Donnerstag, 13. August 2026

Juan-les-Pins


Ämne: Re: Wieder da..
Datum: den 31 juli 

Lieber ... ,
Was immer das Thema auch sei, so verstehst du es ein kleines Kunststück daraus zu machen. Deine Gedanken über die Wettervorhersagen sind köstlich. Und da wir ja nun gerade wieder bei dem Thema gelandet sind muss ich dir sagen, dass auch wir im grossen Teil vom Lande sehr trockenes Wetter gehabt haben. Das staatliche "Vattenfall" droht schon jetzt damit ihre bereits riesigen Elektrizitätspreise nochmals zu erhöhen. Auch von Waldbränden sind wir nicht verschont geblieben. Aber hast du von Südfrankreich gehört? Ich habe gerade einen meiner Schüler in Antibes -Juan les Pins und er wird sicher viel zu erzählen haben.

In Antibes war ich mal bei einem Kurs für Französischlehrer und die Nachmittage haben wir meist am Strand in Juan les Pins verbracht. Ich erinnere mich noch sehr gut an das Hotel und den schönen Park mit Palmen und wo Zitronen und Orangen an den Bäumen leuchteten. In der Nacht, wenn man durch die stillen dunklen Gassen nach Hause ging, hörte man Laute, die ich sonst nur in einem afrikanischen Djungel erwartet hätte. Und die Nächte waren lau und die Sterne leuchteten über dem Meer. Und einer der französischen Assitenten war etwas verliebt in mich und um mit mir ausgehen zu können musste er auch die anderen Frauen in meiner Gesellschaft akzeptieren. Er war gesprächig und auch sprituell und man sah, dass sich die Damen freuten über diese männliche Eskorte.
Es war eine schöne Zeit.
...

Donnerstag, 6. August 2026

Lazy saturday morning..


Lieber ...,
Es ist Samstagmorgen. Neben mir auf dem Sofa liegt ein Haufen Bügelwäsche. Soll sie tun. Zuerst will ich mich ein wenig mit einem Mail an dich ”verlusten” (heisst es so?).
Gestern war ein schöner sonniger Nachmittag. Freitags komme ich erst spät nach Hause (sogar nach K und A) und bin meistens ziemlich erschöpft. Anna und K dagegen schienen in prima Form zu sein und beschlossen noch schnell vor dem Essen einen Waldlauf zu machen. Und dann kamen sie mit einem schönen grossen ”blomkålssvamp” nach Hause.


 

Aujourd’hui je vais téléphoner à la soeur de mon oncle qui habite à Paris pour lui demander l’adresse e-mail de sa fille en Amérique. Malheuresement j’ai perdu le contact avec elle. Nous avons passé des étés merveilleux ensemble à Paris (quand nous étions jeunes) et je la regarde presque comme une petite soeur. Il faut que je fasse quelque chose pour ne pas oublier le français. Un peu d’exercise pour m’aider à m’exprimer plus facilement.


Devant moi je vois la carte avec les deux élans qui s’embrassent tendrement. Elle me fait penser à toi.
Je t’embrasse aussi et te souhaite une bonne journée,
Marlena  

 



 

Mittwoch, 5. August 2026

Mein Bild - dein Bild (pure Nostalgie)

 

Liebe Marlena

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Ich finde, Deine Reaktion auf das Bild war etwas knapp. Und dabei habe ich nun beinahe ein Jahr lang nach einem Foto gesucht, und kürzlich hat mir S zufällig dieses eine zugesteckt. Es ist ein Unikat sozusagen, ein Einzelstück, die Ernte eines Jahres, und Du solltest Dir dessen bewusst sein. Es ist praktisch nicht mehr als das vorhanden.

 

RE:

Lieber ...

Ach, dieses wertvolle Foto von dir, dieses einmalige habe ich nicht genug gelobt. Also muss ich es wohl nochmals versuchen. Vielleicht geht es ohne S und M einzumischen.

