Sonntag, 31. März 2013
Wie gross ich bin?
Subject: Eine andere..
Date: 31 Mar 14:12:39 CEST
Lieber Mausfreund!
....
Du fragst nach meiner Grösse. Also gut: wenn wir die Champs-Elysées
hinuntergehen dann ist es bequem für dich deinen Arm um meine
Schulter zu legen. Du musst ihn nicht hinaufstrecken. Ich finde es
schön bei solchen Gelegenheiten dass du etwas grösser bist als ich.
...
Samstag, 30. März 2013
Schöne Ostern
Brissago Tessin Foto: Chris
Subject: Schöne Ostern
Liebe Marlena
Vielleicht schaust du noch einmal rasch rein. Und da möchte ich dich mit einem kleinen Gruss überraschen. Er ist ein absolutes suplément, eigentlich bin ich schon weg.
Heute ist Karfreitag. Das ist das Ende der Fastenzeit und das Ende unserer Melodramatik! Ab Ostern fangen wir ein neues Leben an, froh und sachlich und ohne zu Leiden. Wir dürfen einfach nicht MEHR wollen, als wir haben. Es ist doch so schön genug. Ein wichtiger Teil des Lebensglückes besteht darin, sich bescheiden zu können. Davon bin ich ziemlich überzeugt, auch wenn es nicht immer gelingt.
Du siehst, ich bin an der Programmatik. Ohne gleich alle §§§ umzuformulieren. Sie sind immer noch gut und wir lassen sie gelten. Wenn du einverstanden bist.
Wir fahren morgen früh ins Tessin. Das ist schon südlich der Alpen und in seiner Vegetation ganz anders. Dort blüht es schon überall und es hat Palmen und schöne Blumen und unendlich viele Deutsche. Unsere Freunde wohnen in einem kleinen Dorf oberhalb Locarno ...
*
Es war schön, unser Karfreitagschat, es waren tolle 50 Minuten. Ich hab es genau gemessen. Und es war ruhig und ohne Hast, nur die paar Minuten, die es bei dir nicht ordentlich gelaufen ist. Es war lieb von dir, um 12 rasch hereinzukommen, oder war es 11h? Ich wollte soeben mein Mail abschicken und habe gedacht, dass du auf irgend ein Zeichen wartest. Ich versuche mir euch immer so vorzustellen im Haus in der Nähe des Waldes, wo die Hasen und die Elche einander gute Nacht sagen. Du sollst nicht denken, ich wolle dich irgendwie für mich allein. So selbstbezogen und gierig bin ich glaube ich nicht. Ich kann sehr gut akzeptieren, dass du in erster Linie für deine Familie da bist. Und dass du Rücksicht nehmen musst mit dem PC und dass du noch 100 Dinge tun musst, die man als Hausfrau und Mutter und Berufsfrau einfach tun muss. Und dass du dir die Zeit zum Schreiben vom Schlaf stehlen musst, macht mich nicht glücklich.
Ich möchte einfach viel mehr von dir hören. Du hast das Gefühl, ich weiss schon viel. Aber die Crux mit dem Wissen ist die: je mehr du weißt desto mehr möchtest du noch dazu wissen. Deshalb doch sind die Unwissenden die glücklichsten Menschen.
Vielleicht bin ich auch bloss sehr ungeduldig? Dann verzeih mir. Nimm es einfach als meine Sympathie für dich und für euch alle und als mein Interesse. Ich habe schon soviele Fragen gestellt und soviele Themen angeschnitten, die irgendwo verschwunden sind. Du hättest vielleicht Jahre, das alles zu beantworten. Wahrscheinlich verursache ich das Problem, weil ich einfach zuviel und zu schnell will. Dann gib mir gerade noch einmal die Absolution.
*
Und wie gesagt, das wird jetzt alles gut. R nimmt es nach Ostern ganz langsam und ist glücklich über jede Zeile, die er von Marlena erhält, ohne soviel zu erwarten. Jede Zeile ist ein Geschenk. Jedes Wort ist mehr als kein Wort. Und manchmal sendet sie ja sogar noch Bilder, und die sind bekanntlich "mehr als tausend Worte", wie wir im Deutschen sagen.
*
Ach, Marlena, wenn ich da auch manchmal ein bisschen jammere, es ist eine schöne und aufregende Sache, unsere maladi. Und wenn du versprichst, du wollest helfen, daraus eine ruhige Sache zu machen, so weiss ich gar nicht, ob ich das überhaupt so will. Wahrscheinlich habe ich zwischendruch ganz gerne ein bisschen Aufregung und Sensation.
Ich wünsche euch dreien wirlich ganz schöne und warme und fruchtbare Ostern
Und dir Marlena, ein besonders prächtiges Osterei.
Wir hören uns wieder nach Ostern.
i.M.
...
(den 21 april 2000 16:05)
Freitag, 29. März 2013
Mittwoch, 27. März 2013
Ostern in Sicht (14:16)
Ämne: osterninsicht.. Ja...bald
Datum: den 7 april 2004 14:16
Liebe Malou
Ja, Lammbraten an Ostern ist goldrichtig. Ich glaube, das ist etwas vom besten, passt wunderbar. Und dazu, wie gesagt, Bärlauch-Pesto und ein paar Gewürze, die an den Süden erinnern. Das ist perfekt, wenn man dazu noch einen feurigen Pinot Noir findet. Ach, bei einem solchen Gedeck, da wäre ich bereit, mich nochmals zu verlieben.
Hier haben wir Aprilwetter, wie es im traurigsten Buche steht. Vor einer halben Stunde war es noch sonnig, und jetzt regnet es bereits wieder und der Wind treibt durch die Strassen. Ich habe soeben eine Biographie von Marilyn Monroe rezensiert. Ich weiss gar nicht, wie ich dazu gekommen bin. Na ja, eigentlich liegt der Grund darin, dass derselbe Autor bereits eine Biographie über Mozart geschrieben hat. Und so wollte ich sehen, wie er die Monroe abhandelt. Er schreibt in ich-form. Das fand ich schon mal merkwürdig. Besonders zu Beginn des Buches, wo die Marilyn sozusagen als Dreijährige Spricht. Später löst sich das Problem auf, und ich glaube, es ist nicht so schlecht geworden. Sie hatte ein absolut wechselvolles Leben. Und natürlich findet man in der zweiten Hälfte des Buches jede Menge berühmter Namen. Allerdings bin ich in diesem Gefilde nicht so sehr bewandert. Ich war nie ein besonders eifriger Kinogänger. Na ja, damals, als ich in Zürich studierte, und als der französische Film seine Glanzzeiten feierte, haben wir einige gesehen. Aber sie haben mich selten so sehr beeindruckt, dass ich sie nicht vergessen hätte.
Ich habe heute fast den ganzen Morgen im Büro gezeichnet und gemalt. Das war wundervoll. wenngleich vielleicht für einen Chef ein bisschen merkwürdig. Zu Beginn hatte ich Probleme mit dem Computer. Daraus wurde ich ganz wild und ungeduldig. Aber ich glaube, fürs Zeichnen ist die Stimmung gut. Dann geht man forsch voran und hält sich nicht mit kleinen Details auf. Ich glaube, das ist wirklich mein Geheimtipp. Ich muss mich aggressiv machen, wenn ich malen oder zeichnen will. Ich will dann einfach durch und damit basta. Und das sieht dann schliesslich aus wie Art brut, wenn Du verstehst, was ich meine.
Und jetzt fahre ich heim und lege mich aufs Ohr. Ach, ich bin wirklich faul geworden.
Nun, so ist es eben.
Mit einem lieben vorosterlichen Gruss
...
Ostern in Sicht (10:05)
Ämne: RE: osterninsicht.. Ja...
