Donnerstag, 27. Juni 2013
Bald Ferien..
date 14 July 2006 13:50
subject Re: Ach..
Liebe Malou
Seid ihr schon abgereist in die Kühle des Nordens. Hier ist es ca. 35°, und man kann nur träumen von Gletschern und Schneehügel. Es ist wirklich sehr heiss, aber ich will nicht jammern. Es ist gut so. Man braucht zwar ein bisschen viel Wäsche. Aber es ist gut so. Man läuft in Trance durch die Mittagshitze und ist erfreut, den sicheren Hafen des kühlen Hauses zu erreichen.
Nächste Woche habe ich Ferien. Ich will im Garten arbeiten und auch einiges am Haus tun. Es ist eigentlich viel zu tun. Und ich werde sehen, was ich machen kann. Zuerst ist ja immer das Problem des Materials: Farben, Lasuren, Schleifpapier, Nägel etc. etc. Bis ich das zusammen habe, ist die Hälfte der Freizeit schon vorüber.
Und vielleicht gehe ich dann und wann auch schwimmen. Wir haben im Dorf ein hübsches kleines Bad. Und der Eintritt ist für die Bewohner des Dorfes frei. Das ist schön. Hat aber den Nachteil, dass immer viele Leute von auswärts kommen, weil sie wissen, dass sie hier auch ohne Bezahlung rein kommen. Es gibt allerdings auch keinen Bademeister. Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Das funktioniert recht gut. Und weil es auch keinen Kiosk gibt, bleibt der Rasen einigermassen sauber. Ist eine gute Sache. Das Bad wurde gebaut, als wir noch nicht hier wohnten, und es wurde durch ein grosses Volksfest finanziert. Eigentlich könnte man abends um 21h noch rasch eine halbe Stunde ins kühle Wasser. Oder morgens um 9h in der Früh ist es fast noch schöner.
Es ist gut, dass ich dir davon erzähle. Denn so kommt mir wieder in den Sinn, was hier überhaupt möglich ist. Ich habe lange nicht mehr an dieses Bädlein gedacht.
Na ja, meine Liebe fürs Latein ist eigentlich ...
Montag, 24. Juni 2013
Es interessiert mich ...
Dem Leben auf den Mund geschaut ...
Wed, 23 Feb 2000 07:05:14 GMT
Liebe Marlena
Vielleicht ist es Telepathie, wer weiss das schon so genau? Auf jeden Fall habe ich mich über Dein Mail sehr gefreut, endlich etwas von Dir zu hören. Ich hatte schon gedacht, du wärst ein richtiger Eisberg.
So, wie du deine Jugend und Vergangenheit beschreibst, muss ich annehmen, dass sie sehr untypisch, interessant aber vielleicht nicht immer ganz leicht gewesen sein mag. Hast du selbst den Eindruck, du hättest eine schwierige Jugend gehabt? Ich nehme an, du hast deine Mutter manchmal sehr vermisst ...
Weißt du, Marlena, ich bin jetzt in einer richtig verzwickten Lage. Dein Leben interessiert mich, aber ich möchte dich nicht einfach so ausfragen. Du bist ein etwas reservierter Mensch, und darum möchte ich dich nicht zwingen, verführen oder wie auch immer. Aber es interessiert mich. Leben, das ist meine Spezialität. Jeder hat sein eigenes Leben und steht in einem je eigenen Verhältnis zu ihm. Es interessiert mich, wie die Menschen in ihrem Leben Sinn finden. Der Sinn ist ja nicht einfach da, vielmehr muss man ihn irgendwie erschaffen mit den eigenen Händen und dem eigenen Geist. Es fällt mir immer wieder auf, wie alte Leute über ihr Leben reden. Es muss ja damals ein ziemlich hartes Leben gewesen sein, sagen wir während des zweiten Weltkrieges. Und trotzdem erzählen sie darüber, als ob es die schönsten Jahre, praktisch das Paradies gewesen sein. Sie sagen schon, es wäre schwer gewesen. Aber gleichzeitig leuchten ihre Augen. Und ich denke, der Grund für diese „Beschönigung“ sozusagen muss im Bedürfnis, vielleicht sogar in der Notwendigkeit liegen, darin einen Sinn zu finden.
