Dienstag, 28. Juli 2026

... wirklich 18:00 Uhr

 

Liebe Malou

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Es ist wirklich 18.00h in meinem Leben. Ich habe es, nach einiger Überwindung, ausgerechnet. Eigentlich wollte ich es nicht so genau wissen und wollte sagen, es sei vielleicht 17.00h. Aber es ist 18.00h, man muss den Dingen ins Auge schauen. Und um 22.00h ist Schlafenszeit! Aber ich will ja gar nicht jammern. Ich will bloss feststellen, was los ist. -- Ich glaube, Du hast recht. Man muss sich die Zeit gut organisieren. Sie läuft wie Sand durch die Finger. Und die meisten Menschen, die in Pension sind und die ich kenne, behaupten, sie hätten weniger Zeit als früher. Vielleicht hängt damit ein wenig die Torschlusspanik zusammen. Aber natürlich fliesst die Zeit ungemein rasch, wenn man nicht acht gibt. Und nur, wenn man ein volles Programm hat, erscheint der Tag wirklich lang. Ich will mir also Mühe geben, besser zu planen in Zukunft. Bisher habe ich ungeplante Zeiten immer sehr genossen. Ich mag das sehr, einfach zu sehen, was auf mich zukommt. Aber ich werde hier ein hartes Regime aufziehen.
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Heute morgen habe ich aufgeräumt und einige Tonnen Papier weggeschafft. Zum Glück haben wir einen kleinen Container hier im Büro, der vom Hauswart wöchentlich geleert wird. Das ist sehr praktisch und angenehm. Man hatte, als die PCs eingeführt wurden, gelobt, wie viel Papier man damit sparen könne. Ach, ich sage Dir Malou, wenn man positive Prognosen hört, dann sollte man sie geradewegs in derselben Richtung, aber als Warnung verstehen. Entwicklungen machen im Grunde keinen Sinn. Entwicklungen lösen vielleicht kleine Probleme, die man nicht hätte, wenn es keine Entwicklungen gäbe. Jede einzelne Verbesserung mag, für sich betrachtet, als kleine Verbesserung gelten, als klitzekleine vielleicht. Aber das Gemisch aus all diesen kleinen Schritten, das ist nicht ein grosser Schritt, sondern das ist bloss ein beliebiges Herumtreten.

Na Malou, mit Deinem awiw heizest Du mir wieder mal tüchtig ein. Besonders wenn die awiws mitten in der lauen Nacht rund ums Bett flattern. Ich schlafe zur Zeit wieder ruhiger. Die Heilpraktiker behaupten ja, dass das alles auch mit der Ernährung und mit dem Sympathikus und Parasympathikus zusammenhängt. Nun, ich bin froh, wenn sich meine beiden Sympathiki wieder besser verstehen und im Zweifelsfall auch einigen können.

Ich wünsche Dir einen feinen Wochenanfang.
Mlgukuswnbm
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Montag, 27. Juli 2026

Alles was du willst ...


Liebe Malou
„…awdw“ sollst Du haben.

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Was Du über die Erlebnistiefe des Alters sagst, das kann ich sehr gut nachvollziehen. Aber ich ertappe mich bei solchen Gelegenheiten oft, wie ich mich frage, dass ich in meiner Jugend gewisse Dinge viel grösser und viel schöner erleben konnte. Ich glaube, damals gab es einen weiten Horizont der Erwartungen. Alle diese Ereignisse hatten eine Bedeutungsdimension in die Zukunft. Und die war gross und weit und wichtig. Heute denke ich oft: und das war alles? Die Menschen sind doch - alles in allem - sehr menschlich! Na ja, sie sind alle sehr mittelmässig, mich selbst eingeschlossen! Du siehst, ich habe das Gefühl, am Ende der Fahnenstange angelangt zu sein. Na ja, nicht ganz, aber immerhin. Wenn man das Leben als einen Tag nimmt, ist es ungefähr 18.00h heute. Was Wunder, wenn man sich vornimmt, an diesem milden Abend bis 22.00h noch ein bisschen auf die Pauke zu schlagen?

