlecht. Man muss es einfach in sich aufsaugen, es ist alles ziemlich trancemässig. Und dazu bin ich im Moment bereit. Das ist meine Vorbereitung für den Kurs in N.Y. Ich möchte dort wirklich für meinen nächsten Lebensabschnitt etwas holen.
Mir ist ein lustiger Gedanke gekommen. Die Reise nach N.Y. ist für mich sozusagen eine Pilgerreise. Die meisten Pilger gehen nach Lourdes, nach Stantiago, nach Rom. Das sind Orte der Vergangenheit. Sehr schön, würde ich auch machen. Ich habe mal eine Pilgerreise nach Meshed gemacht. Habe ich Dir davon erzählt. Es war ein eindrückliches Erlebnis, obwohl ich nicht richtig daran glauben wollte. Und nun möchte ich die Sache so drehen, dass ich eine Pilgerreise in die Weltstadt des 21. Jahrhunderts mache. Dort hole ich die Inspiration für meine nächsten Jahre. Ich muss doch wohl lernen, etwas vorwärts, und nicht zu sehr rückwärts zu schauen. Sonst werde ich zu schnell alt.
Die Amis werden bestimmt erstaunt sein, wenn sie den ersten Pilger kommen sehen! Sie werden bestimmt auf ihren Hockern in den McDonalds einen Moment mit Kauen stoppen. Ich bin gespannt, was sie mir zu bieten haben. Im Kurs wird es bestimmt Amis geben. Und ich werde sie genau beobachten. Und ich werde sogar ein bisschen mitbekommen, wie sie die Welt erleben, welche Gefühle sie haben, wie sie mit ihrem Innenleben umgehen. Darauf bin ich gespannt. ...
*
Das ist vielleicht mein letztes Mail im Moment. Im Büro hat es ganz und gar nicht funktioniert. Und hier weiss ich nicht, ob ich noch dazu komme. Ich habe noch nicht gepackt. Ich habe mir überhaupt noch wenig Vorstellungen gemacht, was ich mitnehmen soll. Es ist wie bei den üblichen Geschäftsreisen. Du legst das übliche Zeug in den Koffer, reist morgens ab, um abends oder nächstentags wieder nach Hause zu kommen. So stelle ich mir Geschäftsreisen vor. Und so tue ich. Unser Verhalten richtet sich nach unseren Vorstellungen, meint Tepperwein. Na also!
*
Ich hoffe, dass Du ein schönes Krebsfest haben wirst. Ich stelle mir den Geschmack im Gaumen vor. Und da kann ich nur neidisch werden. Dazu ein kühles Bier und eine lustige Gesellschaft. Was denn kann schöner sein. Gestern haben wir im Garten einen Grill gemacht mit unseren Nachbarn. Es ist das erste mal seit drei Jahren, dass wir dazu gekommen sind. Und es war ganz gemütlich. Sie waren etwas nervös und eifrig, sind hin und her gesprungen und haben noch 100 Dinge gebracht, die zwar nett sind, aber nicht absolut nötig. S. hat das Fleisch und das Gemüse bereitgesellt. Ich war für die Getränke zuständig. Es war ganz schön, aber um 22h war es doch schon etwas kühl. Ich habe eine Wette gewonnen. Mein Nachbar hatte behauptet, es wäre noch 24°, während ich bloss 18° vermutete. Mit dem Thermometer von unserer Wand habe ich zwei Kugeln Vanilleeis gewonnen. Na, wenn das kein Sieg ist! Man kann sogar mit dem Klima Geschäfte treiben, nicht wahr.
*
Ich wünsche Dir ein schönes Fest und eine gute Zeit. Ich weiss noch nicht, wie oft mich B an den PC lässt. Und wenn ich mal dran bin, muss ich noch andere Wünsche befriedigen. Vielleicht gibt es Fragen vom Büro. Vielleicht wollen A. oder B. ein paar Sätze. Vielleicht muss ich S. über die Einsamkeit hinweg trösten. Du siehst, ich habe ein volles Programm. Aber ich werde Dir die NY-Tipps später mailen, sofern ich irgend welche erspähe.
Ich grüsse und küsse Dich.
...
Montag, 28. Februar 2011
Saturday morning
Subject: Saturday morning..
Date: Sat, 16 Aug 2003 11:41:32 +0200
Lieber ...,
Wie lieb von W, dass er endlich deine Unruhe gestillt hat. Das hätte ich auch längst getan, wenn ich in deiner Nähe gewesen wäre.
Ja, lustig dieser Titel "Erfinde dich neu". Tue ich ja jeden Tag für dich. ;-) Der Verfasser scheint sehr produktiv zu sein, wie ich aus dem Internet entnehmen kann.
Es klingt etwas beängstigend, was du über deine NY-pläne sagst. Ich will doch keinen neuen Mausfreund.. Kann mir nicht Vorstellen, dass eine Veränderung was Positives sein könnte. Aber natürlich wirst du eine neue Welt entdecken, die dich bereichern wird. Nimm dich in acht vor allen Gefahren und komm wieder heil und gesund nach Hause. Das ist mein Wunsch. Wenn ich S wäre, würde ich dich nicht allein gehen lassen. K schon, aber nicht dich. K fährt übrigens nächstes Jahr (Anfang Juni) nach NY mit seiner Gruppe. Wenn du irgendwelche intressante Broschüren oder was ähnliches findest, kannst du vielleicht was mit nach Hause bringen. Falls es das Gewicht deines Gepäcks erlaubt. Aber ich denke, sie werden schon ausgezeichnete Guide dort haben.
*
Lustig wenn du über eure "Altmännergespräche" erzählst. Man kriegt den Eindruck, dass W nun ganz auf die Vergangenheit angewiesen ist um etwas Spannung in seinem Leben zu finden. Und nun ja, Männer, man ist ständig von neuem erstaunt über diese Sorte. ;-)
*
Ja, es war wohl eine Art Liebeserklärung. Aber ob du das verdienst? Zuerst wollte ich sagen, dass meistens die, die es nicht verdienen geliebt werden. Aber du verdienst es. Jedes Mail von dir ist so dass man dich ganz einfach lieben muss. Du bist gefährlich.
Nimm meine Worte mit als ein wenig Reiseproviant. Sicher brauchst du was Süsses auf der langen Flugreise. Und verirre dich nicht.
*
So grüsse ich dich lieb und wünsche dir ein schönes Wochenende. Heute Abend ist Krebsfest bei den Nachbarn. Ich freue mich darauf.
Und hier noch das Bild.
Marlena
Sonntag, 27. Februar 2011
Buch von Tepperwein
den 15 augusti 2003 10:07
Re: G&K
(Fortsetzung)
...
Wir haben über ein Buch von Tepperwein gesprochen, das ich gerade lese. Es hat einen sensationellen Titel, und müsste Dich ansprechen: Erfinde dich neu. Von Kurt Tepperwein, Herbig Verlag München 2002. Und hör mal, was auf dem Buchumschlag steht:(Fortsetzung)
...
°Mit 3 goldenen Regeln, wie man sein Leben wieder verzaubert
° Mit 12 ungewöhnlichen Perspektiven, das Leben neu zu beginnen
° Mit 36 praxisnahen Methoden, wie man jede Lebenssituation meistert
° Mit 62 konkreten Uebungen, die helfen, Flügel wachsen zu lassen und im Leben abzuheben.
Ehrlich gesagt: wenn Du das in der Buchhandlung auf dem Buchdeckel eines Bandes liest, dann legst Du die Schwarte lächelnd wieder in den Korb zurück, nicht wahr? Aber W. hatte mal in jungen Jahren einen Kurs gemacht bei Tepperwein. Damals war er noch jung und am Anfang seiner Karriere. Heute ist er offensichtlich Professor und Heilpraktiker, eine Kombination, die es in der Schweiz meines Wissens nicht gibt. Aber wie er hier im Buch die Dinge schon auf den ersten Seiten erläutert, das klingt gut und leicht und plausibel. Ich lese es mal in dieser NY Zeit und sehem dann, was daraus wird. Es passt ganz gut zur Trance. Es ist die gleiche Denkweise. Vielleicht fliege ich dann auf dem Rückflug mit eigenen Flügeln. Dann mache ich eine kleine Schlaufe über Schweden, ungefähr so wie der kleine Nils. Sieh Dich vor, Marlena!
Kurz gesagt: ich muss mich auf meine alten Tage hin neu erfinden. Na ja, das muss man ja ständig ein bisschen. Aber ich möchte einen grösseren Schub. Siehst Du, kürzlich ist mir durch den Kopf gegangen, wie wir von 2 (oder waren es 3) Jahren darüber gesprochen haben, uns in Rom zu treffen, Rom zu sehen (... und dann sterben...). Na vielleicht habe ich mehr davon gesprochen als Du. Ich glaube, dahinter war dieselbe Idee, die ich jetzt mit NY versuche. Irgend etwas Verrücktes, Neues, um nochmals ein bisschen Energie zu schöpfen. So zumindest habe ich es der Personalchefin erklärt. Und sie hat mir geglaubt, dass das absolut wichtig sei in meinem Leben. Voilà!
Nun lass ich Dich wieder in die Küche zu den Tigern und den Kuchen. Da hast Du ja eine echte Manege. Ja, Stromausfall habe ich gestern auch mitverfolgt. Ich hatte erst an ein Attentat gedacht un mir schon viele Unannehmlichkeiten ausgedacht, die dann auf mich zukommen könnten. Aber es war ja, wie man hört, nur ein technischer Defekt. Ich kenne das. Im Wallis war V. verantwortlich für Strom fast des ganzen Kantons. Und wenn im Winter die Lawinen niedergingen und so eine Unruhe in der Luft lag, dann hat er in alle seine Kraftwerke und Zentralen telefoniert zur Kontrolle, ob alles ok wäre. Es war ein merkwürdiges Gefühl, dass die Welt dann ganz klein und nah und lebendig wird. Plötzlich fing sie an zu pulsieren. Ich mochte diese Katastrophenstimmung irgendwie.
Ach, wir haben gestern auch von der Vergangenheit gesprochen. Ich glaube, Ausgangspunkt war ein Zitat von Pessoa, das W. noch im Kopf hatte. Und dann haben wir über die Jugend gesprochen und festgestellt, wie sich die Welt seither geändert habe. Ich habe ihm von Prousts Madeleine erzählt, was er nicht kannte, und von meinem Bier mit Grenadine. Und er hat in eindringlichen Worten geschildert, wie sensationell es gewesen sei, bei einem der ersten Tänze in seinem Leben...
...
Ich muss, sonst brennt mein Kuchen an.
Ich wünsche Dir einen schönen Tag.
Mit lieben Grüssen
...
...
Samstag, 26. Februar 2011
Re: G&K (gestillte Unruhe)
den 15 augusti 2003 10:07
Re: G&K
Liebe Marlena
Ach, zum 3. Mal fange ich jetzt mit meinem Mail an. Schon 2 mal wurden unsere PCs vom Informatik Suply heruntergefahren. Und da gehen alle Daten, die nicht gespeichert sind, bachab. Du hättest jetzt also schon ein ellenlanges Mail auf dem Tisch. Und ich könnte mich geruhsam zurücklehnen.
Und da kommt soeben Dein neues Morgenmail. Es riecht praktisch nach frisch gebackenem Kuchen. Ich bin erstaunt, wie oft Du Kuchen bäckst. Die Rolle liegt Dir ebenso wie die der Katzenmutter, scheint mir. Und dahinter folgt - wie soll ich sagen - eine kleine Liebes-erklärung. Das ist noch süsser als der Kuchen, und das alles schon zum Morgenkaffee. Ich weiss gar nicht, wie ich das alles verdient habe. Und dann raubst Du einen Kuss, wie man komischerweise sagt. Ich habe als junger Mensch nie gewusst, was sie damit meinen, wenn sie sagten, er hätte ihr einen Kuss geraubt. Wie kann man denn Küsse hergeben, wenn man nicht will?
Also, meine Liebe, ich schenke ihn Dir. Den Kuss, meine ich natürlich.
Ja, ich glaube, dass mein Kleinhirn katholisch ist, mein Mittelhirn vielleicht protestantisch und mein Neokortex islamisch. Das ist eine komplette Mischung, und ich weiss nicht, weshalb sie mich nicht endlich in ein oekumenisches Gremium wählen. Ich könnte dort nach allen Seiten Segen verteilen, urbi et orbi sozusagen.
Gestern hatten wir unser Weekly. Und W. hat mich überrascht und mir - vielleicht zum Abschied - ein Buch gebracht. Du wirst es kaum glauben, es ist das Buch der Unruhe von Pessoa. Ich hatte ihn im Verdacht, dass er es bei sich habe. Ich hatte zwar keine Erinnerung, dass ich es ihm ausgeliehen hätte. Und ich habe es ihm auch nicht ausgeliehen. Die Ausgabe, die er brachte, hatte er im Internet gefunden. Er findet alles im Internet. Und ich finde nicht mal ein kleines Büchlein in meinen vier Wänden. Kurz und gut: die Ausgabe ist hübsch und mit einem harten Deckel, während die meinige nur ein kleines Taschenbuch ist. Und diese hier ist illustriert von einem portugisischen Zeichner. Das mag ich. Was denkst Du heute von Pessoa? Bestimmt hast Du im Norden lange Sommerabende diesen merkwürdigen Gedanken nachgehängt. Na, ist er nicht merkwürdig und poetisch zugleich. Eine Kombination, die ich irgendwie schätze. Obwohl, das muss ich sagen, ich mit Pessoa nicht gerne eine Zweizimmer-wohnung teilen wollte. Er würde bestimmt seine Frühstückseier anbrennen lassen. Und wenn es an der Türe klingelt, hinge er irgendwelchen merkwürdigen Gedanken nach und würde die Klingel überhören. Nein, für den Alltag wäre er mir zu ätherisch.
Aber ist süss, dass Walo - wie ich ihn nenne - mir dieses Buch geschenkt hat. Er meinte, er könnte meine Unruhe nicht mehr ansehen, die ich habe, weil ich mein Buch nicht finde. Ich habe ihm dann als Revanche ein kleines Büchlein von Tabucchi gegeben, von dem ich Dir auch schon erzählt habe. Es ist - glaube ich - ein kleiner Krimi und Walo liebt Krimis über alles. So hatte ich neben der spendefreudigen Personalchefin sogar abends noch eine kleine Überraschung. Das Leben zeigt manchmal wirklich Lichtblicke, nicht wahr?
