Donnerstag, 31. Juli 2025

Merci

 

Ämne: Googoosh

Liebe Marlena
Gerade höre ich den Titel. Fantastisch!  Eine grosse Überraschung! Auf dem Verzeichnis sehe ich auch Googoosh.


Als ich zum ersten Mal im Iran war, war sie sehr bekannt und man konnte sie fast täglich im Fernsehen sehen. Lebt sie heute in Schweden? Wenn ich das S erzähle, wird sie nicht mehr zu halten sein und will nach Schweden kommen, um sie zu sehen.

Merci merci.  Ich werde darauf zurückkommen.
Mit einem schönen Gruss

...

Montag, 28. Juli 2025

Fortsetzung

 ...

Bei uns haben nun auch die Sommerferien begonnen. Auf dem Platz vor meinem Fenster ist es blendend und warm. Nur unter den Bäumen im Café sitzen die Leute. Kinder spielen am Brunnen. Ein älteres Paar kommt vorbei. Sie sind ziemlich sportlich angezogen. Die Rentner sehen heute aus wie Golfspieler mit einem kleinen Handicap. Sie verjüngen sich mit ihren Kleidern. Und wenn der Bus hält, dann flimmert die warme Luft, die aus den offenen Türen aufsteigt. Es muss ein Bratofen sein. Ich mag diesen sommerlichen Platz vor meinem Büro. Und ich weiss, dass Du gerne mal ein Foto sehen würdest. Aber ich glaube, er wird schöner, wenn ich ihn Dir beschreibe. Er ist vielleicht wirklich nicht so schön. Denn darin besteht der Trick jeder Beschreibung, dass sie die Dinge verzaubert. Nun, sie verzaubert eigentlich nicht mal selbst. Der Text gibt nur eine Schlüsselhinweise, und die Verzauberung geschieht im Kopf des Lesers, und eigentlich durch die Lücken im Text. Ich bin überzeugt, dass Du Dir den schönsten Platz vorstellst, voller blonder Menschen in einem milden sommerlichen Klima und einer leichten Brise von der See her.;--)
Die Markisen des Cafés sind heruntergedreht. Und vor dem Haus stehen drei Bäume, die Schatten spenden. Deshalb kann ich die Leute nicht direkt sehen, sondern nur ihre Beine, oder ihre farbigen Kleider durch die Blätter hindurch. Das würde ein hübsches impressionistisches Bild abgeben. Aber das mal ich ein andermal.
(---)
Ich wünsche Dir einen schönen Tag
Mit lieben Grüssen
...




Ferienantritt, Laptop und "Füdlibürger" ;-)


Ämne: Re: Gruss
Datum: den 4 juli 


Liebe Marlena
Heute ist mein letzter Tag im Büro vor Ferienantritt. Es ging alles drunter und drüber bis heute morgen. Am Montag war ich noch in einer ärztlichen Kontrolle. Im letzten Moment empfahl man mir eine weitere Operation, weil Druckausgleich im rechten Ohr noch nicht normal funktionierte. Und so haben sie mich am Dienstag ein weiteres mal unters Messer genommen. Das war zwar eine ambulante Operation, aber dennoch mit Ausziehen, auf dem Bettgestell, mit einer örtlichen Betäubung. Es ist äusserst unangenehm, wenn sie dir mitten im Kopf herumfummeln. Und diesen Eindruck hat man, wenn sie mit ihren spitzen Dingern ins Ohr hineinfahren und einen Höllenlärm veranstalten. Es war wirklich schwer zu ertragen.
Und so war ich gestern noch etwas benommen. Ich bin zuhause geblieben und habe geschlafen und etwas geruht. Aber gepackt habe ich eigentlich noch nicht. Ich glaube, ich überlasse es wieder einmal S. Nur bei den Büchern weiss ich mehr oder weniger, was ich mitnehmen will. Aber es ist zu viel. Ich muss noch etwas dezimieren.
*
Ja, Deine Rührung ist völlig in Ordnung und angebracht. Ich habe auf diesem kleinen Laptop geschrieben, was bloss mit sehr spitzen Fingern möglich war, und immer unendlich lang gewartet, bis sich das Ding bis ins Hotmail vorgedrängelt hatte. Es war qualvoll, das hast Du vielleicht nie direkt bemerkt. Ich wollte Dich auch nicht gleich zu Tränen rühren. Aber nun ist das anders. Jetzt ist es, als ob ich mit einem breiten Ferrari zum Himmel fahre. Komfortabel und erstklassig. ;--). Als ob ich mir irgendwo das selige Leben verdient hätte.
Und vielleicht bist Du nicht mein Manual, sondern eigentlich das Muttermal sozusagen (das sollte ein Scherz sein!). Auf jeden Fall bin ich froh, dass Walter sein Monopol nicht extrem ausspielen kann. Sonst halte ich mich nämlich an ihn. Oder noch ein wenig an meine Sekretärin, die auch sehr viel weiss. Aber alles und jedes kann ich sie auch nicht fragen.
*
Wenn der Visper meint, die Schweizer seien Füdlibürger, dann meint er bestimmt alle, ausgenommen die Walliser. Ich kenne sie und weiss genau, wie sie das meinen. Das ist die gängige Ideologie im sonnigen Tal. Die übrigen Schweizer sind langweilige Typen, während die eigenen Landsleute wirklich etwas ganz anderes darstellen. Es gibt sogar Leute, die träumen von einer Republik Wallis und einem grossen Casino in der Mitte, um Steuern zu sparen. Ich glaube, Peter von Roten hat diesen Gedanken immer wieder ab und zu hochgebracht.
Na ja, die Walliser sind schon ein wenig speziell, eben Südländer, wie die Provenzalen in Frankreich, oder die Bayern in Deutschland. Aber wenn man dann mal hingeht und schaut, wie es in Brig oder in Visp oder Siders so zugeht, da staunt man nur, wie sich alles normalisiert hat in den letzten 20 Jahren.
*
Bei uns haben nun auch die Sommerferien begonnen.  ...