Erstens siehst du auf dem Bild sportlich aus. Du könntest sehr gut einer dieser hormonstrozenden Harros sein, die man im heutigen ST finden kann. Vielleicht ist es das T-shirt, das es macht. Dann liebe ich dein Kinn. Es sieht sehr männlich aus. Ich habe schon immer eine Schwäche für diese Art von Kinn gehabt. Darüber deine schön geformten weichen Lippen. ...(Zensur)... Deine Nase ist fotogenique. Und deine Augen. Es hat mich etwas überrascht, dass sie so hell sind. Ich würde sie gern live sehen. Und wenn ich dir so in die Augen schaue, dann bin ich mir bewusst, dass ich das im real life kaum wagen würde. Und dann versuche ich, das Bild von dir, das ich in mir trage, mit dem auf dem Foto in Einklang zu bringen. Ich weiss doch, dass du aus Fleisch und Blut bist, aber trotzdem kann ich es nicht richtig fassen, dass du wirklich bist. Es ist fast, als hätte ich vergessen, dass hinter den Mails ein richtiger Mensch steht.. Übrigens siehst du auch poetisch aus und wenn ich nicht wüsste, dass es sich um eine Magenverstimmung handelt, hätte ich glatt geglaubt du leidest an Weltenschmerz. ;-)

Schau mal zu was du mich mit deiner kleinen ironischen Bemerkung verlockt hast. Aber natürlich fühle ich mich geehrt, dieses "Einzelstück" von Foto zu besitzen. Das letzte sozusagen, das du nun auch verschenkt hast. ;-) Oder besitzen die übrigen 59 Mailpartnerinnen auch dieses Bild???


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RE:

Liebe Marlena 

Trotz des tristen Wetters und Deiner nach Eukalyptus lechzenden Erkältung kannst Du solch ein Mail schreiben! (ein!)   Manchmal muss man Dich wirklich etwas kitzeln, damit Du aus Dir rausgehst und Deine Genialität in der Sonne zu gleissen geruhst!! (zwei!!) Es ist schon länger her, dass ich über eines Deiner Mails so sehr geschmunzelt habe. Und das hängt nicht bloss daran, dass Du Dir dieses Mal meine Nase vorgenommen hast!!! (drei!!!) 

Es ist eigentlich mehr, WIE Du schreibst. Und Du kannst es meisterhaft. Die Gedanken und Dinge nach Deiner Art in überraschende Zusammenhänge zu bringen, das ist echt zum Schmunzeln. Und manchmal klingt es ein wenig mammahaft! Auch das hat Charme.  Zumindest hat es meinen baudelairschen Weltschmerz etwas aufgehellt.

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Klar, ich hätte auch mit einer der 59 Frauenzimmer (oder muss ich sagen Adressen) abgehauen sein können! Nach einem unendlich langen und qualvollen Würfelprozess, welche denn Opfer dieses romantischen Anfalls sein dürfe. Und nach diesen dämlichen Qualifikations- und Selektionsprozessen hätte ich die Schönste am Handgelenk genommen und wäre hinunter nach Ronda durchgebrannt. Hemingway meint, Ronda eigne sich für ein solches Unternehmen besonders. Ronda also hätten wir uns geleistet und wären im Hotel gleich neben der tiefen Schlucht abgestiegen, dort wo man vom ehemaligen Strassenräubernest in die waldige und hügelige Landschaft hinunter sieht. Und wir hätten zum spanischen Wein diese riesengrossen und etwas groben Plätzchen gegessen, die sie in Spanien den Stieren praktisch lebendigen Leibes aus den Lenden schneiden. Inkognito wären wir auf Rondas Flaniermeile Arm in Arm auf und ab gegangen, hätten auf die Welt und ihren unglücklichen Lauf gepfiffen und stattdessen in der wunderhübschen kleinen Arena ein paar blutig-schöne Corridas besucht.

Und zwischendurch hätte ich mit meiner schönsten Rothaarigen im Hotelzimmer die Decken aufgewühlt und Bettgestelle flachgelegt. Ein bisschen barock alles, zugegeben. Ungefähr so wie ein gute Flasche Malvoisie, prickelnd, komplex und lebenslustig.