Wir haben über ein Buch von Tepperwein gesprochen, das ich...
Freitag, 25. Februar 2011
G&K
Ämne: G&K
Datum: den 15 augusti 2003 09:16
Lieber ...,
Der Kuchen steht im Ofen, die Tiger sind gefüttert und ich habe eine Französischkonferenz mit mir selbst hier am Küchentisch.. dann muss ich hinunter zu den Deutschlehrern. Muss mir noch ein paar Unterlagen zusammensuchen. Ist eigentlich nur ein Treffen um zu sehen ob irgendjemand einen besonderen Wunsch hat für das kommende Schuljahr.
Sicher hast du von dem Stromausfall in Amerika gehört. Komisch, immer wenn du verreisen willst passiert was dort.
Gerade im Moment suchen sich ein paar Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Ursprünglich hat man uns für diesen Tag Sommerhitze vorausgesagt aber es ist viel frischer. Das ist gut wenn man arbeiten muss.
Es ist nicht deine schmale Figur, die dich so attraktiv macht. Ich würde dich auch lieben wenn du 8 Kilo mehr hättest. Aber eben, das Bild hat mich daran erinnert, dass es dich wirklich gibt auch physisch. Das vergesse ich manchmal oder vielleicht verdränge ich es. Ich brauche es dir nicht zu sagen, wie wichtig du geworden bist in meinem Leben. Du weisst es. Ich liebe es wenn du deine Fantasie mit dir durchgehen lässt. Ich liebe deine originellen Einfälle über die ich immer wieder lachen muss. Du bist meine Medizin gegen Langeweile und Öde. Ich könnte viel mehr Gründe anführen.. aber vieles liegt auf der anderen Seite der Grenze unserer §§§. Ich möchte so viel mit dir tun.. wenn es möglich wäre. Ich denke du weisst das auch. Manchmal tut es wirklich weh. Aber es ist schön dich in meinem Leben zu haben. Ich möchte, dass du immer da bleibst.
*
Nun riecht es schon gut von der Küche her. Der Kuchen ist schön aufgegangen. Ich habe viel Freude an dem neuen Ofen. In einer Weile werde ich dir in Gedanken ein Stück von dem Gebäck anbieten und dafür nehme ich mir ganz mutwillig einen Kuss.
Nur damit du es weisst. :-)
Wünsche dir einen schönen, wenn möglich stressfreien Tag,
Marlena
..endlich Regen
den 14 augusti 2003 16:09
Re: Schon wieder.. :-)
Halo Marlena
Jetzt habe ich die Sache mit dem Arbeitgeber geregelt. Er bezahlt alles. Ich gebe dafür Ferien her. Aber ich habe noch soviele Tage, die sich in den letzten Jahren angesammelt haben. So ist es gut.
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Dein Kompliment, ich sehe aus wie ein 40 jähriger, ist übertrieben. Man gibt mir mindestens 41 und ein halbes ;--))) Ja, ich fühle mich auch jünger, wenn ich nicht gerade besonders müde bin oder wenn ich die 20 jährigen knusprigen Mädchen sehe. Dann fühle ich mich wirklich wie ein alter Greis von 45.
*
Ich habe über die Katzenmutter etwas geschmunzelt. Du bist wirklich ein lieber Mensch, dass Du für die Tiere soviel Sorgfalt und Umtriebe in Kauf nimmst. Hoffentlich danken sie es Dir. Wirst Du sie abends alle mit ins Bett nehmen ?? Und gib acht, dass sie Dir keine Vorhänge herunter reissen. Am besten packst Du sie alle in einen alten Kinderwagen und führst sie in der frischen Luft herum. Ich nehme an, sie kommen nie vors Haus, nicht wahr? Es sind wirkliche urbane Katzen, die ihre Nahrung aus der Büchse haben und abends amerikanische TV-Sender sehen? Na ja, ich mache mich ein bisschen lustig. Es gab mal einen schönen englischen Film eines Paares, das während des Krieges zuhause ein Schweinz zu mästen versucht hat. Das war wirklich niedlich.
*
Hier hat es heute geregnet, habe ich Dir das schon erzählt? Es ist ausserordentlich und exceptionell. Es ist das reine Wunder. Und die Luft ist jetzt so feucht wie in einem türkischen Bad. Aber die Pflanzen sind zufrieden und gehen wieder in Richtung grün. Es hat der Natur in der Tat sehr wohl getan. Und alle Leute haben die Fenster geöffnet und raus geschaut in den ersten Minuten, als es kam. Es hat doch gewirkt, das Papa gebetet hat. Na ja, das habe ich ja wohl schon geschrieben, nicht wahr?
*
Ich wünsche Dir einen schönen Abend und nicht zuviel Stress mit Deinen vier Dingern zuhause.
Mit einem lieben Gruss
...
Donnerstag, 24. Februar 2011
Frische!
Ämne: Frische!
Datum: den 14 augusti 2003 23:27
Lieber ...,
Du kannst es ruhig zugeben, im innersten bist du sehr katholisch. Unsere jungen Jahre hinterlassen Spuren, ob wir nun wollen oder nicht. ;-)
Auch bei uns kam heute ein erlösender Regen. Und wie es geregnet hat! Ich musste ein paar von L's riesigen Pflanzen retten, die im Sturm und Regen umgefallen waren. Und es hat immer weitergeregnet. Auch heute Abend noch während meines Katzen-spazierganges. Ich beginne sie richtig zu schätzen, diese abendlichen Spaziergänge zu dem Haus hinauf. 400 Schritte sind es ungefähr. Wieviel Meter kann das sein? Erst kommt ein steiler Hang und dann oben liegt der "Gamla vägen" (der alte Weg) der paralell zu unserem geht und früher wohl der erste Weg hier war.
Ich habe wieder mit der kleinen gespielt. Sie tobt sich wirklich aus nach dem Essen und fährt wie der Blitz (wir würden sagen "skitigt sträck" = dreckiger Strich) hin und her bis sie dann ermüdet schmusen will. Und dann schnurrt sie an meiner Wange und die anderen schauen ganz erstaunt zu. Ich glaube wir fühlen uns gleich wohl dabei. :-)
*
Es freut mich zu hören, dass deine Chefs so freigebig sind. Sie profitieren ja auch davon. Weisst du, ich darf garnicht daran denken dass du nun bald abfliegst. Scheiden tut weh.. weiss nicht warum gerade jetzt, wo ich doch gewöhnt bin, dass du manchmal ein paar Wochen nicht erreichbar bist.
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Meinst du ich bin jetzt aktiv geworden? Natürlich. Das ist nicht schwer zu erklären. Ich bin allein zu Hause und kann dir in Ruhe schreiben ohne dass jemand was sagt oder denkt.
*
Ich hatte M im Auto mitgenommen. Sie wollte einen Videorecorder abholen in dem grossen Kaufszentrum und so sind wir dann nach meiner Untersuchung dorthin gefahren und ich habe noch einige Dinge erledigt, die ich brauchte. So bin ich erst gegen sieben nach Hause gekommen. Eigentlich hätte ich noch einen Kuchen backen sollen für morgen. Ich habe zu einer kurzen Konferenz mit den Deutschlehrern gerufen und da sie vorher schon eine lange Englischkonfernz hinter sich haben (die meisten haben beide Fächer) so passt es gut, dass wir die unsere mit einer guten Tasse Kaffee beginnen. Und dazu braucht man etwas Süsses. Ich werde also morgen früh schnell was backen.
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Nein, leider ist es nicht so, dass in der ganzen Schule eine so gute Stimmung herrscht, wie bei uns. Es gibt Menschen, die nicht miteinander auskommen können und es gibt auch ein paar die ich ganz einfach nicht leiden kann. Früher war es so, dass man sich mit Leuten umgab, die man mochte. Aber heutzutage wird man manchmal mit komischen Menschen in Arbeitsgruppen zusammengesteckt. Vielleicht ist das eine Erklärung dazu, dass sich so viele bei uns nicht wohl fühlen an ihrem Arbeitsplatz. Von den so 100 Kollegen, die ich habe gibt es wohl 4 oder 5, die ich absolut nicht ausstehen kann. Und mit einer von diesen Personen soll ich zusammen Klassenlehrer sein. Nicht gerade eine Situation, die Erfolg verspricht. Aber du wirst sagen, dass ich das hinkriege. Und natürlich ist es so. Doch es wäre bedeutend angenehmer, wenn ich mit einer Person, die mir sympathisch ist, zusammenarbeiten könnte.
*
Es ist spät und mir kommen Gedanken, die ich am besten nicht niederschreiben sollte.
So sage ich dir nur gute Nacht, und lasse dich in Ruhe weiterschlafen.
Vielleicht habe ich morgen früh noch Zeit für ein paar Zeilen.
Bis dahin alles Liebe..
Marlena
Prostata? Manchmal bist du ganz unmöglich.. ich sollte wohl darauf reagieren, aber ich muss nur lachen. Woher nimmst du alles?
Mittwoch, 23. Februar 2011
Re: Schon wieder.. :-)
den 14 augusti 2003 08:37
Re: Schon wieder.. :-)
Liebe Marlena
Ja, ist aussergewöhnlich, soviele Mails aufs Mal. Was ist in Dich gefahren? Machen Dich die Katzen so lebendig und vital? Oder war es der Sommerregen, der das heisse Land erlöst hat?
Hier ist heute bewölkt. Das ist gut, aber ist noch kein Regen. Die Bauern beten immer noch und machen Prozessionen übers Land, um den Hergott zu bitten für ein kleines Pisserchen. Der aber rührt sich nicht. Macht keinen Wank. Vielleicht Prostata?
Ja, ich schätze es, oben zu schlafen. In letzter Zeit mache ich etwas Durchzug im Haus, dann zieht die kühle Luft von unten durch das ganze Haus hinauf und wieder hinaus. Das tut gut. Aber es ist immer noch warm, und ich schlafe ohne Decke ein. Das fühlt sich an wie in der Jugend, als wir im Wallis ohne irgendeine Decke geschlafen haben. Früher habe ich versucht, mich mit Fernsehen einzuschläfern. Und dann bin ich um 02.00h wieder erwacht vor irgend einem Greuelfilm. Das tue ich nicht mehr. Heute versuche ich, mit Trance den Schlaf herbeizulocken. Und das gelingt meist ganz gut. Es braucht ein bisschen Konzentration. Und das ist paradox. Man meint, mit Konzentration sei man nicht entspannt zum Einschlafen. Aber wenn man sich sozusagen auf NICHTS konzentriert, dann geht es recht gut. So versuche ich gleichzeitig, meine Hausaufgaben für den Kurs zu machen und meine Trance-Erfahrung zu erweitern. Ich glaube, es ist wirklich eine gute Methode. Komm mal zu mir, Marlena, ich zeige Dir, wie das geht. Man kann damit auch gut Schmerzen angehen. Man kann sich entspannen. Man kann sich auf Lebensziele konzentrieren. Es ist irgendwie eine sehr oekologische Methode.
Na ja, ich kann schwerlich mit Mühe mein Schlafzimmer abkühlen, um dann auf Zehenspitzen rüber zu Dir zu schleichen, wo mich die Hitze wieder hochtreibt ;--)
*
Freut mich, dass ihr im Schulhaus eine gute Atmosphäre habt. Das ist doch sehr wichtig. Hier sprechen sie viel von Schulhauskultur. Und dazu gehört die Atmosphäre. Wenn die Menschen froh und freundlich miteinander umgehen, passieren weniger Dinge, die wie soziale Unfälle den Betrieb stören.
Und wie Du Dich als Katzenmutter ausnimmst, das ist wirklich eindrücklich. Die vier Viecher sind ganz und gar auf Dich konzentriert. Sie sehen lustig aus, und ihre Augen leuchten, als ob sie mit Batterie gespiesen wären. Und die Kleine hat wirklich etwas Süsses an sich. Ich mag Tiere auch sehr. Früher hatte ich sogar die Idee, wir können in unserem alten Bauern-haus unten die Ställe beibehalten, um sie an Pferdeliebhaber zu vermieten. Aber schliesslich haben wir uns dann doch für ein reines Wohnhaus entschieden. A.hat auch einige Jahre geritten. Sie hat zusammen mit einer Freundin 1x die Woche die zwei Pferde eines Lehrers einige Dörfer weiter ausgeritten und anschliessend geputzt. Oder vorher geputzt, weiss ich nicht so genau. Und von unserem ehemaligen Hund habe ich Dir schon erzählt. Ich würde mir sofort wieder einen Hund zutun, aber S ist nicht dafür. Hunde sind so gut für die eigene Gesundheit. Man geht bei jedem Wetter täglich eine halbe Stunde an die frische Luft. Und die Geschichte mit den weissen Mäusen, habe ich Sie Dir auch schon mal erzählt? Na ja, vielleicht ein andermal. Und ich meine nicht jene, die man im Alkoholsyndrom sieht.
*
Ach nein, es ist nicht so, dass ich essen könnte, was ich will. Dazu bewege ich mich zu wenig. Ich halte mich in den letzten Jahren ziemlich zurück mit dem Essen (und Trinken). Vorher war ich 6-8 kg mehr. Und das hatte man natürlich gesehen. Ideal wäre ja, fast untergewichtig zu sein. Aber bei den Frauen ist das nicht schön, und bei Männern auch nicht besonders.
Es ist nicht wahr, dass ich Dir kein Foto schicken wollte. Problem ist, dass ich keine Fotos von mir habe. Dieses Bild hat die Kollegin aus Kroatien geschossen. Sie hatte auch eine Digitalkamera und hat rundum alles geknipst. Zugegeben, ich habe auch nicht besondere Anstrengungen auf mich genommen. Ausgenommen damals, als ich am Automaten gegenüber einige Bilder knipsen liess. Irgendwie habe ich schon auch gedacht, dass das Geheimnisvolle bei unserer Mailerei viel Reiz hat. Du hattest diese Meinung anfangs sehr, bist aber nach und nach davon abgekommen.