Freitag, 25. Juli 2025

Nähe ...

 

Ämne: Nähe.. :-)

Lieber ... ,

Schon wieder ist es so spät geworden, bevor ich mit der Arbeit fertig bin. Ich habe eine schriftliche Prüfung konstruiert und nun fühle ich mich ziemlich leer im Kopf und muss erst wieder umschalten. :-)

Ich danke dir herzlich für deine lieben Mails. Gestern wusste ich so viel, was ich dir schreiben wollte und jetzt weiss ich nicht genau, wo ich anfangen soll. Ich glaube wirklich, dass wir etwas überfordert sind, meine Kollegen und ich. Ich sehe, wie sie in kurzer Zeit älter und müder geworden sind und es tut mir leid um sie. Auch ich fühle mich oft am Rand meiner Kräfte. Ich freue mich auf das Wochenende, wo ich mich etwas erholen kann.
*
Es war schön bei meiner Schwägerin. Alles war sich ähnlich. Das schöne Haus, ganz im englischen Stil gebaut in einem attraktiven Viertel von Stockholm mit vielen grossen Gärten und Nähe zur Natur. Auch die Einrichtung war immer noch so spartanisch wie früher, sehr originell und etwas von Japan inspiriert. Nun ja, er ist Architekt und hat seine Ideen. :-) Per-Olof war alt geworden, aber nur im Aussehen, denn als Person war er immer schon ”alt”. Er hat auch früher nicht so richtig an unseren Aktivitäten teilgenommen sondern meistens einen bequemen Lehnstuhl und ein gutes Buch bevorzugt. Ausserdem war er immer allergisch gegen Mücken und ging schon deswegen nicht gern hinaus. Er hat etwas Englisches an sich und ich könnte ihn mir gut als Lord auf einem englischen Gut vorstellen. Ein Teil seiner Vorfahren stammen ja auch aus England. B  ist wie immer noch die stille, angenehme Person von früher. Doch kann ich sehen,  dass ihr Kummer Spuren in ihrem Gesicht hinterlassen hat. Sie hat sich in den letzten Jahren sehr in Hilfsorganisationen engagiert, vielleicht auch ein wenig, um zu vergessen.
Sie waren sich sonst ziemlich ähnlich. Man weiss, dass sie immer etwas ganz besonderes zum Dinner anbieten, etwas das sie lange und sorgfältig zubereiten. So lange, dass die Gäste manchmal, unter Vorwand ein wenig frische Luft zu holen, an eine Wurstbude schleichen und um ihren schlimmsten Hunger zu stillen.;-) Nun, dies ist ein Spass den man sich so zwischen Geschwistern und Schwägerinnen erzählt. Meistens fahren wir auch zu ihrem Sommerhaus, das in den Schären liegt und übernachten dort. Aber diesmal war das Wetter nicht so gut.
Ja, es ist schön, ein paar Stunden mit netten Leuten zu verbringen. Leider fehlt uns meistens die Zeit dazu.
*
Gestern hatte ich ein langes Mail von meinem Vetter Gustav der bei IBM arbeitet. Es wundert mich immer, wie schön er sich ausdrücken kann. Nun war er gerade von einer Reise aus Paris zurückgekommen, wo er eine Woche mit seiner Frau verbracht hatte, und erzählte mir sehr malerisch von seinen Eindrücken. Wenn ich alle diese schönen Namen sehe, dann bekomme ich fast wie Heimweh. Ich habe doch mehrere Sommer dort gelebt.

Gustav hat immer sehr intensiv gearbeitet, aber vor einem Jahr hat sein Herz protestiert. Es war kein Infarkt, aber trotzdem eine Warnung, dass er es etwas ruhiger nehmen sollte. Und nun schreibt er so lustig:

"Ich bin wohl ein bisschen mehr französisch geworden, da ich nicht mehr alles so ernst nehme. Ich tue was ich schaffe und manchmal lasse ich sogar Dinge liegen. Komischerweise merkt niemand einen Unterschied. Ich habe auch die Reflexion gemacht, dass die Menschen, die nicht so viel tun, mehr Zeit haben zu sagen, was sie tun und deshalb als mehr arbeitsam aufgefasst werden als die, die so viel zu tun haben, dass sie keine Zeit finden zu reden."