Also, dein Leben interessiert mich auf jeden Fall, denn dein Leben, das bist du, das ist dein Hintergrund, deine Tiefendimension, deine Koloratur oder wie kann man das sagen? Und wir leben ja nicht so nahe beieinander, dass du Angst haben müsstest wegen der Diskretion. Ich kann es ja nicht deinen Nachbarn oder deinen Lehrerkollegen weitererzählen. Es ist wie ein Tagebuch, mein Ehrenwort. Das war doch unsere Abmachung. Und das hat mich gefreut und bestätigt, wie du das auch so verstanden hast.
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Freitag, 21. Juni 2013
Donnerstag, 20. Juni 2013
Sopranos
James Gandolfini - R.I.P
Ämne: Dimanche soir
Datum: den 26 januari 2003 22:11
Liebster Mausfreund,
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Jetzt werde ich fernsehen. "Sopranos", diese so beliebte Maffiaserie. Es ist so gut gemacht dass man ganz darin aufgeht und es ist das einzige Programm, das ich wirklich nicht verpassen möchte. :-)
So schicke ich dir liebe Grüsse, mein Maus-Geliebter ;-), und wünsche auch dir einen guten Start in die neue Woche.
Marlena
Sonntag, 16. Juni 2013
Re:
Subject: Du gör mig hel
Date: Wed, 14 Jun 22:00:04 GMT
Liebe Marlena
Herzlichen Dank für das schöne Gedicht. Ihr Schweden seid wirklich leidenschaftlich und gewiss auch temperamentvoll. Man würde das gar nicht glauben. Aber die Vergleiche, die die Autorin braucht, sind sehr kraftvoll. Am besten gefällt mir die letzte Strophe. Sie ist sehr schön und ein bisschen terminal, oder wie könnte ich anders sagen. Sie deutet eine schöne Erfüllung an, eine Perfektionierung, die alles rund und komplett macht. Das finde ich sehr erlösend und harmonisch. Und irgendwie passt es auch zu uns zwei, meinst du nicht auch, Marlena?
Ich habe mir vorgestellt, wie das Gedicht klingen könnte. Ich denke nicht, dass ich irgend etwas verstehen würde, aber ich habe mir vorgestellt, Marlena stehe ganz nahe bei mir und würde mir all die Übersetzungen zärtlich ins Ohr flüstern. Dann wäre es wirklich wunderschön.
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Meine Adresse ist wie immer
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Wenn du etwas Schockierendes draufschreibst, dann schreib es bitte auch gross, damit es alle sehen können. Wenn es so halb versteckt erscheint, dann würden sie es bloss noch fotokopieren und herumreichen. Und das wollen wir doch nicht. Also bitte, richtig umwerfend schockierend, ein Wort wie "ich werde dich totlieben" oder "ich werde dich lebendigbügeln", irgend was, das uns hier alle umwirft. Ich bitte dich ;---))
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Samstag, 15. Juni 2013
Zeit vorbei..
Subject: Zeit vorbei..
Date: Wed, 14 Jun 14:17:46
Lieber Mausgeliebter!
In einer Stunde kommt K aus Moskau zurück. Er hat gerade angerufen. Sie haben einen fantastischen Aufenthalt hinter sich und das Wetter war auch exemplarisch. Ich kann gut verstehen dass ihnen diese Reise viel gegeben hat da sie ja fast alle Geschichte, Staatsbürgerkunde und auch Religion studiert haben. So kann jeder mit seinem Wissen dazu beitragen.
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Ich werde dir doch mailen wie vorher und am Montag Vormittag fahren Anna und ich mit dem Zug nach Göteborg um von dort nach Italien zu fliegen. Die Plätze von Arlanda (Stockholm) waren schon ausverkauft als wir die Reise bestellt haben.
