Sonntag, 24. März 2013

Mark Twain in der Schweiz


(Fortsetzung) 
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Ja, die Szene in Tom Sawyers, hat mir sehr gefallen als Junge. Habe ich Dir schon erzählt, dass ich heute denke, sie war einer der Gründe, weshalb ich Psychologie studiert habe. Na ja, im Rückblick hat immer alles eine gerade Logik und hört sich plausibel an. Und als ich damals von Architektur zu Psychologie hinüber gewechselt hatte, hätte ich diesen Grund wohl nicht nennen können. Aber Toms psychologische Fähigkeiten haben mich damals sehr fasziniert. Und ich erinnere mich, dass ich in der Sekundarschule mal einen Aufsatz geschrieben hatte, der sehr an Tom Sawyers angelehnt war. Sogar der Lehrer hatte das bemerkt und eher etwas kritisch angemerkt.
Allerdings muss ich auch sagen, dass ich gewisse Aspekte in Mark Twains Buch nicht besonders geschätzt hatte. Vieles erschien mir ein bisschen unübersichtlich. Auch dass Tom von zuhause ausreisst und einfach so in der Wildnis lebt, konnte ich schwerlich begreifen. Doch seine Eifersucht zum Bruder (wie hiess er schon?), und wie er damals aus seiner Wildnis heimkehrte, um sich im Versteck anzuhören, wie man ihn vermisste und um ihn trauerte, das konnte ich bestens verstehen.

Es gibt übrigens eine hübsche Erinnerung von Mark Twain, wo er beschreibt, wie er die Schweiz besucht hat. Wir hatten eine Kostprobe davon im Englischbuch am Gym. Dort erzählt er, wie er in der Innerschweiz die Rigi bestiegen hatte. Auf der Rigi oben, einem schönen Aussichtsberg im Zentrum der Schweiz, gab und gibt es noch heute ein Hotel. Man machte die Touristen damals auf die schönen Sonnenauf und -untergänge aufmerksam. Mark Twain hatte sich vorgenommen, den Aufgang nicht zu verpassen und ging rechtzeitig zu Bett. Man hatte auch bemerkt , dass man morgens sich bloss mit einer Wolldecke bedeckt auf der kleinen Plattform treffe, man brauchte sich nicht ordentlich anzuziehen. Als der Schriftsteller allerdings dann draussen stand bedeckt mit seiner Wolldecke, da war er der einzige, und ein bisschen erstaunt ob der merkwürdigen Blicke der Menschen. Erst später stellte sich heraus, dass er infolge Müdigkeit durch den Aufstieg die ganze Nacht und den folgenden Tag geschlafen hatte. Er hatte also nicht den Sonnenauf- , sondern den Untergang beobachtet.
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Ich wünsche Dir ein allerfeinstes Wochenende. Bestimmt ist der Frühling bei Euch jetzt definitiv. Bei uns ist alles schon ziemlich grün. ...

Mit einem lieben Gruss und K
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