Ich glaube, er hat eine sehr wichtige Entdeckung gemacht und auch ich werde versuchen, manchmal "etwas liegen zu lassen".
Die Mutter von Gustav, die Schwester meiner Mutter, ist meine einzige noch lebende Verwandte aus der älteren Generation. Eigentlich sollte ich sie etwas öfter besuchen. Nicht nur, um ihr einen Gefallen zu tun (sie bittet mich immer zu kommen), sondern auch weil sie die einzige Person ist, die noch erzählen kann über meine Vorfahren. Und du weisst, dass ich alte Menschen liebe. Ich bin manchmal fast neidisch auf dich, weil du noch so viele ältere Familienmitglieder am Leben hast. Es ist lieb, dass dich dein Vater besucht hat an deinem Geburtstag. Hoffentlich hast du ihn nicht angesteckt.
*
Ach ..., wie nett von dir dass du mich wissen lässt wer du bist. Eigentlich habe ich es schon gewusst. Ich kenne deine heimlichen Träume. Vielleicht wirst du sie auch einmal verwirklichen. Wenn du in Rente bist, wirst du an einem schönen Ort irgendwo im Süden wohnen, wo die Sonne scheint. Du wirst deine Bilder malen und ab und zu wirst du mich besuchen. Denn ich werde nicht allzu weit von dir wohnen. Du hast einen schönen Traum und ein wenig erinnert er mich an die Geschichte von Kästner. Ich wäre dann gern das "schweigdsame Fräulein", das dir zuhören würde, während du mein Portrait malst. Ach, mein Schatz, unser Leben ist so voll von schönen Träumen. Und sie sind ein Teil von uns und machen uns glücklich und traurig zugleich, denn wir ahnen, dass sie vielleicht nie wirklich werden.
*
Ich habe noch einmal deine Beschreibung von dir durchgelesen. Also zwei ziemlich verschiedene Persönlichkeiten, die sich ergänzen und zu einem spannenden Ganzen werden. Ach, ich will doch garnicht dass du ein stiller langweiliger Büromensch werden sollst. Als solchen kann ich mir dich überhaupt nicht vorstellen. Ich sehe in dir alle Eigenschaften und Möglichkeiten. Ich bin hungrig nach allem, was dich betrifft. Ich möchte ".. bis an deinen Rand dich denken", d.h. dir so nahe kommen wie es nur möglich ist. Und du bist mir nahe, chéri. Meine innersten Gedanken gelten immer dir. Ach, wenn du nun hier wärest, dann brauchte ich keine Worte und du würdest alles verstehen. Manchmal am Abend vor dem Einschlafen, wenn ich an dich denke, bist du so nahe, dass ich die Hand nach dir ausstrecken möchte.. ...

Marlena

Stille

 

Foto:  Chris



Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.
Wenn das Zufällige und Ungefähre
verstummte und das nachbarliche Lachen,
wenn das Geräusch, das meine Sinne machen,
mich nicht so sehr verhinderte am Wachen—:

Dann könnte ich in einem tausendfachen
Gedanken bis an deinen Rand dich denken
und dich besitzen (nur ein Lächeln lang),
um dich an alles Leben zu verschenken
wie einen Dank. 


(Rilke) 



Mittwoch, 23. Juli 2025

Zu später Stunde

 

Subject : Zu später Stunde..


Liebster Mausgeliebter,

Wenn du nur sehen könntest, wie sehr ich mich über deine Briefe freue. Du würdest nie auf den Gedanken kommen dass es mich langweilen könnte. Nein, auch dein zweites Mail (Iran III) finde ich hoch interessant und es hat mir sehr gut gezeigt wie sich die Leute dort fühlen müssen. Es steht eigentlich in jeder Zeile von dir.

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Sonntag, 20. Juli 2025

Kleiner Monarchie-Kurs

(R) 

date:   10 June 2007 21:54
subject: Kleiner Monarchie-Kurs

u.a.m.



Lieber ...,
Ja, sie ist eine starke Persönlichkeit, unsere Kronprinzessin Victoria.  Am 14. Juli 1977 geboren. Also wird sie bald 30 Jahre alt sein. Sie ist eine äußerst sympathische Person und macht sich gut bei allen Repräsentationen. Und intelligent ist sie, trotz ihrer Dyslexie, die sie wohl vom Vater geerbt hat. Sie hat einen Freund, Daniel, schon seit Jahren. Er stammt aus einem kleinen Ort aus einfachen Verhältnissen. War persönlicher Trainer in einem Gym.. später Gymbesitzer. Weiss nicht, ob er sonderlich begabt ist, aber er wird "ausgebildet". Ein ganzer Stab steht zu seiner Verfügung. Du kannst dir ja vorstellen, welchen Druck dieser arme Kerl auf sich hat.




