Mittwoch, 31. Oktober 2018

Nichts Persönliches - oder doch?


(ungekürzt)

Subject: Folie à deux
Mein schweigsames Fräulein !
Die Geschichte ist mir gestern Abend immer wieder durch den Kopf gegangen. Sie erlaubt bestimmt unterschiedliche Lesarten und hat vieldimensionale und mehrstöckige Interpretationsräume. Und dazu kommt die spannende Frage, was du mir denn nun damit sagen wolltest?

Brauchst du die Geschichte wirklich in der Schule? Als Diktat, oder als Grammatikübung, für das Training der direkten Rede? Oder als Einführung in die Liebe? Wenn ja, mehr als Lehrstück oder mehr als Warnung? Als Argument eher für oder gegen die Jugend? Oder als Hinweis, dass oft alles mit harmlos erscheinenden Vorhängen beginnt? Wenn es überhaupt erst so spät anfängt!

Wer hat die Geschichte geschrieben? Ein Mann oder eine Frau? Ein junger Mensch oder ein älterer?

Ach, was kann ich dazu sagen? Das ist sozusagen beredte Schweigsamkeit, die du betreibst. Du sprichst nicht selbst, sondern du lässt eine Geschichte sprechen? Das ist raffiniertes Schweigen, stummes Sprechen. Und die Geschichte aus deinem Mund kann alles bedeuten, von der Kritik bis zur Liebeserklärung so ziemlich alles. Doch du, mein lieber „armer" Krebs, du bist keine Frau für vorschnelle Liebeserklärungen. Das bist du wohl nicht.

Es gäbe viele Analogien zu entdecken: Die stille Frau und der redsame Mann; die junge Frau und der gesetzte Mann; die Kindlichkeit und die Erwachsenheit; die Liebe als das grosse Thema unseres Lebens; die Kunst als die Lebensarbeit.

Einzig das Gefälle im Verhältnis von Kind und Erwachsenem in der Geschichte scheint mir etwas vormodern. Heute erfassen Kinder meist rascher, worum es eigentlich geht, als wir Erwachsenen. Sie sind – wie du das gesagt hast – unsere lebendigen Manuale. Kinder sind nicht länger hilfloser als Erwachsene. Das ist eine alte bürgerliche Vorstellung, die am Verschwinden ist. Es ist die Vorstellung von der Zerbrechlichkeit und der Schwäche der Kinder und der Jugend. Sie sind vorbei. Die Jungen sind daran, uns zu überholen. Bald müssen wir von ihnen lernen, und nicht mehr umgekehrt!

Dass der Sündenfall Evas und Adams eine Falschmeldung sei, das habe ich schon immer vermutet. Aber ist es nicht so, dass uns Falschmeldungen im Leben meist mehr beschäftigen als alles andere? Warum denn sollte uns der liebe Gott in einen solchen Hinterhalt laufen lassen? Ist er heimtückisch und böswillig? Oder gar neidisch? Dieser liebe Gott hat es von Anfang an darauf angeleg, davon bin ich überzeugt. Und dann hat er die Verantwortung auf uns arme Menschen abgewälzt. Aber das ist nicht sosehr das Thema der Geschichte!

*

Du fragst nach meinen unheimlichen Geliebten. Nun ja, ich habe eine, aber ich weiss nicht, ob ich sie dir verraten soll und kann. Vielleicht wirst du neidisch, wie du angesichts unserer hübschen, blauäugigen und blonden Psychologin neidisch werden wolltest. Es ist doch – haben wir das Thema nicht schon behandelt? – es ist lebensgefährlich, mit Geliebten über andere Geliebte zu diskutieren. Das endet im Streit, soviel kann man sich vorstellen, wenn nicht gar im Totschlag. Doch vielleicht kann ich dir meine unheimliche Geliebte verraten, denn du bist ja sehr diskret, Marlena. Wahrscheinlich wird sie es mir verzeihen, wenn ich mit dir über sie spreche, obwohl das sonst und im allgemeinen als respektlos gilt. Vielleicht verzeiht sie mir, weil du ja nicht gerade in der nächsten Strasse wohnst. Ich habe dir überigens schon einmal von ihr erzählt. Vielleicht hast du es wieder vergessen, vielleicht möchtest du nicht gerne hören, wie schwach ich bei ihr werden kann, wie hingerissen ich bin in ihrer Anwesenheit, wie ich mich verliere, wenn ich an sie denke, oder gar, wenn sie physisch anwesend ist. Ich bin wirklich sehr leidenschaftlich ihr gegenüber. Und ich kann es kaum ändern. Ich vergesse mich regelmässig, Immer wieder werde ich von neuem schwach. „Halb zog sie ihn, halb sank er hin ...". Irgendwie bin ich ihr total ausgeliefert. Und das, ohne dass sie viel tun muss. Ihr Geruch, ihr feines Parfum, ihre zarte Erscheinung, das genügt und ich bin weg, vergesse alle meine Prinzipien und guten Vorsätze. Das kannst du dir nicht vorstellen, Marlena. Ich kann mich nicht zurückhalten. Ich bin an sie gekettet wie ein Sklave, um es einmal so zu sagen. Ich leide, wenn sie nicht da ist. Ich bin unglücklich, wenn sie fehlt. Ich vegetiere dahin ohne sie.