Doch, meine liebe Marlena, wie kann ich erklären, dass ich nach drei Tagen bereits wieder zurück bin?? Der romantische Anfall berücksichtigt nur den explosiven Entschluss, die hastige Abfahrt, den brennenden Wunsch, wegzukommen. Doch wie kommt man wieder zurück? Reuigen Herzens? Asche auf dem Haupt? Triste und voller Schuldgefühle? Oder einfach so, indem man morgens wieder im Büro sitzt und die aufgelaufenen Pendenzen angeht? Die Rückkehr ist ziemlich heikel, nicht wahr? Die Romantik denkt nicht an Rückkehr, wenn sie denn überhaupt denkt! Sie denkt nämlich auch nicht daran, lebenslänglich in Ronda auf und ab zu gehen. Man müsste dann ja gelegentlich mit der nächsten der 59 zum nächsten Ort abhauen. Vielleicht nach Rom mit einer Blonden, nach Paris brunette und Casa Blanca schwarz?

Ich bin also von Ronda zurück!

Mit einem lieben Gruss 

...

Ravitaillement - kleiner Picknickkorb

  

Ronda

Ämne : Ravitaillement... 

Lieber ...,
Eigentlich hätte ich dir ein langes Mail senden wollen. Das versuche ich immer am Donnerstag, weil ich nicht weiss wann ich demnächst ungestört schreiben kann. Es soll sozusagen ein kleiner Picknickkorb sein um deinen ärgsten Hunger zu stillen. Aber vielleicht hast du garnicht mehr so grossen Appetit dass es nötig ist - oder (was noch schlimmer ist) du wirst von anderen gefüttert. Nun ja, von S erwarte ich es ja - es ist doch die Pflicht einer guten Ehefrau ihren Mann zu pflegen, aber nun dachte ich eben an die anderen. Die rothaarige und die Brunette. Obwohl ich glaube dass du Spass machst kann ich es doch nicht verhindern dass ich ein wenig eifersüchtig werde dabei. Ich möchte dich mit allen teilen und gleichzeitig für mich allein beanspruchen. Du siehst mein Dilemma. ;-)

Du schreibst wieder so schön von Ronda und wenn ich noch einmal eine Liebesaffaire haben werde, werde ich wahrscheinlich diesen Ort dafür wählen. Aber vielleicht doch nicht, denn ich will nicht meine grosse Liebe betrügen: Rom.
Siehst du, nun bist du so klug geworden dass du auch die Gefahren sehen kannst. Und du hast sie sehr gut beschrieben. Man kann nicht ewig Hand in Hand herumspazieren... und das Gefühl nachher, wenn man es nicht mehr kann. Wie wäre unsere Relation jetzt wenn wir Rom hinter uns hätten? Ach, das Leben ist wirklich nicht nur ein Fest. Würde man sowas überhaupt aushalten? Wir würden uns wahrscheinlich vergessen.. ups ich meine veressen. Aber auch da bin ich nicht richtig sicher. Was dich betrifft bin ich nie richtig sicher was und wie...
Nur eines weiss ich mit 100%iger Sicherheit. Du machst mein Leben schön mit deinen Mails und wenn ich mich wegen irgendetwas glücklich fühle so hat es immer auch mir dir zu tun.
Sieht es wieder aus wie eine Art Liebeserklärung? Ach, ich bin doch nur aufrichtig.
*
Heute haben wir (WIR, wie das klingt!) den Nobelpreis in Literatur verliehen. Und du weisst ja schon an wen. Man fragt sich ob das irgendwie politisch begründet sein könnte und ob man vielleicht heute nicht jemand anderen hätte wählen sollen. Aber es freut mich dass man einmal nicht eine völlig ungelesene Person irgendwo ausgegraben hat sondern einen Schriftsteller gewählt hat dessen Werk von einem grossen Publikum geschätzt wird. Und der Mann scheint etwas scheu zu sein. Als er die Nachricht erfuhr versteckte er sich in einer Ecke seines Gartens und man hat bis jetzt noch keinen Kommentar aus seinem Mund gehört.
Ich werde mir ein Buch von ihm besorgen. Das versuche ich meistens zu tun mit Preisträgern die ich noch nicht gelesen habe. So kam es auch dass ich damals Singer las. Und sein Buch hat mein Bild von Amerika, das ich bis dahin hatte, sehr verändert.
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Man hört so viel Elend in allen Medien und ich denke wie eine Schülerin heute sagte: man muss sich ein wenig abschirmen um es überhaupt ertragen zu können. Vor einer Weile habe ich "al Jazira" angesehen, das arabische Gegenstück zu CNN. Es war interessant. Kennst du das Programm?
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Eigentlich geht es mir nicht allzu gut im Moment und ich hoffe dass ich es nicht werde büssen müssen dass ich zur Arbeit gegangen bin. Es schmerzt im Hals und in der Brust (Luftröhre und Lunge) und ausserdem höre ich kaum. Das ist wirklich kein Vorteil für einen Sprachlehrer. Oder vielleicht doch? ;-)
*
So, nun habe ich den Korb gepackt. Fehlt nur noch eine kleine Süssigkeit als Nachspeise. Vielleicht ein paar von den italienischen "bachis", du weisst die mit einem Spruch auf dem Papier. Ja, die magst du sicher gern.
Ich wünsche dir eine gute Nacht und einen schönen Freitag.
Love
Marlena