Ach Marlena, es ist wirklich schön, Dich zu kennen. Ich habe mich so sehr daran gewöhnt, dass ich leicht vergesse, wie wenig ich Dich in Deiner physischen Präsenz kenne. Ich meine, wenn wir uns physisch begrüssen würden, so wären wir doch ziemlich erstaunt ob diesem oder jenem. Davon bin ich echt überzeugt. Aber mental glaube ich, Dich schon ganz gut zu kennen. Und dann zeigst Du manchmal blitzartig einen Witz oder eine kecke Bemerkung, so dass ich denke, ich kenne Dich noch wenig und Du seist eine Frau, die meinen Horizont übersteigt. Und genau das ist schön, dieses Mirakulöse.
Heute gehe ich zur Personalchefin, um mit ihr auszuhandeln, was und wieviel sie mir für den Kurs in N.Y. bezahlen. Natürlich bezahlen sie den Kurs. Aber die Reise, die Unterkunft, das Essen etc.! Man macht doch keine Kurse so weit weg, denken sie! Doch es spielt keine Rolle, wieviel sie mir überlassen, ich glaube, es ist eine gute Idee, mal aus dem gewohnten Leben auzubrechen und eine extravagante Tour zu unternehmen. Und es wird sich bestimmt auszahlen. Es wird mir wieder neue Ideen und Energie schenken. Ich habe S. geraten, eine hohe Versicherungssumme auf mich abzuschliessen. Wenn was ist, hat die Familie zumindest einen kleinen Trost. Ich denke an Fr. 1'000'000.- S. könnte sehr gut damit zurecht kommen. Sie versteht sich auf Geld besser als ich. Sie ist sehr sparsam bis knauserig in den kleinen Unnötigkeiten, aber grosszügig in den wichtigen Dingen. Das ist eine sehr gute, irgendwie grossbürgerliche Strategie, die ich bewundere.
*
Jetzt hat es hier angefangen zu regnen. Das ist soch wunderbar. Das wird den Glauben des Papstes noch verstärken. Er hat doch kürzlich dazu aufgerufen, für Regen zu beten. Das finde ich süss. Wir modernen Rationalisten denken, es sei dumm, für Regen zu beten. Aber für den Menschen ist es gut, das zu tun. Ob es dann regnet oder nicht, spielt gar keine Rolle. Seinen Wünschen und Nöten mit Hingabe Ausdruck zu geben, das allein ist schon gut und lindert die Schmerzen. Ach, was quatsche ich da. Das ist doch alles sehr katholisch.
Ich wünsche Dir alles Gute.
Mit lieben Grüssen
...
Dienstag, 22. Februar 2011
Katzenjammer
Ämne: Katzenjammer!!!
Datum: den 12 augusti 2003 13:39
Lieber ...,
Es ist noch zu heiss draussen und so bleibe ich lieber im einigermassen kühlen Haus und schreib dir noch ein paar Zeilen. Muss dir doch von dieser Katzenfamilie erzählen.
Also, die Leute wohnen bei ihren Katzen, d.h. sie sind ihre Hausmädchen und Diener. Alles ist für die Katzen eingerichtet. Unmengen von Katzenmöbeln, wo sie klettern, spielen und schlafen können belammern das Haus. Es ist wirklich ein winzig kleines Haus. Nur 56 kvadrat. Aber es ist gemütlich. Wie aus einem Märchen genommen. Als Kind wäre ich vernarrt gewesen in das Haus. Und um das Haus ist ein riesiger Garten, der sehr schräg zu unserer Strasse hinunter fällt. Herrliche grosse Bäume und noch ein kleines rotes Haus was früher vielleicht einmal Scheune oder Stall gewesen ist, und heute ihr Motorrad beherbergt, grenzt an die Nachbarn.
Also, morgens um 8 Uhr werden die Katzen zum ersten mal gefüttert. Es ist ein wenig so, wie ich es im Tierpark in Kolmården gesehen habe, wenn man die Tiger füttert. Ganz wild sind die Tiere, wenn sie wissen was nun kommt. Vier Teller werden gefüllt. Jeder mit einer genauen Gewichtangabe für gerade die Katze. Das essen besteht aus gemalenem Fleisch (abwechseln Rind- Hähnchen oder Lamm) das mit genauen Angaben von Vitaminen und Mineralen versehen ist. Der Gefrierschrank ist voll von kleinen Dosen mit Aufschriften, was und für wen. Und die Teller werden in einer bestimmten Reihenfolge augstellt.. naja, eigentlich wirft man sie fast schnell hinunter sonst reissen sie sie dir aus der Hand. Die Reihenfolge? Damit Shadow nicht Cindy beim Essen stört und sich über ihre Portion stürzt. Und die kleine Misty, ganz links hat natürlich noch viel auf ihrem Teller, wenn die anderen ihre Ration in sekundenschnelle hinuntergewürgt haben (17 Sekunden, sagte mir die Kollegin heute, mit der ich diesen ungewöhnlichen Auftrag teile). Nun heisst es also, sich neben Misty auf den Fussboden zu setzen und die anderen von ihrem Teller fern zu halten, bis die kleine aufgegessen hat. Ich glaube das Wort gefressen würde mir Lisa nicht erlauben. ;-)
Vier Katzentoiletten gibt es und man wird ein wenig sauberhalten müssen. Dann auch noch das Haus lüften (bei dieser Hitze), sie haben übrigens einen guten Tischventilator, ein bisschen sich um die Blumen im Haus kümmern, die Post hereinholen und wenn man Zeit hat eine Weile bleiben um mit den Katzen zu spielen. Die kleine lässt einen sowieso nicht in Ruhe. Dauern fühlt man sie an den Füssen und an den Beinen.
Um vier Uhr werden alle nochmals gefüttert und um 12.00 und später am Abend bekommt die kleine Misty noch eine extra Portion.
Du siehst! Ich meine, ich bin doch mit Katzen aufgewachsen. Die haben gegessen wenn sie hungrig waren und es hat immer etwas zu Essen da gestanden. Was sie gegessen haben haben sie selbst bestimmt indem sie das, was sie nicht mochten, ganz einfach stehenliessen. Die Lieblingsspeise waren frische Heringe und natürlich ab und zu eine Maus, die sie sich im nahen Wald geholt haben. So bin ich ganz erstaunt über diese Prozeduren und frag mich, was denn einmal wird wenn L.ein Kind kriegt.
Ich werde ein paar Fotos machen, damit du siehst wovon ich spreche.
Schicke dir gleich nach diesem Mail ein Bild, das ich gestern Abend gemacht habe.
R und S sind Russian Blue. C ist eine braungestreifte Bauernkatze und Misty? Ja, was ist die schnell? Ich glaube eine graues kleines Staubkneuel..
Ach, das langweilt dich sicher.. aber mir macht es Spass, dir davon zu erzählen..
Hoffentlich kannst du dich bald ausruhen von der Arbeit an diesem warmen Tag.
Grüsse dich nochmals lieb,
Marlena
Alles für die Katz
Liebster Mausfreund,
Schon wieder bin ich gestresst und in Zeitnot. Warum muss das Ausführen immer viel mehr Zeit nehmen als das Ausdenken?
Und dann bin ich noch dazu in der Arbeit gestört worden von M., die scheinbar einen ganzen Sommer in sich gestaut hat und nun alles über mich ausgegossen hat. Jetzt muss ich mich schon wieder beeilen, denn um 12.00 muss ein kleines Kätzchen gefüttert werden. Ach, du weisst es garnicht. Die kleine Kanadierin L., die nun mit ihrem Mann in einem alten kleinen Haus ganz in meiner Nähe wohnt, wird bis Sonntag auf Urlaub gehen und ich werde zusammen mit einer anderen Kollegin ihre 4 Katzen betreuen. Ich weiss nicht, aber manchmal wenn ich sehe wie die mit ihren Katzen tun, dann glaube ich ich träume. Aber im Moment fehlt mir die Zeit, dir davon zu schreiben.
Ich wollte dir schon gestern Abend ein mail senden aber dann hat L. angerufen und mich daran erinnert, dass sie schon heute abfahren und so musste ich noch schnell hingehen und mich über alle Prozeduren informieren lassen. Wie in einem Chemielabor habe ich mich gefühlt, wo alles haargenau aufgemessen und ausgeführt werden muss. Und zum Glück hat sie mir alles auch noch detailliert niedergeschrieben, damit ich nichts falsch mache. ;-)
*
Es ist warm. Das allerschönste Hochsommerwetter könnte man sagen und ein kleiner Wind macht es ziemlich angenehm. So werde ich wohl den Nachmittag im freien verbringen.
Ich weiss, dass du sehr beansprucht bist im Moment und ich finde es sehr lieb von dir, dass du dir trotzdem Zeit nimmst zu mailen. Du bist ein Schatz.
*
So, nun schick ich das ab damit du es zum Mittagessen bekommst. Als eine kleine Vorspeise.
Mit lieben Grüssen,
Marlena
Neuer Pass und Orientierungslauf
den 12 augusti 2003 07:36
Re: Sonne!
Liebe Marlena
Soll ich Dir gleich zu Beginn das Wetter schildern? Möchtest Du es wirklich wissen? Es war so lustig, als wir in Weggis im Hotel waren. Das Mädchen an der Reception hat uns immer alle Programme aufgezählt, und dabei immer die Gut- wie auch die Schlechtwetterprogramme berücksichtigt. Und draussend war es so ofenheiss, dass man sich ein schlechtes Wetter und einen Apero in einem geschlossenen Raum nicht vorstellen konnte.
*
Gestern ist auch mein neuer Pass eingetroffen. Es gibt jetzt diese neue Version, etwas kleiner als die alte, und maschinenlesbar, wie man hört. Das scheint für die Amerikaner wichtig zu sein. Und natürlich habe ich in dieser neuen Variante keine alten Visa aus dem Iran. Ich will ja nicht, dass sie mich als islamischen Fundamentalisten verhaften, oder nur schon verdächtigen. Wie man hört, scheint immer noch eine einzige Hysterie zu herrschen in den USA. Und als ich mal hier in Bern die Botschaft anrief, hatte ich auch diesen Eindruck. Sie sind sehr vorsichtig und halten die Reglemente minutiös ein, weil jeder denkt, er könnte gefeuert werden, wenn ihm irgend ein zwielichtiger Typ durch die Lappen geht.
*
Und hier in der Schweiz hat man festgestellt, dass die schwedischen Frauen im Orientierungslauf sehr stark sind. Wir hatten die Weltmeisterschaft am oberen Zürichsee. Und eine Schwedin ist in den ersten Rängen platziert worden. Ich nehme an, das liegt an den riesigen Wäldern die ihr habt. Da braucht es diese Fähigkeiten, die auch der Orientierungslauf erfordert: Zähigkeit, Orientierungskraft, Durchhaltefähigkeit, Laufkraft in unwegsamem Gelände, Wachheit etc. Ich habe sie immer bewundert, die Leute, die das machen. Und im Berufsleben stellte man fest, dass sie ausserordentlich tüchtige und erfolgreiche Menschen sind, denn sie sind es gewohnt, körperlichen Einsatz und Kopf miteinander zu kombinieren.
*
Re: Sonne!
Liebe Marlena
Soll ich Dir gleich zu Beginn das Wetter schildern? Möchtest Du es wirklich wissen? Es war so lustig, als wir in Weggis im Hotel waren. Das Mädchen an der Reception hat uns immer alle Programme aufgezählt, und dabei immer die Gut- wie auch die Schlechtwetterprogramme berücksichtigt. Und draussend war es so ofenheiss, dass man sich ein schlechtes Wetter und einen Apero in einem geschlossenen Raum nicht vorstellen konnte.
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Gestern ist auch mein neuer Pass eingetroffen. Es gibt jetzt diese neue Version, etwas kleiner als die alte, und maschinenlesbar, wie man hört. Das scheint für die Amerikaner wichtig zu sein. Und natürlich habe ich in dieser neuen Variante keine alten Visa aus dem Iran. Ich will ja nicht, dass sie mich als islamischen Fundamentalisten verhaften, oder nur schon verdächtigen. Wie man hört, scheint immer noch eine einzige Hysterie zu herrschen in den USA. Und als ich mal hier in Bern die Botschaft anrief, hatte ich auch diesen Eindruck. Sie sind sehr vorsichtig und halten die Reglemente minutiös ein, weil jeder denkt, er könnte gefeuert werden, wenn ihm irgend ein zwielichtiger Typ durch die Lappen geht.
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Und hier in der Schweiz hat man festgestellt, dass die schwedischen Frauen im Orientierungslauf sehr stark sind. Wir hatten die Weltmeisterschaft am oberen Zürichsee. Und eine Schwedin ist in den ersten Rängen platziert worden. Ich nehme an, das liegt an den riesigen Wäldern die ihr habt. Da braucht es diese Fähigkeiten, die auch der Orientierungslauf erfordert: Zähigkeit, Orientierungskraft, Durchhaltefähigkeit, Laufkraft in unwegsamem Gelände, Wachheit etc. Ich habe sie immer bewundert, die Leute, die das machen. Und im Berufsleben stellte man fest, dass sie ausserordentlich tüchtige und erfolgreiche Menschen sind, denn sie sind es gewohnt, körperlichen Einsatz und Kopf miteinander zu kombinieren.
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wieder zu Hause
Ämne: Sonne!
Datum: den 9 augusti 2003 11:32
Lieber Mausfreund,
Schon wieder sehn-suche ich dich hier. Es ist ein herrlicher Tag. Die Sonne strahlt, wie immer, von einem klarblauen Himmel. Ich muss versuchen sie zu genieesen und meinen Körper mit Licht und Wärme tanken für kommende Tage.
Die Reise heim ging gut. Der "grosse" Weg ist wirklich leichter zu fahren. Keine Slalomkurven und gute Sicht nach rechts und links. Also auch keine Elchgefahr.
Heute essen wir nochmals Krebse. Sie liegen schon bereit. Tust du das auch manchmal?
Hoffentlich kommst du eine Weile ins Büro, damit du meinen Hunger nach einem Mail stillen kannst.
Mit lieben Grüssen,
Marlena
PS
Das Baby wächst, langsam zwar, aber immerhin. Ja, deinetwegen habe ich die ABB-aktien gekauft. Und was macht es schon, wenn es nicht das allerperfekteste Kind wird. In Not und Lust.. heisst es doch. Oder umgekehrt.. :-) So können wir uns zusammen sorgen und freuen.. Zusammen ist schön!
