Dienstag, 31. Dezember 2013

Gott Nytt År!







Ich wünsche Dir von Herzen
ein schönes, glückliches,
neues Jahr 2014.


Samstag, 28. Dezember 2013

26. Dezember


Ämne: RE: Annandag jul immer noch
Datum: den 26 december 2003 20:09


Liebe Malou
Den 26. Dezember nennt man hier Stephanstag, so glaube ich wenigstens. Und alle Menschen sitzen zuhause in ihren warmen Stuben herum, lesen am neuen Roman, naschen an den vielen Süssigkeiten, tragen den neuen Pullover und - in heutiger Zeit - testen die allerneuste Elektronik, die nicht funktionieren will.

Ich tue beinahe dasselbe. Wir haben im Büro neue, drahtlose Telefons erhalten. Sie sind wie kleine Computer. Und ich bin froh, etwas Zeit zu haben, damit ich lernen kann, damit umzugehen. Im Moment kann ich bloss Anrufe senden und empfangen, sowie - hurrah - Telefonnummern speichern. Aber das sind bei diesem modernen Ding natürlich nur einige wenige Funktionen. Man kann offenbar auch Telefonate umleiten, Gruppengespräche führen, Schnellwahl. Gespräch beenden (sehr wichtig), Wahl als Wahlwiederholung, weitere Wahlmöglichkeiten, Eintrag im Telefonbuch speichern, Optionen festlegen oder ändern, Wahl aus dem Telefonbuch, Telefonbucheintrag ändern, Telefonbucheintrag löschen, Telefonbucheintrag in Wahlvorbereitung übernehmen, Anklopfen, Rückfragen, Gesprächswechsel, 3er Konferenz, Zurück zum Makeln, Gespräch übergeben usw. usw. Ich glaube, das sind noch nicht mal alle. Ich werde die Telefongesellschaft anrufen und höflich anfragen, welchen Knopf ich zu drücken habe, damit der Kaffee herauskommt. Schliesslich kann ich nicht warten, bis ich das gesamte Büchlein durchgelesen habe. Das geht mir einfach z-u-u-u lange.

Wir haben ganz hübsches Wetter. Es ist schade, dass es in den letzten Tagen vor Weihnachten nicht mehr geschneit, sondern bloss geregnet hat. Heute ist es kalt, und der Schnee würde gut liegen bleiben. Aber ich glaube, wir müssen uns auf Zeiten bereit machen, in denen Kinder nicht mehr wissen, was Schnee ist und wie er aussieht. Das hat übrigens die schwedische Königin Silvia im Interview erzählt. In Südamerika war sie niemals mit dem weissen Material konfrontiert, und ihr Vater habe ihr erzählt, Schnee fühle sich ungefähr an wie der weisse Sand am Meer. Na ja, das ist eine sehr ungenaue Übersetzung. Schnee fühlt sich natürlich nochmals ganz anders an.
***
Jetzt habe ich gerade Dein Mail gelesen. Natürlich habe ich auf alle Rentiere gedrückt, zuerst auf jenen mit der roten Nase. Die ganze Bande hat zum Schluss auf dem Dach Allotria getrieben und vor allem viel Radau gemacht. Zuerst hatte ich gedacht, man sollte ein Tier auswählen, um dann - von der Fortuna unterstützt - irgend einen Wunsch zu hören. Aber sie sind eine tüchtige Band, die vor allem gemeinsam stark sind.

Ich habe auch den Weihnachtsbesuch bei meinen Eltern gemacht. A und B waren gerade dort, und als ich kam, sind sie dann schon langsam wieder weiter gezogen. Ich glaube, sie waren zufrieden, dass ich sie ‚abgelöst habe. Stundenlang bei den Grosseltern herumzusitzen und Tee zu trinken, finden sie nicht zu cool. Es war für sie eher eine Pflichtübung.

Ist das wirklich eine Kohlmeise. Sie scheint wirklich zu allem bereit. Niemand sollte es wagen, ihr diesen Apfel zu klauen. Und daneben sieht man, dass Ihr schönen Schnee hattet. Das macht doch Weihnachten gemütlich. Ich erinnere mich, dass wir früher häufiger Schnee hatten. Na ja, so ist es eben geworden.