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So, ich schicke dieses Ding ab. Sonst hängt es hier bloss herum.
MlGukuawdw


RE:

Mein lieber Mausfreund, 

du versprichst mir awiw - aber über dieses awiw hast du keine Macht. Wenn der liebe Gott will, oder alle anderen guten Mächte.. und auch dann glaube ich nicht an ein "awiw". Es ist zwar mein innerster Wunsch. Oder lass mich sagen der innerste Wunsch meiner Gefühle. Aber mein Verstand sagt mir, dass "awiw" nur ein "vl-awiw" sein kann. Und in diesem VL bin ich eigentlich ganz zufrieden mit dem Dasein. Könnte es eigentlich besser sein?

Es regnet alle fünf Minuten und obwohl das Gras noch etwas nass war vorhin, bin ich hinausgegangen und habe es gemäht. Es liess sich tun und ich habe ein wenig Bewegung dabei bekommen. Ich glaube das fehlt mir am meisten. Doch ich werde es nachholen. Vielleicht muss ich mir irgendeinen Stundenplan machen, oder was meinst du?

Ach, es ist doch wirklich noch nicht 18.00 Uhr in deinem Leben. Ich rechne damit, dass du über 80 wirst, und dass du noch sehr viel Schönes und Neues erleben wirst. Und ich möchte davon hören (oder besser lesen) bis meine eigene Uhr 00.00 schägt. Das ist vielleicht awiw.
Das hindert jedoch nicht, dass ich mir auch Gedanken weit darüber hinaus erlaube. Besonders, wenn ich nachts aufwache und nicht sofort wieder einschlafen kann. Dann tue ich in Gedanken awiw mit dir. Doch davon merkst du nichts. Schade eigentlich. :-)

Heute Abend ist Fussballfinale. Das werde ich mir ansehen. Und als Nachspeise werde ich schwedische Erbeeren essen. Das gehört zu dieser Jahreszeit und wir genieesen es reichlich.

Ich bin nun in meinen Papieren und anderen Dingen so weit vorgedrungen, dass ich fast in meinen Jugendjahren gelandet bin. Es ist eine spannende und zeitweise aufregende Reise in die Vergangenheit. Und dabei denke ich auch an alte Freunde, die nun schon gestorben sind. Ich habe mir immer nach unseren schönen Festen die Reden schriftlich geben lassen. Auch solche habe ich nun wiedergefunden. Sie sind von richtigen Meistern geschrieben und enthalten alles was man sich von einer Rede wünschen kann. Und es tut ein Bisschen weh.. das nochmals zu lesen.

Ich muss leider schon aufhören. Wenn du wüsstest, wie lang meine Mails wären, wenn ich ungestört meine Zeit am PC wählen könnte. Meine Gedanken sind oft bei dir.

Mit lieben Grüssen und einem zärtlichen Kuss ...
Malou 


Samstag, 25. Juli 2026

RE: Berufsbeginn

 

Lieber ...,

Freitag, 17. Juli 2026

Berufsbeginn - Altersheime u.a.m

 Berufsbeginn - Altersheime - Röntgenaufnahme - Seeräuberbart



Liebe Marlena

Gestern war ich den ganzen Tag sehr beschäftigt. Ich habe endlich damit angefangen, die eingegangenen Bewerbungen zu studieren. Ich glaube, es sind um die 30 Leute, die sich für unsere zwei halbe Stellen interessieren. Und so, wie alles ausschaut, können wir eine halbe Stelle vergeben, die andere werden wir intern zuteilen.

Das war also ein ziemlich strenger Tag. Und es ist ein sehr zweifelhaftes Vergnügen, sozusagen den lieben Gott für diese Menschen zu spielen. Ich mache mir zwar nicht mehr soviele Sorgen darüber wie früher, aber immerhin. Vor allem sehe ich diese vielen jungen Leute, die soeben ihr Studium abgeschlossen haben und die nun voller Optimismus und Tatendrang eine Stelle suchen. Wenn ich es vergleiche mit jener Zeit, als ich eine Stelle suchte, na ja, vielleicht war es nicht ganz anders. Habe ich Dir schon mal erzählt, wie es damals zuging.