Montag, 21. Februar 2011
Börse, Iran und schweizerische Demokratie
den 8 augusti 2003 13:39
Re: free friday
Liebe Marlena
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War haben im Deutschen die Redeweise: "Wer A sagt muss auch B sagen". Wer AB sagt, muss aber nicht unbedingt ABB sagen. Irgendwie hat mich Deine Meldung so sehr gefreut, dass ich es kaum verstehe. Ich hatte den Eindruck, Aktien interessierten Dich kaum bis gar nicht. Mich eigentlich bisher auch nicht sonderlich. Aber mein Trauma war folgendes: Wir hatten von unserer Versicherung vor etwa einem guten Jahr Aktien bekommen, als sie an die Börse gingen. Und es gab eine Zeit, da war jede Fr. 1000.- wert. Wir hatten das nicht beachtet, und seither sind sie gesunken und später deutlich unter 100.- gelandet. Das hat mich sehr geärgert. Wir haben kein Geld verloren, aber wir haben den möglichen Gewinn nicht eingelöst. Das hat mich geärgert, und ich habe gedacht, ich müsse mich ein bisschen um diese Dinge kümmern. Seither haben wir noch von Onkelchen einige Aktien bekommen, die er - als bisheriger Aktionär konnte er sie besonders billig kaufen - uns geschenkt hatte. ABB waren also die ersten Dinger, die ich gekauft habe. Und der Kurs war so tief, dass es schon komisch war. Du siehst, ich bin ein Greenhorn. Aktien haben ja immer bloss zwei Wege, die sie gehen können: entweder auf- oder dann abwärts. Weil die ABB AKtien so tief sind, bleibt ihnen eigentlich nur noch der eine Weg. Ich bin doch sehr vorsichtig. Aber ich habe mir gedacht, es wäre gut, im Jahr ungefähr einen zusätzlichen Monatslohn an der Börse zu gewinnen. Das ergäben ja dann 5 Tage in Weggis ;--)
*
Schön, einen iranischen Präsidenten im sozialdemokratischen Jugendverband zu haben. Ich glaube, es gibt viele begabte Menschen im Iran. Und die Jungen sind sehr strebsam und möchten etwas erreichen, viel mehr als unsere Schweizer Jugendlichen, die etwas bequem geworden sind. Es ist eines der grossen Probleme im Iran, dass sie soviele aufgeweckte junge Menschen haben, denen sie keine vernünftige moderne Tätigkeit offerieren können. Das ist der Zeitzünder, der mal explodieren wird. Viele wandern aus. Aber das wiederum verletzt den grossen Familienzusammenhang, den sie als vormoderne Gesellschaft haben.
*
Und dann machst Du nochmals einen Frontalangriff auf unsere schweizerische Demokratie!! Das Gute an unserer Demokratie liegt darin, dass wir uns keine dummen Menschen leisten können. Wir müssen alle informieren, wir müssen sie in den Schulen vorwärts bringen, wir müssen die politischen Dinge populär erklären, damit alle sie verstehen können. Und diejenigen, die es nicht begreifen, die hängen sich mit ihrer Stimme an ihrgend eine Partei. Das ist ja auch noch möglich. Kürzlich habe ich von einem Journalisten gehört, dass - gemäss Umfragen, die er zitierte - die Schweiz das glücklichste Land der Welt sei. Die Schweizer sind ziemlich zufrieden mit ihrer Lebens- und Arbeitssituation. Und er erklärt es damit, dass wir hier sehr viel mitentscheiden können. Diese Logik ist doch plausibel: wer sich seine Situation selbst schafft, wird sich Mühe geben, damit auch zufrieden zu sein. Wer keinen Einfluss darauf hat, wird dauernd mekkern.
*
Eben wollte ich Dich fragen, ob Du meine Brille irgendwo gesehen hast. Ich finde sie im Moment nicht. Glücklicherweise habe ich noch eine zweite. Aber irgendwie bin ich unruhig, wenn ich meine Reserve nicht in der Nähe habe. Seit ich aus den zwei Ferientagen zurück bin, sehe ich bloss mehr mit einer Brille.
*
Ich wünsche Dir ein feines Wochenende.
Mit einem lieben (zusätzlichen) Gruss
...
Re: free Friday
Datum: den 8 augusti 2003 16:17
Lieber ...,
Eigentlich bin ich schon dabei von hier loszufahren. Anna und ich haben heute ein wenig im schönen Zentrum von Linköping shopping gemacht. Ach, eigentlich nur nachgesehen ob man irgendeinen wirklichen Fund machen kann. Und sie hat ein paar wunderschöne elegante Röcke für fast nichts gefunden. Und für mich ein schönes Kleid aus Leinen, das sich herrlich anfühlt und auch schick aussieht.
Am Ende der Tour haben wir noch auf dem Markt ein paar schöne Blumen gekauft. Gladiolus.. weiss nicht ob sie so heissen. Fast so gross wie ich sind die Dinger und leuchten herrlich.
Vor einer Weile hat es ans Fenster geklopft und der Moldavier, der früher im Korridor gewohnt hat ist mit einem Freund gekommen um nach seinem Fahrrad zu sehen. Vielleicht hat es die Russin in ihr Zimmer gestellt. Jedenfalls habe ich den jungen Leuten ein wenig zu Essen angeboten.. Studenten haben immer Appetit, und sie haben von ihrer Sommerreise nach Italien erzählt.
Jetzt werde ich mich gleich auf den Weg machen. Vielleicht nehme ich die andere Strecke heute. Zwar etwas länger aber doch etwas sicherer.
Du musst mir wieder ein Bild von dir schicken. Machst du das? Weiss nicht wohin die anderen verschwunden sind. Ich finde sie ganz einfach nicht.
So grüsse ich dich nochmals lieb,
Marlena
Re: ABB
den 8 augusti 2003 08:09
Re: Gruss aus L.
Liebe Marlena
Ach wie süss, unser ABB Baby! Du hast aber Mut, Marlena. Diejenigen, denen ich erzählt hatte, ABB Aktien gekauft zu haben, haben mich alle etwas schief angeschaut. Allerdings war das noch vor den Asbest-Prozessen in den Staaten. Mittlerweile scheinen ja die schwierigsten Probleme überwunden und in der Tat hat sich der Kurs bisher mehr als verdoppelt. Doch ich habe nicht allzuviel investiert, weil das mein erster Versuch mit Aktien ist. Dennoch glaube ich, dass die Aktien in ein paar Jahren zulegen werden. Nicht allzu schnell, das gebe ich zu. Aber die Firma hat in letzter Zeit einige riesige Aufträge erhalten. Das Kerngeschäft ist auf jeden Fall gesund. Sei also optimistisch mit Deinem neuen Baby, Marlena! Und ich hoffe nicht, dass Du in ein oder zwei Jahren unbedingt auf einen Vaterschaftstest bestehen wirst, wenn die Profite nicht so sind, wie Du sie erwartet hattest. Wie auch immer, es ist eine Schweizerisch-Schwedische-Koproduktion. Und sowas kann nicht schief gehen.
*
Samstag, 19. Februar 2011
Autofahrt und Aktien
Ämne: Gruss aus L.
Datum: den 7 augusti 2003 23:19
Lieber ...,
Ich wundere mich wo du nun bist. Vielleicht noch in dem Luxushotel? Jedenfalls hoffe ich, dass du ein paar schöne Tage verbracht und vielleicht auch ein paar nette Leute dort kennengelernt hast. Ich glaube, das macht einen solchen Aufentlhalt noch schöner.
Es ist schon spät am Abend und ich sitze an Annas Computer. Bin heute runtergefahren um nach dem rechten zu sehen. ;-) Ach nein, man braucht sich keine Sorgen zu machen. ...
Auf dem Weg hierher, habe ich wieder daran gedacht, wie herrlich ich es finde solche lange Autofahrten allein zu machen. Nie kann man in Gedanken so in Erinnerungen aufgehen wie wenn man allein am Steuer sitzt. Aber etwas mehr aufpassen werde ich wohl in Zukunft, denn plötzlich sah ich schräg vor mir, ganz nahe, einen riesigen Elch, der sich in den Wald hineinstürzte. Er muss ganz am Wegrand gestanden haben. Es kommt ja vor, dass sie vor den Autos auf die Strasse springen. Ich glaube ich habe Glück gehabt, denn ich bin ziemlich schnell gefahren..
*
Weisst du, was ich gestern getan habe? Ich habe ABB-aktien gekauft. Eigentlich hast du mich dazu verleitet. Dieses kleine, von dir so sorgfältig gepflegte und eingeölte Baby muss doch ganz einfach gedeihen und ich möchte dir gern helfen es zu betreuen. Es ist ein lustiger Gedanke, ein Baby mit dir zu haben, wenn auch nur ein ABB-Baby. ;-)
*
Ich glaube, ich lasse Anna nun schlafen und schreibe dir morgen mehr.
Bis dahin grüsse ich dich lieb und sage dir gute Nacht.
Marlena
Datum: den 7 augusti 2003 23:19
Lieber ...,
Ich wundere mich wo du nun bist. Vielleicht noch in dem Luxushotel? Jedenfalls hoffe ich, dass du ein paar schöne Tage verbracht und vielleicht auch ein paar nette Leute dort kennengelernt hast. Ich glaube, das macht einen solchen Aufentlhalt noch schöner.
Es ist schon spät am Abend und ich sitze an Annas Computer. Bin heute runtergefahren um nach dem rechten zu sehen. ;-) Ach nein, man braucht sich keine Sorgen zu machen. ...
Auf dem Weg hierher, habe ich wieder daran gedacht, wie herrlich ich es finde solche lange Autofahrten allein zu machen. Nie kann man in Gedanken so in Erinnerungen aufgehen wie wenn man allein am Steuer sitzt. Aber etwas mehr aufpassen werde ich wohl in Zukunft, denn plötzlich sah ich schräg vor mir, ganz nahe, einen riesigen Elch, der sich in den Wald hineinstürzte. Er muss ganz am Wegrand gestanden haben. Es kommt ja vor, dass sie vor den Autos auf die Strasse springen. Ich glaube ich habe Glück gehabt, denn ich bin ziemlich schnell gefahren..
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Weisst du, was ich gestern getan habe? Ich habe ABB-aktien gekauft. Eigentlich hast du mich dazu verleitet. Dieses kleine, von dir so sorgfältig gepflegte und eingeölte Baby muss doch ganz einfach gedeihen und ich möchte dir gern helfen es zu betreuen. Es ist ein lustiger Gedanke, ein Baby mit dir zu haben, wenn auch nur ein ABB-Baby. ;-)
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Ich glaube, ich lasse Anna nun schlafen und schreibe dir morgen mehr.
Bis dahin grüsse ich dich lieb und sage dir gute Nacht.
Marlena
Garten, Pride-Festival und Aktien
Subject: Nur so..
Date: Sun, 03 Aug 2003 15:35:48 +0200
Lieber ...,
Ich schreibe dir noch ein paar Zeilen, nur weil ich eben gerade ungestört dazu komme. Habe mich heute etwas im Garten beschäftigt und mir kam dabei der Gedanken, dass man eigentlich in einer Wohnung wohnen sollte und wenn man die Schönheit der Natur sehen will, sollte man in einen der (von anderen) schön gepflegten Parks gehen und nur geniessen. Hier kann ich nicht die Nase vor die Tür stecken ohne sofort etwas zu sehen, was unbedingt gemacht werden muss.
*
Bei uns in Stockholm war nun der grosse Pride-festival. Vielleicht hast du darüber gelesen. Halbnackte Schwule und Lesbische ziehen durch die Strassen und benehmen sich so, dass man sich schämen würde, wenn man ihre Veranlagung hätte. Sie stärken doch mit diesem Benehmen nur die Vorurteile der Leute über sie. Und dann haben ein paar Schwedendemokraten (junge Ligisten mit Nazisympathien) die Leute angegriffen und mit Flaschen auf sie geworfen. Einer wurde am Kopf verletzt und liegt nun im Krankenhaus. Die Zeitungen sind voll davon. Ach, die Welt ist wirklich nicht in Ordnung.
*
Ob ich Aktien habe möchtest du wissen? Ja, aber sehr wenig und einige davon sind nur mehr so 15 % vom Einkaufspreis wert. Ich lasse sie und kümmere mich nicht darum. Meinetwegen dürfen sie ruhig steigen. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die viel verloren haben. Wenn das ein Trost sein kann. Ericsson und Nokia sind auch katastrofal gesunken. Es gibt auch so viele untaugliche Betriebsleiter bei uns in Schweden, die sich selbst bereichern bei jeder Gelegenheit aber nicht viel Gutes ausrichten. Doch du kennst das ja auch.
*
Jetzt habe ich noch eine Woche frei und dann geht es wieder los.
So nun muss ich wieder schliessen. Ich hoffe du hast einen schönen Sonntag.
Mit lieben Grüssen,
Marlena
Date: Sun, 03 Aug 2003 15:35:48 +0200
Lieber ...,
Ich schreibe dir noch ein paar Zeilen, nur weil ich eben gerade ungestört dazu komme. Habe mich heute etwas im Garten beschäftigt und mir kam dabei der Gedanken, dass man eigentlich in einer Wohnung wohnen sollte und wenn man die Schönheit der Natur sehen will, sollte man in einen der (von anderen) schön gepflegten Parks gehen und nur geniessen. Hier kann ich nicht die Nase vor die Tür stecken ohne sofort etwas zu sehen, was unbedingt gemacht werden muss.
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Bei uns in Stockholm war nun der grosse Pride-festival. Vielleicht hast du darüber gelesen. Halbnackte Schwule und Lesbische ziehen durch die Strassen und benehmen sich so, dass man sich schämen würde, wenn man ihre Veranlagung hätte. Sie stärken doch mit diesem Benehmen nur die Vorurteile der Leute über sie. Und dann haben ein paar Schwedendemokraten (junge Ligisten mit Nazisympathien) die Leute angegriffen und mit Flaschen auf sie geworfen. Einer wurde am Kopf verletzt und liegt nun im Krankenhaus. Die Zeitungen sind voll davon. Ach, die Welt ist wirklich nicht in Ordnung.