Die jüngere Schwester Madeleine, die blonde, feiert gerade ihren 25. Geburtstag. Unsere online-Zeitungen sind voll davon. Sie ist auch eine Schönheit. Sie wohnt in New York mit ihrem Freund, der keines von den Problemen des anderen hat. Gut ausgebildet und in dem "richtigen" Milieu aufgewachsen, wie er ist. Aber nun scheinen beide zurück in Schweden zu sein.

Ich muss lachen, wenn ich das schreibe, denn ich musste mich erst im Internet nach einigen Fakten umsehen. Aber ich mag unser Könighaus. Sie sind die beste Reklame für Schweden und obwohl es viele Republikaner gibt, die die Monarchie abschaffen wollen, wird es ihnen nicht so leicht gelingen, denn das schwedische Volk denkt anders.
*
Gestern ist der "Ostindienfahrer Götheborg" von seiner langen Reise nach China zurückgekehrt. Und natürlich hat man das in Göteborg gross gefeiert. Auch das Königspaar war dabei, diesmal zusammen mit dem Präsidenten aus China, der zu einem Staatsbesuch hier ist. Der erste übrigens aus China.




Wir haben eine richtige Hitzewelle hier. Gestern hatte Stockholm 32°, und das an dem Tag des "Stockholm Maraton". 17.000 Personen waren dazu angemeldet. Stell dir vor, bei dieser Hitze.



Gerade in diesem Moment habe ich hier vor dem PC 28,6°. Und dabei habe ich gerade eine schlimme Erkältung, die mich etwas ängstlich macht, denn ich habe in den nächsten Tagen viel eingeplant.


Das waren meine News aus Schweden. Und bei dir? Hast du ein schönes Week-end gehabt? Habt ihr auch solche Hitze bei euch?

Ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche
mit lieben Gs und Ks
Malou

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Re:

Liebe Malou
Besten Dank für deine Monarchie-Nachhilfestunde. Ja, ich muss zugeben, ihr habt sehr hübsche und attraktive Prinzessinen in Schweden. Für sie könnte ich geradezu Monarchist werden. Aber ich bin ja so weit weg und mein Herz hängt ein bisschen nach Willhelm Tell, der Antimonarchist und Rebell.

Aber wir lassen es gut sein. Sie sind würdige Vertreter der Schweden und geben eine Idee von den schönen schwedischen Frauen.

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Freitag, 18. Juli 2025

Klarissimo

 (R)

Liebe Malou
Ja, das klingt gut. Würde ich vielleicht auch lesen. Aber ich glaube nicht, dass ich je ein ganzes Buch in Englisch gelesen habe. Irgendwie würde ich mich dort nicht ganz heimisch fühlen. Aber es ist gut. Ich erinnere mich dabei an mein Onkelchen und die Dinge, die er erzählt hat. Allein die Tatsache, dass es damals ganz eine andere Welt war, allein diese Tatsache macht einen solchen Roman spannend. Wir können uns die Zeit nicht vorstellen. Ich habe eine Erinnerung aus der Zeit, als ich noch nicht zur Schule ging. Wir waren in Zürich und sassen beim Bahnhofplatz auf einer Terrasse. Man sah hinunter auf den riesigen Platz. Es gab einige wenige Tramschienen, vielleicht das Denkmal von Escher, daran erinnere ich mich nicht mehr. Und sonst war der Platz einfach leeeeeeeeeeeeeeeeeeer. Einfach absolut leer, vielleicht einige wenige Personen, Männer mit einem Hut. Frauen mit knöchellangen Röcken.

Ja, vielleicht ist schreiben einfach aus diesem Grunde gut: gegen die Zeit zu schreiben, erzählen, wie es war. Gegen diesen schleichenden Untergang anschreiben, den alles erfasst und der alles mit sich reisst. Ich werde traurig und wütend gleichzeitig, wenn ich davon rede. Du nicht, Malou? Wie das Leben vergeht, ist doch einfach ungeheuerlich, ungerecht, absolut brutal!!! All die Verstorbenen und Vergessenen, stell dir vor, wo sie sind! Es macht mich wahnsinnig, wenn ich daran denke.
Und jetzt trinke ich einen latte macchiato. Das ist die einzige Art von Kaffee, die man mit dem Suppenlöffel einnehmen kann, pflege ich scherzhaft zu sagen. Wenn du zu mir zu Besuch kommst, Malou, dann serviere ich dir einen solchen Latte. Ob du magst oder nicht, ich werde ihn dir an der Bar vor meiner Küche servieren. Die Bar ist ein Schrank, der früher in einer Zahnarztpraxis gestanden haben muss. Er passt blendend in meine 2-Zimmer-Klause. Nur darf man sich nicht zusehr betrinken. Wenn man sich an dieses Möbel lehnt, dann fährt es davon !! Ich werde dir dann ein Foto schicken, Malou, wenn es soweit ist. Das mache ich bestimmt. Ich habe vom Mann der Zügelfirma gehört, dass im Café gegenüber riesengrosse Sandwiches serviert werden. Die seien weitherum bekannt. Seine Männer gehen immer wieder dorthin, weil sie doch beim Zügeln einen respektablen Hunger entwickeln. Ist das nicht eine wundervolle Gegend? Und heute habe ich einen weiteren Band gefunden über die Primaten und Halbaffen. Diese Literatur brauche ich unbedingt in meiner Nähe, wenn ich dann einen Steinwurf vom Affenhaus entfernt wohne. Ich glaube, ich werde regelmässig zu den Affen gehen. Die Tiere haben mich schon immer fasziniert.
---

