Sonntag, 15. Dezember 2013

weder gebranntes Kind noch Rabenmutter!


Lieber ...,

Eigentlich weiss ich nicht genau, was du mit gebranntes Kind meinst.
Wir verwenden ja auch diesen Ausdruck: Gebranntes Kind scheut das
Feuer. Aber ich weiss nicht wie du das mit mir in Zusammenhang
bringst. Ich glaube nicht, dass ich ein Feuer scheue. Aber du wirst
mir sicher erklären, was du damit meinst.

Und Rabenmutter? Ach, mein lieber Mausfreund, weisst du denn nicht,
dass Familie und Mutterschaft mein wahres Element sind? Nicht nur
Mutterschaft sondern Menschenliebe überhaupt. Ich bin ein wahrer Engel
für alle, die einen solchen brauchen. Aber unser kleines ABBaby
braucht mich nicht. Deshalb überlasse ich dir das Pflegerecht.
Natürlich halte ich dann immer noch ein wachendes Auge darauf...

Ich bin oben am Bügeln. Habe mir mein Vögelchen  mit hinauf genommen,
damit er etwas Gesellschaft hat. Und dann habe ich mir im Fernsehen
ein Program angesehen über eine kleine Familie in einem
Flüchtlinglager in Ruanda. Und weisst du, dieses kleine persönliche
Bild von der Armut und Misere dort, macht mich viel mehr geneigt zu
helfen, als die anonymen Massenmeldungen von der Not in der Welt. (Ich
weiss, dass ist schlechtes Deutsch, aber du verstehst es bestimmt).

Als ich noch sehr jung war, habe ich mal ein Gedicht gefunden, (jetzt
weiss ich dass es von Baudelaire stammt), was mir besonders gefallen
hat. Und ganz zufällig, habe ich plötzlich heute diesen kleinen, schon
vergilbten Auschnitt aus einer Zeitung wiedergefunden.
Wie lustig eigentlich. Erinnert mich an jemanden neulich der meinte
"Alles im Leben ist eine Frage um Timing". Ich dachte nämlich an
dieses Gedicht, als du über Subjonctif gesprochen hast.

Gerad jetzt schaut die Sonne hervor. Ich habe sie lange vermisst.
Und nun gehe ich zurück an meinen Bügeltisch.. ;-)

Mit lieben Grüssen
Malou


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