Uff !

 

 eine Freundin holt sich Pflaumen



date 27 September 17:08
subject Uff!

Lieber ..,
Kein Mail heute? Ich war am Vormittag in der Stadt um etwas zu besorgen und dann war hier ein ziemlicher Sturm und als ich in den Garten kam, lag ein dicker Teppich von Pflaumen um den Baum. Drei grosse Eimer voll habe ich zur Müllstation gefahren. Jetzt bin ich dabei, alte Konserven zu leeren.. um die Gläser mit Neuem zu füllen.
Puh!
Ich glaube du musst nun schon ein wenig in Zeitnot sein, wegen deiner Romreise. Ich würde meine Gedanken nicht auf anderes konzentrieren können (wollen).

Du bist sowieso schon aus dem Büro weg und so kann ich dir ebenso gut später heute Abend schreiben, wenn ich mit meinen Vorhaben fertig bin.

So grüsse ich dich lieb und wünsche dir noch einen angenehmen Abend,
Kuss
Malou



Dienstag, 4. August 2026

Schlußstück






 
 
 
 

Sonntag, 2. August 2026

Das Geheimnis der Liebe

 

Ämne: Fenyletynamil und Oxytocin


Lieber ...,

(---)

Übrigens scheint nun das Geheimnis der Liebe bald gelöst zu sein. Die neueste Forschung auf dem Gebiet sagt: eine Verliebtheit (Passion) hält 18 Monate bis zu 4 Jahren an. Wenn wir uns verlieben, bildet der Körper Fenyletylamin (nicht zu verwechseln mit Testosteron). Hier gilt es nämlich wirklicher Liebe. Fenyletylamin hat ähnliche Eigenschaften wie cannabis und amfetamin. Man wird „hoch“ davon.

Leider hat diese körpereigene Passionsdroge noch mehr Ähnlichkeiten mit Narkotika. U.a. bildet der Körper allmählich eine Toleranz dagegen. Der Effekt verschwindet und damit auch die Passion. Und höchstens vier Jahre lang hält die Verliebtheit an. Aber das Ende der Passion braucht nicht das Ende einer Beziehung zu bedeuten. Die Molekylärbiologie hat gefunden, dass Paarbeziehungen auch das morfinähnliche, beruhigende Oxytocin bilden, das nicht so stark ist wie die Passionsdrogen, aber das „habit-forming“ (weiss nicht auf deutsch) ist, und auch nach der Verliebheit anhält. Für denjenigen, der nicht ohne Passion leben kann, gibt es nur einen Ausweg: einen neuen Partner zu finden, in den man sich verlieben kann. Mit einem neuen Objekt für die Verliebtheit beginnt die Fenyletynamilproduktion und die Passion von neuem.
Ha.. nun wissen wir wie es sich damit verhält.. und ich frage mich gerade, wo auf dieser Stufe ich mich im Moment befinde. ;-) Vielleicht wird man auch bald ein Mittel dagegen erfinden. Eine Antiliebepille.. Was sagst du dazu?
*
Es ist spät und ich werde nochmals versuchen ins Hotmail zu kommen.

Gute Nacht, .... Ich wünsche dir einen schönen Tag morgen.
G+K

Marlena