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Ob ich Aktien habe möchtest du wissen? Ja, aber sehr wenig und einige davon sind nur mehr so 15 % vom Einkaufspreis wert. Ich lasse sie und kümmere mich nicht darum. Meinetwegen dürfen sie ruhig steigen. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die viel verloren haben. Wenn das ein Trost sein kann. Ericsson und Nokia sind auch katastrofal gesunken. Es gibt auch so viele untaugliche Betriebsleiter bei uns in Schweden, die sich selbst bereichern bei jeder Gelegenheit aber nicht viel Gutes ausrichten. Doch du kennst das ja auch.
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Jetzt habe ich noch eine Woche frei und dann geht es wieder los.
So nun muss ich wieder schliessen. Ich hoffe du hast einen schönen Sonntag.
Mit lieben Grüssen,
Marlena
Freitag, 18. Februar 2011
--gekürzt
Ämne: Wieder da..
Datum: den 2 augusti 2003 21:28
Lieber ...,
Ja, du hast richtig geraten. Ganz kühl und erfrischend war der Wein. Das ist etwas verräterisch wenn man durstig ist. Es war wieder so extrem warm hier und wir hatten keine Lust auf warmes Essen. Zum Glück hatte K schon eine Verpackung Krebse gekauft. Die allerbeste Sorte! Es hat wirklich einmalig gut geschmeckt. Du weisst, um diese Jahreszeit kommen die grossen Tageszeitungen mit ihren Testresultaten. Die verschiedenen Krebsfabrikate werden von Experten beurteilt und die Resultate werden frühzeitig veröffentlicht. So braucht man nicht viel Geld für eine schlechte Sorte augeben. Und wahrscheinlich werden sich auch die Fabrikanten anstrengen nicht bei den schlechten Sorten zu landen.
...
Es freut mich, dass du versuchst dich etwas neutral zu verhalten in Frage Amerikaner. Gewiss, ich finde auch, schon seit jungen Jahren, wo ich auch Amerikaner in der Klasse hatte, als ich in Paris studierte, dass sie sehr naiv sind und irgendwie ohne Bildung. Aber es gibt auch andere. Vielleicht solltest du ein Buch von Singer lesen. Es hat wirklich meine Gedanken über diese Nation verändert. Ein Kontinent, der aus allen Nationen der Welt zusammengefügt ist, muss wohl den Patriotismus ein wenig übertreiben um ein Gefühl von Zusammengehörigkeit zu schaffen. Und dass sie so sehr unter sich Leben, die (ursprünglich) verschiedenen Nationalitäten, hatte ich garnicht gewusst. Ach, ich beneide dich um diese Reise. Du wirst so viel neue Eindrücke bekommen und deine Offenheit wird dir helfen, das Beste daraus zu machen. Vergiss nicht die Musik auch wenn dein Hauptinteresse den übrigen Kunstarten gilt.
*
Warum entschuldigst du dich für dein langes Mail? Ich liebe es, lange Mails von dir zu bekommen. Aber wie steht es mit deiner Madeleine? Hast du einen Ersatz gefunden für den Wein, den du nicht verträgst? Zwar finde ich es schön, wenn du in Madeleinestimmung schreibst... aber du weisst schon was ich meine. Es ist wie Harroin.
....
Du weisst, wie oft ich den schönen Blick hier vom Fenster gelobt habe. Und dieses Jahr werde ich nur böse, wenn ich hinaussehe. Der Bauer hat anscheinend vergessen gegen Unkraut zu spritzen. Und jetzt ist das Feld voll von mehr als meterhohen Disteln und anderem Unkraut. Wirklich kein schöner Anblick. Und ich glaube sogar er macht es absichtlich, denn jemand hat sich mal beklagt über das Giftstreuen. Der Wind lag nähmlich ungünstig und viele von den Pflanzen in den Gärten einiger Nachbarn wurden zerstört. Ich hätte nichts dagegen noch 10 Meter hinaus zu besitzen. Dann könnte ich einen prächtigen Gemüsegarten anlegen... und Kartoffeln pflanzen.. ;-))
*
Hinter mir läuft der Fernseher. Geschichte der Populärmusik. Diesmal sind die 70-er Jahre dran. Eigentlich meine Musik, die heute wieder sehr populär geworden ist. Du kennst sie alle diese alten Rock-artisten, von denen die meisten schon über 60 sind und die immer noch auftreten. Wir hatten neulich eine ganz gross bejubelte Tourné von der Gruppe Rolling Stones hier in Stockholm mit dem Sänger Mick Jagger, den ich, by the way, extrem hässlich finde. Aber sie haben das Publikum und die Presse verzaubert, man könnte sagen hypnotisiert. Jedenfalls deuteten die Rezensionen darauf hin.
Wenn ich schon von Hypnose spreche. Ich komme dann, wenn ich alt bin zu dir und lasse mich durch deine Hypnose wieder jung kurieren. Was sagst du dazu? ;-)
*
Nun lasse ich dich für diesmal. Ich wünsche dir noch ein schönes Wochenende. Vielleicht bist du wieder bei Onkelchen. Wie geht es ihm in dieser Wärme?
Ich grüsse dich lieb,
Marlena
Datum: den 2 augusti 2003 21:28
Lieber ...,
Ja, du hast richtig geraten. Ganz kühl und erfrischend war der Wein. Das ist etwas verräterisch wenn man durstig ist. Es war wieder so extrem warm hier und wir hatten keine Lust auf warmes Essen. Zum Glück hatte K schon eine Verpackung Krebse gekauft. Die allerbeste Sorte! Es hat wirklich einmalig gut geschmeckt. Du weisst, um diese Jahreszeit kommen die grossen Tageszeitungen mit ihren Testresultaten. Die verschiedenen Krebsfabrikate werden von Experten beurteilt und die Resultate werden frühzeitig veröffentlicht. So braucht man nicht viel Geld für eine schlechte Sorte augeben. Und wahrscheinlich werden sich auch die Fabrikanten anstrengen nicht bei den schlechten Sorten zu landen.
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Es freut mich, dass du versuchst dich etwas neutral zu verhalten in Frage Amerikaner. Gewiss, ich finde auch, schon seit jungen Jahren, wo ich auch Amerikaner in der Klasse hatte, als ich in Paris studierte, dass sie sehr naiv sind und irgendwie ohne Bildung. Aber es gibt auch andere. Vielleicht solltest du ein Buch von Singer lesen. Es hat wirklich meine Gedanken über diese Nation verändert. Ein Kontinent, der aus allen Nationen der Welt zusammengefügt ist, muss wohl den Patriotismus ein wenig übertreiben um ein Gefühl von Zusammengehörigkeit zu schaffen. Und dass sie so sehr unter sich Leben, die (ursprünglich) verschiedenen Nationalitäten, hatte ich garnicht gewusst. Ach, ich beneide dich um diese Reise. Du wirst so viel neue Eindrücke bekommen und deine Offenheit wird dir helfen, das Beste daraus zu machen. Vergiss nicht die Musik auch wenn dein Hauptinteresse den übrigen Kunstarten gilt.
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Warum entschuldigst du dich für dein langes Mail? Ich liebe es, lange Mails von dir zu bekommen. Aber wie steht es mit deiner Madeleine? Hast du einen Ersatz gefunden für den Wein, den du nicht verträgst? Zwar finde ich es schön, wenn du in Madeleinestimmung schreibst... aber du weisst schon was ich meine. Es ist wie Harroin.
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Du weisst, wie oft ich den schönen Blick hier vom Fenster gelobt habe. Und dieses Jahr werde ich nur böse, wenn ich hinaussehe. Der Bauer hat anscheinend vergessen gegen Unkraut zu spritzen. Und jetzt ist das Feld voll von mehr als meterhohen Disteln und anderem Unkraut. Wirklich kein schöner Anblick. Und ich glaube sogar er macht es absichtlich, denn jemand hat sich mal beklagt über das Giftstreuen. Der Wind lag nähmlich ungünstig und viele von den Pflanzen in den Gärten einiger Nachbarn wurden zerstört. Ich hätte nichts dagegen noch 10 Meter hinaus zu besitzen. Dann könnte ich einen prächtigen Gemüsegarten anlegen... und Kartoffeln pflanzen.. ;-))
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Hinter mir läuft der Fernseher. Geschichte der Populärmusik. Diesmal sind die 70-er Jahre dran. Eigentlich meine Musik, die heute wieder sehr populär geworden ist. Du kennst sie alle diese alten Rock-artisten, von denen die meisten schon über 60 sind und die immer noch auftreten. Wir hatten neulich eine ganz gross bejubelte Tourné von der Gruppe Rolling Stones hier in Stockholm mit dem Sänger Mick Jagger, den ich, by the way, extrem hässlich finde. Aber sie haben das Publikum und die Presse verzaubert, man könnte sagen hypnotisiert. Jedenfalls deuteten die Rezensionen darauf hin.
Wenn ich schon von Hypnose spreche. Ich komme dann, wenn ich alt bin zu dir und lasse mich durch deine Hypnose wieder jung kurieren. Was sagst du dazu? ;-)
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Nun lasse ich dich für diesmal. Ich wünsche dir noch ein schönes Wochenende. Vielleicht bist du wieder bei Onkelchen. Wie geht es ihm in dieser Wärme?
Ich grüsse dich lieb,
Marlena
Donnerstag, 17. Februar 2011
New-York und Börse
(Fortsetzung Trance-Therapie)
Mein Bekannter von NY hat mir soeben geantwortet. Ich werde vom 18.August bis 2. September dort sein, fliege mit Continenatal und lande in Newark. Das ist in New Jersey. Bis nach Manhattan ist es dann noch eine halbe Stunde Fahrt. Ich glaube, ich bin in der richtigen Stimmung, die Amerikaner kennenzulernen. Ich fühle mich zur Zeit ziemlich vorurteilslos. Ich will mir einfach alles ansehen, ohne zu sehr zu beurteilen. Ich lese gerade ein Buch von einem deutschen Journalisten, der mir das vormacht. Er meint, die europäische Reaktion (na ja, eigentlich spricht er von der deutschen) auf die amerikanische Kultur sei ein bisschen bigott. Und ich versuche das nachzuvollziehen. Es hat doch keinen Sinn, dort hin zu fahren und im Innersten diese Amerikaner zu verachten. Also, ich bin offen für alles. Ich möchte gerne zeichnen, was ich sehe, aber vielleicht ist das doch ein bisschen umständlich. Aber ich werde mir auf jeden Fall einen Zeichnungsblock machen und mitnehmen.
*
Gestern habe ich einen alten Freund getroffen. Wenn ich Dir seine Geschichte erzähle, dann fängst Du an zu weinen. Er ist ein netter Kerl, und ich habe ihn durch L., den Biologieprofessor kennengelernt. Sie haben zusammen Musik gemacht, oder Fastnacht vielleicht. Aber ich spreche von......
...
*
Gestern haben wir in der Börse gute Fortschritte gemacht. Beachtest Du die Kurse auch? ABB hat ihren Asbest-Vergleich von einem Richter bestätigt bekommen. Das ganze ist ein Erbe der Combustion-Engineering, die in ihren Heizkessweln Asbest eingebaut hatte. Ich habe mir zu meinem letzten Geburtstag ABB Aktien gekauft. Es sind die ersten Aktien, die ich in meinem Leben selbst gekauft habe. (Mein Grossvater mütterlicherseits war ein Spezialist in diesen Dingen.) Und deshalb beobachte ich sie wie ein kleines Baby und öle sie jeden Abend am Hintern ein, damit sie nicht wund liegen. Mein Einsatz jedenfalls hat sich schon verdoppelt. Du siehst, Marlena, die Schweizerisch-schwedische Synergie ist sehr vielversprechend.
*
Findest Du nicht, ich sei heute etwas geschwätzig. Na ja, das ist vielleicht die Madeleine.
Ich wünsche Dir definitiv ein schönes Wochenende.
Mit lieben Grüssen und Pusserln
...
Trance-Therapie und Kroatien
den 2 augusti 2003 17:10
Re: Nochmals.. NICHT wie versprochen..
Liebe Marlena
Ja, das scheint mir eine gute Wahl, Roséwein mit Krebsen. Gut gekühlt, nehme ich an. Da können wir hier unten im heissen Süden nur neidisch werden...
*
Hier haben wir immer noch wunderschönes Sommerwetter. Ich glaube, die Eiscrèmeverkäufer werden den Jahrhundertsommer später feiern, vielleicht mit Roséwein und Himbeereis!
A. fährt nächste Woche nach Kroatien in die Ferien. Sie geht mit einer Freundin, die an der Kunstschule studiert. Ich habe ihr letzte Woche einen Reiseführer für Kroatien gekauft. Wir kennen das Land kaum hier. Aber es hat den grössten Teil der Adriaküste: Istrien, Dalmatien. Ich glaube, die Kroatier haben den besten Teil vom ehemaligen Jugoslawien. Und weil man es nicht kennt und weil immer noch der schlechte Ruf wegen des Krieges in der Luft liegt, deshalb hat es zur Zeit noch wenig Touristen. Und das wiederum ist der Grund, weshalb die jungen Studentinnen hinfahren. Es ist billig! In meinem Kurs in Zürich war ein Mädchen von Kroatien. Sie lebt aber in Rom. ... Habe ich Dir erzählt? Sie pflegte sehr viel zu rauchen. Aber unser Kursleiter hat sie in Trance vom Rauchen geheilt. Und als ich ihr vor einigen Wochen mailte, gab sie an, dass sie immer noch "clean" sei! Na also, diese Therapie in Trance scheint doch sehr wirksam, nicht wahr? Es gibt nicht soviele Therapien, die so schnell Wirkung zeigen. Natürlich wird das nicht ewig halten. Aber man könnte den Effekt mit einigen Sitzungen wieder verstärken.
Weisst Du, diese Ausbildung in Trance-Therapie kann ich nicht allzu sehr in meiner jetztigen Arbeit brauchen. Und dennoch mache ich diesen Kurs in N.Y. Ich denke dabei eher an meine Pension. Dann werde ich in meinen älteren Tagen eben Trance-Behandlung offerieren. Und vielleicht nebenbei die Leute porträtieren. Das ist doch eine sehr schön gedachte Kombination! Ich glaube, wenn sie beim Porträtieren stillsitzen müssen, geraten sie fast automatisch in eine Trance. Dann gibt es noch diese Möglichkeit, dass man sie in Trance dazu bringen kann, eine gewisse Position beizubehalten und sich wenig zu bewegen.