Und Du wolltest damals einen Elefanten? Da war ich mit meinem Zugpferd doch wirklich noch ziemlich bescheiden. Aber die Idee ist mir nicht völlig fremd. Ich hatte vor Jahren einen Cartoon gezeichnet: Zwei Nachbarn sind mittags auf der Quartierstrasse gemeinsam auf dem Heimweg. Der eine sagt zu anderen in einer Sprechblase - versteht sich - : ach, ich denke, es wäre alles anders gekommen, wenn wir Kinder gehabt hätten. Und im Garten seines hübschen kleinbürgerlichen Einfamilienhäuschen siehst du eine Herde Elefanten, wie sie sich die Zeit vertreibt: in den Rosenbeeten herumtrampeln, Äste von den Bäumen herunterzerrt, mit dem Rüssel im Fenster des ersten Stockes herumwühlt usw. Ein Elefant in der Nähe wäre wirklich wundervoll. Und man weiss ja, wie anhänglich die Tiere sein können. Allerdings benötigt das eine harte Konditionierung, die man den armen Tieren in Indien beibringt. Ich befürchte, die Elefanten sprechen über uns Menschen nicht so vorteilhaft, wie wir das über sie tun. Wir haben bei ihnen wohl ein Image-Problem, nicht wahr. Aber Deiner hätte es bei Dir bestimmt gut gehabt. Hättest Du ihm ein Halsband angezogen? Und vielleicht im Sack ein paar Nüsschen bereit gehabt. Ach, ich erinnere mich an einen zweiten Cartoon, den ich hier in L lokalisiert habe. Ein orientalisch gekleideter Herr drückt seinem Elefanten, den er an eine Parkuhr fest gekettet hat, ein paar Münzen in den Rüssel mit der Bitte, nachzuwerfen, wenn die Zeit abgelaufen sei. Im Hintergrund sieht man das alte Gebäude der Bank, die gleich hier neben dem Bahnhof steht. Und neben dem Elefanten steht ein kleiner Fiat, der neben dem riesigen Tier umso mikriger ausschaut. Du siehst, auch in meiner Fantasie spielen Elefanten eine gute Rolle. Aber ich glaube, das hängt auch damit zusammen, dass sie nicht allzu schwer zu zeichnen sind. Sie sind Tiere mit einer eindeutigen, körperlichen Erscheinung. Ich meine, man kann sie nicht allzu leicht mit Kamelen, Flusspferden oder Giraffen verwechseln. Es sind in der Tat dankbare Tiere. Ich sollte wirklich auch ein paar Nüsschen in meiner Tasche für sie bereit halten.

Ich wünsche Dir einen schönen Abend
G&K
...

Dienstag, 24. Dezember 2013

...





God Jul


Frohe Weihnachten


Merry Christmas


Joyeux Nöel


Sonntag, 22. Dezember 2013

23 Dezember





Ämne: 23.12
Datum: den 23 december ...



Liebe Malou

Gestern war ich schon wieder in einen Film über das schwedische Königshaus hineingeraten. Was ist bloss los? Stell Dir vor, Du kommst abends heim und bist nicht sicher, ob das schwedische Königspaar auf deinem Sofa sitzt! Man möchte sich vor der eigenen Haustüre noch rasch einen Schlips umbinden und den Atem anhalten, wenn man die Türe aufschliesst!

(---)

Es ist draussen schon Abend geworden (doch eigentlich ist es bloss 17.00h !) und in unseren Büroräumen bin ich allein zurückgeblieben. Alle haben sich in die Weihnachtsferien verzogen. Ich mag diese Atmosphäre . Einzig der Schnee draussen fehlt. Was kann man bloss tun, damit es wieder mal schneit. Die Erwärmung der Erde ist unübersehbar. Die tiefer gelegenen Orte im Wallis haben Mühe, ihre Skilifts in Betrieb zu nehmen und zu halten. Früher gab es auch hier im Jura einige Skistationen, nicht allzu grosse, aber immerhin. Heute sind sie völlig ausser Mode gekommen, eben darum, weil es meist zu wenig Schnee gibt.

Habt Ihr den Baum geschmückt und ist alles bereit für das grosse Familienfest? Wenn ich hier auf die Strasse hinunter schaue, so muss ich feststellen, dass noch nicht Ruhe eingekehrt ist. Viele Leute eilen umher und besorgen sich wohl die letzten Geschenke. Ich habe heute den halben Vormittag Büchleins eingepackt für die Kinder der Nachbarn und meiner Schwester. Das ist genug. Ich hoffe, sie freuen sich darüber. Ich bin, wie jedes Jahr, ziemlich spät dran.

Ich wünsche Dir und Deiner Familie einen schönen Abend.
Mit lieben Grüssen
...

Samstag, 21. Dezember 2013

An mein Uneigentum


Liebster Mausfreund,

Schau was ich gefunden (und für dich ausgewählt habe):
Mit einem lieben Wochenendgruss,
Malou


Zueignung
O wie doch alles, eh ich es berührte,
so rein und leicht in meinem Anschaun lag.
[...]
Um jeden Gegenstand
nach dem ich griff, war Schein von deinem Scheine,
doch plötzlich ward aus ihm und meiner Hand
ein neues Ding, das bange, fast gemeine
Ding, das besitzen heißt. Und ich erschrak.
O wie doch alles, eh ich es berührte,
so rein und leicht in meinem Anschaun lag.
Und wenn es auch zum Eigentum verführte,
noch war es keins. Noch haftete ihm nicht
mein Handeln an. Mein Mißverstehn. Mein Wollen
es solle etwas sein, was es nicht war.
Noch war es klar
und klärte mein Gesicht.
Noch fiel es nicht, noch kam es nicht ins Rollen,
noch war es nicht das Ding, das widerspricht.
Da stand ich zögernd vor dem wundervollen
Uneigentum.
[...]

Rilke  
Weihnachten 1914 (ein Fragment)



.

Dienstag, 17. Dezember 2013

Unsere Weihnachten - ein interkultureller Mix


Ämne: dimo
Datum: den 10 december


Liebe Marlena
Heute habe ich mich nach langer Zeit wieder mal verschlafen. Ich bin erst um
7.30h aufgewacht, und dann wie ein Pfeil ins Büro gedüst. Ich mag es nicht,
als letzter dort anzukommen. Heute morgen lag etwas Schnee auf dem Boden und
es ist empfindlich kühler geworden. Ich glaube, das ist jetzt der Winter,
von dem alle alten Leute sprechen. Es ist eigentlich schön, in einem warmen
Büro arbeiten zu können. Und dabei schaue ich hinunter auf den Platz und
sehe die Menschen vermummt vorübergehen.