Datum: den 7 april 2004 10:05
Lieber ...,
Ja, Ostern ist tatsächlich in Sicht... oder fast hier. Die Sonne lässt sich nicht erblicken, aber trotzdem ist irgendwie schönes Osterwetter. 4 Grad, sehe ich hier gerade. Klingt nicht besonders warm aber wenn es nicht stürmt ist es doch angenehm draussen zu sein.
Unter dem Kirschbaum leuchten die ersten Frühlingsblümlein - blau und gelb. Ich liebe diese Jahreszeit. Sie ist wie eine neue Liebe, voll von Hoffnungen und noch ohne Enttäuschungen.. ;-)
Gut, dass du ausgeschlafen hast. Man braucht diesen letzten Schlaf am morgen besonders glaube ich. Es ist die Traumphase, in der man seine Seele reinigt oder zumindest etwas aufräumt. So sagt man jedenfalls.
Ich werde in ein paar Stunden zu Anna runter fahren und sie abholen. Wir werden ihre Blumen mit nach Hause nehmen und ich will dort auch ein wenig saubermachen. Gehört sich ja für eine Mutter, oder?
K wird mir sein Auto leihen, weil mein Golf scheinbar bald einen kaputten Auspuff hat. Man hört es schon, dass da bald was passieren wird. Sein Auto ist angenehmer zu fahren. Er wird derweilen ein gutes Essen für uns machen und uns damit empfangen, wenn wir hier so gegen 18.00 Uhr aufkreuzen werden.
Ich habe bei mir oben endlich wieder mal meine Papiere angegriffen. Du weisst wie es ist, wenn sich ein paar halbmeterhohe Stapel in -zig kleine aufteilen und jede Fläche im Raum damit bedeckt ist. Und endlich habe ich es etwas leichter mich von alten Dingen zu befreien. Brauch nicht mehr zu denken "das kann ich sicher später mal brauchen". Ich glaube an Feng Shui. Zwar macht man in letzter Zeit Geschäfte mit diesen Ideen, aber ich habe immer schon gewusst, dass Ordnung um mich herum auch Ordnung und Zufriedenheit in meinem Inneren erzeugt.
Ach, chéri, ich hab doch gar keine Osterhasen aus Schokolade. Bei uns gibt es nicht den Osterhasen. D.h. man kann schon solche Dinge in Geschäften finden aber wir haben Eier, und Bonbons in Eierform und dann haben wir die Hexen, die nach Blåkulla reiten auf einem Besenstiel.
Ich habe einen Lammbraten gekauft und K hat Lachs und einen grossen Osterschinken gekauft. Es wird gutes Osteressen geben und Anna wird sicher gleich wieder ihre verlorenen Kilos zunehmen.
Nun muss ich hier weitermachen. Noch staubsaugen bevor ich dann nach Lunch runterfahre.
Wenn ich dazu komme kriegst du noch ein kleines Mail aus Linköping.
Ich grüsse dich lieb
mit einem zärtlichen Kuss,
Malou
Ostern in Sicht (07:34)
Ämne: osterninsicht
Datum: den 7 april 2004 07:34
Liebe Malou
Ach, es ist kalt und unfreundlich, wie man es dem April nachsagt. Die ganze Stadt wirkt ziemlich trüb. Und nur die Bäume mit ihrem vorsichtig keimenden Grün deuten an, dass wir andere Zeiten erwarten können. Und von den Tauben ist nichts zu sehen, weit und breit. Wahrscheinlich liegen sie im Gartenhäuschen und drehen sich auf die andere Seite.
Heute habe ich erst um 8.00h angefangen. Ich weiss nicht weshalb, aber irgendwie hatte mein Wecker Mitleid mit mir und liess mich liegen. Vielleicht habe ich ihn ja auch kurz nach 6 wieder abgestellt, um mir zu überlegen, wie man das eigentlich schafft, um diese Zeit aus den warmen Federn zu steigen. Ich meine, da ist wirklich etwas mentale Kraft erforderlich, nicht wahr? Automatisch geht so was nicht. Ausgenommen vielleicht, du erwartest heute dein erstes Rendez-wous oder die Verleihung des Nobelpreises. Und das ist, wir wissen es, nicht jeden Tag zu erwarten. So bin ich erst durch die Helligkeit um halb Acht aufgewacht und habe mit Chronos, dem Gott der Zeit, gefeilscht, ob jetzt vielleicht 6.30h oder vielleicht gar schon 7.00h sein könnte. Unten hörte ich S, die sich in der Küche zu schaffen machte. Und da wusste ich, dass es kaum 6.30h sein konnte.
---
Magst Du bei den Schokoladenosterhasen auch am liebsten die Ohren? Da ist am meisten Material dran, nicht wahr? Und bei den Eiern das Gelb, natürlich!
Ich wünsche Dir einen feinen Tag.
Mit lGuK
...
Dienstag, 26. März 2013
Re: Mr. Blix
Datum: den 23 april 2003 21:39
Lieber ...,
Wieder ein Tag vergangen. Sie rasen nur so dahin. Jetzt kommt die letzte schwere Zeit in der Schule. "Was nicht vor Ostern gemacht ist.. wird nicht mehr.." sagt man oft unter den Lehrern. Und es ist nicht ganz falsch. In dieser Zeit will man so viel von den Schülern. Sie sollen noch einmal beweisen, dass sie so gut sind wie man sie eingeschätzt hat. Und da alle diese letzten Kontrollen vollziehen wird es eben ein bisschen zu viel für die jungen Leute, die übrigens gewöhnt sind alles bis zum letzten Moment aufzuschieben. Man kann auch nicht richtig planen, denn plötzlich fällt wieder eine Stunde aus, weil irgendeine andere Aktivität annonziert wird. Kinobesuch, Distanzunterricht, Theatervorstellung, Klassenausflug, Auslandsreise.. ich weiss nicht was ich alles aufzählen könnte.
Morgen habe ich eine Tentamensprüfung mit einer deutschen Frau. Es ist schon das dritte Mal, dass ich sowas tue. Es handelt sich um Deutsche, die nach Schweden gezogen sind. Entweder haben sie einen schwedischen Partner gefunden oder sind eben nur so in ihr "Traumland" gezogen. Und einige wollen dann weiterstudieren und möchten ein Abiturzeugnis in dem Fach Deutsch. So gebe ich ihnen unsere Lehrbücher zum durchlesen. Ich meine, der Wortschatz ist ihnen ja bekannt. Dann müssen sie eine schriftliche Prüfung machen und auch einen Aufsatz schreiben. Weiter müssen sie noch irgeneinen kleinen Roman gelesen haben über den wir uns so eine Stunde lang unterhalten werden. Meine Kollegen drücken sich vor dieser letzten Aufgabe und ich kann sie verstehen. Man fühlt sich etwas unterlegen obwohl ich durch unsere täglichen Mails doch sehr viel Übung bekommen habe.
Langweile ich dich nun?
Hast du den "Verkehrsstau" gelesen? Ich hatte mir garnicht vorstellen können dass es so zugehen könnte. Aber es ist schon möglich. Oder was meinst du? Die Sprache ist ja nicht so besonders. Aber seitdem ich dich lese bin ich verwöhnt und habe andere Massstäbe bekommen.
*
Schade, dass du unterbrochen wurdest. Müsstest eigentlich ein Schild an die Tür hängen: Marlena-time, bitte nicht stören!
Übrigens hat Anna neulich in einer Reisebroschüre unter den vorgeschlagenen Reisezielen die Fasnacht in Basel gefunden. Da haben wir drüber gelacht, besonders wo ich weiss wie sehr sie von einigen Menschen gemieden wird.
*
Anna hat den ganzen Tag fleissig studiert und ich habe heute üppig gekocht. Zuerst Leber auf meine Lieblingsart mit viel Zwiebel und etwas Essig und dann noch einen Coq au Vin. So habe ich essen für vier Tage fertig, denn jeden Tag habe ich nicht so viel Zeit (oder Lust) etwas besonderes zu machen.