Schreib mit bitte noch einmal deine Adresse in dem nächsten Mail damit ich wieder deine Sekretärin neugierig machen kann. Vielleicht schreibe ich dir was richtig schockierendes auf die Karte. ;-)))
Ich denke an dich, ... wie könnte ich auch anders.
Wünsche dir noch alles Gute und bleib mir treu ;-)
Deine Marlena
in SSS + MMMM
Mittwoch, 12. Juni 2013
Montag, 10. Juni 2013
Sommer im Norden
Lieber ...,
Ich habe ein paar Minuten für mich und will sie dir schenken. Wie du siehst habe ich dir noch ein paar Bilder geschickt. Sie sind direkt unter unserem Sommerhaus aufgenommen und genau dort wirst du mich fast jeden Tag sehen können. Auf den Bildern kannst du sehen wie man "sik" fischen kann. Es ist ein ziemlich grosser, etwas trockener Fisch, der aber sehr gut schmeckt und von dem die "Norrlänningar" grosse Mengen essen. (Vielleicht sind sie deshalb so intelligent ;-)
fischen mit dem Kescher
---Hier noch ein wenig Information über die Gegend wo ich den Sommer verbringen werde
Der Kalixälv beginnt seinen Stromverlauf westlich von Schwedens höchstem Berg, dem Kebnekaise, der im inneren Teil von Lappland, in der Kiruna Gemeinde, liegt. Hier beginnt die 430 Kilometer lange Reise nach Kalix im nördlichen Archipel des bottnischen Meeres. Der ungezügelte Strom fliesst durch die ganze Provinz Norrbotten. Bis der Fluss so lanngsam aber sicher ins Meer mündet, hat das Wasser an die siebzig Stromschnellen und Wasserfälle passiert. Entlang des Flusstales wird zu einem breiten Aktivitätsangebot für jedes Alter eingeladen, wobei die Sportfischerei sich am häufigsten wiederholt. Der Fluss besitzt einen guten Fischbestand mit Äschen, aber auch Lachsforellen, Maränen (Weissfisch) und Lachs.
Stromschnelle bei uns
.
Freitag, 7. Juni 2013
Sehnsucht..
... in den hohen Norden
...
Und dann zuletzt, pflücke ich auf der Wiese den Blumenstrauss, der in einem kleinen Korb neben der Tür verkünden soll dass wir nun zu Hause sind und alle herzlich willkommen heissen. Und man kommt. Von nah und fern. Die meisten jungen Leute sind doch in den Süden ausgewandert. Aber im Sommer kommen sie ”nach Hause” und dann tauchen sie auf, Ks Freunde aus seiner Kindheit u.a. (einige haben auch in Uppsala studiert) und man erzählt sich bei einer Tasse Kaffee was man in dem vergangenen Jahr erlebt hat oder spricht von Erinnerungen aus der Kindheit.
Donnerstag, 6. Juni 2013
Im Stadtteil Klara - Stockholm
Klara Friedhof
...
Hier das Grab von Anna Maria Lenngren. Das Haus links war die Grenze zu unserem Schulhof. Dort steht nun ein Hochhaus (links dahinter). Nur ein kleines Tor führte von dem hinteren Ausgang unserer Schule direkt auf den stillen alten Friedhof mit seinen Gräbern von prominenten Personen. Eine Oase..
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Wenn man in Stockholm angelangt den Zentralbahnhof durch den grossen Ausgang verlässt, sieht man sofort die schöne Klarakirche zwischen den neugebauten Hochhäusern. Diese Kirche und der Friedhof um sie herum sind die letzten Reste, die an damals erinnern als ich als neugewordener Teenager dort die Schule begann. Es war eigentlich eine Schule, die mit der Zeit zu Studien an der Handelshochschule führen sollte und in meiner Klasse gab es viele Kinder von prominenten Leuten, die wohl hofften, dass ihre Söhne und Töchter in ihren Fussspuren wandern würden und ihre Firmen und andere Geschäfte mit der Zeit übernehmen sollten. Ich habe später in den Medien gesehen dass es ihnen geglückt ist, die höchste Stufe von materiellem Glück zu erreichen..