Dein Julbord sieht fein aus. Es ist ja auch eine besonders festliche
Atmosphäre, wenn jedes Jahr dieselben Köstlichkeiten auf den Tisch kommen.
Und das beginnt schon in der Küche und mit dem Geruch, der durch die
Wohnung zieht, wie Du und Deine Tochter argumentiert haben.

Unsere Weihnachten ist ein interkultureller Mix. Wir sind uns nicht
schlüssig, ob wir am 24. Oder am 25. Dezember feiern sollten. Der 25. ist
doch eigentlich eher die katholische Variante. Das Glöcklein, das Du nennst,
ist unspezifisch. Ich kann mich erinnern, dass bei uns, als wir Kinder
waren, immer ein Glöcklein das Signal und die Erlaubnis gegeben hat, in die
Stube einzutreten. Un die Eltern wollten dann stets noch einen Vorhang
gesehen haben, durch den eine Bewegung, das heisst das Christkind gegangen
sei. Ich habe diesen Vorhang und den Windhauch, der ihn bewegt haben soll,
nie wirklich gesehen. Aber ich kann diese Szenerie in meinem Kopf sehr
prlastisch beobachten. Man sieht nur, wie sehr man den jungen Menschen das
VL einreden kann, so dass sie RL wird. Die Grenzen sind ziemlich unbewacht.
Vor allem bei den Engeln.

Was die Moslems und Weihnachten betrifft, so ist das so, dass S an der
UNO damals natürlich jede Menge Weihnachten und Menschen, die sich um
Weihnachten kümmern erlebt hat. Es war offensichtlich auch so, dass die
vielen Armenier im Iran festlich Weihnachten feiern, und dass sie dann
wahllos Freunde, sowohl Moslems wie Juden dazu einladen. Und gerade letztes
Wochenende habe ich in einem Interview mit einem Vetter der berühmten Anne
Frank gehört, dass seine Familie, eine jüdische offensichtlich, dasselbe in
Basel gemacht hat. Sie fanden das Fest einfach schön, ohne dessen religiöse
Bedeutung mitzunehmen. Aber ich muss gestehen, dass in unserer Familie das
Weihnachtsfest kein sehr eingeprägtes und konstantes Ritual ist. S wechselt,
verziert einmal so, kocht einmal anders, mal ohne Baum mal mit.
Die Kinder sind ja auch nicht mehr so, dass sie mit grossen Augen unter dem
Baum sitzen. Sie haben oft ihre eigenen Anlässe und wollen bald wieder
gehen.

(---)

Ich muss Dich lassen und wünsche einen schönen Tag.
Mit einem lieben Gruss
...

Montag, 16. Dezember 2013

Re: trüber Montag




Ämne: Gute Nacht..
Datum: den 9 december


Lieber ...,

Nun muss ich dir wohl schnell etwas zurechtlegen damit ich nicht die ganze Nation blamiere. Nicht nur das Essen ist wichtig.. aber ohne das typische Essen wäre es keine schwedische Weihnachtsfeier. Es ist die grösste Mahlzeit des Jahres (am 24. Dezember). Der Schinken ist dabei das wichtigste. Aber dazu kommen noch viele andere Speisen von denen man sich, wenn man keine Gäste hat, nur das nimmt was einem am besten schmeckt. Aber hast du Gäste eingeladen so erwarten sie sich schon ein richtiges Julbord mit vielen verschiedenen Delikatessen.
K hat neulich annonziert dass er einen fertiggebackenen Schinken kaufen kann den wir dann nur zu Hause griljieren. Aber da hättest du Anna und mich hören sollen. Ganz unmöglich!! Denn der Geruch wenn der Schinken im Ofen gebacken wird geht einfach nicht zu entbehren.

Ich werde nicht richtig klug aus euerer Weihnachtsfeier. Hat man in deiner Familie denn auf katholische Weise gefeiert? Ich meine das kleine Glöckchen kommt wohl nur dort vor. Und heutzutage.. du bist doch moslim (;-) Wie genau feierst du Weihnachten?
*
Morgen ist Nobelfest und gleichzeitig sind wir zu einem "julbord" eingeladen in der Schule. Aber viele gehen nicht hin diesmal.
So riesige Feste können manchmal ziemlich langweilig sein wenn man nicht besonders nette Leute gerade an seinem eigenen Tisch hat. Ich bevorzuge es auch in Ruhe zu Hause das Fest im Fernsehen zu geniessen. Dazu kann ich auch selbst etwas gutes essen.

Ja, ich erinnere mich noch an diese kleine Sonnenanbeterin. Sicher ist es ein Kunstwerk.. ;-) Du hast mir damals einiges versprochen was du nie gehalten hast. Ich habe es noch in guter Erinnerung. Aber es ist schon preskribiert.. :-) Übrigens habe ich ja auch noch ein Bild hier hängen was ich in Prag für dich gekauft hatte.