*
Ich glaube nicht, dass sich Blix ein Elchgeweih aufhängen wird. Für uns sind Elche etwas ziemlich alltägliches und wir verstehen nicht die Deutschen, die ganz verrückt sind nach diesen Tieren. Sogar unsere Verkehrsschilder mit Elchen drauf stehlen sie.
Aber sicher hat Blix ein schönes Sommerhäuschen irgendwo an einem See oder an der Küste. "Il faut cultiver votre jardin!" Wie recht er hatte, Voltaire. Das ist eine Beschäftigung, die einen im hohen Alter noch Freude machen kann.
Es ist komisch. Manchmal kommt mir mein bisheriges Leben vor wie ein Buch, das ich nun zugeschlagen habe. Du kennst das Gefühl.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Ich gehe heute früh zu Bett. So grüsse ich dich lieb
und wünsche dir einen schönen ruhigen Tag morgen,
Marlena
Dir zuliebe habe ich meinen Namen hier auch auf M J geändert.
Montag, 25. März 2013
Mr. Blix u.a.m
Hans Blix - österliches Wetter und Buchmarkt
Date: Wed, 23 Apr 2003 10:52:52 +0200
Liebe Marlena
---
Gestern habe ich nochmals Mr. Blix im Fernsehen gesehen. Er scheint ein
mutiger Mann und es gefällt mir, wenn er den Amis ein bisschen auf die Zehen
tritt. Er wird im Juni in Pension gehen, hat er offenbar irgendwo geäussert,
und hat die Absicht, sich in sein Ferienhäuschen zurückzuziehen. Der
Glückliche! Er hatte wirklich eine Herkules-Mission zum Schluss seiner
Karriere. Und er hat als David zwischen den übermächtigen und arroganten
Goliaths sein Bestes daraus gemacht. Jetzt geht er bald in sein Refugium.
Ich stelle mir sein Ferienhäuschen vor an einem menschenscheuen
schwedischen See mit tintiger Wasserfläche, umgeben von schwarzen
Wäldern voller neugieriger Grizzlis. Und über dem Eingang des einfachen
Blockhauses, aus dessen einen Fenster Mrs Blix die rotkarierten Bettdecken
schüttelt, die Jagdtrophäe, das stattliche Riesengeweih eines Elchs, das in
der Hütte die bösen Geister fernhält. Mr Blix wird nicht daran glauben, aber
er weiss, ein solches Geweih wirkt auch bei Ungläubigen. Er wird die Zeit
der bösen Geister definitiv hinter sich haben.
*
Bei uns ist das Wetter jetzt auch wieder milder und österlicher geworden. Es
ist ganz passabel und macht nur Schwierigkeiten, wenn man frühmorgens aus
dem Haus tritt. Dann ist es noch kühl. Aber die Jacke, die man sich
überzieht, wird um die Mittagszeit schon wieder viel zu warm sein. Kurz und
gut: man weiss nicht, was man anziehen soll. Am besten, man richtet sich im
Büro einen Kleiderschrank ein, so dass man sich täglich mehrmals umziehen
kann.
*
Heute ist internationaler Tag des Buches. Ich werde mir zur Feier des Tages
die Kurzgeschichte Verkehrsstau von Franke einziehen (so drücken sich die
Jungen heute aus), um mir einen kleinen Schock in die Adern zu jagen. Am
Radio berichten sie über die Schwierigkeiten im Buchmarkt. Wir sind total
abhängig von Deutschland. Und unsere Bücher sind 10 bis 20% teurer bei uns.
So sollten wir eigentlich nach Deutschland fahren, um Bücher zu kaufen. Aber
das ist ein bisschen umständlich und kann nicht so spontan geschehen, wie
ich es mir wünsche.
*
Ich bin unterbrochen worden. Und mittlerweile ist es schon bald 11.00h.
Ich will also, wie versprochen, diesen Text in die Mühle geben, ...
Mit einem lieben Gruss zum schönen Tag.
...
Date: Wed, 23 Apr 2003 10:52:52 +0200
Liebe Marlena
---
Gestern habe ich nochmals Mr. Blix im Fernsehen gesehen. Er scheint ein
mutiger Mann und es gefällt mir, wenn er den Amis ein bisschen auf die Zehen
tritt. Er wird im Juni in Pension gehen, hat er offenbar irgendwo geäussert,
und hat die Absicht, sich in sein Ferienhäuschen zurückzuziehen. Der
Glückliche! Er hatte wirklich eine Herkules-Mission zum Schluss seiner
Karriere. Und er hat als David zwischen den übermächtigen und arroganten
Goliaths sein Bestes daraus gemacht. Jetzt geht er bald in sein Refugium.
Ich stelle mir sein Ferienhäuschen vor an einem menschenscheuen
schwedischen See mit tintiger Wasserfläche, umgeben von schwarzen
Wäldern voller neugieriger Grizzlis. Und über dem Eingang des einfachen
Blockhauses, aus dessen einen Fenster Mrs Blix die rotkarierten Bettdecken
schüttelt, die Jagdtrophäe, das stattliche Riesengeweih eines Elchs, das in
der Hütte die bösen Geister fernhält. Mr Blix wird nicht daran glauben, aber
er weiss, ein solches Geweih wirkt auch bei Ungläubigen. Er wird die Zeit
der bösen Geister definitiv hinter sich haben.
*
Bei uns ist das Wetter jetzt auch wieder milder und österlicher geworden. Es
ist ganz passabel und macht nur Schwierigkeiten, wenn man frühmorgens aus
dem Haus tritt. Dann ist es noch kühl. Aber die Jacke, die man sich
überzieht, wird um die Mittagszeit schon wieder viel zu warm sein. Kurz und
gut: man weiss nicht, was man anziehen soll. Am besten, man richtet sich im
Büro einen Kleiderschrank ein, so dass man sich täglich mehrmals umziehen
kann.
*
Heute ist internationaler Tag des Buches. Ich werde mir zur Feier des Tages
die Kurzgeschichte Verkehrsstau von Franke einziehen (so drücken sich die
Jungen heute aus), um mir einen kleinen Schock in die Adern zu jagen. Am
Radio berichten sie über die Schwierigkeiten im Buchmarkt. Wir sind total
abhängig von Deutschland. Und unsere Bücher sind 10 bis 20% teurer bei uns.
So sollten wir eigentlich nach Deutschland fahren, um Bücher zu kaufen. Aber
das ist ein bisschen umständlich und kann nicht so spontan geschehen, wie
ich es mir wünsche.
*
Ich bin unterbrochen worden. Und mittlerweile ist es schon bald 11.00h.
Ich will also, wie versprochen, diesen Text in die Mühle geben, ...
Mit einem lieben Gruss zum schönen Tag.
...
Sonntag, 24. März 2013
Mark Twain in der Schweiz
(Fortsetzung)
---
Ja, die Szene in Tom Sawyers, hat mir sehr gefallen als Junge. Habe ich Dir schon erzählt, dass ich heute denke, sie war einer der Gründe, weshalb ich Psychologie studiert habe. Na ja, im Rückblick hat immer alles eine gerade Logik und hört sich plausibel an. Und als ich damals von Architektur zu Psychologie hinüber gewechselt hatte, hätte ich diesen Grund wohl nicht nennen können. Aber Toms psychologische Fähigkeiten haben mich damals sehr fasziniert. Und ich erinnere mich, dass ich in der Sekundarschule mal einen Aufsatz geschrieben hatte, der sehr an Tom Sawyers angelehnt war. Sogar der Lehrer hatte das bemerkt und eher etwas kritisch angemerkt.
Allerdings muss ich auch sagen, dass ich gewisse Aspekte in Mark Twains Buch nicht besonders geschätzt hatte. Vieles erschien mir ein bisschen unübersichtlich. Auch dass Tom von zuhause ausreisst und einfach so in der Wildnis lebt, konnte ich schwerlich begreifen. Doch seine Eifersucht zum Bruder (wie hiess er schon?), und wie er damals aus seiner Wildnis heimkehrte, um sich im Versteck anzuhören, wie man ihn vermisste und um ihn trauerte, das konnte ich bestens verstehen.
