Dienstag, 17. Dezember 2013

Unsere Weihnachten - ein interkultureller Mix


Ämne: dimo
Datum: den 10 december


Liebe Marlena
Heute habe ich mich nach langer Zeit wieder mal verschlafen. Ich bin erst um
7.30h aufgewacht, und dann wie ein Pfeil ins Büro gedüst. Ich mag es nicht,
als letzter dort anzukommen. Heute morgen lag etwas Schnee auf dem Boden und
es ist empfindlich kühler geworden. Ich glaube, das ist jetzt der Winter,
von dem alle alten Leute sprechen. Es ist eigentlich schön, in einem warmen
Büro arbeiten zu können. Und dabei schaue ich hinunter auf den Platz und
sehe die Menschen vermummt vorübergehen.

Dein Julbord sieht fein aus. Es ist ja auch eine besonders festliche
Atmosphäre, wenn jedes Jahr dieselben Köstlichkeiten auf den Tisch kommen.
Und das beginnt schon in der Küche und mit dem Geruch, der durch die
Wohnung zieht, wie Du und Deine Tochter argumentiert haben.

Unsere Weihnachten ist ein interkultureller Mix. Wir sind uns nicht
schlüssig, ob wir am 24. Oder am 25. Dezember feiern sollten. Der 25. ist
doch eigentlich eher die katholische Variante. Das Glöcklein, das Du nennst,
ist unspezifisch. Ich kann mich erinnern, dass bei uns, als wir Kinder
waren, immer ein Glöcklein das Signal und die Erlaubnis gegeben hat, in die
Stube einzutreten. Un die Eltern wollten dann stets noch einen Vorhang
gesehen haben, durch den eine Bewegung, das heisst das Christkind gegangen
sei. Ich habe diesen Vorhang und den Windhauch, der ihn bewegt haben soll,
nie wirklich gesehen. Aber ich kann diese Szenerie in meinem Kopf sehr
prlastisch beobachten. Man sieht nur, wie sehr man den jungen Menschen das
VL einreden kann, so dass sie RL wird. Die Grenzen sind ziemlich unbewacht.
Vor allem bei den Engeln.

Was die Moslems und Weihnachten betrifft, so ist das so, dass S an der
UNO damals natürlich jede Menge Weihnachten und Menschen, die sich um
Weihnachten kümmern erlebt hat. Es war offensichtlich auch so, dass die
vielen Armenier im Iran festlich Weihnachten feiern, und dass sie dann
wahllos Freunde, sowohl Moslems wie Juden dazu einladen. Und gerade letztes
Wochenende habe ich in einem Interview mit einem Vetter der berühmten Anne
Frank gehört, dass seine Familie, eine jüdische offensichtlich, dasselbe in
Basel gemacht hat. Sie fanden das Fest einfach schön, ohne dessen religiöse
Bedeutung mitzunehmen. Aber ich muss gestehen, dass in unserer Familie das
Weihnachtsfest kein sehr eingeprägtes und konstantes Ritual ist. S wechselt,
verziert einmal so, kocht einmal anders, mal ohne Baum mal mit.
Die Kinder sind ja auch nicht mehr so, dass sie mit grossen Augen unter dem
Baum sitzen. Sie haben oft ihre eigenen Anlässe und wollen bald wieder
gehen.

(---)

Ich muss Dich lassen und wünsche einen schönen Tag.
Mit einem lieben Gruss
...

2 Kommentare:

  1. Liebe Malou, auch ich, das heißt wir feiern Weihnachten jedes mal anders. Uns gefällt das.
    Ich wünsche Dir eine schöne winterliche Zeit und genügend Ruhe, alles was anstehtund in Ruhe zu bewältigen und dann auch zu genießen. Herzlich Barbara

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  2. Liebe Malou, ich finde es schön, wenn es Variationen zur Feierlichkeit gibt. Ich wünsche dir kreative Festtage!

    Herzlich, ELsa

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