Warst du wieder bei Akunpunktur? Oder warum sonst beim Arzt? Was fehlt dir denn? Ja, ich würde dir gern helfen wenn immer du Hilfe brauchst. Du weisst es. Auch du hilfst mir über manchen trüben Tag hinweg mit deinen schönen Mails.
Heute war zum erstenmal seit ewig ein ganz blauer klarer Himmel. Ich hatte fast vergessen dass es sowas gibt. Aber trotzdem bin ich so müde dass ich keine Energie zu nichts habe. Schlafen möchte ich. Ein paar Monate lang und erst mit der Frühjahrssonne aus meiner Höhle herauskommen.
Vier Minuten gibst du mir noch.. und darum sage ich dir nun
Gute Nacht,
wünsche dir einen schönen Tag morgen,
Marlena

Trüber Montag und faule Engel


Ämne: Momomomomomo
Datum: den 9 december


Liebe Marlena
Nein, so genau hast Du mir nie von Weihnachten erzählt. Dass ihr Schweden
bloss ans Essen denkt, lässt wirklich tief blicken! Bei uns ist es ziemlich
umgekehrt. Und S war immer wieder erstaunt, wie unwichtig an
Weihnachten das Essen ist. Viele Familien kochen eine einfachere Mahlzeit,
weil die Mütter vor allem mit dem Baum und der Schmückung beschäftigt sind.
Das kommt wohl daher, dass bei uns die Engel faul herumliegen oder als
Amor-Knaben zu Liebesaffären anstiften, anstatt tüchtige Weihnachtsbäume zu
schmücken. So müssen hier alles die Mütter machen. Und dann bleibt fürs
Essen nur noch ein heisser Schinken. Ich weiss nicht mehr genau, was wir
jeweils gegessen haben. Auf jeden Fall hatten wir Kinder ohnehin keinen
Appetit. Ich glaube, das war der zweite Grund neben der nachlässigen Engel.
Die Kinder hatten keine Geduld, hinzusitzen und etwas zu essen, sondern
waren nervös und konnten nicht warten, bis das berühmte Glöcklein ertönte.
Wir haben, soweit ich mich erinnere, auch jeweils in der Küche gegessen, was
sehr unüblich und vor allem auch eher eng war. Der Küchentisch war mit einer
Marmorplatte bedeckt. Das war sehr unangenehm beim Essen, denn die Hände
gerieten leicht in eine Unterkühlung, wenn man sie auf den Tisch legte. Kurz
und gut: es war alles etwas provisorisch und nicht besonders gemütlich
angesichts der riesigen Erwartung, gleich ins Wohnzimmer mit dem brennenden
Christbaum zu treten und die Geschenklein unter den Aesten zu erblicken.
Nein, das Essen konnte uns wirklich gestohlen bleiben. Und am späteren Abend
gab es ohnehin süsses Gebäck bis einem beinache schlecht wurde. Das
Abendessen vor dem Weihnachtsabend war so gut wie unnötig.
*
Gestern war im nachmittags in Basel. Es gab eine Aktion der Basler Künstler.
Alle hatten ihr Atelier geöffnet. Man konnte sie besuchen und ihre Werke
anschauen. Sie haben das wohl gemacht, um vor Weihnachten noch ein oder zwei
Werke zu verkaufen. Ich bin in etwa 4 oder 5 Ateliers gewesen. Es war nicht
gerade grossartig, was ich gesehen habe. Allerdings habe ich bei dieser
Gelegenheit meinen alten Lehrer getroffen, bei dem ich mal einen
Modellierkurs gemacht hatte. Er erklärte mir, wo ich meine Arbeit finden
könnte, die ich immer noch bei ihm aufbewahrt habe. So bin ich dann abends
gleich dorthin gegangen und habe mir mein Werk geholt. Ich habe es seit 2
Jahren nicht mehr gesehen und ich war erstaunt, wie eckig diese Figur
aussieht. Es ist eine Art Sonnenanbeterin, kann man sagen. Eigentlich nicht
zu beschreiben. Bref: ein Kunstwerk ;-)).
*
Heute habe ich kaum Zeit. In 3 Minuten beginnt unsere Sitzung. Mittags ist
Club.
Um 14h habe ich eine weitere Sitzung. Um 16h beim Arzt. Ich hoffe, ich werde
diesen bedeckten und etwas trüben Montag überstehen. Und sonst würdest Du
mir wohl helfen dabei, nicht wahr?
Mit einem lieben Gruss
...


Sonntag, 15. Dezember 2013

weder gebranntes Kind noch Rabenmutter!


Lieber ...,

Eigentlich weiss ich nicht genau, was du mit gebranntes Kind meinst.
Wir verwenden ja auch diesen Ausdruck: Gebranntes Kind scheut das
Feuer. Aber ich weiss nicht wie du das mit mir in Zusammenhang
bringst. Ich glaube nicht, dass ich ein Feuer scheue. Aber du wirst
mir sicher erklären, was du damit meinst.

Und Rabenmutter? Ach, mein lieber Mausfreund, weisst du denn nicht,
dass Familie und Mutterschaft mein wahres Element sind? Nicht nur
Mutterschaft sondern Menschenliebe überhaupt. Ich bin ein wahrer Engel
für alle, die einen solchen brauchen. Aber unser kleines ABBaby
braucht mich nicht. Deshalb überlasse ich dir das Pflegerecht.
Natürlich halte ich dann immer noch ein wachendes Auge darauf...