Ach, ich glaube, das ist eine sehr schöne Vorstellung. Ich werde sie realisieren, hopefully!
*
Mein Bekannter von NY hat mir soeben geantwortet. ...
(Fortsetzung folgt)
Dienstag, 15. Februar 2011
1. August
An unserem Nationalfeiertag ist es sonnig, wie es sich gehört. Die Leute haben ihre Fahnen aufgehängt und sind in aufgeräumter Stimmung. Allerdings ist ihnen verboten, Raketen und Feuerwaren anzuzünden, weil die Wälder doch sehr trocken sind. Ja, ich habe auch gehört, wie die Wälder im Süden Frankreichs brennen. Es gab sogar einen längeren Bericht mit einem Hausbesitzer bei Antibes, den ich aus der Militärzeit kenne. Er ist mit seinem Haus dort unten mit dem Schrecken davon gekommen. Aber er hat sich auch so gut wie möglich gegen die Gefahren gerüstet. So sorgfältig und überlegt, wie die Schweizer eben sind. Er hat den Wald gereinigt und - weil er eine eigene Quelle in der Nähe hat - Haus und Terrain immer wieder abgespritzt. Aber ich glaube, das Feuer ist nicht so nah an seinen Besitz herangekommen. Wenn es mal richtig brennt, nützen auch diese kleinen Behelfe nicht mehr.
*
Ja natürlich vermisse ich, wenn ich nichts von Dir höre. Vielleicht sagen wir Männer das nicht so gerne oder nicht so häufig. Du kennst sie doch, diese eine Seite der Gender-Fragen! Wir geben nicht gerne Abhängigkeiten zu. Weder vom Alkohol noch von anderen Verhältnissen. Überigens kann man sagen, dass gerade Alkis (Leute, die zuviel trinken), sehr anhängliche Menschen sind. Ich habe kürzlich zwei Männer im Bahnhof Basel beobachtet, als ich warten musste. Es ist traurig, das zu sehen, obwohl sie es selbst vielleicht nicht als traurig erleben. Aber sie waren sehr anhängliche Typen, die fast zärtlich miteinander sprachen. Und dann haben sie über einen Alkoholrausch erzählt, als ob es sich um eine phänomenale spanische Flameco-Tänzerin gehandelt hätte. Sie wären hin und von Sinnen gewesen, wenn ich ihren Worten glauben sollte. Einer meinte, er wüsste nicht, wie er wieder nach Hause gekommen wäre. Also von Sinnen, wie wir das alle im Liebesrausch sind. Und ihre Augen haben geleuchtet. Vielleicht wäre das eine Idee für die Therapie mit Alkis, wenn man ihr erotisches Verhältnis zum Rausch einmal genauer analysieren würde. Ich kenne diese Rauschgeschichten aus dem Wallis. Dort gibt es viele von diesen attraktiven Flamenco-Tänzerinnen!
Aber ich bin vom Thema abgekommen. Ich freue mich darüber, Dich zu kennen. Und ich hatte nicht gedacht, dass wir solange miteinander durchkommen. Ich habe soviele neue und interessante Dinge durch Dich kennengelernt. Und ich habe in Dir eine liebe und aufmerksame Person, eine attraktive Frau. Was sollte man denn mehr wollen im Leben als eine solche süsse und tröstliche Internet-Affaire, um das letztere hässliche Wort zu brauchen. Und ab und zu habe ich wirklich den Wunsch, mit Dir mal 2 oder 3 Wochen zu verbringen. Einfach, um Dich noch ein bisschen näher zu erleben, zu hören (Deine klare kräftige Stimme, die ich immer noch im Sinn habe aus jenem Telefonat), zu riechen, zu sehen. Ich weiss, dass Du in gewissen Momenten grossartig wach und witzig und voller Charme bist. Ach, ich sollte wieder mal dein Foto anschauen.
*
Jetzt sollte ich noch ein paar Dinge erledigen. Im März sollte ich im Club einen Vortrag über den Iran machen. Ich muss mich informieren, wie ich mit einem Beamer arbeiten kann. Das wäre gut, wenn ich die vielen Fotos, die ich hier habe, dazu brauchen könnte. Es ist eine gute Gelegenheit, mich einzuarbeiten. Unsere Barbara hat diese Technologie bereits benutzt. Sie kann es mir bestimmt zeigen.
Ich wünsche Dir ein feines Wochenende, das Du bestimmt in Deinem Haus, das Du solange vermisst hast, geniessen wirst.
Mit lieben Grüssen
...
Wetter und Liebe in Juan-les-Pins
Ämne: Re: Wieder da..
Datum: den 31 juli 2003 21:18
Lieber ... ,
Was immer das Thema auch sei, so verstehst du es ein kleines Kunststück daraus zu machen. Deine Gedanken über die Wettervorhersagen sind köstlich. Und da wir ja nun gerade wieder bei dem Thema gelandet sind muss ich dir sagen, dass auch wir im grossen Teil vom Lande sehr trockenes Wetter gehabt haben. Das staatliche "Vattenfall" droht schon jetzt damit ihre bereits riesigen Elektrizitätspreise nochmals zu erhöhen. Auch von Waldbränden sind wir nicht verschont geblieben. Aber hast du von Südfrankreich gehört? Ich habe gerade einen meiner Schüler in Antibes -Juan les Pins und er wird sicher viel zu erzählen haben.
In Antibes war ich mal bei einem Kurs für Französischlehrer und die Nachmittage haben wir meist am Strand in Juan les Pins verbracht. Ich erinnere mich noch sehr gut an das Hotel und den schönen Park mit Palmen und wo Zitronen und Orangen an den Bäumen leuchteten. In der Nacht, wenn man durch die stillen dunklen Gassen nach Hause ging, hörte man Laute, die ich sonst nur in einem afrikanischen Djungel erwartet hätte. Und die Nächte waren lau und die Sterne leuchteten über dem Meer. Und einer der französischen Assitenten war etwas verliebt in mich und um mit mir ausgehen zu können musste er auch die anderen Frauen in meiner Gesellschaft akzeptieren. Er war gesprächig und auch sprituell und man sah, dass sich die Damen freuten über diese männliche Eskorte.
Es war eine schöne Zeit.
...
Montag, 14. Februar 2011
Ausflug nach Tiveden
Tivedstorp
Ämne: Nach dem Ausflug..
Datum: den 28 juni 2003 17:16
Ach, du armer. Es kann nicht besonders erbaulich gewesen sein sowas anzusehen. Aber das war dein alter Chef, oder? Und der neue? War der auch dabei? Sicherlich nicht.
Lustig wenn du sagst "das Resultat der frischen Brise". Anna hat es anders ausgedrückt: Dein Haar auf dem Bild sieht aus wie ein Troll. Du kennst doch, was ein Troll ist? Aber ich bin dir doch dankbar dass du nicht geschreiben hast: "das Resultat des guten Essens".
Heute haben wir trotz der Warnungen der Wettervorhersage unseren Ausflug nach Tiveden gemacht. Wir sind zwischen den Gewitterschauern hin und hergekreuzt und haben ab und zu doch ein wenig Sonne erwischt. Tivedstorp, das die Deutsche gekauft hat, von der ich dir erzählt hatte, war eines unserer Ziele. Es waren unglaublich viele Leute dort und Eva kam eine Weile aus der Küche, ganz echauffiert und sagte sie hätte sich viel Arbeit gekauft. Aber es ist wirklich eine wunderbare Stelle und liegt in einem unserer Nationalparks, mit vielen kleinen roten Gebäuden, wo man auch übernachten kann. Ein paar alte Männer haben noch dazu im Gartencafé musiziert und für die richtige Stimmung gesorgt. Wir haben eine Kaffeepause gemacht.
Ich habe wieder ein paar Fotos gemacht. Kann es nicht seinlassen. Das Licht und all das Grün ist so schön zu dieser Jahreszeit.
Auf dem Heimweg haben wir Halt gemacht in Askersund, ein hübsches kleines Städchen am nördlichen Ende des Vättern. Unten am Hafen gibt es Kunstaustellungen und ein bisschen turistische Attraktionen, darunter die drei berühmten Schiffe. Das "snäckbåten", wo man allerlei Muscheln kaufen kann, der "Vätterns fånge" (Gefangene des Vättern) mit dem man herrliche Ausflüge machen kann und das neueste: "bastubåten" mit dem Gruppen von Herren (wahrscheinlich auch Damen) Saunaausflüge machen können. Das Schiff hat also eine Saune an Bord und nach dem Saunabad wirft man sich ins kalte Wasser des Vättern. Ich hoffe nur, dass sie genug nüchtern sind um nicht zu ertrinken. Der Kapitän badet auch bastu mit den Gästen und er behält dabei seine Kapitänsmütze auf. Er hält auf Würdigkeit. ;-)
*
Ich grüsse dich lieb und vielleicht leg ich dir ein paar Bilder rein von unserem Ausflug heute.
Marlena
PS
Det Vättern ist ein grosser See. Ich glaube er misst 95 Kilometer von der Nord- bis zur Südspitze. Fast wie ein kleines "Innen-meer". Durch den Göta Kanal hat er verbindung mit der Westküste.
..
Abschiedsparty
den 28 juni 2003 12:14
Re: Sommertag..
Liebe Marlena
Vielen Dank für die schönen Bilder, Bilder mit Blumen, mit Schlosseingängen... Sie haben mich sehr gefreut. Diese Blumenbilder sind wundervoll. Vor allem dasjenige mit dem Mohnblumen. Das ist sehr gekonnt aufgenommen. Und natürlich ist es auch ein Vergnügen, Dich zu sehen und die Resultate der frischen Brise, die über den See geht.
*
Wir hatten gestern unsere Abschiedparty. Es war ziemlich heiss vor dem Schlosseingang. Und der rote Wein tat ein übriges. Ich bin nicht zu lange geblieben, denn es schien hauptsächlich darum zu gehen, dass sich einige wenige gegenseitig flattierten. Die Verfilzung wurde ziemlich deutlich und das war doch etwas peinlich. Aber wir machten alle gute Miene zum bösen Spiel.
*
Und heute ist wieder eine ziemlich drückende Wärme, dass ich mich in die kühlen Räume zurückziehen werden.
Mit lieben Grüssen
...
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Sonntag, 13. Februar 2011
Freitag, 11. Februar 2011
Die Schweiz: Städter und Dörfler
Liebe Marlena
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Kürzlich habe ich einen Artikel einer schweizerischen Stiftung gelesen, die behauptet, wir müssten die Schweiz urban verstehen. Ich glaube, ich habe das schon früher erwähnt, wenn Du Dich erinnern kannst. Die Leute beziehen sich auf einen Architekten, der ungefähr in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts gelebt hatte. Dieser Architekt hatte die Idee, aus der Schweiz eine moderne Stadt zu machen. Vielleicht geht es den Leuten vor allem um das, was wir im Kopf haben. Es ist natürlich so, dass wir uns die gute alte Schweiz denken als eine mehr oder weniger natürliche Landschaft mit Bergen, Tälern, Felder, Wäldern und Seen. Und darin finden sich Dörfer und Städte. Nun ja, es sind viele Dörfer geworden, und sie sind grösser geworden mit ihren neuen Quartieren ausserhalb. Und viele Dörfer und kleine Städte sind so gross geworden, dass sie sich heute berühren und dass sie, für uns Touristen, zu einer einigen Agglomeration geworden sind. Immer noch sagen wir aber, wir fahren aufs Land, wärend mit diesem Land nicht mehr viel Natürlichkeit übrig geblieben sind. Diese Landschaften kann man wirklich auch verstehen wie grosse Parks, die man ein wenig pflegt, wo man - als Attraktion für die Bewohner - noch einige Kühe und zwei oder drei Pferde hält. Aber eigentlich sind diese Landschaften umzingelt. Und sie sind in der Defensive. Insofern, so meinen diese Leute, sei die Schweiz der Prototyp einer modernen Stadt, die vom Boden- bis zum Genfersee reicht.
Das ist natürlich alles ein bisschen gelogen und geflunkert, der schönen Idee zuliebe. Und meine Theorie ist darin auch nicht mehr heimisch. Ich habe nämlich immer behauptet, man könne den Leuten in der Schweiz anmerken, ob sie in der Stadt oder im Dorf aufgewachsen sind. Ich habe also einen Gegensatz gesehen zwischen Stadt und Dorf. Wenn Du die Dorfleute anschaust, dann sind sie nett. Sie lächeln, sie zeigen Interesse an Dir, sie geben sich sehr freundlich und hilfreich. Vor allem die Affekte und die freundlichen Gesichter, das ist typisch für ein Dorf. Schliesslich müssen die Dörfler zusammen leben, und sie sind darauf angewiesen, dass alle liebt miteinander sind. Diese Liebe ist natürlich ein Zwang. Und wenn einer aus dieser Ordnung ausbricht, wenn er sich davon abwendet, bekommt er diesen ganzen Zwang zu spüren. Da können dann Dörfler sehr hart sein.
Die Städter dagegen sind kühl. Sie zeigen Fassade. Sie zeigen kein Interesse, keine Emotion. Sie wollen cool sein und bleiben. In der Stadt geht es immer darum, den eigenen Vorteil zu erhaschen. Jeder rundum ist ein kleiner Konkurrent, sei es im Tram, wo die Sitzplätze beschränkt sind, im Kaufhaus, wo man in der Warteschlange an der Kasse vorwärts kommen möchte, auf dem Gehsteig, wo der Platz beschränkt ist. Man sucht die eigenen Vorteile, aber man zeigt das nicht. Die Anstrengung soll verdeckt bleiben, wie das ganze Innenleben überhaupt. Das Private bleibt tief verborgen. Und ein Lächeln hat so ohne weiteres keiner verdient. Städter lassen sich schwer in die karten schauen. Sie setzen ihre Emotionen instrumentell ein, damit sie ihnen Nutzen bringen, während die Dörfler ihre Emotionen dazu verwenden, die soziale Kohäsion zu stabilisieren.
