Datum: den 25 juni 2003 12:28
Lieber ...,
Endlich etwas Ruhe hier.. K und F sind zu K's Wohnung gefahren, um ein paar Rechnungen zu holen. Vielleicht will K ihm auch wieder einmal die Stadt zeigen, wo er eine zeitlang gearbeitet hat, vor vielen Jahren und es ist ein kleiner Ausflug, den sie auch machen wollten um einen regnerischen Tag zu vertreiben. Aber der Wetterbericht hat sich geirrt. Die Sonne strahlt von einem fast wolkenfreien Himmel. Eigentlich sieht der Garten hier durchs Fenster sehr verlockend aus. Aber meine Schulter juckt etwas. Habe bei der Balkonarbeit, trotz Sonnenschutzcreme Faktor 15, etwas zu viel Sonne abbekommen. Ein paar Tage werde ich im Schatten verbringen müssen.
Gestern kam der neue Ofen. Weisst du wie es sich anfühlt einen neuen Ofen zu haben? Es ist ein ganz und gar herrliches Gefühl und in Gedanken sieht man alle die schönen guten Speisen und Gebäcke, die man damit zubereiten wird. Die Microwelle steht da und sieht schön aus. Das ist wohl das meiste was man von ihr sagen kann.. ;-) Aber man muss sich eben an das moderne schnelle Leben erst gewöhnen.
Ja, Folke ist sich wirklich ähnlich. Ich glaube ich kenne sonst keinen Menschen der sich so wenig verändert hat seit seiner Studentenzeit. Er ist ein sehr vermögener Junggeselle und doch, wenn ich so sehe wie reduziert sein Leben ist, wie viel er verpasst hat, dann fühle ich mich sehr reich.
Natürlich muss man bei den grossen Festen den Ritualen folgen und besondere Speisen essen. Man kann ihnen einen modernen Touch verleihen, wenn man so will, aber ich glaube die meisten Leute bevorzugen es im Original. Wir hatten statt dem "Sill" (eingelegter Heering) "Gravlax" gewählt (Rezept hier unten). Und dann die Erdbeertorte als Nachspeise. Nur hat es draussen in Strömen gegossen und nicht einmal die sieben Blumen habe ich pflücken können. Auch haben wir auf die Feier im Freilichtsmuseum verzichtet. Alle zehn Minuten hat sich der Himmel geöffnet und bei so starkem Regen macht es keinen Spass.
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Am Sonntag haben wir dann Anna nach L gebracht. Doch das weisst du bereits. Und ich habe fleissig gearbeitet. Manchmal bekomme ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich das am Sonntag tue, aber dann sage ich mir dass der Ruhetag ja eigentlich der Samstag ist.. Es hilft. ;-)
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Doch, den Zeitungsartikel hatte ich schon gelesen. Nur habe ich ihn etwas unbegreiflich gefunden. Aber von dir habe ich erwartet, dass du ihn besser verstehst und da es von einer Ausstellung in Basel handelte, habe ich ihn dir geschickt. Ich würde nie einen Artikel verschicken, den ich nicht selbst gelesen habe. Es überrascht mich wirklich wenn du sowas tust.
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Um das Gartenbad beneide ich dich. Ich wünsche mir oft, dass hier hinter dem Haus ein See läge. Aber Leute, die einen solchen Wohnsitz haben werden hier in Schweden von den Steuerbehörden sehr bestraft. Oft müssen sie so hohe Wohnsteuern zahlen, dass sie es sich nicht mehr leisten können dort zu wohnen. Es sind schon grosse Demonstrationen wegen dieser Strafsteuer vorgekommen, in einem Land wo man nicht sobald zu solchen Massnahmen greift. Ausser die "Huligane", die ja jede Gelegenheit nützen, den Frieden zu stören.
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Ich freue mich für dich auf die kommende Woche. Ich weiss wie schön es ist, wenn man plötzlich Zeit hat alle seine liegenden Arbeiten in Ruhe zu erledigen.