Ich bin oben am Bügeln. Habe mir mein Vögelchen  mit hinauf genommen,
damit er etwas Gesellschaft hat. Und dann habe ich mir im Fernsehen
ein Program angesehen über eine kleine Familie in einem
Flüchtlinglager in Ruanda. Und weisst du, dieses kleine persönliche
Bild von der Armut und Misere dort, macht mich viel mehr geneigt zu
helfen, als die anonymen Massenmeldungen von der Not in der Welt. (Ich
weiss, dass ist schlechtes Deutsch, aber du verstehst es bestimmt).

Als ich noch sehr jung war, habe ich mal ein Gedicht gefunden, (jetzt
weiss ich dass es von Baudelaire stammt), was mir besonders gefallen
hat. Und ganz zufällig, habe ich plötzlich heute diesen kleinen, schon
vergilbten Auschnitt aus einer Zeitung wiedergefunden.
Wie lustig eigentlich. Erinnert mich an jemanden neulich der meinte
"Alles im Leben ist eine Frage um Timing". Ich dachte nämlich an
dieses Gedicht, als du über Subjonctif gesprochen hast.

Gerad jetzt schaut die Sonne hervor. Ich habe sie lange vermisst.
Und nun gehe ich zurück an meinen Bügeltisch.. ;-)

Mit lieben Grüssen
Malou


Samstag, 14. Dezember 2013

14. Dezember


(ungekürzt)

Ämne : Re: Lucia
Datum : Fri, 14 Dec

Liebe Marlena

Deine lobenden Worte sind wie Manna für mein ausgetrocknetes Herz. Allein
ich weiss nicht mehr, welches kleine Drama Du meinst, das ich Dir
geschildert hätte. Vielleicht suche ich am falschen Ort in meinem
Gedächtnis. Und dass mein Gedächtnis eine einzige Dunkelkammer mit
verschiedenen kleinen und grösseren Abteilungen und endlosen Gängen, und
schweren Pforten ist, das weißt Du mittlerweile.
Tut nichts. Doch viele Leute haben mir schon gesagt, ich sollte mehr
schreiben. Und ich tue es ja. Aber dann habe ich wieder Zeiten, wo ich mich
etwas ausruhen möchte, und zum Malen hinüberwechsle. Du weißt, Marlena,
man hat es nicht leicht als Multitalent.:--). Da kommt mir Dürrenmatt in den
Sinn. Er hat gesagt, er ruhe sich mit Malen vom Schreiben aus und mit
Schreiben vom Malen. (Er hat überigens ein riesiges Bild von Varlin in
seinem Arbeitszimmer gehabt). Aber Dürrenmatt hat auch zugegeben, dass er
auf dem technischen Niveau eines Kindes male. Und dennoch waren seine Bilder
sehr gesucht. Vielleicht nicht sosehr wegen des Bildes, sondern wegen des
Namens?
*
Heute haben wir an einer Sitzung die PISA Resultate kurz diskutiert. Stell
Dir vor, in der Schweiz haben wir unter 15-jährigen Jugendlichen 40%
Fremdsprachige. Das sind dann diejenigen, die keinen Text verstehen, keine
zentralen Aussagen identifizieren können und keine eigene Meinung zu den
Aussagen entwickeln. Ich denke, die Schweiz ist wirklich sehr dumm in ihrer
Einwanderungspolitik. Wir haben einen enorm hohen Standortvorteil, was die
Landschaft, was der soziale Friede, was die Arbeitsmoral, den
Ausbildungsstand der Menschen hier betrifft. Die besten Forscher,
Wissenschafter und Künstler würden gerne in unserem Land leben mit all dem
Komfort, welchen es bietet. Aber nein, wir lassen die einfachsten Leute aus
dem hintersten Anatolien zu uns kommen, und ihre jugendlichen Kinder
randalieren, zücken Messer, spielen arrogant Machos, kurz: sind einfach noch
nicht sehr zivilisiert, und machen unsere Strassen unsicher, weil sie
eigentlich aus einer wilden Welt des 18. Jahrhunderts kommen.
Hört sich schon bald an wie ein Rechts-Politiker, was ich hier sage, nicht
wahr? Aber ich glaube wirklich, dass wir die falschen Filter verwenden. Und
einige von uns denken, das geschehe nur aus Schuldgefühlen nach diesem
Krieg mit den amerikanischen Juden, den wir kürzlich hatten.
*
Psychiater und Psychologen unterscheiden sich darin, dass Psychologen die
besseren Psychiater sind.;--)))) Nein, das war ein Witz. Psychiater haben
ein Medizinstudium, d.h. sind Aerzte, und können Medikamente verschreiben
und ihre Leistungen via Krankenkassen abrechnen. Psychologen können das
nicht selbst, sondern - allenfalls - delegiert durch einen Psychiater.
Psychologen haben ein geisteswissenschaftliches Studium (inklusive etwas
Statistik, Neurologie, medizinisches Wissen).
Ja, das dürfte ungefähr der Unterschied sein. In den letzten Jahren haben
sich die Psychiater sehr in Richtung Psychologie weiter entwickelt. Das
heisst, viele davon arbeiten heute beinahe so wie ein Psychologe.
*
Das Bild, welches Du geschickt hast, zeigt wirklich sehr viel Stimmung. Es
mutet mich keltisch an. Und da liege ich ja wahrscheinlich nicht ganz
falsch?? Auf jeden Fall kann ich mir vorstellen, dass man an diesen
Stimmungen hängt, wenn man sie seit Kindheit jedes Jahr erlebt hat. Sie
geben ein heimatliches Gefühl, ein heimisches müsste man noch eher sagen.
Sie bilden den Resonanzraum unserer Existenz, sozusagen, die
Hintergrundmelodien und Echos.
Es ist merkwürdig. Dieses Jahr fällt mir auf, wieviel S unser Haus für
Weihnachten schmückt. Sie erzählt zwar, dass man in Teheran Weihnachten
schon gekannt hat. Man wurde vor allem von armenischen Freunden eingeladen,
und die sind bekanntlich orthodox. Teheran war immer multikulturell. Und bei
der Arbeit an der UNO hat sie natürlich mit vielen christlichen Europäern
und Amerikanern Kontakt gehabt und jede Menge Geschenke zu Weihnachten
erhalten. Aber erst dieses Jahr macht S das so richtig. Natürlich hat sie
bald einmal einen Adventkranz vorbereitet. Oder wir haben für die Kinder
einen Weihnachtsbaum organisiert. Das war dann aber vor allem meine Sache,
inklusive die Behängung.
Ich glaube, man muss einfach eine gewisse Zeit in einer Kultur und ihren
Bräuchen gelebt haben, um sie zu schätzen und sie auch aufnehmen zu können.
Allerdings feiern wir kaum persische Feste. Ausser vielleicht den
Jahreswechsel im März. Aber das kommt vor allem daher, dass meine
Schwiegermutter am ersten Tag des Jahres ihren Geburtstag feiert. Wegen der
Kinder haben wir vor allem Weihnachten, Ostern, St. Nikolaus und Geburtstage
gefeiert.
*
Heute werde ich einen langen Abend im Büro machen. Die Damenparty beginnt
um 1700h und kann bis Mitternacht dauern. Doch die meisten werden so
anständig sein, rund um 2300h heimzukehren. Meine Töchter haben mir geraten,
ins Kino zu gehen und Amélie de Montmartre anzuschauen. Aber ich weiss noch
nicht.
Ich wünsche Dir ein schönes und behagliches Wochenende
In der Lichterwärme rund um Lucia
Mit einem lieben Gruss
...