Liebe Grüsse und Küsse und Qs
...



Donnerstag, 10. Juli 2025

Emmas und Omas

Liebe Marlena 

(---)
Hier hat das Wetter etwas aufgehellt. Und die Tauben trippeln wieder in aller Seelenruhe auf dem Dachfirst gegenüber auf und ab und schauen aus, als ob sie Emma hiessen. Ach nein, das waren die Möwen, die Emma hiessen. Nach einem Kästner-Gedicht. Aber für uns Landratten könnten auch Tauben Emma heissen. Oder meinst Du, wenn sie vom Markusplatz kommen, sie hiessen etwa Julia, Maria-Lena, Crescentia oder so ähnlich? Nein, die Tauben hier in L, sie heissen definitiv Emma oder so.
Meine Grossmutter mütterlicherseits hat Emma geheissen. Sie war eine kleine, etwas dicke Frau, und ich erinnere mich, wie sie das Brot zur fülligen Brust nahm, um es zu schneiden. Ich hatte als kleiner Junge immer etwas Sorge um ihre Brust, wenn sie sich zu solchen Manövern herbeiliess. Aber es geschah nie ein Unglück. Nur, dass sie, wenn sie dann das Brot zurücklegte, auf ihrer Brust einen mehligen weissen Fleck zur Schau trug. In meiner Fantasie war das wie ein Wundmal. Ich habe gedacht, die Soldaten tragen blutige Wunden aus der Schlacht mit sich herum, und Hausfrauen mehlig weisse Brüste. Das war irgendwie ihr Schicksal. Ich hatte meine gute Oma Emma immer im Verdacht, dass sie etwas dumm war. Manchmal lachte sie so verlegen, wie man es als junge von einer erwachsenen Person nicht erwartet. Oder sie hatte spezielle Dialektausdrücke, die sie mir nicht einmal in meine Sprache übersetzen konnte. Sie hatte beispielsweise ein merkwürdiges Wort für Sieb, und es fiel ihr selbst nicht einmal auf, dass das Wort komisch war, ich meine, dass sonst niemand auf der Welt ein solch fremdes Wort gebrauchen würde.
Mein Grossvater war ein grosser und stattlicher Mann, der es noch selbst übernahm, Fleisch einzukaufen. Morgens fragte er jeden von uns, ob wir eine Schweins- oder eine Kalbswurst wünschten. Und das war absolut luxuriös, denn damals gab es noch nicht täglich Fleisch. Er aber wollte uns verwöhnen und besorgte täglich unsere Ration, die er in seiner kleinen Mappe heimbrachte. Ich meine, wenn er abends heimkam, sah er aus, als ob er direkt von der Arbeit im Büro käme. Aber dann öffnete er seine dünne Ledermappe, und es purzelten lauter Würste heraus. Neben dem Wursteinkauf gab er sich nicht allzu sehr mit Kindern ab. Das war nicht sein Geschäft. Stattdessen spielte Oma Emma stundenlang mit uns Elfer-Raus. Es war ein gutes und nützliches Spiel für uns im Kindergartenalter, denn dabei lernte man die Zahlenreihen von 0 bis 20 hin und zurück, so dass man sie noch im Schlaf aufsagen konnte. Und man lernte ungefähr 12 Karten in einer Hand halten. Das war nicht so einfach, wie es sich anhört. Schliesslich sollten sie regelmässig wie ein Fächer geordnet sein, so dass man die Übersicht bewahren konnte. Ach, wir haben wirklich stundenlang dieses Spiel gespielt. Und dazwischen schnitt sie uns als Zwischenmahlzeit dicke Brotscheiben auf ihrer Brust. Sie war mir immer irgendwie fremd, diese Oma Emma. Sie war keine starke Persönlichkeit und ihr Haus war rundum ein bisschen unordentlich. Grossvater hatte zahlreiche Tiere im Garten, und wenn man hereinkam, schrieen die Gänse, so dass sie einen beinahe in die Flucht trieben. Dagegen war meine Oma Frieda väterlicherseits eine wirklich aparte Person. Sie war bis ins höchste Alter attraktiv, zog sich gerne hübsch an und liebte es, unter die Leute zu gehen und sich noch nach Jahren, als ihr Mann längst gestorben war, Frau Direktor ansprechen zu lassen. Das liebte sie sehr. Und das alte Oesterreich-Ungarn und die Wiener-Walzer liebte sie noch mehr. Sie hat mir den Walzer beigebracht. Aber ich weiss, das habe ich bereits erzählt. Ihr alter Gramophon stand rechts, neben dem Steinofen. Und dort, gleich bei der Tür zur Stube, konnte man auch im Walzertakt einige Dreherchen machen. Ach, sie war im Himmel, wenn sie Walzer tanzen konnte. Und sie hatte an der Wand eine kolorierte Zeichnung vom Schloss Schönbrunn. Und ein Foto meiner Eltern, die beide in dickem Mantel und breitrandigem Hut dasassen. Und wenn ich bei Oma in den Ferien weilte, dann bat ich sie, dieses Bild zu entfernen, weil ich sonst zusehr unter einem heftigen Heimweh leiden würde. Sie hatte Verständnis und hängte das Foto verkehrt herum an die Wand. Das sah komisch aus und und die weisse Rückseite erinnerte mich umso mehr an meine Eltern, die mich - Rabenvater und Rabenmutter - hier mutterseelenallein und schutzlos zurückgelassen hatten. Aber Oma gab sich Mühe, mich zu unterhalten. Zum Essen bereitete sie Pommes Frites, wie ich sie mir immer wieder wünschte. Und sie pflegten aussergewöhnlich gut zu schmecken. Dann räumte sie ordentlich die Küche auf, um später mit mir, oder mit uns, wenn mein Bruder dabei war, um mit uns Karten zu spielen. Mit Oma Frieda spielten wir nicht Elfer-Raus, sondern Joker. Das war zwar ein ähnliches Spiel, aber es erwies sich als variantenreicher. Oma Frieda hasste es, mehrmals hintereinander zu verlieren. Das konnte sie nicht ausstehen. Sie erwartete von ihren Enkeln in dieser Hinsicht etwas Nachsicht und Respekt.
*
Und jetzt sind alle Emmas weggeflogen.