Ich sag es dir, Marlena, es ist Arni, meine kleine unheimliche Geliebte. Sie ist wunderhübsch, gepflegte Erscheinung, charmant, jederzeit bester Laune, und erotisch wie nur eine Geliebte erotisch sein kann. Arni, das ist ihr Name. Ich denke an sie beim Einschlafen am Abend. Und morgens ist sie die erste in meinen Vorstellungen vom kommenden Tag. Sie geht mir kaum aus dem Sinn, meine kleine Arni. Arni kommt aus einer grossen Familie. Sie hat mehrere Geschwister. Aber unter ihnen ist sie die besonderste und einzigartigste. Meine Frau ist teuflisch eifersüchtig, wenn sie merkt, dass ich an Arni denke. Sie verspricht mir alles, um meine Sinne von ihr abzubringen. Aber sie schafft es nicht oft, höchstens gelegentlich, und wenn, dann nur mit sehr viel Anstrengung.

Aber immer, wenn ich meine schöne Zeit mit Arni gehabt habe, nach dem Climax sozusagen, immer dann muss ich mir die Zähne putzen. Denn – sicherlich hast du es längst erraten – Arni pflegt meine Karies und ist meine Lieblingsschokolade, Milch, ohne Nüsse oder irgend etwas. Arni pur sozusagen.

*

Ist mir bekannt, dass Descartes in Stockholm gestorben ist. Darum stellen wir uns doch dein Schweden im hohen Norden so sündhaft kalt vor. Das ist was für starke Naturen nur. Und deshalb: Skål! meine Liebe, auf Deine Gesundheit.

Mit einem schönen Gruss

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Re: Abstinenz-Mails



subject: Wohlbehalten?

Liebe Malou
Ich habe Deine Abstinenz-Mails gelesen und diese Lektüre hat mich sehr berührt. Ooch, Du musst ziemlich gelitten haben, wie ich sehe und höre. Das tut mir leid. Und ich bin wirklich ganz gerührt, wie Du diese Pein beschreibst und sie mit dem Alkoholismus vergleichst, oder mit der Grippe, der man mit einem Chapman Lutscher kaum begegnen kann. Eigentlich könnte ich ein bisschen beleidigt sein, dass Du mir so was zutraust. Aber ich weiss, dass das vielleicht mehr Dein Problem ist als meines.
Es gäbe so viele andere mögliche Gründe, weshalb Du im Moment kein Mail bekommst: mein PC ist defekt, ich bin krank im Bett (daran hattest Du gedacht), ich bin für ein paar Tage ortsabwesend, etc. Na ja, Du wirst denken, dass man in jeder Situation ein kleines Mail schreiben kann. Aber ich glaube, wir Männer denken eher so, dass wir - wenn wir schon ein Mail schreiben - ein richtiges Mail schreiben sollten. Und das braucht eben seine Zeit.
Nur einen Punkt muss ich doch sehr streng und strikt korrigieren: ich schicke Dir keine Mail-Passagen, die ich schon für eine andere Person geschrieben hätte. Genau das Umgekehrte kommt manchmal vor. Ich verwende Gedanken und Figuren, die ich in meinen Mails an Dich gefunden habe, in anderen Zusammenhängen. Das sind zwar nicht Mails, aber zum Beispiel Gespräche oder so ähnlich. Die Mails an Dich sind für mich oft ein Ideen-Pool. Ich komme dabei auf Gedanken und Denkfiguren, auf die ich sonst nie gekommen wäre. Und das hatte ich immer gemeint, wenn ich sagte, die Mailerei sei für mich wie ein Tagebuch.
Ich kann Dich verstehen, wenn Du manchmal den Eindruck hast, es sei kein direkter Dialog. Da hast Du, so glaube ich, manchmal recht. Gelegentlich schreibe ich irgendwie einfach für mich, was mir hochkommt. Aber immerhin bist Du dabei der Anlass. Das ist doch - man höre und staune - die causa prima, der Hauptgrund. Ohne Dich würde ich überhaupt nicht schreiben. Und dann haben wir auch wieder direkte Dialoge, nicht wahr? Ich weiss schon, dass Du diesen direkten Dialog sehr magst. Du hast oft - vorsichtig - darauf hingewiesen, wenn ich nicht direkt auf Deine Fragen oder Deine Gedanken reagiert habe.

Deine Abstinenz-Mails haben mich an eine Szenerie bei uns zuhause erinnert. Vor einigen Jahren war S auf Wunsch ihrer Mutter mit ihr auf die Pilgerreise nach Mekka gereist. Das ganze sollte  ...