.

Freitag, 13. Dezember 2013

Lucia 13. Dezember





"Semblable à une apparition céleste, Sainte Lucie vient illuminer les
ténèbres des nuits de décembre. À travers tout le pays, aux premières
heures du jour, les écoles, les hôpitaux, les maisons de retraite et
les lieux de travail reçoivent, dans une atmosphère baignée de magie,
la visite d'une Sainte Lucie et de son cortège. Vêtues de longues robes
blanches, précédées de la Sainte coiffée d'une couronne de bougies, les
jeunes filles s'avancent solennellement, chacune portant une bougie à
la main et chantant des refrains traditionnels. "

Besonders die Worte ".. dans une atmosphère baignée de magie.."
gefallen mir daran, denn diese Feier hat etwas Magisches an sich.  


das Lied "Sankta Lucia"  hier


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Mittwoch, 11. Dezember 2013

Sonntag, 8. Dezember 2013

Barbarische Weihnachts-Geschichte


(---)

Stell Dir vor, Malou, da kommt mir eine barbarische Weihnachts-
Geschichte in den Sinn. Es war in der 4. Primarklasse, würde ich sagen.
Ich hatte eben die Rolle als Joseph im Weihnachtsspiel erhalten und
wusste noch nicht recht, ob das eine Auszeichnung oder eine Strafe
sein sollte. So nebenbei hatte ich mitbekommen, dass ein dünnes und
langes blondes Mädchen Maria spielen sollte. Aber ich habe nicht
erkannt, was das wirklich bedeuten sollte. Erst um 12 Uhr, als wir über
den Schulhof nach Hause zum Mittagessen schlenderten, versuchten
andere Schüler mich (oder vielleicht uns) zu necken, weil wir doch nun
Maria und Joseph, also ein Paar wären. Das war mir nun aber absolut
peinlich, gegen meinen Willen verheiratet zu sein. Und demonstrativ
stiess ich die arme Maria von mir, so dass sie gegen einen Zaun
taumelte. Sie war sehr betrübt, weinte, wenn ich mich recht erinnere.
Doch ich erinnere mich ebenso, dass sie nicht aus körperlichem
Schmerz weinte,sondern wegen des Unrechts, das ihr geschehen war.
ich glaube, sie war sehr verwirrt, dass ich so reagiert hatte. In meinem
Kopf wollte ich keine Maria an meiner Seite und ich hatte sie nicht
gewählt. Aber ebenso war es auch nicht sie gewesen, die diese
Konstellation geschaffen hatte. Das empfand sie wohl als brutale
Ungerechtigkeit. Und recht hatte sie damit.
Wir haben dann, so muss ich annehmen, unseren Part im
Weihnachtsspiel sehr unterkühlt und distanziert gespielt. Ich weiss
noch, wie ich in der Kirche mit dem langen Bart in der Gegend
herumgestanden habe, und wie der Lehrer der Oberstufenschüler
mir deswegen zugezwinkert hatte. Aber ich war mir dessen kaum
bewusst, dass ich einen solchen langen weissen Bart trug, und
ich hatte wohl auch keinen Gedanken an meine Maria verschwendet.
Ich glaube, sie musste eine Gummipuppe im Arm wiegen, eine Puppe,
wie sie auch meine Schwester besass, mit einem kleinen Mundloch,
so dass man ihr erst die Flasche geben konnte, um ihr nachher die
nassen Windeln zu wechseln zu können. Mädchen fanden das
damals herrlich. Mit einem solchen kleinen Ding und einem blauen
Überwurf musste Maria mitten in der Kirche sitzen und mit langsamen
Bewegungen zeigen, dass diese Guppipuppe sozusagen heilig war.
Nicht alles, aber diese kleine Drink- und Piss-Puppe fand ich echt
dämlich. Ich konnte mir schlichtweg nicht vorstellen, dass das
Jesuskind das Getrunkene ohne irgend eine Zutat in die Hosen
laufen liess. Ich meine, wie kann man sich bei einem heiligen
Menschen so was Tierisches vorstellen? Das war doch irgendwie
widerlich. Auch bei einem Jesus.
Aber ich glaube, wir haben die Szene dann irgendwie hinter uns