Ich wünsche Dir ruhigere Zeiten und wenig Extrasitzungen. Sie bringen ohnehin nicht soviel.
Mit einem lieben Gruss

Montag, 7. Juli 2025

Trauerblume

 



...

Weil du nicht da bist, blättre ich in Briefen
Und weck vergilbte Träume, die schon schliefen.
Mein Lachen, Liebster, ist dir nachgereist.
Weil du nicht da bist, ist mein Herz verwaist.


Mascha Kaléko


Donnerstag, 3. Juli 2025

Ein Nicht-Ereignis im Wallis

 

Ämne:  Tour de Suisse

---

Gerade habe ich auf der Frontseite der NZZ, die bei mir immer als 1. Seite im www erscheint, gesehen, ...  dass die Tour de Suisse gestern hier vorbei gefahren war. Ich habe davon auch nicht den leisesten Eindruck erhalten. Aber ich erinnere mich an Tour de Suisse Durchfahrten im Wallis. Im beschaulichen Tal war ja eigentlich nicht viel los. Und wenn schon mal ein nationales Ereignis von dieser Grössenordnung angesagt war, waren alle, und besonders wir Kinder aus dem Häuschen. Und so standen wir dann stundenlang an der Kantonsstrasse, schauten staunend den plärrenden Lautsprecherfahrzeugen nach, die vorbei glitten, und warteten auf die Fahrer, die noch kommen sollten. Immer hiess es, dass sie gleich kämen. Und jedes neue Lautsprecherfahrzeug jagte uns den Puls wieder in die Höhe, nachdem man die Hoffnung schon ein wenig aufgegeben hatte. Und dann, nach vielleicht 2 Stunden, als man wirklich nichts mehr erwartete und nur noch herumstand, weil alle anderen Leute auch herumstanden, als man sich schon wieder auf den Rest des Tages zu konzentrieren begann, erst dann kam mäuschenstill und in Windeseile ein Schwarm von Velofahrern. Die älteren Leute, die wussten, worum es sich hier handelte, klatschten, riefen vielleicht hopp schwiiz, hopp schwiiz, und in aller Stille war dieser farbige strampelnde Schwarm vorbei. Man konnte es nicht glauben, dass das jetzt die Tour de Suisse gewesen sein sollte. Ich meine, hör Dir doch mal diesen Namen an: TOUR DE SUISSE. Ich meine, das klingt doch nach etwas. Aber es war das absolute Nicht-Ereignis, ‚much ado about nothing’ würde der olle Shakespeare sagen. Ich habe das als Junge vielleicht zwei- oder dreimal erlebt. Und ich war jedes Mal bis über die Ohren frustriert und habe schwer an der Vernunft der Erwachsenen zu zweifeln begonnen. So bestand keine Gefahr, dass ich hier in Liestal an die Strasse stehen würde, um auf die Tour de Suisse zu warten. Wirklich keine Gefahr.



Gruss aus L.