Ich hatte also mein Lizentiat im Sack. Mein Professor hatte geraten, daraus eine Dissertation zu machen, und er machte mir ein Angebot, das ich nicht ausschlagen konnte. Ich brauchte bloss noch etwa 40 Seiten zu schreiben. So stellte ich mir vor, dass ich mich als Arbeitsloser melden sollte, um daneben in aller Ruhe und Gemütlichkeit meine 40 Seiten zu schreiben. Aber unsere Arbeitslosenkasse machte es mir zur Pflicht, ihr nachzuweisen, dass ich mich auch schön an verschiedenen Arbeitsstellen beworben hatte. So schrieb ich meine Bewerbungen an psychiatrische Kliniken hauptsächlich. Das war ziemlich die einzige Variante, die ich mir als Arbeit vorstellen konnte. Nun, daneben hatte ich ja noch die Arbeit an der Hochschule für angewandte Psychologie mit diagnostischen Aufgaben im Verkehrsbereich. Damit hätten wir auch überleben können. Und S hatte auch ihre Arbeit. Ich machte mir absolut keine Hoffnungen, innert nützlicher Frist eine passende Stelle zu finden. Schliesslich wollten sie mir sogar auf dem Arbeitsamt eine Stelle geben. Ich wäre verantwortlich geworden, mit arbeitslosen Leuten Waldwege zu reparieren und andere Arbeiten in der Natur durchzuführen. Gleichzeitig kam dann dieses Angebot aus Olten, wo man einen Psychologen in einem Drop-In suchte. An einem regnerischen Tag fuhr ich in diesen Ort und stellte mich vor einer ganzen Kommission von Leuten vor. Olten war mir ein absolut unbekannter Ort. Er galt und gilt zwar als Eisenbahnknotenpunkt der Schweiz, und jedes Kind hatte in der Schule gelernt, dass bei uns alle Wege über Olten führen. Aber niemand war je dort dem Eisenbahnwagen entstiegen, um sich das hübsche Städtchen anzuschauen. Ich entschied mich für Olten, weil ich fand, das Züricher Angebot wäre nicht wirklich für einen Psychologen. So hatte ich eine Arbeitsstelle, wo ich doch gar noch nicht so schnell arbeiten wollte. Und so kam ich in diesen hübschen Ort am Jurasdüdfuss an meine erste Stelle, wo ich unendlich viel Freiheiten und auch freie Zeit hatte. Die ersten Monate reiste ich mit der Eisenbahn hin und her. Ich hatte jede Menge Zeit, während der gut zweimal 30 Minuten Eisenbahnfahrt Zeitungen zu lesen.

*

Ja, die Altersheime! Auch die Perser verstehen nicht, wie schlimm wir unsere alten Leute behandeln. Ich erinnere mich an jene erste Zeit, als wir in Teheran in den Ferien weilten. Plötzlich tauchte in der Familie von S eine alte Tante auf. Sie sass schon am Morgen früh mitten in der Stube auf dem Teppich, rauchte eine Zigarette nach der anderen und kreischte mit rauher Stimme lautstark in der Wohnung herum. Alle Familienmitglieder waren mit ihren Dingen beschäftigt, und dazu gab sie ihre Kommentare oder sie versuchte irgendwelche Plaudereien zwischen verschiedenen Räumen. Jeder in der Familie war sehr freundlich mit ihr, vor allem die Kinder, wie mir auffiel. Sie lächelten, wenn sie etwas gefragt wurden, gaben geduldig Antwort und liessen sich durch durch diese alte Frau von ihren Tagespflichten abhalten. Für mit mit meiner europäischen "Ordentlichkeit" war das alles ziemlich fremd. Und ich erfuhr, dass sie sozusagen eine Pensionierte sei, eine ältere Tante, die ihr Leben damit zubrachte, ihre Verwandtschaft zu besuchen und damit ihren Lebensabend zu verbringen. Sie blieb vielleicht eine Woche in einer Familie, sass mitten in der Stube, rauchte diese dünnen persischen Zigaretten, schlürfte ihren Schwarztee, rührte aber absolut keine Hand, um etwas im Haushalt mitzuhelfen, hatte hingegen für alles und jedes irgend einen Kommentar, und liess sich dann vom Schwiegervater in die nächste Familie transportieren. In meinem Erleben war sie sehr unangenehm. Aber für die Familie war sie nichts Ungewöhnliches, eine Tante eben, die zum Leben gehörte, es sogar bereicherten.