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Nach New-York willst du? Bist du sicher, dass es der Kurs ist, der dich dahin lockt? ;-))
Dagegen würde ich an deiner Stelle die Einladung zu der Hochzeit annehmen. Muss herrlich sein, eine Zeit in einem ganz anderen Milieu zu leben. Und sicher würden sich die Gastgeber sehr geehrt fühlen. Wann ist die Hochzeit?
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Ja, ich habe Ferien. Es ist herrlich! Ich geniesse es, nicht dauernd ein Auge auf die Uhr halten zu müssen.
Und ich stehe ziemlich früh auf am Morgen. Das ist ein gutes Zeichen. Es gibt viel zu tun, aber es macht alles Spass. Was immer ich tue so sehe ich sofort das Resultat davon. So ist es leider nicht immer in meinem Beruf.
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Es freut mich von Onkelchen zu hören. Ich vermisse wirklich den Kontakt mit älteren Menschen. Sie strahlen eine Ruhe aus, die einem gut tut. Und es ist so schön ihnen eine Freude bereiten zu können. Ja, ich beneide dich wirklich um diesen alten Mann.
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Morgen wollen wir einen Ausflug nach Vadstena machen, wo das grosse Birgittajubiläum gefeiert worden ist. Die Stadt, die mir auch sonst gefällt, wird sicher dieses Jahr besonders geschmückt sein. Ich werde mir die Digitalkamera mitnehmen und ein paar schöne Aufnahmen für dich machen.
Du solltest dir eine Digitalkamera besorgen. Seitdem ich sie habe, fotografiere ich viel mehr als vorher und es kostet mich überhaupt nichts. Früher habe ich immer grosse Summen für Filme und Entwicklung ausgegeben. Und sie ist genau so leicht zu handhaben wie ein gewöhnlicher Fotoapparat. Du richtest sie gegen ein Motiv und drückst ab. Und sofort kannst du auf der Rückseite der Kamera sehen wie das Bild geworden ist und es mit einem anderen ersetzen falls du nicht zufrieden bist.
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Wie ist das Bild für deinen Chef geworden? Kannst du es mir zeigen?
Im Garten leuchten Annas Mohnblumen. Ich lege dir ein Bild davon in Fotofolder.
Ja, es wäre ein Abenteuer dich live zu sehen. Aber eben... :-) Warum kommst du gerade jetzt auf diesen Gedanken? Ich brauche dir nicht zu sagen, wie sehr ich unseren Mailkontakt schätze. Manchmal habe ich Angst, dass der liebe Gott eifersüchtig werden könnte.
Schreibe mir bald wieder, ich sehne mich danach.
Wünsche dir einen schönen Tag,
Mit lieben Grüssen,
Marlena
GRAVLAX
1000 g küchenfertiger frischer Lachs mit Haut -geteilt, ohne Mittelgräte, andere Gräten entfernen lassen- abspülen, trockentupfen, eventuell noch vorhandene Gräten entfernen
2 Bund Dill waschen, fein hacken
1 EL weiße Pfefferkörner in einen Mörser geben
1 EL Senfkörner hinzufügen und fein zerstoßen (kannst du weglassen)
50 g grobes Salz hinzufügen
50 g Zucker hinzufügen und vermischen
(wir nehmen meist 7 Esslöffel Salz und die gleiche Menge Zucker)
eine Lachshälfte mit der Hautseite nach unten in eine Schüssel legen, mit der Gewürzmischung und 2/3 Dill bestreuen, die zweite Lachshälfte mit der Hautseite nach oben darauflegen.
Wir legen den Lachs dann ganz einfach in eine doppelte Plastiktüte. So kann man sie leicht und ohne Problem wenden, damit die Flüssigkeit, die sich bildet überall hingelangt. Drei Tage lang lassen wir ihn im Kühlschrank liegen und wenden ihn zweimal täglich.
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