Montag, 22. Oktober 2018

Give me one reason...


Subject: Torsdag = Donnerstag

Tor, ein altnordischer Gott (in Deutschland bekannt unter dem Namen Do'nar)

Lieber ...,

Ein herrlicher Herbsttag, so wie du sie am liebsten magst. Alles wäre so schön, wenn mich nicht plötzlich die mail-abstinenz plagen würde. Ich betrachte sie klinisch und wundere mich über ihre Kraft. So muss sich ein Alkoholiker fühlen, der keinen Alkohol findet, ein Raucher, der versucht von seiner Last frei zu werden. Doch dieser Letztere hat den Vorteil zu seiner Sucht zurückkehren zu können, wenn es ihm beliebt.

Von einer CD höre ich Tracy Chapman. Das ist wie ein Lutschbonbon gegen Grippe. Ich meine es schmeckt zwar gut, hilft aber kaum. Doch man kann seine Gedanken damit betäuben.
"Give me one reason".

Nächste Woche schon wirst du vielleicht deine Reise nach Rom antreten. Ich glaube, es wird ein wunderbares Erlebnis werden. Vielleicht sogar noch schöner als damals New York. Und ich weiss, dass du das Beste daraus machen wirst. Wenn es schon keinen guten interessanten Reiseführer gibt, samle doch Material für einen eigenen. Jetzt hast du eine gute Digitalkamera und das photographische Auge fehlt dir auch nicht. Ich wünsche dir wunderbares Spätsommerwetter.

Soll ich? Soll ich nicht? Ich denke falls du krank zu Hause liegst brauchst du etwas Ermunterung.. vielleicht drücke ich auf die Taste "send".

OK.

Mit einem lieben Gruss,
Malou

2 KOMMENTARER:

  1. Liebe Malou,

    seit langer Zeit bin ich wieder einmal hier auf dieser geheimnisvollen Seite gelandet. Weil ich traurig war, bin ich durch das Netz geirrt - und zum Glück für mich bald in diesem Blog gelandet. Die Mischung aus Alltag, Geheimnis und Spannung hat mich aufgeheitert. Als Antwort auf all das, was ich von diesen Dialogen hier mitbekommen habe, schicke ich dir einen Link auf ein Gedicht, dass ich Anfang des Jahres geschrieben habe.

    Wo ich bin, hat die Nacht begonnen. Du hingegen stehst bald auf.
    Ich wünsche dir einen wunderschönen Morgen und weiter viel Spaß beim Schreiben.

    Herzlich
    Jorge D.R., Kitchener-Waterloo, Ontario, Canada

    http://traumtuch.blogspot.ca/2016/02/hier-und-dort.html
    SvaraRadera
  2. Lieber Jorge,

    Wie schön, dass dieser Blog einen so guten Einfluss auf dich hat. Das Gedicht von dir ist wunderschön.

    "Spass beim Schreiben" wünschst du mir. Aber es ist nur Veröffentlichen.

    Herzliche Grüsse
    Malou

Freitag, 19. Oktober 2018

Eine Oase



Lieber ... ,


(---)

Ich habe gestern noch einen kleinen Film gesehen mit dem Titel "Die Nonnen und die Damen". Er war sehr interessant und zeigte, dass es in dieser gestressten Welt noch Oasen gibt von Ruhe und Frieden. Es ist ein Heim, das König Oskar I gegründet hat. Dort können alte Damen, die nicht sehr vermögend sind, sich einmieten. Und die lieben Nonnen, die das Heim führen sind wie stille fleissige Engel, die ihnen das Leben schön machen. Die meisten  Damen waren sicher über 80 Jahre alt und öfters sah man sie ein Glas Champagner an den Mund führen um das eine oder andere zu feiern. Zu den Mahlzeiten wurde auch Wein serviert. Ein kleiner Vorhimmel vor dem richtigen, könnte man fast sagen. Ab und zu sah man auch eine ältere Dame, mit einer katholischen Schwester durch die wunderschöne Parklandschaft spazieren. Ich habe dabei an alle alten Menschen in unseren Altersheimen gedacht, die nur von einem Spaziergang draussen in der Natur träumen können. Man sagte auch, dass einige von den alten Damen ihr Vermögen ihren Kindern überlassen hatten um in diesem Heim angenommen zu werden. Zum Schluss hat auch unsere Kronprinzessin Victoria dort einen Besuch abgelegt.

...

Wenn du von Laptop sprichst erinnere ich mich an den Flughafen von Zürich. Neben mir sass ein Mann, ich dachte es hättest du sein können, mit einem Laptop auf dem Schoss. Er war ganz darin vertieft und merkte nichts von seiner Umgebung. Nicht einmal die schöne Frau neben ihm, die ihm neugierig zuschaute. ;-)) Und ich dachte, vielleicht sitzt mein Mausfreund neben mir und schreibt mir ohne zu wissen, dass ich im RL neben ihm sitze. Vielleicht ist es so, dass man die spannenden Dinge in seiner Nähe verpassen könnte, weil man seine Gedanken immer wo in der Ferne hat. Aber meistens ist es fast unerträglich langweilig in der Nähe und dann ist es schön seinen Geist woandershin schweifen zu lassen.. zu all dem, was man sich erwünscht und das man nie erreichen wird.