Siehst Du Marlena, deshalb stelle ich mir vor, einen Teil meiner Pension im Iran zu verbringen, auf irgend einem wunderbaren persischen Teppich zu sitzen, überzuckerten Tee zu schlürfen, würzigen Tabak zu rauchen, den Respekt der Leute rundum zu geniessen und die Welt mit meinen Sprüchen zu beglücken.

*

Finde ich toll, dass Du die Röntgenaufnahmen bekommen hast. Weshalb rahmst Du sie nicht, um sie dann vors Fenster zu hängen. Man könnte sie auch unter das Glas des Tischchens in der Stube legen. Und die kannst sie noch interessanter gestalten, indem Du mit einem Filzstift irgendwelche Bemerkungen, Markierungen, Pfeile, Ausrufezeichen darauf zeichnest. Ich bin überzeugt, dass sich damit etwas Interessantes machen lässt.

*

Nein, ich habe meinen Seeräuberbart wieder entfernt. S  mag das absolut nicht. Er ist also ein geeignetes Mittel, sie ab und zu ein wenig zu ärgern. Im Iran ist ein solcher Dreitagesbart heute wieder ein Zeichen armer Leute. Aber unmittelbar nach der islamischen Revolution war er absolut in Mode bis weit hinauf in der sozialen Schichtung. Deshalb nenne ich ihn einen Islamistenbart. Vielleicht ist er meine letzte naturwüchsige Möglichkeit des Protestes gegen Künstlichkeit und steriles Zweckdenken in unserem Leben? Und er gibt dem Gesicht die Patina und den Duft des Lebens, nicht wahr?

*

Mein jüngster Bruder wohnt nicht im Wallis, sondern in Luzern. Onkelchen war und ist sein Pate, deshalb muss er ihn heute speziell berücksichtigen und ab und zu besuchen. Er weilte oft, nachdem unsere Mutter nach der Geburt gestorben war, in Lenzburg. Onkelchen und Tantchen hatten sich ihm gegenüber immer irgendwie als Ersatzeltern gefühlt und ihn behütet und verwöhnt. Ich glaube, sie wollten ihn sogar adoptieren, was mein Vater aber nicht akzeptiert hatte.

*

Heute muss ich die zweite Hälfte der Bewerbungen durchschauen. Und ich muss morgens daran gehen, sonst komme ich nicht vorwärts.

Ich wünsche Dir einen schönen Tag

Mit lieben Grüssen
...



Donnerstag, 16. Juli 2026

Give me one reason

 (R)

 


Subject: Torsdag = Donnerstag

Tor, ein altnordischer Gott (in Deutschland bekannt unter dem Namen Do'nar)

Lieber ...,
Ein herrlicher Herbsttag, so wie du sie am liebsten magst. Alles wäre so schön, wenn mich nicht plötzlich die mail-abstinenz plagen würde. Ich betrachte sie klinisch und wundere mich über ihre Kraft. So muss sich ein Alkoholiker fühlen, der keinen Alkohol findet, ein Raucher, der versucht von seiner Last frei zu werden. Doch dieser Letztere hat den Vorteil zu seiner Sucht zurückkehren zu können, wenn es ihm beliebt.