Es gibt übrigens eine hübsche Erinnerung von Mark Twain, wo er beschreibt, wie er die Schweiz besucht hat. Wir hatten eine Kostprobe davon im Englischbuch am Gym. Dort erzählt er, wie er in der Innerschweiz die Rigi bestiegen hatte. Auf der Rigi oben, einem schönen Aussichtsberg im Zentrum der Schweiz, gab und gibt es noch heute ein Hotel. Man machte die Touristen damals auf die schönen Sonnenauf und -untergänge aufmerksam. Mark Twain hatte sich vorgenommen, den Aufgang nicht zu verpassen und ging rechtzeitig zu Bett. Man hatte auch bemerkt , dass man morgens sich bloss mit einer Wolldecke bedeckt auf der kleinen Plattform treffe, man brauchte sich nicht ordentlich anzuziehen. Als der Schriftsteller allerdings dann draussen stand bedeckt mit seiner Wolldecke, da war er der einzige, und ein bisschen erstaunt ob der merkwürdigen Blicke der Menschen. Erst später stellte sich heraus, dass er infolge Müdigkeit durch den Aufstieg die ganze Nacht und den folgenden Tag geschlafen hatte. Er hatte also nicht den Sonnenauf- , sondern den Untergang beobachtet.
---
Ich wünsche Dir ein allerfeinstes Wochenende. Bestimmt ist der Frühling bei Euch jetzt definitiv. Bei uns ist alles schon ziemlich grün. ...
Mit einem lieben Gruss und K
...
Samstag, 23. März 2013
die Stempeluhr
Ämne: freitagmorgenvoreinemvoraussichtlichverregnetenwochenende
Liebe Malou
Freitag, wäre das nicht ein Moment zum Jubilieren? Die Woche haben wir hinter uns, und das Wochenende ist noch nicht angebrochen. Es liegt noch vor uns wie eine frische Semmel auf dem Frühstückstisch.
Ach, ich fange schon an zu reden wie ein Proletarier, der sich mit der Arbeit nicht zu identifizieren vermag. Ich habe solche Leute kennen gelernt. Als Student hatte ich mal einen Ferienjob bei der Verbandsmolkerei in Zürich. Und da gab es eine Stempeluhr. Ich hatte vorher gedacht, so etwas Schlimmes wie eine Stempeluhr gäbe es nur noch im Ostblock. Als Ferienstudent kann man sich ja aus allem wieder herausreden, indem man sich vorstellt, dass alles nur für ein paar Wochen gilt, und man dann zurück an die freie Uni gehen würde, wo ohnehin alles anders läuft. Kurz und gut, wenn ich - oft verschlafen - am Morgen daherkam, eilte ich erst mal hinunter, um zu stempeln. Und abends ebenso. Lustig war, dass der grösste Teil der Belegschaft abends schon etwa 16.45h auf der Treppe sass und miteinander plauderte, um dann, wenn es 17 Uhr schlug, langsam ihren Stempel zu holen. Man hat also nicht wirklich bis 5 gearbeitet, aber man war bis 17 Uhr präsent. Die Menschen lernen, mit jedem System umzugehen. Und wer raffinierter ist, das System oder die Menschen, das muss sich erst noch herausstellen.
Ja, die Szene in Tom Sawyers, ...
Nein ...
Ämne: RE: -..-
Lieber ...,
Nein, den Philosophen kenne ich nicht... und ich glaube auch nicht an seinen Spruch. Man kann sich nicht vor seinem Schicksal verstecken. Es sucht dich auf wo immer du bist. Es hilft nichts, dass du in deinem Haus bleibst und still hältst. :-)
Übrigens spielen sich Mauriacs Romane fast ausschliesslich in dem Haus ab, das sein Elternheim war. Es liegt in der Region von Bordeaux. Es gibt ein Album mit hundert Photographien aus seinem Jugendmilieu: "Les maisons fugitives". Fast sein ganzes Leben hat sich in dieser Gegend abgespielt.
Als ich las, dass "niemand ein grosser Romanschriftsteller wird, der nicht auf eine - am besten in der Jugend erlebte - Landschaft zurückgreifen kann" habe ich sehr an dich gedacht und an deine wunderschönen Schilderungen aus dem Wallis.
Man ist nicht arm, weil man seine Jugend hinter sich hat. Man ist reich, weil man sie schon besitzt und in sich trägt. Und du kannst sie jederzeit aus deiner Erinnerung hervorholen und wiedererleben - zwar mit etwas Trauer und Nostalgie - aber trotzdem. Denn du wirst sicher auch zugeben, dass sie jetzt noch schöner ist, als du sie ursprünglich gesehen hast. Gibst du mir recht?
Gestern war es bedrückend grau aber nun versucht die Sonne durch die Wolken zu dringen. Ein paar kleine Kohlmeisen hüpfen lustig im Kirschbaum herum. Sie sind voll von Lebenslust und ich kann kaum die Augen von ihnen nehmen.
Neben mir liegt ein Buch über Pilze, das K bei der Bücherrea gekauft hat. Es ist das beste, das ich bisher gesehen habe. Und wenn ich darin blättere sehe ich schon den schönen Wald im Herbst vor mir.
Ich muss leider jetzt weitermachen hier.
Wünsche dir alles Gute für diesen Tag.
MlGuK,
Malou
Freitag, 22. März 2013
"Altmännerathmosfäre"
Ämne: +++
Liebe Malou
---
Wir haben hier die Fasnacht bewältigt und so scheint die Strasse frei in Richtung Ostern. Doch heute Morgen war es ziemlich regnerisch und hat leicht geschneit. Und jetzt komme ich vom Club und bin noch ganz beschäftigt, das Reis-Pilav und den Dessert zu verarbeiten. Dazu haben wir ein Referat gehört über Dornach. Das ist die Gemeinde, wo das Goetheanum steht, welches Rudolf Steiner dort bauen liess. Es sieht mächtig aus, und ein bisschen wie eine Jugendstil-Festung. Es ist gänzlich aus Beton, nachdem es im letzten Jahrhundert als Holzvariante einmal heruntergebrannt war. Dornach selbst scheint eine angenehme Gemeinde, allerdings gehört sie nicht mehr zu unserem Kanton, sondern zu Solothurn.
Nun ja, ich mache mir eigentlich nicht so sehr Sorgen wegen des Tattergreises. Ich mache mir überhaupt keine Sorgen. Und gerade das ist es, was mir gelegentlich Sorgen bereitet. Klar, immer, wenn ich aus dem Club komme, fühle ich mich ziemlich jung. Meine Kollegen sind teilweise schon ziemlich zitterig, und wenn der Vortrag beginnt, müssen sie ihr Hörgerät hochschrauben, damit sie von vorne ein paar Piepser hören. Aber es gibt auch ein paar jüngere Boys. Sogar einige, die noch rauchen, solche Wahnsinns-Cow-Boys haben wir in unserem Club. Da staunst Du, was?
Ich wünsche Dir einen guten Wochenanfang.
Mlguk
...
Ämne: Re: +++ ---
Lieber ...,
---
Ja, ich glaube dir schon, dass du dich in deinem Club in solcher Umgebung recht jung fühlst. Ich glaube überhaupt dass unsere nächste Umgebung eine grosse Rolle spielt. Aber ich fühle mich nicht jung, wenn ich N und G betrachte. Im Gegenteil. Das ist mir erst aufgefallen, als ein junger Kandidat bei uns im Arbeitszimmer auftauchte. Er bringt eine herrliche Frische in den Raum und man fühlt sich fast als wäre man zurückversetzt in die ersten Jahre im Beruf. Ein Optimismus und Glaube an die Zukunft. Na ja, er hat noch nicht angefangen zu arbeiten. Wenn ich die anderen jungen Lehrer betrachte so sind sie schon nach kurzer Zeit von dem Stress des Berufes beeinflusst. Es war fast ein bisschen ein Chock, als mir klar wurde wie diese "Altmännerathmosfäre" mein Milieu bestimmt hat.