Datum: den 25 oktober 22:33

Lieber ...,
Es ist ein ganz besonderes Gefühl, einen Abend allein in einer Studentenbude zu verbringen. Anna ist zu ihrer Veranstaltung verschwunden. Es ist der Verein "Donna", der seine jährliche Sitzung hat. Es ist immer ein schönes Fest. Erst wird gut und reichlich gespeist und dann kommen verschiedene Vereine und sorgen für lustige Unterhaltung der Damen. Ich glaube am Ende wird noch auf den Tischen getanzt, oder so ähnlich. Na ja, dann haben viele wohl ein wenig zu tief ins Glas geschaut.

Und ich sitze hier und erinnere mich an alte Zeiten. Habe mir etwas zu essen hervor gesucht. D.h. einen Tee gemacht und Gott sei Dank hatten wir ein ganz herrliches Brot gekauft auf der Fahrt hierher. Es war so gut, dass ich nicht einmal die Apfelsinenmarmelade, die es auch hier gibt, darauf haben wollte. Sonst schmeckt das so wunderbar zu Tee. Erinnert mich ein wenig an die englische Teestunde, wo man den Tee zu etwas Süssem geniesst.

Und nun habe ich nochmals deine spritzigen Mails durchgelesen. Zuerst war ich etwas ängstlich über deine Reaktion auf das Wort spritzig aber dann habe ich mich hier im Internet davon überzeugt, dass ich das Wort nicht falsch verwendet hatte. Dort steht "anregend, belebend, prickelnd". Und so sind sie, deine Mails. Immer wieder.

Was musste ich lachen über dein Gespräch mit dem Pfarrer. Ich denke er muss sich genau so sehr amüsiert haben wie ich, aber es ist nun seine Aufgabe für den einen Gott zu propagieren. Sicher hat er eingesehen, dass hier Hopfen und Malz verloren sind und dass er gut daran täte sofort das Feld zu räumen. Oder ist er eben weggelaufen, weil er nicht verraten wollte, wie schön ihm dein Gedanke gefiel. ;-) Man kann wirklich nicht wissen, was solche Leute im innersten denken und ich frage mich nicht selten, ob sie an ihre eigenen Worte glauben.

Schade dass du erkältet bist. Aber es geht hoffentlich bald wieder vorüber. Und sogar mit deinem Schnupfen stellst du alles mögliche an. Bald wird dein Chef auch im Bett liegen und du wirst deine Ruhe haben. War wohl auch deine Absicht?
(---)
*
Ja, ich kenne deine Begeisterung über die Türken. Und Istanbul ist eine wunderschöne und interessante Stadt, die sehr wohl eine Reise wert ist. Auch K hat enthusiastisch über die Leute dort gesprochen, doch ich habe mir damals nichts besonderes dabei gedacht, denn sie, d.h. er und seine Gruppe, werden immer sehr gut behandelt auf ihren Reisezielen. Doch wenn ich jetzt zurückdenke, erinnere ich mich, dass er sehr die Bedienung gelobt hat und die Freundlichkeit aller Menschen. die ihnen begegnet sind.  Ich erinnere mich an das Jahr, weil Anna und ich auf Cypern waren und als wir am späten Abend über Istanbul geflogen sind, haben wir hinunter geschaut auf die vielen Lichter und gedacht, dass K nun irgendwo dort unten ist. Damals, glaube ich, hatte man auch die Leute vor Reisen in die Türkei gewarnt (erinnere mich nicht mehr an den Grund) und die Schweden glaubten, dass sie deswegen so geschätzt wurden, weil sie sich nicht um das Verbot gekümmert hatten.
Wie du sagst, der Charme der Südländer, gemischt mit der Ehrlichkeit eines Nordeuropäers (falls es sowas noch gibt), muss doch irgendwie ideal sein. Und du meinst es gefunden zu haben. Ich glaube, ich muss auch einmal dorthin fahren.
*
K wollte doch nächsten Sommer in Rente gehen aber nun will man ihn nicht gehen lassen. Seine Chefs verwenden alle möglichen Überredungskünste um ihn behalten zu können. Das doppelte wohnen ist ja sehr kostsam und wir würden unsere Ausgaben sehr reduzieren, wenn wir nicht zwei Haushalte zu bezahlen hätten. Ich glaube er hat eine schwere Wahl im Augenblick. Na ja, er hat noch etwas Zeit sich zu entschliessen aber sie warten eifrig auf einen positiven Bescheid. Und seine nächsten Kollegen, mit denen er gut befreundet ist, wollen ihn absolut nicht gehen lassen. Ein bisschen stolz muss er schon sein über diese Reaktionen.
*
Ach nein, du verstehst nicht, was ein Kuss auf die Schläfe ist. Solche gibt man wirklich nicht alten, tatterigen Greisen. Am besten sind sie auf kleinen Babys. Hast du noch nie jemanden auf die Schläfe geküsst? Du musst deine Lippen eine gute Weile dort ruhen lassen und du wirst fast das Gefühl haben, dass du die Seele des anderen spürst. Jedenfalls wie das Leben unter deinen Lippen pulsiert. Aber.. wer weiss, vielleicht bin ich etwas vampirisch veranlagt. ;-)

Und damit du nicht meinst, ich behandle dich wie einen sehr alten Mann, so küsse ich dich diesmal auf den Mund.. Komm, lass mich...   (---)

Ich wünsche dir einen schönen Sonntag und ein feines Treffen mit deinen Verwandten.