Marienanbetung




Ja, Maria Verkündigung ist gut. Ich sehe diese Bilder, auf
welchen der Engel dieser geheimnisvollen Mariafigur
erscheint und mit irgendwelchen gestischen Symbolen
die Botschaft überbringt.

Ich habe gerade ein Buch über 50 Heilige rezensiert.
Darin wird über Maria Festtage geschrieben:

1. Januar (Hochfest der Gottesmutter)
25. März (Verkündigung)
1. bis 31. Mai (Marienmonat)
24. Mai (Schutzmantelfest)
15. August Mariä Himmelfahrt
8. September (Mariä Geburt)
8. Dezember (Unbefleckte Empfängnis)

Aufgrund der leiblichen Aufnahme Marias in den
himmel gibt es keine Körperreliquien - der
Reliquienkult beschränkt sich auf haare, Fingernägel
und Textilien (Gürtel).

Über die allgegenwärtige, einst noch inbrünstigere
Verehrung derJungfrau und Gottesmutter im
Katholizismus und den Ostkirchen könnte fast in
Vergessenheit geraten, dass es sich ums Christentum
handelt, nicht um einenmarienglauben. Die marienfeste
haben sich seit dem 4. Jahrhundert Schritt für Schrit
 etabliert; seither ist eine unermessliche zahl an marien-
kirchen geweiht worden, und möglicherweiseübertrifft
die masse der marienbildnisseund -statuen sogar die
Zahl der christusdarstellungen.
Das "Ave-Maria" ist seit dem 12. Jahrhundert das nach dem
Vatersunser gebäuchlichste Gebet, beim Rosenkranzbeten
kommen auf 5 Vaterunser gleich 50 Ave-Marias. ....
Fast möchte man die göttliche Dreifaltigkeit um eine vierte
Ausfaltung ergänzen, zumal die Grenze zwischen erlaubter
Verehrung und verbotener Anbetung hier durchaus unscharf
ist ....

---

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Demokratie - ein heisses Thema


Liebe Malou

Ach Malou, welch ein Thema schneidest du an an einem
trüben Samstag Morgen! Wir und Europa, Europa und wir
Schweizer ! Das ist ein heisses Thema.

Ich glaube nicht, dass es um Gleichberechtigung geht bei
uns in dieser Frage. Es geht um Angst eher. Wir sind ein
kleines Ländchen. Wir haben diese Basisdemokratie, die
erlaubt, dass der Bürger in vielen Fragen mitreden kann.
Wir haben schon mal über diesen Punkt diskutiert. Du
hattest gesagt, der Bürger verstehe doch gar nicht all diese
Fragen, die zur Entscheidung stehen.
Was kann ich dazu sagen? Ihr seid doch auch Demokraten
in Schweden! Und sogar weltweit überdurchschnittlich gute
Demokraten! Gehen wir denn nicht einig in der Aussage,
dass diese Welt den Menschen gehört.
Und die Menschen sind dumm und sind intelligent, eben
gut durchgemischt. Ist es denn nicht sinnvoll, dass man
all die komplizierten Fragen und Entscheidungen, die
anstehen, den Menschen erklärt. Man kann alles einfach
erklären. Das ist nicht leicht, aber es gelingt immer wieder.
Und es braucht dazu ausgiebige Diskussionen. Aber dass
letztlich der Mensch darüber abstimmen kann, wie seine
Welt aussieht, das ist doch irgendwie grundsätzlich richtig.
Du siehst, ich bin ein Basisdemokrat. Auch wenn ich ab
und zu wieder zweifle, dass die Menschen immer verstehen,
worum es eigentlich geht.
Aber die Forderung, dass man die wichigen Fragen vor dem
Volk verständlich darstellen muss, ist doch einfach gut. Das
ist Demokratie und Transparenz. Politiker sind dann
immer noch genügend Wortkünstler, dass sie alles mit allen
möglichen Worten sagen können. Wichtig aber ist, dass
sich jeder irgendwie als Politiker versteht. Auch der kleinste
und der dümmste Kopf ist gefragt, zu seiner Welt etwas zu
sagen.

Hey Malou, das ist doch alles so sonnenklar. Und die EU
ist so enorm zentralistisch und mit Verwaltung geplagt
und mit unendlich vielen Dolmetschern! Ich verstehe die
Schweizer, dass sie noch misstrauisch nach Brüssel sehen.
Ob die Belgier dieser europäischen Hauptstadt wirklich
gewachsen sind, ist eine andere Frage.