*
Jetzt muss ich ein wenig arbeiten. Vielleicht komme ich nachher nochmals zurück..
Bis dahin, sei lieb gegrüsst,
Malou
Liebe Malou
---
Wir haben hier die Fasnacht bewältigt und so scheint die Strasse frei in Richtung Ostern. Doch heute Morgen war es ziemlich regnerisch und hat leicht geschneit. Und jetzt komme ich vom Club und bin noch ganz beschäftigt, das Reis-Pilav und den Dessert zu verarbeiten. Dazu haben wir ein Referat gehört über Dornach. Das ist die Gemeinde, wo das Goetheanum steht, welches Rudolf Steiner dort bauen liess. Es sieht mächtig aus, und ein bisschen wie eine Jugendstil-Festung. Es ist gänzlich aus Beton, nachdem es im letzten Jahrhundert als Holzvariante einmal heruntergebrannt war. Dornach selbst scheint eine angenehme Gemeinde, allerdings gehört sie nicht mehr zu unserem Kanton, sondern zu Solothurn.
Nun ja, ich mache mir eigentlich nicht so sehr Sorgen wegen des Tattergreises. Ich mache mir überhaupt keine Sorgen. Und gerade das ist es, was mir gelegentlich Sorgen bereitet. Klar, immer, wenn ich aus dem Club komme, fühle ich mich ziemlich jung. Meine Kollegen sind teilweise schon ziemlich zitterig, und wenn der Vortrag beginnt, müssen sie ihr Hörgerät hochschrauben, damit sie von vorne ein paar Piepser hören. Aber es gibt auch ein paar jüngere Boys. Sogar einige, die noch rauchen, solche Wahnsinns-Cow-Boys haben wir in unserem Club. Da staunst Du, was?
Ich wünsche Dir einen guten Wochenanfang.
Mlguk
...
Ämne: Re: +++ ---
Lieber ...,
---
Ja, ich glaube dir schon, dass du dich in deinem Club in solcher Umgebung recht jung fühlst. Ich glaube überhaupt dass unsere nächste Umgebung eine grosse Rolle spielt. Aber ich fühle mich nicht jung, wenn ich N und G betrachte. Im Gegenteil. Das ist mir erst aufgefallen, als ein junger Kandidat bei uns im Arbeitszimmer auftauchte. Er bringt eine herrliche Frische in den Raum und man fühlt sich fast als wäre man zurückversetzt in die ersten Jahre im Beruf. Ein Optimismus und Glaube an die Zukunft. Na ja, er hat noch nicht angefangen zu arbeiten. Wenn ich die anderen jungen Lehrer betrachte so sind sie schon nach kurzer Zeit von dem Stress des Berufes beeinflusst. Es war fast ein bisschen ein Chock, als mir klar wurde wie diese "Altmännerathmosfäre" mein Milieu bestimmt hat.
*
Jetzt muss ich ein wenig arbeiten. Vielleicht komme ich nachher nochmals zurück..
Bis dahin, sei lieb gegrüsst,
Malou
Donnerstag, 21. März 2013
Szenen einer Ehe
Ämne: Backintown
Datum: den 4 mars 2004 20:46
Liebe Malou
Soeben sind wind wir aus dem Schwarzwald zurück. Es war ganz gut. Nach bloss 3 Tagen hat man den Eindruck, eine ganze Woche weg gewesen zu sein. Auf alle Fälle deuten die Kilos, die ich zugelegt habe, auf eine satte Woche.
(...)
Gerade finde ich eine Fotokopie eines Zeitungsartikels. Es ist ein Brief eines berühmten Mannes an seine Frau. Ich frage mich, ob Du herausfindest, wer das gewesen sein könnte?
Er sagt dabei:
A. Du sorgst dafür,
1.) dass meine Kleider und Wäsche ordentlich im Stand gehalten werden
2.) dass ich die drei Mahlzeiten im Zimmer (Unterstrichen) vorgesetzt bekomme
3.) dass mein Schlafzimmer und Arbeitszimmer stets in guter Ordnung gehalten sind, insbesondere, dass der Schreibtisch mir allein zur Verfügung steht.
B. Du verzichtest auf alle persönlichen Beziehungen zu mir, soweit deren Aufrechterhaltung aus gesellschaftlichen Gründen nicht unbedingt geboten ist. Insbesondere verzichtest Du darauf,
1.) dass ich zuhause bei Dir sitze
2.) dass ich zusammen mit Dir ausgehe oder verreise.
C. Du verpflichtest Dich ausdrücklich, im Verkehr mit mir folgende Punkte zu beachten:
1.) Du hast weder Zärtlichkeiten von mir zu erwarten, noch mir irgendwelche Vorwürfe zu machen
2.) Du hast eine an mich gerichtete Rede sofort zu sistieren, wenn ich darum ersuche
3.) Du hast mein Schlaf- bzw. Arbeitszimmer sofort ohne Widerrede zu verlassen, wenn ich darum ersuche
D. Du verpflichtest Dich, weder durch Worte noch durch Handlungen mich in den Augen meiner Kinder herabzusetzen.
Voilà! Das ist ein scharfes Bombardement, Szenen einer Ehe.
Ach, was sind wir doch glückliche Menschen!
Mit lieben Gs und Ks
...
--------------
Ämne: RE: backintown...
Datum: den 4 mars 2004 22:30
Lieber ...,
Ach, wie ich mich freue dich wieder hier zu haben. Willkommen zurück! Weisst du, wie das ist, wenn man in die Mailbox schaut und nichts erhofft und dann findet man plötzlich diese kleine 1. Oh ja, vielleicht kennst du das. Ich habe doch diese Mailbox ausschliesslich für mails von dir.
(...)
Ach ja, dieser schreckliche Text, den du geschickt hast. Zuerst wollte ich sagen: Wie kannst du wissen, was mein Mann von mir verlangt.. ;-)) Aber weisst du, es ist ein grausamer Text und ich hoffe, dass es heutzutage keine Frau mehr gibt, die bei einem solchen Mann bleiben würde. Nein, ich kann wirklich nicht raten wer es ist. Hoffentlich nicht jemand, den ich bis jetzt bewundert habe. Das wäre schlimm.
Lass mich dich nur noch schnell umarmen. Ich bin so froh, dass du wieder hier bist.
Mit lieben Gs und Ks,
Malou
Mittwoch, 20. März 2013
Montag, 18. März 2013
A human being ...
subject "A human being..
... is a human being because of another human being"
Lieber .. ,
Der Satzt hier oben ist ein afrikanisches Sprichwort. Und so ist es. Erst
wenn wir uns in anderen Spiegeln können, entdecken wir uns selbst.
.
... is a human being because of another human being"
Lieber .. ,
Der Satzt hier oben ist ein afrikanisches Sprichwort. Und so ist es. Erst
wenn wir uns in anderen Spiegeln können, entdecken wir uns selbst.
.
Sonntag, 17. März 2013
Grippe, Soutine und Alter
(ungekürzt)
Ämne: RE: grippig noch
Datum: den 16 mars
Liebe Malou
Na ja, verwöhnt oder nicht verwöhnt. Manchmal schwemmt einem das Leben Dinge ans Land, die man nicht vorhergesehen hatte. Dann kann man sich verwöhnt fühlen.
Meine Grippe ist immer noch virulent. Ich schlucke Tabletten, trinke Tee (und keinen Kaffee) und schlafe wie ein Murmeltier. Aber es ist nicht ganz vorbei. Gestern ging ich früher nach Hause und habe dann praktisch durchgeschlafen. Und heute bin ich nur hier, weil ich einen kleinen Vortrag für die kommenden Lehrer habe. Dann ziehe ich mich wieder zurück. Es ist merkwürdig, mit diesem Grippe-Gefühl durch die Welt zu gehen, wenn es gleichzeitig so frühlingshaft warm und sonnig ist. Passt irgendwie nicht. Grippe passt zum Herbst, oder zum Winter. Aber doch nicht Frühling. Im Frühling ist Heuschnupfen oder so was meinetwegen gut.