gebracht. Ich hatte nicht viel zu sagen, ein oder zwei Sätze,
entäuschend wenig, angesichts des langen Bartes, der mir beinahe
bis zu den Schuhen reichte. So kam es, dass die Gruppe mit den
Blockflöten anfing, Stille Nacht zu pipsen. Und so konnte ich
wenigstens diesen pissenden Jesus etwas vergessen.
Soweit meine Joseph-Rolle. Überigens hatte ich immer gewusst,
dass dieses Jesus- Puppen- Kind nicht von mir stammen konnte.
Damit hatte ich einfach nichts gemein. Und dass der liebe Gott
seine Hand im Spiel gehabt hatte, das wollte mir weder die Maria
noch meine Lehrerin sagen. Sie haben mir das Wichtigste einfach
verschwiegen, Malou! Ich bin praktisch hintergangen worden! Man
hat mir ein pissendes Kind untergeschoben. Wenn Du weißt, was
ich meine.
*
Nun bin ich etwas vom Thema abgekommen. Das Thema war
Gewalt unter Jugendlichen. ...
...

Samstag, 7. Dezember 2013

Blick durchs Fenster

7/12


Reh- und Hasenspuren im Garten




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Freitag, 6. Dezember 2013

Nikolaustag


Datum: den 6 december

Liebe Marlena
---
Heute haben wir hier St. Nikolaus. Die Kinder sind ein bisschen nervös, und
die Eltern nicht minder. Aber das war ja schon immer so. Ich kann mich
erinnern, als der St. Nikolaus damals zu uns gekommen war. Wir sassen alle
auf dem Sofa und schauten in die grosse schöne Stube, die wir sonst während
der Woche nicht betreten durften. Im 19. Jahrhundert soll diese Stube als
Büro eines französischen Generals der napoleonischen Truppen gedient haben,
so hatte mir Onkelchen erzählt. Auf jeden Fall war sie für ein Kind ziemlich
eindrücklich, mit glattem Parkettboden, Täferung aus dunkelm Holz an den
Wänden. Einmal hatte ich vom Sofa, wo wir vor dem St. Nikolaus zu sitzen
pflegten, ein Geheimfach in der Wand gefunden. Das war wirklich sehr
aufgregend gewesen, und in der folgenden Zeit hatte ich oft Süssigkeit dort
versteckt.
Der St. Nikolaus kam allein, jedes Jahr wieder, hatte einen grossen Sack bei
sich und hielt jedem Kind einige Dinge vor, in denen es sich während des
Jahres verfehlt hatte. Ich habe keine Ahnung mehr, was er mir unter die
Nase gerieben hat. Aber ich erinnere mich sehr gut, wie er unser
Dienstmädchen, eine junge, hübsche Italienierin kritisiert hatte, weil sie
manchmal etwas ungeschickt und voreilig gewesen sein soll. Ich hatte den
Eindruck, dass ihr das sehr unangenehm gewesen war. Sie hiess Silvana, und
ich bin sicher, dass ich sie später darüber getröstet habe.
*
Es gibt zwei Arten von St-Nikolaus. Im Wallis, also einem katholischen Teil des Landes kommt der St.Nikolaus mit dem Bischofsstab. Er sieht wie ein Bischof aus, hat natürlich aber auch Bart und ein Gehabe wie St. Nikolaus. Und daneben kommt Schmutzlich, er ist ganz schwarz. Man könnte denken, es sei der Teufel, oder mindestens sonst ein nicht sonderlich vertrauenswürdiges Wesen.
Und dann gibt es den St. Nikolaus in reformierten Gebieten. Dort hat der Mann einen meist roten Anzug mit einer Kaputze und einen langen weissen Bart. Meist hat er auch noch ein riesiges Buch, aus dem er den Kindern die Sünden und Straftaten des Jahres vorhält.
*
Ich kann mich auch an eine Nikolaus-Szene im Kindergarten erinnern. Wir
hatten eine Bank rundum im Raum und sassen gespannt da, bis das grosse
Unikum hereintrat. Und siehe da, der Kerl hatte einen Sack auf dem Rücken,
an dem ein Sack hing. Und aus dem Sack ragte ein Bein in Strumpf und Schuh.
Natürlich wollten wir Kleinen sofort wissen, was mit dem Bein los sei. Und
der komische Kerl meint, dies sei Vreni, die eben nicht folgsam gewesen sei.