Marlena

Dienstag, 1. Juli 2025

.. begeistert von den Türken

 Liebe Marlena

(---)

Gestern war ich kurz bei Walter am Weekly. Ich dachte, ich könne ihn nicht nochmals sitzen lassen, nachdem ich schon die letzte Woche verschlafen habe. Aber es war wirklich kurz, eine gute Stunden sassen wir in seiner Bibliothek und diskutierten die türkische Kultur. Habe ich Dir schon erzählt, wie begeistert ich von den Türken bin. Sie sind wirklich tüchtig, wohlerzogen, speditiv, praktisch und haben Charme. Echt toll! In NY war eine Türkin im Kurs, die in NY lebt. Auch sie hat mir echt imponiert, eine hübsche Frau, gut gekleidet mit wunderbar balancierten Umgangsformen. Fast schon wie eine Perserin. Aber - wie sie mir erzählt hat - ist oder war ihr Vater Chirurg. Sie kommt also von einer gutsituierten Familie. Und ich hätte nie gedacht, dass mich auch die einfachen Leute in der Türkei beeindrucken würden. Aber sie haben mich wirklich. Und nicht nur die Frauen, sehr wohl auch die Männer. Ich glaube, ich muss mal Instabul besuchen. Das scheint eine wundervolle Stadt zu sein. Und weisst Du was, sie passen zu den Deutschen, die Türken. Sie passen wundervoll zusammen. Beide sind pflichtbewusst, exakt. Die Deutschen sind gleichzeitig etwas nüchtern und kühl, manchmal protzig. Die Türken sind fein, elastisch und können sich gut einschmeicheln. Aber das Grundgerüst ist ziemlich ähnlich, wie mir scheint.

*
Und so mache ich mich langsam dran, mich auf die Sitzung vorzubereiten. Während andere ihre Aktenmappen füllen, fülle ich meine Hosensäcke. Mit Papiernastüchern natürlich.
Mit lieben Grüssen ..,

A propos: Deine Schläfen-Küsse lassen mich wirklich alt ausschauen, schon fast ein bisschen tatterig. Du weisst doch, was tatterig ist? Kleine Schritte, wackeliger Gang, zitterige Hand, Spuke, die aus den Mundecken quellt, kleiner Tropf an der Nasenspitze ... na ja, und so weiter. Eben tatterig!

,,,und echten saftigen Küssen

...

Re: Early morning tea

Datum: den 23 oktober  23:32

Lieber ...,

"Die ganze Sache ist nicht so einfach".. Es ist sogar die aller schwierigste Sache, mit der man sich überhaupt befassen kann. Wir könnten uns ewig über dieses Thema unterhalten und ich würde mich dabei ganz schrecklich unterlegen fühlen. Vielleicht ginge es etwas leichter im RL darüber zu sprechen, wo man sofort die Reaktion des anderen sieht. Aber so, schwarz auf weiss sieht alles so definitiv aus und lose Gedanken hin- und her sehen aus wie richtige Überzeugungen.
Es ist lustig wie du oft darauf zurückkommst, dass ich als Katholik so oder so denken muss. Aber du weisst doch, dass ich diese Religion nicht selbst und aus tiefer Überzeugung gewählt habe. Sie ist fast angeboren. Natürlich hat dann das Milieu in dem ich gelebt habe gewisse Spuren hinterlassen, genau wie bei dir. Aber würde man richtig nachforschen, was ich eigentlich bin.. nun ja, ich wage dir nicht einmal zu sagen wo ich da möglicherweise landen könnte.
Die Frage "Was ist ein Mensch" ist doch wohl äusserst auch die Frage, ob gerade der Mensch eine ewige Dimension, eine unsterbliche Seele hat. Der Theologe hat den Menschen als moralisches Wesen, von den anderen Lebewesen abgrenzen wollen.
*
Ich verstehe es schon dass ich dich vielleicht mit meiner Begeisterung über deine schönen Mails in Verlegenheit bringen kann. Es ist wohl wie bei einem Nobelpreisträger in Literatur. Er fragt sich, was muss ich nun schreiben um zu beweisen, dass ich "der Beste" bin. Aber ich bin sicher nicht der einzige Mensch, der von dir fasziniert ist. Es kann nicht neu sein für dich, dass du ganz einmalig bist. Ich frage mich manchmal wie ich eine solche Person überhaupt finden konnte.
(---)

Oh, spät!!! Habe die Zeit vergessen beim Schreiben.
Ich wünsche dir alles Gute für morgen,
Mit lieben Grüssen und einem zärtlichen Kuss (auf die Schläfe)..
Marlena