Ameisen sind nicht besonders schlimm. Stell Dir vor, Du hättest Läuse, oder sogar Mäuse. Nein, Ameisen sind sehr sauber und räumen sogar Schmutz weg. Na ja, trotzdem mag man sie nicht besonders im Haus. Besonders nicht, wenn sie noch in fleissigen Zweierkolonnen quer übers Bett wandern.
Du hast nach Soutine geforscht. Er gefällt Dir nicht besonders? Na ja, aber schau Dir die Farben an. Es ist mir nicht ganz klar, wie er eine solche Intensivität erreichen kann. Es erinnert an die venezianische Schule. Und wenn ein solches Bild an der Wand hängt, dann hat es eine grosse Ausstrahlung. Ein solches Bild springt dich an, wie wir gesagt haben. Ich habe vor ein paar Jahren zwei Dicke Bände gekauft über Soutine. Am besten gefallen mir die Porträts. Sie sind wirklich einzigartig. Und ich kann verstehen, dass Varlin ein bisschen bei ihm abgeschaut hat. Nun, vielleicht kann man es nicht so sagen, „abgeschaut“. Er hat sich inspirieren lassen oder so ähnlich. Hast Du denn auch nach Bacon geforscht. Wenn Du Bacon siehst, dann gefallen Dir die Ameisen im Haus wieder ;--)
Ja, vielleicht ist das Alter wirklich nicht so wichtig, und es ist eher eine Frage, ob krank oder gesund. Ja, da hast Du bestimmt recht. Aber die Krankheiten kommen in der Regel auch eher mit dem Alter.
Ich habe vor Jahren mit grosser Begeisterung ein Buch eines deutschen Soziologen gelesen. Es war eine empirische Studie über die gesellschaftlichen Gruppierungen nach dem Verschwinden der sozialen Klassen. Er spricht da neu von sozialen Milieus und hat mittels statistischer Methoden - ich weiss nicht mehr genau - 5 oder 6 solche Milieus anhand von ihren Interessen, Lektüre, Kleidung, Freizeitvorlieben etc. identifiziert. Irgendwie hat er (ich glaube er heisst Gerhard Schulze) die Schlussfolgerung gezogen, dass die Hauptdimensionen, wonach sich Menschen einschätzen und gruppieren und gemeinsame Interessen und Sympathien finden, dass es vor allem die Dimensionen Alter und Bildung sind. Und vielleicht ist Alter wirklich eine neuere Dimension. Wir hatten mal darüber diskutiert, dass im katholischen Milieu noch altersgemischte Gruppen bestehen. Kinder und Eltern machen gemeinsam Dinge, haben gemeinsame Feste. Die Familie ist da eine zentrale Gruppe. Heute entwickeln sich aber immer mehr altersspezifische Gruppen. Man hat das auch mit den Einjahrgangsklassen der bürgerlichen Schule in Zusammenhang gebracht. Auf den Strassen spielen nicht mehr Kinder von 6 bis 16 Jahren miteinander. Es gibt harte Grenzen zwischen Altersspezialisten, das sieht man in den Freizeitinteressen und den Konsumgewohnheiten. Und das hat vielleicht etwas zu tun mit den schnellen Veränderungen der Welt, und natürlich mit den kleinen Familien und ihren Einzelkindern.
Ja, wie man als junger Mensch über die alten denkt, das ist wirklich sehr merkwürdig. Na ja, vielleicht hat es sich heute auch ein bisschen verändert. Wir hatten sie damals angeschaut wie E.T.s, Extraterrestrians zu gut deutsch. Und nie im Leben hätte ich mir vorstellen können, dass auch ich mal auf ihre Seite geraten würde. Wirklich nie! Ich habe mir immer vorgestellt, sie hätten es wunderschön, die Erwachsenen, diese Paschas: sie haben keine Hausaufgaben, dafür ein Doppelbett; sie können sich Dinge kaufen, wovon wir nicht mal träumen würden; sie dürfen Auto fahren, auswärts essen und wissen auf alles eine Antwort. Und vor allem haben wir gedacht, dass sie keine blasse Ahnung haben, was den hier auf dieser Welt mit uns Kleinen vorgeht. Die Sorgen des täglichen Lebens, Füsse waschen, Zähne putzen, tägliche Hausaufgaben, Sonntagsschule noch am Sonntag: was wussten die Erwachsenen schon davon, wie öde das alles war? Und die Feste mit Alkohol später, die ersten Verliebtheiten, die Küsse im Versteckten, ach, die Erwachsenen hatten ja keine Ahnung, was da alles ab ging und worin der wirkliche Reiz der Welt besteht. Sie lebten in ihren Büros, in der Küche, auf geraden Strassen. Wir hingegen tummelten uns hinter den Büschen, im Schwimmbad, hinter dem Fluss im Wäldchen, auf dem Güterbahnhof. Ach, sie hatten wirklich keine Ahnung, die Erwachsenen. Sie waren von einem anderen Stern. Sie waren, kurz gesagt, zu nichts Vernünftigem zu gebrauchen. ;-)
Aber da ich jetzt die Flussseite gewechselt habe, muss ich los für meinen Vortrag. Halt mir den Daumen, oder was immer du im Moment frei hast.
Mit lGuK
...
Ämne: RE: grippig noch
Datum: den 16 mars
Liebe Malou
Na ja, verwöhnt oder nicht verwöhnt. Manchmal schwemmt einem das Leben Dinge ans Land, die man nicht vorhergesehen hatte. Dann kann man sich verwöhnt fühlen.
Meine Grippe ist immer noch virulent. Ich schlucke Tabletten, trinke Tee (und keinen Kaffee) und schlafe wie ein Murmeltier. Aber es ist nicht ganz vorbei. Gestern ging ich früher nach Hause und habe dann praktisch durchgeschlafen. Und heute bin ich nur hier, weil ich einen kleinen Vortrag für die kommenden Lehrer habe. Dann ziehe ich mich wieder zurück. Es ist merkwürdig, mit diesem Grippe-Gefühl durch die Welt zu gehen, wenn es gleichzeitig so frühlingshaft warm und sonnig ist. Passt irgendwie nicht. Grippe passt zum Herbst, oder zum Winter. Aber doch nicht Frühling. Im Frühling ist Heuschnupfen oder so was meinetwegen gut.
Ameisen sind nicht besonders schlimm. Stell Dir vor, Du hättest Läuse, oder sogar Mäuse. Nein, Ameisen sind sehr sauber und räumen sogar Schmutz weg. Na ja, trotzdem mag man sie nicht besonders im Haus. Besonders nicht, wenn sie noch in fleissigen Zweierkolonnen quer übers Bett wandern.
Du hast nach Soutine geforscht. Er gefällt Dir nicht besonders? Na ja, aber schau Dir die Farben an. Es ist mir nicht ganz klar, wie er eine solche Intensivität erreichen kann. Es erinnert an die venezianische Schule. Und wenn ein solches Bild an der Wand hängt, dann hat es eine grosse Ausstrahlung. Ein solches Bild springt dich an, wie wir gesagt haben. Ich habe vor ein paar Jahren zwei Dicke Bände gekauft über Soutine. Am besten gefallen mir die Porträts. Sie sind wirklich einzigartig. Und ich kann verstehen, dass Varlin ein bisschen bei ihm abgeschaut hat. Nun, vielleicht kann man es nicht so sagen, „abgeschaut“. Er hat sich inspirieren lassen oder so ähnlich. Hast Du denn auch nach Bacon geforscht. Wenn Du Bacon siehst, dann gefallen Dir die Ameisen im Haus wieder ;--)
Ja, vielleicht ist das Alter wirklich nicht so wichtig, und es ist eher eine Frage, ob krank oder gesund. Ja, da hast Du bestimmt recht. Aber die Krankheiten kommen in der Regel auch eher mit dem Alter.