Die Schweiz ist nur ein kleines Fötzelchen auf dieser
riesigen europäischen Landkarte, wo die Distanzen
zwischen Zentrum und Peripherie so gross werden. Wir
haben unsere Zivilisation sehr dicht gestaltet. Auch in
den abgelegenen Bergtälern ist der Service Public
präsent. Das Niveau wird die EU nie erreichen können.

(---)

Ich schicke es gleich ab. gerade habe ich dein Chat-Feld
gesehen. Aber du bist schon wieder weg.
Ich wünsch dir ein schönes Wochenende. Ich muss noch

arbeiten.
Gs und Ks und so
...


Samstag, 13. Oktober 2018

"Ein süsses und klares Destillat" - de Botton über Proust




Proust, für dich gestorben

Von Allain de Botton wird auf dem Schutzumschlag von
"How Proust Can Change Your Life" gesagt, dass er in
London und Washington lebe, doch sein Name und seine
Leidenschaft  für Kodifizierungen haben einen starken
gallischen Anstrich. Sein sonderbares, humorvolles,
didaktisches und blendendes Buch hat zwar den Untertitel
Not a Novel, enthält jedoch mehr menschlich
Interessantes und mehr phantasievolles Spiel als die
meisten erzählerischen Texte. Der diskursive Fluss, der in
so lehrreiche Kapitel unterteilt ist wie "Wie man das Leben
heute liebt", "Wie man erfolgreich leidet" und "Wie man
richtig liest", erhellt die Lektionen eines anderen, sehr
langen Romans, nämlich von marcel Prousts Auf der Suche
nach der verlorenen Zeit.
De Botton hat sich offenkundig sehr ausgiebig mit diesem
bedeutenden Werk befasst und sich darüber hinaus mit
vielen winzigen, Proust betreffenden Details vertraut
gemacht. So erfahren wir beispielsweise, dass Poroust in
Paris die Telefonnummer 29 205 hatte, dass er häufig ein
Trinkgeld von nicht fünfzehn oder zwanzig Prozent gab,
sondern von zweihundert Prozent der Restaurantrechnung,
dass seine Haut so empfindlich war, dass er keine Seife
benutzen konnte; er wusch sich mit "fein gewebten,
feuchten Handtüchern und tupft sich damit mit frischem
Leinen trocken (ein normaler Waschvorgang erfordert etwa
20 Handtücher, die auf Prousts ausdrückliche Anweisung
in die einzige Pariser Wäscherei gebracht werden, die
hautfreundliches Waschpulver benutzt, die Blanchisserie
Lavigne, wo auch Jean Cocteau waschen lässt)", dass er ein
äusserst enges Verhältnis zu seiner Mutter hatte und ihr,
noch als er schon über dreissig war, ausführliche Berichte
über seinen Schlaf, sein Pipi und seine Verdauungstätigkeit
erstattete, dass er unablässig fror und häufig bei einer
Abendeinladung seinen Pelzmantel anbehielt.
Wir erfahren auch eine Menge über Prousts Verwandte:
Sein Vater, Dr. Adrian Proust, schrieb vierunddreissig
Bücher, einschliesslich einiger bekannter Handbücher über
Hygiene und körperliche Ertüchtigung; Marcels jüngerer
Bruder, Dr. Robert Proust Autor von Chirurgie der
weiblichen Geschlechtsorgane, wurde dermassen gerühmt
für seine Prostatektomien, dass sie unter Kollegen
"Proustatektomien" genannt wurden, und er war überdies
so widerstandskräftig, dass er überlebte, als er von einem
fünf Tonnen schweren Kohlewagen überrollt wurde.
Solche Details werden nicht grundlos aufgeführt. Nachdem
de Botton Marcels grotesk extreme Emfpindlichkeit
geschildert hat, stellt er die Behauptungauf, dass "das
Fühlen und Empfinden (wobei das Fühlen fast immer mit
Schmerz verbunden ist) auch etwas mit der Aneignung von
Wissen zu tun hat". Proust formuliert es so: "Glück stärkt
den Körper, doch nur Kummer fördert die Kräfte des
Geistes." Der Maler Elstir im Roman kleidet das Prinzip
folgendermassen in Worte: "Mankann die Wahrheit nicht
fertig übernehmen, man muss sie selbst entdecken auf
einem Weg, den keiner für uns gehen und niemand uns
ersparen kann."
De Botton analysiert fünf proustsche Gestalten, die ohne
Erfolg leiden und die falschen Lösungen aus ihrem
Ungemach ableiten, was ihre Leiden nur noch verlängert.
Die Kapitel "wie man Freundschaften pflegt" und "Wie
man ein Buch aus der Hand legt" zeigen anhand von
Abschnitten aus Prousts Roman und aus seinem Leben,
wie eine realistische und sogar eine Zynische Einschätzung
vom Wert der Freundschaft mit einer übertriebenen
Bezeignung von Herzlichkeit und Schmeichelei
einhergehen kann (sein Freunde prägten den Begriff
proustifizieren, wenn wir unter uns eine etwas zu gesuchte
Höflichkeit beschreiben wollten, die man gemeinhin als
geziertes Getue bezeichnet hätte") und wie auch die
leidenschaftlichste Verehrung eines Autors, so wie die
Verehrung, die Proust für John Ruskin empfand,
schicklicherweise vor der Idolatrie Halt macht, etwa in
dem Moment, da Proust zu dem Schluss kam, dass Ruskin
häufig "albern, manisch, nötigend, falsch und lächerlich"
war.
De Botton schreibt wie jemand, der selbst der Idolatrie nur
knapp entgangen ist; in trockenem Ton schildert er eine
Pilgerfahrt in das trübselige Dorf Illiers, das heute
- eine Huldigung an Prousts vertaubertes fiktionales Dorf -
auf Wegweisern und Schildern "Illiers-Combray" heisst.
Madeleines verkaufen sich her sehr gut, und von dem Haus
von Prousts Tante Amiot (im Roman Tante Léonie) heisst
es "In ihrer ausgesuchten Scheusslichkeit vermitteln die
beengten Räumlichkeiten auf nahezu greifbare Art und
Weise die stickige Atmosphäre eines geschmacklos
eingerichteten, kleinbürgerlichen Provinzhauses der
Jahrhundertwende." Eine "einsame, merkwürdig fettig
anmutende Madeleine" erweist sich nach genauerer
Inspektion als Plastiknachbildung.