Lange Jahre konnte ich kein Mädchen ertragen namens Vreni. Ich
verabscheute sie richtiggehend, nur weil sie hiessen, wie dieses Mädchen,
von dem ich glaubte, es wäre wirklich im Sack des St. Nikolauses
weggetragen worden.

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Tomas Tranströmer


 date 23 November 2006 19:31


Lieber ...,
...

In dieser dunklen Zeit vor dem 1. Advent steht das Leben irgendwie
still. Es passiert nicht viel von dem ich dir erzählen könnte. Die
Zeit der treibenden Blätter ist nun vorbei und die Menschen bleiben zu
Hause. Klar, wenn ich in Stockholm wohnen würde, gäbe es viel
Zerstreuung.
G hat mir gestern Abend ein ganz euphorisches Mail geschickt. Sie
war bei einem Schriftstellerabend im Kulturhaus in Stockholm. Niklas,
der junge langhaarige Kollege (erinnerst du dich noch?) hatte
Eintrittskarten besorgt. Der Abend war eine Huldigung an einen unserer
größten Poeten, Tomas Tranströmer, der seit 1990 am halben Körper
gelähmt ist und an Aphasie leidet, doch immer noch produktiv ist. Ein
Schauspieler trug seine Gedichte vor und Tranströmer selbst beendete
die Vorstellung am Flügel. Wie das möglich ist mit einem Arm? Der
stehende Applaus nachher wollte nie enden.

Und G war natürlich auch froh, dass sie die Möglichkeit hatte
sich mit einigen Schriftstellern im Publikum nachher unterhalten zu
können. Auch ihren Professor von der Uni hat sie wiedergesehen.
Du siehst, man könnte neidisch werden. Und ich verstehe ihre
Begeisterung nach einem Abend mit so viel seelischer Nahrung. Hier
muss man sich hier und da einen kleinen Happen suchen, um seinen
Hunger zu stillen.

So ich glaube ich lasse dich für diesmal.
Wünsche dir alles Liebe und Gute,
mit Gs und Ks
Marlena
Kennst du übrigens schon T? Hier ein paar Worte über ihn.

"In this, his 75th year, Tomas Tranströmer can be clearly recognised
not just as Sweden's most important poet, but as a writer of
international stature whose work speaks to us now with undiminished
clarity and resonance." /Enitharmon Press, London.
                                      
                                  ***
..
und hier er selbst
http://www.youtube.com/watch?v=K5NVcA0zipE

(R) 

Literatur-Nobelpreisträger 2011
Bild  6 Oktober 2011




Sonntag, 1. Dezember 2013

Advent in Schweden





...

Und was treibst du Malou? Bist du an den Weihnachtsvorbereitungen? Das
glaube ich mindestens. Du wirst dein Haus auf Hochglanz bringen und
alles beleuchten, was beleuchtenswert erscheint, nicht wahr?

Und ich, wie gesagt, mit einem Kerzlein unter der Brücke.
Liebe Gs und Qs und Ks und so
....

Re:


"alles beleuchten, was beleuchtenswert erscheint" *smile*

Ja doch, das tun wir alle hier in Schweden. Und nicht nur was
beleuchtenswert erscheint..
In allen Fenstern siehst du, schon vom 1. Advent an, entweder Sterne
oder Leuchter. Früher, als ich noch klein war, gab es diesen schönen
aus Papier, der wirklich wie ein richtiger Stern aussah, wenn er
angezündet war und ein warmes schönes Licht verbreitete. Ich habe
immer noch einen solchen oben bei mir und ich muss sehr vorsichtig
damit umgehen beim aufhängen, denn er leidet schon sehr an
Altersschwäche. Werde ganz nostalgisch wenn ich ihn leuchten sehe.
Doch heutzutage gibt es alle möglichen Sorten. Manche aus dünnem
Holz geschnitzt, andere aus goldglänzendem Metall: Ach, es gibt
wirklich so viele verschiedene Sterne und immer wieder kommen
neue dazu.


Amaryllis

Auch die typischen Weihnachtsblumen dürfen nicht fehlen. Die schönen Amaryllis von denen man nie weiss wieviel Blüten sie tragen werden, die stark duftenden Hyazinthen und vor allem die s.g. Weinachtssterne. Und natürlich hängt eine "gute Hausfrau" auch Weihnachtsgardinen in alle Fenster. Vielleicht kommst du mal bei Ikea vorbei. Dort kannst du bestimmt sehen wie das aussieht. Später dann kommt noch das Luciafest am 13. Dezember, das hier von allen sehr gross gefeiert wird und vorher auch noch das Nobelfest um das uns so viele beneiden :-) Vielleicht schaust du es dir auch ein wenig an? Es wäre schön etwas mit dir zusammen zu tun.




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