Ich habe vor Jahren mit grosser Begeisterung ein Buch eines deutschen Soziologen gelesen. Es war eine empirische Studie über die gesellschaftlichen Gruppierungen nach dem Verschwinden der sozialen Klassen. Er spricht da neu von sozialen Milieus und hat mittels statistischer Methoden - ich weiss nicht mehr genau - 5 oder 6 solche Milieus anhand von ihren Interessen, Lektüre, Kleidung, Freizeitvorlieben etc. identifiziert. Irgendwie hat er (ich glaube er heisst Gerhard Schulze) die Schlussfolgerung gezogen, dass die Hauptdimensionen, wonach sich Menschen einschätzen und gruppieren und gemeinsame Interessen und Sympathien finden, dass es vor allem die Dimensionen Alter und Bildung sind. Und vielleicht ist Alter wirklich eine neuere Dimension. Wir hatten mal darüber diskutiert, dass im katholischen Milieu noch altersgemischte Gruppen bestehen. Kinder und Eltern machen gemeinsam Dinge, haben gemeinsame Feste. Die Familie ist da eine zentrale Gruppe. Heute entwickeln sich aber immer mehr altersspezifische Gruppen. Man hat das auch mit den Einjahrgangsklassen der bürgerlichen Schule in Zusammenhang gebracht. Auf den Strassen spielen nicht mehr Kinder von 6 bis 16 Jahren miteinander. Es gibt harte Grenzen zwischen Altersspezialisten, das sieht man in den Freizeitinteressen und den Konsumgewohnheiten. Und das hat vielleicht etwas zu tun mit den schnellen Veränderungen der Welt, und natürlich mit den kleinen Familien und ihren Einzelkindern.
Ja, wie man als junger Mensch über die alten denkt, das ist wirklich sehr merkwürdig. Na ja, vielleicht hat es sich heute auch ein bisschen verändert. Wir hatten sie damals angeschaut wie E.T.s, Extraterrestrians zu gut deutsch. Und nie im Leben hätte ich mir vorstellen können, dass auch ich mal auf ihre Seite geraten würde. Wirklich nie! Ich habe mir immer vorgestellt, sie hätten es wunderschön, die Erwachsenen, diese Paschas: sie haben keine Hausaufgaben, dafür ein Doppelbett; sie können sich Dinge kaufen, wovon wir nicht mal träumen würden; sie dürfen Auto fahren, auswärts essen und wissen auf alles eine Antwort. Und vor allem haben wir gedacht, dass sie keine blasse Ahnung haben, was den hier auf dieser Welt mit uns Kleinen vorgeht. Die Sorgen des täglichen Lebens, Füsse waschen, Zähne putzen, tägliche Hausaufgaben, Sonntagsschule noch am Sonntag: was wussten die Erwachsenen schon davon, wie öde das alles war? Und die Feste mit Alkohol später, die ersten Verliebtheiten, die Küsse im Versteckten, ach, die Erwachsenen hatten ja keine Ahnung, was da alles ab ging und worin der wirkliche Reiz der Welt besteht. Sie lebten in ihren Büros, in der Küche, auf geraden Strassen. Wir hingegen tummelten uns hinter den Büschen, im Schwimmbad, hinter dem Fluss im Wäldchen, auf dem Güterbahnhof. Ach, sie hatten wirklich keine Ahnung, die Erwachsenen. Sie waren von einem anderen Stern. Sie waren, kurz gesagt, zu nichts Vernünftigem zu gebrauchen. ;-)
Aber da ich jetzt die Flussseite gewechselt habe, muss ich los für meinen Vortrag. Halt mir den Daumen, oder was immer du im Moment frei hast.
Mit lGuK
...
Samstag, 16. März 2013
Langeweile und Olten
Ämne: domo
Datum: den 6 mars
Liebe Marlena
Die Woche fliegt im Nu dahin. Es geht noch schneller als ausserhalb der
Ferien. Schade. Aber ich versuche, diese schwindende Zeit so gut wie möglich
zu nutzen.
Fast habe ich mein kleines Büchlein zu Ende gelesen, welches über - Du wirst
staunen - über 'die Langeweile' handelt. Es ist irgend ein jüngerer
deutscher Philosophieprofessor, der es geschrieben hat. Und es ist nicht
sehr anspruchsvoll. Ich habe den Eindruck, der Kerl muss sein Denken noch
etwas entwickeln. Oder vielleicht hat er so geschrieben, weil er uns nicht
mehr zumuten will?
Auf jeden Fall geht es um die Langeweile, wie sie von verschiedenen
Philosophen bewertet wird und welche Therapievorschläge sie machen. Und
dabei berücksichtigt er so verschiedene Typen wie Seneca, de Montaigne,
Heidegger, Helvétius, Pascal, Rousseau, Schopenhauer, Cioran, Russel,
etc. Und dabei kommen die verschiedenen Temperamente zum Ausdruck.
Na ja, eigentlich ist es wunderlich, in diesen hektischen Zeiten sich mit
der Langweile zu beschäftigen. Das muss ich schon zugeben. Aber es geht auch
um die Frage der Zeitlichkeit unseres Daseins im allgemeinen. Das ist es
vielleicht, was mich daran interessiert.
*
Du meinst, Du könntest mich hinter dem Schreibtisch sehen? Bist Du sicher?
Ich habe soviele Akten und Papiere auf dem Tisch, dass man sich kaum sehen
kann. Ich glaube, man sieht mich kaum in meinem Zimmer. Ich bin zu einer Art
von Maulwurf geworden, der die meiste Zeit unter Tage, als unterhalb dieser
Papiermassen in den Dingen herumwühlt. Nur gelegentlich komme ich wieder
ans Sonnenlicht, um etwas Luft zu schnappen.
*
Ja Olten ist bestimmt ein sehr gemütlicher Ort. Vielleicht gehört nicht die
ganze Agglomeration, die man auf der Karte sieht, zu Olten. Es gibt
Nachbargemeinden, die nahtlos an die Stadt Olten heranreichen. Wunderschön
fand ich jeweils die Berge rund um Olten. Sie sind natürlich niemals so hoch
wie jene im Wallis. Aber sie haben merkwürdige Formen, diese Jurahügel. Und
im Sommer geben sie eine gute Kulisse vor dem blauen Himmel ab. Dann gibt es
den Fluss Aare, der ziemlich breit dahinfliesst. Im Sommer baden viele Leute
im fliessenden Wasser, und das hat mich stets fasziniert. Im Wallis ist die
Rhone einerseits so kalt, andererseits so wenig tief, dass niemand auf die
Idee käme, darin zu schwimmen.
Ja, Olten ist wirklich ein gutes Nest, und man ist in weniger als einer
Stunde in Zürich, in Bern, in Luzern oder in Basel. Mit einem Wort: es ist
der Erdmittelpunkt.
Ich muss Schluss machen und wünsche Dir einen schönen Tag.
Mit lieben Grüssen
...
Mittwoch, 6. März 2013
...
Vielleicht
Erinnern
Das ist
vielleicht
die qualvollste Art
des Vergessens
und vielleicht
die freundlichste Art
der Linderung
dieser Qual
Das ist
vielleicht
die qualvollste Art
des Vergessens
und vielleicht
die freundlichste Art
der Linderung
dieser Qual
[Erich Fried]
.
.
Dienstag, 5. März 2013
Que diras-tu ... ?