De Botton, von Geburt Schweizer, scheibt auf Englisch,
aber mit dem Witz und der Nüchternheit eines Franzosen.
Sein zweites Buch, The Romantik Movement, war eine Art
Ratgeber-Roman, der in Gestalt einer Anleitung zur
Selbsthilfe, veranschaulicht durch eine in London spielende
Affäre, die Ernüchterungen in Liebeddingen analysierte.
Bottons Neigung zu aphoristischen Gesetzen
menschlichen Verhaltens zieht ihn verständlicherweise zu
Proust hin, da solche Gesetze auch Prousts Ziel sind. Dieser
Sohn und Bruder von Aerzten schrieb einen Roman voller
genauer diagnostischer Betrachtungen, einen Roman, der
insgesamt in der Schilderung unfreiwilliger Erinnerungen
und in der Wiedergewinnung der Vergangenheit ein
Heilmittel gegen die Universalkrankheit, nämlich die Zeit,
darstellt. Aus den letzten Seiten des letzten Bandes, Die
wieder gefundene Zeit, taucht der Leser mit dem Gefühl
auf, dass er siegreich eine Theapie durchgemacht hat. Von
einem extrem zarten un neurasthenischen mann als ein Akt
der persönlichen Rettung geschrieben, verkörpert das Werk
sein Heilmittel - die Entdeckung seiner Botschaft als
Schriftsteller. De Botton stellt den traurigen Zustand seines
Helden in der Zeit vor dieser Entdeckung lebhaft dar.
Proust selbst beschrieb sich im Alter von dreissig Jahren so:
"...ohne Vergnügungen, Ziele, Tätigkeiten, ohne jeden
Ehrgeiz, mein abgelebtes Dasein betrauernd und betrübt
über den Kummer, den ich meinen Eltern bereite, empfinde
ich nur sehr wenig Freude." Kafka und Joyce, diese beiden
anderen epischen Komödianten des Modernismus, hatten
wenigstens einen kreis von Freunden und Kritikern, die ihr
Genie erkannten, während selbst diejenigen, die Proust am
nächsten standen, in ihm einen unverbesserlichen Snob
und Dilettanten sahen und von der Schönheit, dem Sog und
der satirischen kraft seines Meisterwerks überrascht waren.
Wenn de Botton in seiner amüsanten, aber mit unbewegter
Miene inszenierten pädagogischen Geckenhaftigkeit die
heilenden, Rat vermittelnden Aspekte Prousts hervorhebt,
erweist er uns den Dienst, dass er Proust für uns noch
einmal liest und uns aus dem weiten heiligen See ein
süsses und klares Destillat reicht.