Es war eine herrliche Zeit und ich erinnere mich sehr gut an das Leben in und um die Schule herum. Es gab wirklich viel zu tun und zu sehen, wenn man die lange Lunchpause hatte. Dann gingen wir ein Quartier hinauf auf die Drottninggatan und befanden uns mitten im Herz der Hauptstadt.
Das Abreissen des alten Klaraviertels, das um die Kirche herum lag, sieht man heute als einen der grössten Skandale in der Geschichte der Stadt. Da gab es alte malerische Häuser, gemütliche kleine Restaurants und auch das Zeitungsviertel lag neben unserer Schule. Oft gingen wir Sonntags, als ich noch Kind war, dort essen und ich erinnere mich noch an die rotkarierten Tischdecken und an die Originale von Menschen, die man dort sehen konnte.
*
Etwas mehr über das "verschwundene Klara-Viertel" hier
Samstag, 1. Juni 2013
Freude ...
... am Bad
Liebe Malou
Und am Morgen um 9h gehe ich ins Bad schwimmen. Das ist dann zwar wie eine Veranstaltung des Pensionistenvereins. Es gibt praktisch nur Leute über 65. Sie sind aber alle sehr angenehm und freundlich. Und sie schwimmen so langsam und würdevoll, so wie grosse Überseeschiffe daherkommen. Man hat den Eindruck, sie verbergen wie die Eisberge den grössten Teil ihres Ballastes an Jahren unter dem Wasser. Und sie machen beim Schwimmen ein ernstes Gesicht. Frag mich nicht weshalb, aber sie sehen aus, als ob sie sich vorstellten, im nächsten Moment gleich unterzugehen. Erst wenn sie über die Stiege wackelig und vorsichtig wieder an Land geklettert sind, hellen sich ihre Gesichter auf. Dann sitzen sie ganz zufrieden in der Sonne, plaudern und geniessen den schönen Tag.
Und ich denke, ich werde bald zu ihnen gehören. Deshalb fange ich auch schon an, ganz freundlich zu grüssen. Das mögen die älteren Leute, wenn man laut und deutlich grüsst. Und sie ärgern sich, dass die jungen Leute wegschauen und sie sozusagen wie Nichtpersonen behandeln. Und sie haben recht. Ich kann es ihnen nachfühlen.
Lieber ...,
---
Lustig, aber Anna hat mir auch eine Story erzählt von ein paar Damen,
die sie am Bad gesehen hat. Drei nicht mehr ganz junge und etwas
vollschlanke Damen (wie man sie so schön in Modezeitungen nennt)
sassen dort zusammen, redeten und lachten ziemlich laut und dann
stiegen zwei von ihnen ins Wasser, ungefähr so wie du es mir
geschildert hattest. Die dritte schien etwas unruhig zu sein: "Soll
ich wirklich? Ist es nicht sehr kalt?" Sie hatte schon die
Aufmerksamkeit aller Leute gefangen als sie plötzlich mit einem
eleganten Hechtsprung, Kopf voran, ins Wasser tauchte. :-)
Re:
Ja, die alten Damen im Bad von I. waren sehr amüsant. Ich habe sie geradezu schätzen gelernt. Sie sind zwar arge Plaudertaschen, schwatzen über dies und jenes und ohne Ende, wenn sie am Rand des Bassins in der Sonne sitzen. Aber die Atmosphäre ist angenehm, ruhig und sehr feundlich. Nun eben, wie die älteren Menschen sind. Ich werde wohl die nächste Woche, wenn es wieder wärmer werden soll, am Morgen jeweils wieder hingehen. Weisst du, dieses Gefühl in den Zehen, morgens über den noch taufeuchten Rasen zu gehen oder ins kühle Bassin zu steigen, das erinnert mich ganz und gar an meine Jugend. Meist nehme ich mir eine zeitung mit und lese anschliessend in der Sonne. Ich bin schon echt braun geworden. Na ja, ich bin immer noch einer der bleichsten, aber für meine Masstäbe bin ich beinahe afrikanisiert.
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