Lieber ...,
Ich habe mir in deinen Briefen viel vorgestrichen was ich dir gern beantworten will. Hab Geduld mit mir. Es kommt mit der Zeit. Diese letzten Schulwochen sind so überfüllt von Arbeit dass ich nicht sehr viel Zeit für lange Mails haben werde. Aber die kurzen kann ich dir jederzeit senden. Immer gibt es irgendwo eine kleine Pause, in der ich dir endlich wieder sagen kann was du schon zur genüge weißt, nämlich dass ich dich überall sehnsuche. Ich weiss es ist schlimm, aber ich glaube dass ich dich liebe. Und auch ich bitte zu Gott, dass es nie aufhören möchte aber auch dass er uns beiden diese Maladi erträglich macht. Ich will dich für immer in meinem Leben behalten.
Kennst du dieses schöne Gedicht von Baudelaire:
"Que diras-tu ce soir, pauvre âme solitaire,
Que diras-tu, mon coeur, coeur autrefois flétri,
A la très belle, à la très bonne, à la très chère,
Dont le regard divin t'a soudain refleuri? ..."
Damit sage ich dir gute Nacht mein lieber Mausfreund
i.M.
Marlena
(May 2000)
Sonntag, 3. März 2013
Rom und Zürich
Santi Luca e Martina
Stadtplan dabei, damit Du dann auch genauestens orientiert bist. Ich
behaupte, in einer halben Stunde kann man das Zentrum Roms auf
einem Plan kennenlernen, dass man sich dann schon ziemlich gut
auskennt, sodass man kaum mehr verloren gehen kann. Und ich
muss gestehen, dass ich mich nach einigen Tagen dort nach meinem
Bild Zürichs orientiert habe. Ich würde sagen, dass Zürichs Zentrum
ungefähr gleich gross sein muss. Die Via del Corso ist die
Bahnhofstrasse. Die Universität liegtungefähr im Raum der Stazione
Termini, wo dahinter ja wirklich auch die Uni liegt. Der Vatikan wäre
ungefähr der Uetliberg. Und das Forum Romanum stellt als eine Art
Steinwüste den Zürichsee dar.
Aber ich habe diese Vorlage nicht bewusst genommen, sondern habe
erst im Nachhinein bemerkt, dass es in meinem Kopf so abläuft.
Schau mal dieses hübsche Foto. Ich glaube, es war eines der ersten,
die ich knipste. Es war gegen Abend und ich kam von Termini herunter.
Und da fand ich diese Gruppe Jugendlicher vor der Kirche S Martina e
Luca. So glaube ich zumindest, dass sie heisst. Sie liegt gleich neben
dem Forum Romanum. Diese Kuppelkirchen, typische Barockgebilde,
haben es mir einfach angetan. Ich habe sie von allen Seiten
fotographiert. Sie prägen ja auch die Sky-Line Roms. Und sie sehen
aus allen Seiten gleich aus ;--).
Ich habe übrigens die Erkenntnis gemacht, wie sich diese Kirchen
architektonisch entwickelt haben. Das wusste ich vorher nicht, oder
nicht so bewusst. Der Anfang war die alte Basilika, also ein Langraum.
Dann kamen die Seitenschiffe hinzu. Ich glaube, der alte St. Peter war
so eine alte Basilika. Dann kam das Querschiff, das den Grundriss
eines lateinischen Kreuzes machte. Und damit ergab sicch die Vierung,
jenes Quadrat, über dem sich Hauptschiff und Querschiff kreuzten.
Darüber entstand oft der Kirchturm. Und im Barock dann eben die
Kuppel, wie man in der Kirche Il Gesù sehen kann. Und schlisslich hat
man die Schiffe beiseite gelassen und nur diesen Rundbau mit der
Kuppel gebaut. Ich finde, das ergibt einen wirklich schönen, geradezu
idealen Innenraum. Es gibt noch andere solche Kuppelkirchen in der
Nähe des Forums. Diese hier ist lange nicht renoviert worden und sieht
ein bisschen vergammelt aus. Die eine Seite, nämlich jene, die
Richtung Forum geht, ist eine Präsentationsfassade mit Eingang. Ich
glaube, ich habe sie auf einem anderen Foto mindestens teilweise
erwischt.
Schön ist die Abendsonne auf dem Bild und der Kontrast der doch
überaus vergänglichen und volatilen Ballone vor dem Hintergrund der
Kirche, die ja schon fast sowas wie die Ewigkeit repräsentiert.
Samstag, 2. März 2013
Gardisten im Vatikan


Habe ich Dir meine schönen Fotos von den Gardisten schon gezeigt?
Die beiden finde ich besonders gelungen. Sie sind auf der Treppe vor
San Pietro aufgenommen. Und - wie man an den Uniformen sieht -
war es auch am Sonntag. Die beiden breiten afrikanischen Hintern
haben mich dazu animiert, von diesem Winkel her zu knipsen. Ich
finde, es gibt einen schönen Eindruck von einer farbenprächtigen
Internationalität.
"meine Kleine"
Lieber ...,
---
Ich verstehe schon, dass deine "Kleinen" nicht so klein sind. Es ist
eine liebe Bezeichnung, die du da verwendest. Meine Kleine sagt
manchmal, wenn sie mich nach langer Zeit wieder sieht "men mamma, vad
liten du är" (aber, Mutti, wie klein du bist) und dann wird gemessen,
denn ich will ihr doch beweisen, dass sie sich gewaltig irrt, wenn sie
denkt sie sei größer als ich.. *s* Meine Mutter war ziemlich klein,
aber sonst waren alle meine Verwandten große stattliche Leute.
Besonders meinen Grossvater bewunderte ich wegen seiner stattlichen
Figur und seiner stolzen Haltung. Er sah ungemein gut aus.
...
Freitag, 1. März 2013
Und das ist Sehnsucht ...
Sacro Monte di Domodossola
Und das ist Sehnsucht: wohnen im Gewoge
und keine Heimat haben in der Zeit.
Und das sind Wünsche: leise Dialoge
täglicher Stunden mit der Ewigkeit.
Und das ist Leben. Bis aus einem Gestern
die einsamste von allen Stunden steigt,
die, anders lächelnd als die andern Schwestern,
dem Ewigen entgegenschweigt.
und keine Heimat haben in der Zeit.
Und das sind Wünsche: leise Dialoge
täglicher Stunden mit der Ewigkeit.
Und das ist Leben. Bis aus einem Gestern
die einsamste von allen Stunden steigt,
die, anders lächelnd als die andern Schwestern,
dem Ewigen entgegenschweigt.
Rilke
.
kleine Skitour
date 1 March
subject Sonne und Schnee.. :-)
Lieber ... ,
Danke für dein liebes Mail und das herrliche Bild. Dort würde ich gern
eine Woche verbringen.. aber leider, ich kann nicht Slalom fahren.
Doch für "Nordic Ski" bin ich immer zu haben.
Und stell dir vor! Heute bin ich zum ersten Mal seit ewig Ski
gelaufen. Es ist wieder ein herrlicher sonniger Wintertag und am
Morgen ist K in den nahen Wald gefahren (unsere "kleine Schweiz") um
zu sehen ob die Loipen gut sind. Und ein Skifahrer sagte ihm, dass die
3 km-loipe sehr gut sei, aber die längeren hätten stellenweise etwas
zu wenig Schnee.
So sind wir dann gegen Mittag losgefahren zu einer kleinen Skitour.
Es muss Jahre her sein, dass ich auf den Skiern gestanden habe, aber
es ist wie mit dem Radfahren.. man hat es im Körper. Und während K
noch eine extra Runde gemacht hat, habe ich ein wenig in der Sonne
gesessen und meditiert. Irgendwie habe ich versucht alle meine in der
Welt zerstreuten Teile wieder in mich hinein zu ziehen. Mag lustig
klingen. Aber der Gedanke, ganz befreit zu sein von allem ausser mir..
hat mir ein schönes Gefühl gegeben. Ich habe an die Worte aus einem
alten Schlager gedacht.. "Freedom's just another word for nothing
left to lose".. und ich habe mich ganz frei gefühlt.
---
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