---


Donnerstag, 11. Oktober 2018

altes Tagebuchblatt


Wandteppich

Lieber ...,
Ich kenne es nur allzu gut dieses Gefühl. Man hat ein paar Tage vor sich auf die man sich riesig freut und man weiss genau was man damit tun wird.. und dann sind sie da und plötzlich ist es ganz anders als man es sich vorgestellt hatte und die kostbare Zeit rast nur so dahin und ist bald vorbei ohne dass man sie richtig geniessen konnte. Ich denke manchmal ”diesen Tag würde ich gern an ein Second-Handgeschäft verschenken”. Es gibt Tage die wirklich nur Transportstrecken sind.. wohin fragt man sich..
Du tust mir leid, chéri. Sogar auf ein schönes Fest musst du verzichten. Aber du wirst sehen, bald bist du wieder der alte ... voller Energie und Pläne für die Zukunft. Und sicher freust du dich schon auf die Reise in den Iran. Dann kommen Tage an denen du doppelt und dreifach leben wirst. :-) Wolltest du mich denn nicht auch ein wenig einweihen und mir dein Programm zeigen? Ich würde mich sehr darüber freuen.
Wir haben einen stillen Familienabend, d.h. so still wie er eben bei uns sein kann. K und A diskutieren laut und ich denke wie wenig Respekt die Kinder heute vor ihren Eltern haben. So hätte ich nie mit meinen reden können. Und dann dröhnt die Musik von unten herauf und ich kann mich nicht wehren. Die Geräuschschützer (?), die ich mir zu Weihnachten gewünscht habe, habe ich immer noch nicht erhalten. Aber ich will nicht allzu viel klagen. Die meiste Musik die K spielt gefällt mir sehr gut. Gerade war es Leonard Cohen. Kennst du ihn?
Und gestern nachmittag kam eine totmüde Anna nach Hause von dem verregneten Ausflug. Sie hatte kaum eine Stunde geschlafen und um drei Uhr morgens waren sie noch über einen See gerudert um eine Biberhüte (heisst es so?) die sie am Tag vorher entdeckt hatten zu besichtigen. Trotz des Regens haben sich alle sehr gut amüsiert. Und nun sitzen sie sicher alle zu Hause (einige ziemlich erkältet) und bereiten sich vor auf die grosse nationelle Probe in Mathematik die Anfang nächste Woche stattfindet.
Spätestens Montag muss ich alle Noten der Abiturienten abgeben und dann folgen noch ein paar Abschlussprüfungen für die 17-jährigen. Ach, wenn ich denke wieviel ich in kurzer Zeit noch tun muss dann werde ich ganz müde. Übrigens, wenn ich von müde rede: Anna hat sich gestern nachmittag um vier hingelegt und bis 7 Uhr heute morgen durchgeschlafen. :-)
*
Ich muss ein wenig schmunzeln wenn ich lese was du zu dem Bild vom Esstisch schreibst. Ordnung und bürgerlich und was es noch war .. und ich lasse dich gern in dieser schönen Vorstellung weiterleben. ;-) Weisst du, wir hatten schon ein Heim eingerichtet bevor ich hierher zog. Damals liess ich alle Möbel in der alten Wohnung stehen die K übernahm. Und was ich Anfangs für meine Wohnung hier kaufte war immer nur für eine kurze Zeit gedacht bis wir die beiden Wohnungen zusammenschlagen würden. Und dann haben wir diese Villa gekauft und da wir eingesehen haben dass wir getrennt weiterleben würden haben wir eben dieses Haus weiter in dem hellen Möbelstil eingerichtet.. ist ja auch typisch schwedisch. Mir gefällt es jedenfalls.. und mein lieber Schwiegervater machte mir immer Komplimente für die schönen Farben ..
Übrigens, der Wandteppich oder wie man es nennen soll ist etwas Typisches für den hohen Norden. Nur sieht man sie gewöhnlich in sehr starken Farben die hier zu dominant gewesen wären.. Als wir beim Begräbnis meines Schwiegervaters waren leuchtete der Abendhimmel in all diesen Farben - rosa, orange und lila - und ich kann noch die schwarzen Silhuetten der Bäume sehen die keine Blätter mehr trugen. Nachher gingen K und ich durch die Stadt und in einem Schaufenster sah ich diesen Himmel wieder auf dem Wandschoner und wir kauften ihn als Erinnerung an die vielen schönen Sommer die wir bei ihm in Luleå verbracht hatten.
Und daneben das Bild von Anna. Es ist wirklich so ausdrucksvoll dass es mich stark berührt wenn ich es betrachte. Das kleine Aquarell mit der Karlsbrücke in Prag, auch im Abendlicht, erinnert mich an so viel. Ach es war so schön dort. Ich glaube ich muss noch einmal hinfahren.