Von einer CD höre ich Tracy Chapman. Das ist wie ein Lutschbonbon gegen Grippe. Ich meine es schmeckt zwar gut, hilft aber kaum. Doch man kann seine Gedanken damit betäuben.
"Give me one reason".  

Nächste Woche schon wirst du vielleicht deine Reise nach Rom antreten. Ich glaube, es wird ein wunderbares Erlebnis werden. Vielleicht sogar noch schöner als damals New York. Und ich weiss, dass du das Beste daraus machen wirst. Wenn es schon keinen guten interessanten Reiseführer gibt, samle doch Material für einen eigenen. Jetzt hast du eine gute Digitalkamera und das photographische Auge fehlt dir auch nicht. Ich wünsche dir wunderbares Spätsommerwetter.

Soll ich? Soll ich nicht? Ich denke falls du krank zu Hause liegst brauchst du etwas Ermunterung.. vielleicht drücke ich auf die Taste "send".

OK.

Mit einem lieben Gruss,
Malou

2 KOMMENTARE:

  1. Liebe Malou,

    seit langer Zeit bin ich wieder einmal hier auf dieser geheimnisvollen Seite gelandet. Weil ich traurig war, bin ich durch das Netz geirrt - und zum Glück für mich bald in diesem Blog gelandet. Die Mischung aus Alltag, Geheimnis und Spannung hat mich aufgeheitert. Als Antwort auf all das, was ich von diesen Dialogen hier mitbekommen habe, schicke ich dir einen Link auf ein Gedicht, dass ich Anfang des Jahres geschrieben habe.

    Wo ich bin, hat die Nacht begonnen. Du hingegen stehst bald auf.
    Ich wünsche dir einen wunderschönen Morgen und weiter viel Spaß beim Schreiben.

    Herzlich
    Jorge D.R., Kitchener-Waterloo, Ontario, Canada

    http://traumtuch.blogspot.ca/2016/02/hier-und-dort.html
    SvaraRadera

  2. Lieber Jorge,

    Wie schön, dass dieser Blog einen so guten Einfluss auf dich hat. Das Gedicht von dir ist wunderschön.

    "Spass beim Schreiben" wünschst du mir. Aber es ist nur Veröffentlichen.

    Herzliche Grüsse
    Malou


Sonntag, 5. Juli 2026

Re: Sommer

 

date 4 July 13:56

Liebster Mausfreund,

... nein, deinen Federer habe ich nicht gesehen. Nicht einmal was über ihn gehört. Dagegen habe auch ich Kaffee getrunken.. gestern Abend bei den Nachbarn K und S. Und zwar so viel, dass ich in der Nacht nur ein paar Stunden schlafen konnte. K hat anscheinend überhaupt nicht schlafen können. Komisch eigentlich, denn normalerweise reagiere ich nicht so auf dieses vortreffliche Getränk.

Na klar, vergleiche ich alle meine Lektüren irgendwie miteinander. Manches ist nicht besonders gut geschrieben, aber es kann etwas in der Story geben, was mich neugierig macht. Doch am schönsten sind natürlich Texte, die Inhalt haben und gut geschrieben sind. Wie meine tägliche Dosis Harroin. ;-)


Puh! Hier ist es heute warm. 37°auf der Hinterseite des Hauses und 26° hier im Zimmer.

K ist gefahren, um seinen letzten Schlüssel abzugeben. Er hätte ihn genau so gut mit der Post senden können. Aber ich denke, er will sich ein paar Flaschen Wein dort kaufen, die er hier nicht kriegen kann.