So ungefähr meine Theorie. Wenn man jetzt aber sagt, die Schweiz sei eine einzige landesweite Stadt, dann verwischt dies den Unterschied zwischen Städtern und Dörflern. Und da bin ich nocht nicht ganz einverstanden mit. Na ja, neben den Städtern und den Dörflern gibt es noch die Hinterwäldler. Die sind eine Kategorie für sich. Sie sind wie überreife Pflaumen, sozusagen von höherer Wesensart ;--))
*
Städter sind ja doch häufig Menschen, die gewandt reden, die sich mit dem Mund verteidigen und ausdrücken können. Ich glaube, alle grossen Städte haben ein Image in diese Richtung der grossen Maulhelden ihrer Einwohner: Die Berliner, die Pariser, die Römer, die Madrider, auch die Londoner, oder die Wiener? Und von den Menschen aus den Dörfern sagt man gerne, sie seien langsam, sie seien etwas dumm, etwas naiv und gutgläubig und so weiter.
*
Vielleicht ist diese Idee, die vom Architekten stammt, dieser kühne Akt, aus der Schweiz eine moderne Stadt zu machen, ein Angriff im Sinne der Verteidigung. Die Schweiz hat keine wirklich grossen Städte. So ist es vielleicht die einzige Möglichkeit, eine 7 Millionen-Stadt zusammenzubringen, wenn wir alle unsere Schweizer und die Zugewanderten aufrufen, zusammenzustehen, um die Stadt "Schweiz" zu machen. Von einem Stadtrand zum anderen sind es dann um die 4 Stunden zu fahren. Und dazwischen gibt es diese grossen Parks, wo man noch echt wandern kann und Durst bekommt, ohne dass man gleich eine Schenke sieht. Je mehr ich davon schreibe, desto besser finde ich die Idee. Wir sind eine riesige Stadt mit ungefähr 6 Flughäfen und ebensovielen Atomkraftwerken. Die Stadt unterscheidet sich zwar von Quartier zu Quartier. Und die Polizisten haben nicht in allen Quartieren dieselbe Uniform. Sie sprechen auch ziemlich unterschiedliche Dialekte oder gar Sprachen. Die einen sogar französisch oder italienisch. Aber dennoch, es gibt ein paar grosse Quartierstrassen in Form von Autobahnen, die alles miteinander verbinden. Und das Urzentrum dieser grossen Stadt gäbe es im Grunde gar nicht. Die Quartiere haben mehr oder weniger alle dasselbe Gewicht. Ausgenommen vielleicht der Fall, die Zürcher wollten unbedingt das Zentrum bleiben. Sollen sie so, und den Lärm ihres Flughafens ertragen! Basel wäre dann ein Aussenquartier, eine elegante Wohnlage ausserhalb des Flughafenlärms. Basel ist das Quartier der Chemiker und der Apotheker. Hier werden Medikamente gemacht.
Und dann soll sie mal kommen, die Welt, und sich anschauen, wie eine grosse Stadt wirklich aussieht. Noch Teheran ist dann ziemlich klein und überschaubar, wenn man es mit uns vergleicht. Na also, was sagst Du dazu, Marlena?
Mit einem schönen Gruss
...
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Kürzlich habe ich einen Artikel einer schweizerischen Stiftung gelesen, die behauptet, wir müssten die Schweiz urban verstehen. Ich glaube, ich habe das schon früher erwähnt, wenn Du Dich erinnern kannst. Die Leute beziehen sich auf einen Architekten, der ungefähr in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts gelebt hatte. Dieser Architekt hatte die Idee, aus der Schweiz eine moderne Stadt zu machen. Vielleicht geht es den Leuten vor allem um das, was wir im Kopf haben. Es ist natürlich so, dass wir uns die gute alte Schweiz denken als eine mehr oder weniger natürliche Landschaft mit Bergen, Tälern, Felder, Wäldern und Seen. Und darin finden sich Dörfer und Städte. Nun ja, es sind viele Dörfer geworden, und sie sind grösser geworden mit ihren neuen Quartieren ausserhalb. Und viele Dörfer und kleine Städte sind so gross geworden, dass sie sich heute berühren und dass sie, für uns Touristen, zu einer einigen Agglomeration geworden sind. Immer noch sagen wir aber, wir fahren aufs Land, wärend mit diesem Land nicht mehr viel Natürlichkeit übrig geblieben sind. Diese Landschaften kann man wirklich auch verstehen wie grosse Parks, die man ein wenig pflegt, wo man - als Attraktion für die Bewohner - noch einige Kühe und zwei oder drei Pferde hält. Aber eigentlich sind diese Landschaften umzingelt. Und sie sind in der Defensive. Insofern, so meinen diese Leute, sei die Schweiz der Prototyp einer modernen Stadt, die vom Boden- bis zum Genfersee reicht.
Das ist natürlich alles ein bisschen gelogen und geflunkert, der schönen Idee zuliebe. Und meine Theorie ist darin auch nicht mehr heimisch. Ich habe nämlich immer behauptet, man könne den Leuten in der Schweiz anmerken, ob sie in der Stadt oder im Dorf aufgewachsen sind. Ich habe also einen Gegensatz gesehen zwischen Stadt und Dorf. Wenn Du die Dorfleute anschaust, dann sind sie nett. Sie lächeln, sie zeigen Interesse an Dir, sie geben sich sehr freundlich und hilfreich. Vor allem die Affekte und die freundlichen Gesichter, das ist typisch für ein Dorf. Schliesslich müssen die Dörfler zusammen leben, und sie sind darauf angewiesen, dass alle liebt miteinander sind. Diese Liebe ist natürlich ein Zwang. Und wenn einer aus dieser Ordnung ausbricht, wenn er sich davon abwendet, bekommt er diesen ganzen Zwang zu spüren. Da können dann Dörfler sehr hart sein.
Die Städter dagegen sind kühl. Sie zeigen Fassade. Sie zeigen kein Interesse, keine Emotion. Sie wollen cool sein und bleiben. In der Stadt geht es immer darum, den eigenen Vorteil zu erhaschen. Jeder rundum ist ein kleiner Konkurrent, sei es im Tram, wo die Sitzplätze beschränkt sind, im Kaufhaus, wo man in der Warteschlange an der Kasse vorwärts kommen möchte, auf dem Gehsteig, wo der Platz beschränkt ist. Man sucht die eigenen Vorteile, aber man zeigt das nicht. Die Anstrengung soll verdeckt bleiben, wie das ganze Innenleben überhaupt. Das Private bleibt tief verborgen. Und ein Lächeln hat so ohne weiteres keiner verdient. Städter lassen sich schwer in die karten schauen. Sie setzen ihre Emotionen instrumentell ein, damit sie ihnen Nutzen bringen, während die Dörfler ihre Emotionen dazu verwenden, die soziale Kohäsion zu stabilisieren.
So ungefähr meine Theorie. Wenn man jetzt aber sagt, die Schweiz sei eine einzige landesweite Stadt, dann verwischt dies den Unterschied zwischen Städtern und Dörflern. Und da bin ich nocht nicht ganz einverstanden mit. Na ja, neben den Städtern und den Dörflern gibt es noch die Hinterwäldler. Die sind eine Kategorie für sich. Sie sind wie überreife Pflaumen, sozusagen von höherer Wesensart ;--))
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Städter sind ja doch häufig Menschen, die gewandt reden, die sich mit dem Mund verteidigen und ausdrücken können. Ich glaube, alle grossen Städte haben ein Image in diese Richtung der grossen Maulhelden ihrer Einwohner: Die Berliner, die Pariser, die Römer, die Madrider, auch die Londoner, oder die Wiener? Und von den Menschen aus den Dörfern sagt man gerne, sie seien langsam, sie seien etwas dumm, etwas naiv und gutgläubig und so weiter.
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Vielleicht ist diese Idee, die vom Architekten stammt, dieser kühne Akt, aus der Schweiz eine moderne Stadt zu machen, ein Angriff im Sinne der Verteidigung. Die Schweiz hat keine wirklich grossen Städte. So ist es vielleicht die einzige Möglichkeit, eine 7 Millionen-Stadt zusammenzubringen, wenn wir alle unsere Schweizer und die Zugewanderten aufrufen, zusammenzustehen, um die Stadt "Schweiz" zu machen. Von einem Stadtrand zum anderen sind es dann um die 4 Stunden zu fahren. Und dazwischen gibt es diese grossen Parks, wo man noch echt wandern kann und Durst bekommt, ohne dass man gleich eine Schenke sieht. Je mehr ich davon schreibe, desto besser finde ich die Idee. Wir sind eine riesige Stadt mit ungefähr 6 Flughäfen und ebensovielen Atomkraftwerken. Die Stadt unterscheidet sich zwar von Quartier zu Quartier. Und die Polizisten haben nicht in allen Quartieren dieselbe Uniform. Sie sprechen auch ziemlich unterschiedliche Dialekte oder gar Sprachen. Die einen sogar französisch oder italienisch. Aber dennoch, es gibt ein paar grosse Quartierstrassen in Form von Autobahnen, die alles miteinander verbinden. Und das Urzentrum dieser grossen Stadt gäbe es im Grunde gar nicht. Die Quartiere haben mehr oder weniger alle dasselbe Gewicht. Ausgenommen vielleicht der Fall, die Zürcher wollten unbedingt das Zentrum bleiben. Sollen sie so, und den Lärm ihres Flughafens ertragen! Basel wäre dann ein Aussenquartier, eine elegante Wohnlage ausserhalb des Flughafenlärms. Basel ist das Quartier der Chemiker und der Apotheker. Hier werden Medikamente gemacht.
Und dann soll sie mal kommen, die Welt, und sich anschauen, wie eine grosse Stadt wirklich aussieht. Noch Teheran ist dann ziemlich klein und überschaubar, wenn man es mit uns vergleicht. Na also, was sagst Du dazu, Marlena?
Mit einem schönen Gruss
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"Fremdkörper"
den 27 juni 2003 07:47
Re: Küchengeflüster
Liebe Marlena
Freitag Morgen, was sagst Du dazu? Na ja, Du bist in den Ferien, da spielt es keine Rolle, in welcher Phase der Woche man dümpelt. Das spielt erst einen Faktor, wenn man sich, wie auf einer Hängebrücke, von einem Pfeiler zum nächsten durchhangeln muss. Erst wenn man wieder festen Boden unter den Füssen hat, kann man sich sicher wähnen. Aber solange das Seil hängt und schlingert im Wind, ist noch alles möglich. Ich jedenfalls habe jetzt den Pfeiler vor mir. Bald wird er mir halt geben.
*
Ja, da staunst Du, der Gedanke, nach NY zu fliegen, ist auch für mich so fremd wie eine Beule, die man plötzlich kriegt. Sie stellt sich irgendwie als Fremdkörper dar, als ein Ding, das nicht zu mir gehört und nicht zu all dem passt, was bisher zu mir gehört hat. Und doch ist es mein Fleisch. Ich versuche, den Gedanken zu assimilieren, indem ich ihn kaue wie Whrigleys, diesen amerikanischen Kaugummi. Am liebsten tue ich es vielleicht mit dem immer noch attraktiven und ewig jungen Peppermint. Ich stelle mir vor, wie es dort ist und wie ich mich in dem Getümmel zurechfinden könnte.Man ist ja eigentlich in den Häuserreihen wie eine Maus im Labyrinth. Und wenn man sich die Fotos anschaut, so sind sie immer von oben, aus hoher Distanz, von Flugzeugen oder von Wolkenkratzern. Da sieht alles immer ganz niedlich aus. Aber tief unten in diesen Schluchten, die wahrscheinlich den ganzen Tag nie Sonne sehen, was soll ich dort tun? Man kann ja bloss ein bisschen Schaufenster anschauen, herumstehen, angerempelt werden durch eilige Passanten?
Nein, ich stelle es mir noch nicht schön vor. ...
*
Gut dass Du zu Deinem Ausflug kommst. Es ist ja jetzt auch eine schöne Zeit zu reisen und das eigene Land anzuschauen. Die Wärme und der Sonnenschein stimmt alle Menschen ein bisschen milder, nicht wahr? Ich auf jeden Fall geniesse es, in Basel zu flanieren und mich ein bisschen zu fühlen, als ob ich ein Tourist wäre. Ich wäre wirklich ein exzellenter Flaneur, das kann ich Dir verraten, der stundenlang dahinwandert und immer wieder stehen bleibt, wenn es irgend etwas zu sehen oder zu hören gibt. Ich glaube, ich würde mich kaum langweilen.Vielleicht würde ich bedauern, dass man die Szenen nicht wirklich festhalten kann, nicht per Biild und nicht mit Worten. Aber es gibt soviele bemerkenswerte Szenen in einer Stadt, die für sich allein, ohne weiteres Zutun, irgend einen Wert haben. Vielleicht ist es blosse Unterhaltung. Vielleicht ist es bloss das Wunderliche zu sehen, wie sich das Leben auch noch darstellen kann, also die Variation und die Unvermutetheit.
Donnerstag, 10. Februar 2011
Re: Küchengeflüster
Datum: den 26 juni 2003 10:24
Lieber ...,
Du darfst nicht übertreiben. So "glücklich" über die neue Küche bin ich nun doch nicht. Aber ein Ofen, auf den man sich verlassen kann, d.h. der warm wird und sich auch abkühlt wenn man so will, ist schon eine gute Sache. Über die Microwelle amüsiere ich mich nur. Sie steht wirklich da und sieht schön aus. Hat also bisher fast keine Funktion in meinem Leben.
Freude habe ich dagegen an der Aussicht vom Fenster hier. Wenn die Sonne so all das grün beleuchtet, sieht es himmlisch schön aus.
*
Ach? S will dass du nach NY fährst? Das erstaunt mich. Sie möchte also 14 Tage frei haben? ;-)
Wenn ich S wäre würde ich mitfahren. Dich würde ich nicht allein weg lassen.. *s*
*
Ja, lustig, wie du von diesem Paar erzählst. Eigentlich zeugt das ganze ein wenig von schlechtem Benehmen ihrerseits. Auch wenn sie sich seiner schämt, sollte sie dir mit stolzen Worten (es braucht manchmal ein wenig Schauspielerkunst dazu) ihren Mann vorstellen. Wie soll er anders sein können, wenn sie ihn so behandelt?
*
Jetzt muss ich mich schon etwas beeilen. In einer Weile fahren wir los nach Vadstena. Das wunderschöne kleine Städchen am Vättern mit seinem Birgittakloster. Ich freue mich es wiederzusehen.