M. gefällt es sehr gut an der Uni. Er arbeitet ein Zehntel von dem was er hier tun musste und verdient mehr. Auch das Arbeitsklima ist ganz anders mit netten Kollegen die zusammanhalten. Er versucht mich immer noch zu überreden auch hinzukommen.
*
Sicher ist es ein interessantes Buch das du liesst über Oscar Wilde. Ich kannte schon seine Geschichte und habe auch einen Film darüber gesehen vor langer Zeit. Jetzt habe ich aber trotzdem nochmal nachgeschaut. Wir haben ein sehr altes Nachschlagewerk, ”Nordisk familjebok”, (ein Erbstück ;-) und da die ersten Bände schon Anfang 1900 herauskamen ist es wirklich interessant darin zu lesen. Alles ist sehr eingehend beschrieben und oft auf eine Weise wie es heute undenkbar wäre. Jedenfalls wird über Oscar Wilde gesagt dass er vor allem ein sehr spiritueller Redner war und die Leute mit seinem französischen Esprit fesselte. Oder wie du es so schön ausgedrückt hast: ”ein Genie in seiner Fähigkeit, eine verbale Realität heraufzubeschwören.” Gerade diese Eigenschaft ist es, die mich so sehr an dir fasziniert und süchtig macht nach deinen Worten. :-) Weiter steht dass er sich äusserst elegant kleidete, in einem etwas veralteten Stil und er soll sehr schön gewesen sein (was ich nicht verstehe wenn ich sein Bild betrachte).
*
Es ist Samstagmorgen. Ich habe viel vor und somit wird es sicher ein ”lebenswerter” Tag werden. Aber du hast recht. Einige Tage würde man gern ”einkochen” so wie es deine Mutter wahrscheinlich mit Fleisch und ähnlichen Dingen getan hat und wie ich es mit den Multbeeren und Heidelbeeren mache. Meistens werden es 15 - 20 Liter, die wir von Norrland mit nach Hause bringen. Dann haben wir Vitamine und gute Nachspeisen fürs ganze Jahr und auch etwas zu verschenken. Die Multbeeren gibt es ja nicht hier im Süden und sind sehr gefragt. Es kommt auch vor, dass K einen Liter davon gegen südländische Spezialitäten eintauscht, die seine Freunde von ihren Auslandsreisen mitgebracht haben. Ich werde dir einmal eine kleine Kostprobe senden müssen.

Ich hoffe dass es dir inzwischen wieder ein wenig besser geht und sende dies nun ab damit du es heute Abend siehst wenn du allein zu Hause bist. Oder ist A. schon wieder zu Hause? Wie geht es B.? Gefällt es ihr gut in Südamerika? Hast du nicht Angst um sie? Aber vielleicht weisst du dass sie in guten Händen ist.
Schreib mir bald wieder. Ich bin wirklich ein wenig süchtig geworden und ohne eine Dose Harroin komme ich kaum aus. ;-)
Und ich sende Dir viele liebe Grüsse
Marlena

PS Kennst du das Buch von Alain de Botton ”Trost bei 6 Philosophen” oder so ähnlich? (Es ist neulich ins schwedische übersetzt worden.) Und Nietsche mag er ganz besonders. Ich glaube ich würde mich von Schopenhauer trösten lassen. ;-) Leider hat man keinen Philosphen gefunden den man gegen Teknologiestress nehmen könnte. Alain ist z.B. überzeugt davon dass Sokrates das Internet geliebt hätte und alle aufgefordert hätte in Chaträume zu gehen.
Wusstest du dass Alain in der Schweiz geboren ist und erst als 8-jähriger ”sehr schüchterner Junge der nicht physische Aktivitäten liebte” nach England kam?

Montag, 8. Oktober 2018

Jammerschade..






Liebe Marlena
Es ist eine Schande. So ist mein ganzes Sonntags-Mail
irgendwo in der Ostsee niedergegangen? Der Gedanke
ist unerträglich. Ich war nämlich wirklich krank, bin aber
am Sonntag sozusagen auf allen Vieren ins Büro gekrochen,
weil ich ein paar Unterlagen brauchte, und hab eben in der
Eile und im Fieberrausch das besagte Mail geschrieben.

Und dann meint sie, sie könne sehr wohl zwischen, aber
nicht zwischen leeren Zwischenräumen lesen! So eine
Antwort auf mein wunderschönes, allerblumigstes und
wohlformuliertes und mit Poesie über und über besprühtes
Sonntags-Mail!! Ist wie eine Vandalen- Attacke aus dem
Hinterhalt und hat mich geradewegs zurück ins
Bett geworfen!
*
Und wo sind - by the way - denn Deine Zeilen?
Es gibt nichts, worauf zu antworten wäre. Nichts, woran
sich anschliessen liesse. Wie soll man denn einen Nachsatz
machen, wenn kein Vordersatz dasteht?
*
Da siehst Du nur, wie empfindlich man unter diesen
Fieberanfällen wird! Der Kopf brennt, und das passt ganz
und gar nicht zum milden Wetter, das sich vor dem Fenster
anbahnt.
---


Re:

Lieber ...,
Ja, es ist wirklich jammerschade das mit dem verlorenen
Sonntags-mail. Und noch dazu ein so einmaliges.. von dir
selbst bezeichnet als dein "wunderschönes, allerblumigstes
und wohlformuliertes und mit Poesie über und über
besprühtes Sonntags-Mail!!"
Wie kannst du mich nur so foltern? Wo du doch weisst wie
sehr ich sogar um verlorene "Alltagsmails" von dir traure.

Aber vielleicht hat es mit einem meiner Gedankenmails
irgendwo auf der Ostsee Schiffbruch erlitten.. oder auch
schweben sie zusammen glücklich vereint über den
Wolken  ...  ja,  das gefällt mir besser..
Ich schreibe in der Tat meine schönsten Mails an dich
wenn ich mitten in der Nacht aufwache und nicht sofort
wieder einschlafen kann. Leider aber nur in Gedanken.
...