Glaubst du wirklich, dass ich mich zurücksehnen könnte in meine Berufszeit? Nein. Das werde ich nie tun und ich glaube auch kein anderer von meinen Kollegen. Du weisst, man ist ständig mit dem Kopf bei der Arbeit. Auch wenn man "frei" war, wie es heisst. Nein, ich liebe mein jetziges Leben. Es ist spannend. Es bewegt sich. Es ist voll von Möglichkeiten. Es ist auch voll von Dingen, die getan werden müssen. Doch dahinter lockt immer etwas Schönes. Die Verwirklichung eines Traumes. Ob er sich verwirklichen lässt, bleibt ungesagt, aber der Weg dorthin ist das Wichtige. Ich glaube, solange man diese Erwartung hat, ist man glücklich.
Sonst muss ich schon zugeben, dass das Leben zu zweit, zeitweise eine Prüfung ist. K ist jetzt faul. Ich mag nicht besonders faule Männer. Aber er sagt, er hat genug gearbeitet. Doch wenn ich zurückdenke an die vergangenen Monate, so muss ich feststellen, dass auch ich anfangs so reagiert habe. "Ich muss nichts" war irgendwie mein Motto.. Und um zu beweisen, dass es so sei, habe ich auch die Freiheit gross ausgekostet. Ich habe mich mitten in all der Unordnung hingesetzt und "nichts getan". Doch dann kommt Gott sei Dank wieder die Lust aktiv zu sein. Und es gibt unendlich viel, womit man sich beschäftigen kann.

Ich wünsche dir einen schönen Tag, obwohl er schon halbwegs vorbei ist.

Mit lieben Grüssen,
Malou

Zwischen-Mail

 (R)

Liebe Marlena

Ja, Du siehst richtig, hier ist ein Zwischenmail, eine Extra-Portion, wie wir sie hier nur in seltenen Momenten herausgeben. Ich hatte nach einer schlechten, heissen Nacht in einem durchwühlten Bett auf den Morgen gewartet. Und dann gab es auch noch die Direktionssitzung, nicht eben meine Lieblingsbeschäftigung. 
(...)
Vielleicht bin ich wegen dieser Lobesworte so voller guter Dinge, dass ich Dir hier nochmals ein Mail schreibe, eine Extra-Ding, ein Surplus.

*
Ich bin froh, dass dieser Tag bald zu Ende ist, denn eigentlich bin ich ziemlich müde. Und man sagt, dass Freitag, der 13. mit Vollmond gekoppelt eine echt gefährliche Packung sei. Na ja, ich werde zu Fuss heimkehren und mich sofort in meine Privaträume zurückziehen. Da kann ich nicht mehr allzuviel falsch machen. Und morgen werden wir weitersehen.


Habe ich Dir erzählt, dass ich ein Büchlein über den Sufismus lese? Es ist geschrieben von Annemarie Schimmel, einer der besten Kennerinnen des Islam und seiner Kultur. Sie war Professorin in den USA und in Deutschland, hat viele Preise bekommen und ist vor ungefähr einem Jahr gestorben. Ich habe mal von ihr einen Lebenslauf über Mohammed gelesen, und bloss diesen kleinen Text fand ich schon ausgezeichnet. Ich kann nicht mal mehr genau sagen, was es war, das mich überzeugt hat. Doch der Text hatte eine Qualität, die man sonst nicht findet.

Ich werde Dir später erzählen, was Sufismus ist und dass ich eigentlich im Tiefsten meines Herzens ein Sufi bin. Ein Farbkenner hatte mal über meine Bilder gesagt, ich wäre ein Mystiker. Na also!

Mit lieben Grüssen für das Wochenende
...


4 Kommentare:

  1. Für der Sufi gibt es auch ein anderes ganz tollen genius, Eric Hermelin, aber - glaube Ich - nur in Swedisch.

    (Jag övar tyskan, det går väl så där...)

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    1. Tack för Eric Hermelin, Gabi.

      Vilhelm Ekelund om Eric Hermelin:
      ”Säger man att det funnits mer poetisk skapande kraft och ingivelse hos denne man än i hela den samtida svenska vitterheten, har man sagt mycket lite.”

      Jag gläds åt din flit och lånar gärna ut min tysklärare.

      Hermelin borde ha översatts till tyska.

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  2. Din tysklärare, aha!

    Förmodar att du läst Hermelin?

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  3. Nej, tyvärr. Men snart.. Har hittills bara läst dikter av Rumi på tyska.
    Hermelin finns med på bokrean på adlibris.

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