Ich wünsche dir einen schönen Tag und alles was damit zusammenhängt,
Marlena
Küchengeflüster
(ungekürzt)
den 26 juni 2003 07:22
den 26 juni 2003 07:22
Re: Küchengeflüster
Liebe Marlena
Jetzt hat das Wetter etwas abgekühlt. Der Himmel ist bedeckt, aber es regnet nicht. Doch es wirkt - nach sovielen Tagen hellen Sonnenscheins - ein bisschen düster. Gestern hat unser Kollege M. seinen Abschied gegeben. Beim Liferanteneingang hat er ein grosses Buffet aufgestellt mit vielen kalten Speisen. Aber ich bin kaum dazugekommen, zu essen. Ich habe etwas von diesem Eggplant Salat genommen. Aber die Dinger waren noch etwas zäh. Und dazu ein Glas Orangensaft, keinen Wein ! Es war heiss wie in der Vorhölle. Und dann habe ich M. getroffen, die Juristin, die jetzt - wie sie mir des Langen und Breiten erzählt hat - am Gericht und nicht mehr in der Personalabteilung arbeitet. Wir haben uns mal in einem Kurs kennengelernt. Sie ist eine hübsche Frau und sie war mit einem Typen da, von dem ich dachte, es wäre irgend ein Arbeitskollege in einer tieferen Funktion. Na ja, es gibt so Typen, die Frauen begleiten, damit diese nicht allein hingehen müssen. Sie fühlen sich geschmeichelt, eine schöne Frau begleiten zu können. So einer dachte ich. Dann war es aber ihr Mann, wie ich indirekt aus dem Gespräch entnahm. Und da musste ich ihn auch etwas berücksichtigen und ein paar Worte wechseln, sonst hätte er noch eifersüchtig werden können. Man sieht daraus nur, wie ungelenk wir Schweizer in diesen sozialen Dingen sind. Bei Persern würde sowas niemals passieren. Sie würden ihren eigenen Mann direkt, sofort und mit Vergnügen vorstellen. Natürlich hängt das auch damit zusammen, dass man hier nicht als Paar, sondern als Individuum zählt.
*
Nächste Woche beginnen bei uns die Sommerferien. Und wenn die Schulen geschlossen haben, wird hier alles still und friedlich werden, und ich werde Zeit haben, aufzuräumen und Dinge zu lesen, die ich schon immer lesen wollte. Ach, der Sommer ist eine wundervolle Zeit. Und dazu muss ich mein N.Y. Projekt organisieren. Du fragst, ob ich sicher bin, dass ich wegen des Kurses hingehe? Wegen nichts anderem. Ich bin noch gar nicht so sicher, ob ich hingehen soll. Aber alle überreden mich dazu. Die Frage ist, was mein Arbeitgeber dazu sagt. Bezahlt er den Kurs? Die Reise? Die Unterkunft? Wir sind in einer grossen Sprarphase, und ich glaube, mein neuer Chef wird nicht zu grosszügig sein können. S. meint, das tue nichts zur Sache, notfalls solle ich dies privat bezahlen. Aber für mich ist NY wirklich kein Traumziel. Ich glaube nicht, dass für mich 14 Tage in einer riesigen Stadt wirklich ein entspannendes Urlaubsziel sind. Wirklich nicht. Und dazu umgeben von all den Amis, die wohl immer noch ziemlich hysterisch sind. Nein, ich würde lieber nach Arles fahren, oder noch besser nach Aix en Provence. Oder vielleicht ins Burgund, wo es schöne romanische Kirchen gibt. Notfalls auch nach Italien oder Spanien. Aber bestimmt nicht NY. Man sollte den Amis zur Zeit nicht zuviel Aufmerksamkeit geben. Sie haben es nicht verdient. Na ja, ich werde sehen.
*
Es ist wirklich so, Deine Mails klingen ganz anders, wenn Du Ferien hast. Du scheinst ein anderer Mensch zu sein. Das ist gut so. Aber man darf hier - wenn man meiner Theorie folgt - nicht denken, das sollte während des ganzen Jahres so sein. Wenn Du das ganze Jahr Ferien hättest, wäre es bestimmt nicht so. Dann würden die kleinen Sorgen zu grossen Sorgen heranwachsen. Sorgen haben es an sich, dass sie gut gedeihen. Vor allem die lockeren Zeiten sind ein guter Boden für sie. Sorgen müssen durch andere Sorgen gebändigt werden, wie das Unkraut im Garten. Man darf ihnen nicht zuviel Platz geben, sonst werden sie überdimensional gross, wie diese immensen Kürbisse, die man manchmal bei Hobbygärtnern sieht. Und dazu kannst Du dich über die neue Küche freuen, über Herd und Microwelle. Na ja, da kann ich nicht sonderlich gut folgen. In eine Küche habe ich mich bisher in meinem Leben nie verliebt. Aber ich kenne durchaus Leute, die das tun. Vor allem Frauen. Und sie haben recht. Man steht viele Stunden in der Küche, wenn man genau rechnet. Weshalb sollte man sich dort nicht zufrieden und glücklich fühlen? Vielleicht, wenn ich mal in Pension bin, werde ich wieder mehr in der Küche stehen. Als S. frisch in die Schweiz gekommen war, hatte sie überhaupt nicht gekocht. Damals arbeitete sie in einer amerikanischen Firma. Und so lag es an mir, die Küchendinge zu erledigen. Ich habe oft Pizza gemacht, wenn ich mich richtig erinnere. Und auch Siedfleisch, in einer riesigen Pfanne voller Wasser. Erst später habe ich bemerkt, dass es nicht soviel Wasser braucht. Und so sagt S. oft, sie hätte von mir kochen gelernt. Aber das ist eine nette Übertreibung. Die paar Dinge, die ich damals zuzubereiten pflegte, kann man an einer Hand abzählen.
Manchmal schaue ich mir im Fernsehen Kochsendungen an. Sie sind mittlerweile etwas in Mode gekommen. Die Leute kochen gemeinsam, manchmal Prominente, und dazu diskutieren sie über dieses oder jenes. Das ist manchmal unterhaltsam, und man sieht gewisse Kochtechniken, die man noch nicht kennt, manchmal auch Geräte, von denen man denkt, sie wären auch in der eigenen Küche praktisch. Das finde ich unterhaltsam und erspart mir später ein üppiges Mahl. Nein, ich habe die Bedeutung des Essens ziemlich heruntergeschraubt. Und im Moment ist es ohnehin zu heiss, noch zu essen. In den letzten Tagen war es am nützlichsten, wenn man das Essen trinken konnte.
*
Jetzt wünsche ich Dir einen guten Tag und hoffe, dass Dir Deine Küche viel Spass macht.
Mit lieben Grüssen
...
Mittwoch, 9. Februar 2011
Plaudermail
Datum: den 25 juni 2003 12:28
Lieber ...,
Endlich etwas Ruhe hier.. K und F sind zu K's Wohnung gefahren, um ein paar Rechnungen zu holen. Vielleicht will K ihm auch wieder einmal die Stadt zeigen, wo er eine zeitlang gearbeitet hat, vor vielen Jahren und es ist ein kleiner Ausflug, den sie auch machen wollten um einen regnerischen Tag zu vertreiben. Aber der Wetterbericht hat sich geirrt. Die Sonne strahlt von einem fast wolkenfreien Himmel. Eigentlich sieht der Garten hier durchs Fenster sehr verlockend aus. Aber meine Schulter juckt etwas. Habe bei der Balkonarbeit, trotz Sonnenschutzcreme Faktor 15, etwas zu viel Sonne abbekommen. Ein paar Tage werde ich im Schatten verbringen müssen.
Gestern kam der neue Ofen. Weisst du wie es sich anfühlt einen neuen Ofen zu haben? Es ist ein ganz und gar herrliches Gefühl und in Gedanken sieht man alle die schönen guten Speisen und Gebäcke, die man damit zubereiten wird. Die Microwelle steht da und sieht schön aus. Das ist wohl das meiste was man von ihr sagen kann.. ;-) Aber man muss sich eben an das moderne schnelle Leben erst gewöhnen.
Ja, Folke ist sich wirklich ähnlich. Ich glaube ich kenne sonst keinen Menschen der sich so wenig verändert hat seit seiner Studentenzeit. Er ist ein sehr vermögener Junggeselle und doch, wenn ich so sehe wie reduziert sein Leben ist, wie viel er verpasst hat, dann fühle ich mich sehr reich.
Natürlich muss man bei den grossen Festen den Ritualen folgen und besondere Speisen essen. Man kann ihnen einen modernen Touch verleihen, wenn man so will, aber ich glaube die meisten Leute bevorzugen es im Original. Wir hatten statt dem "Sill" (eingelegter Heering) "Gravlax" gewählt (Rezept hier unten). Und dann die Erdbeertorte als Nachspeise. Nur hat es draussen in Strömen gegossen und nicht einmal die sieben Blumen habe ich pflücken können. Auch haben wir auf die Feier im Freilichtsmuseum verzichtet. Alle zehn Minuten hat sich der Himmel geöffnet und bei so starkem Regen macht es keinen Spass.
*
Am Sonntag haben wir dann Anna nach L gebracht. Doch das weisst du bereits. Und ich habe fleissig gearbeitet. Manchmal bekomme ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich das am Sonntag tue, aber dann sage ich mir dass der Ruhetag ja eigentlich der Samstag ist.. Es hilft. ;-)
*
Doch, den Zeitungsartikel hatte ich schon gelesen. Nur habe ich ihn etwas unbegreiflich gefunden. Aber von dir habe ich erwartet, dass du ihn besser verstehst und da es von einer Ausstellung in Basel handelte, habe ich ihn dir geschickt. Ich würde nie einen Artikel verschicken, den ich nicht selbst gelesen habe. Es überrascht mich wirklich wenn du sowas tust.
*
Um das Gartenbad beneide ich dich. Ich wünsche mir oft, dass hier hinter dem Haus ein See läge. Aber Leute, die einen solchen Wohnsitz haben werden hier in Schweden von den Steuerbehörden sehr bestraft. Oft müssen sie so hohe Wohnsteuern zahlen, dass sie es sich nicht mehr leisten können dort zu wohnen. Es sind schon grosse Demonstrationen wegen dieser Strafsteuer vorgekommen, in einem Land wo man nicht sobald zu solchen Massnahmen greift. Ausser die "Huligane", die ja jede Gelegenheit nützen, den Frieden zu stören.
*
Ich freue mich für dich auf die kommende Woche. Ich weiss wie schön es ist, wenn man plötzlich Zeit hat alle seine liegenden Arbeiten in Ruhe zu erledigen.
*
Nach New-York willst du? Bist du sicher, dass es der Kurs ist, der dich dahin lockt? ;-))
Dagegen würde ich an deiner Stelle die Einladung zu der Hochzeit annehmen. Muss herrlich sein, eine Zeit in einem ganz anderen Milieu zu leben. Und sicher würden sich die Gastgeber sehr geehrt fühlen. Wann ist die Hochzeit?
*
Ja, ich habe Ferien. Es ist herrlich! Ich geniesse es, nicht dauernd ein Auge auf die Uhr halten zu müssen.
Und ich stehe ziemlich früh auf am Morgen. Das ist ein gutes Zeichen. Es gibt viel zu tun, aber es macht alles Spass. Was immer ich tue so sehe ich sofort das Resultat davon. So ist es leider nicht immer in meinem Beruf.
*
Es freut mich von Onkelchen zu hören. Ich vermisse wirklich den Kontakt mit älteren Menschen. Sie strahlen eine Ruhe aus, die einem gut tut. Und es ist so schön ihnen eine Freude bereiten zu können. Ja, ich beneide dich wirklich um diesen alten Mann.
*
Morgen wollen wir einen Ausflug nach Vadstena machen, wo das grosse Birgittajubiläum gefeiert worden ist. Die Stadt, die mir auch sonst gefällt, wird sicher dieses Jahr besonders geschmückt sein. Ich werde mir die Digitalkamera mitnehmen und ein paar schöne Aufnahmen für dich machen.
Du solltest dir eine Digitalkamera besorgen. Seitdem ich sie habe, fotografiere ich viel mehr als vorher und es kostet mich überhaupt nichts. Früher habe ich immer grosse Summen für Filme und Entwicklung ausgegeben. Und sie ist genau so leicht zu handhaben wie ein gewöhnlicher Fotoapparat. Du richtest sie gegen ein Motiv und drückst ab. Und sofort kannst du auf der Rückseite der Kamera sehen wie das Bild geworden ist und es mit einem anderen ersetzen falls du nicht zufrieden bist.
*
Wie ist das Bild für deinen Chef geworden? Kannst du es mir zeigen?
Im Garten leuchten Annas Mohnblumen. Ich lege dir ein Bild davon in Fotofolder.
Ja, es wäre ein Abenteuer dich live zu sehen. Aber eben... :-) Warum kommst du gerade jetzt auf diesen Gedanken? Ich brauche dir nicht zu sagen, wie sehr ich unseren Mailkontakt schätze. Manchmal habe ich Angst, dass der liebe Gott eifersüchtig werden könnte.
Schreibe mir bald wieder, ich sehne mich danach.
Wünsche dir einen schönen Tag,
Mit lieben Grüssen,
Marlena
GRAVLAX
1000 g küchenfertiger frischer Lachs mit Haut -geteilt, ohne Mittelgräte, andere Gräten entfernen lassen- abspülen, trockentupfen, eventuell noch vorhandene Gräten entfernen
2 Bund Dill waschen, fein hacken
1 EL weiße Pfefferkörner in einen Mörser geben
1 EL Senfkörner hinzufügen und fein zerstoßen (kannst du weglassen)
50 g grobes Salz hinzufügen
50 g Zucker hinzufügen und vermischen
(wir nehmen meist 7 Esslöffel Salz und die gleiche Menge Zucker)
eine Lachshälfte mit der Hautseite nach unten in eine Schüssel legen, mit der Gewürzmischung und 2/3 Dill bestreuen, die zweite Lachshälfte mit der Hautseite nach oben darauflegen.
Wir legen den Lachs dann ganz einfach in eine doppelte Plastiktüte. So kann man sie leicht und ohne Problem wenden, damit die Flüssigkeit, die sich bildet überall hingelangt. Drei Tage lang lassen wir ihn im Kühlschrank liegen und wenden ihn zweimal täglich.
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