Donnerstag, 15. August 2019

Ach, wie sehr ich das vermisse ...



Lieber ...

(---)
...
Noch länger zurück sass ich in einem Festkomitee (so 10 Personen)
das die Aufgabe hatte grössere Feste (für bis zu 100 Personen) zu
arrangieren. Wir trafen uns ab und zu um das nächste Fest zu
besprechen. Erst assen wir gut zusammen (und tranken ;-) und
vergassen dabei schnell warum wir uns eigentlich versammelt hatten.
Erst spät in der Nacht (kurz vor dem Nachhausegehen) erinnerten
wir uns an unsere Aufgabe und so "ajournierten" wir uns bis zum
nächsten "Festkomitee-fest". .
Weder früher noch später haben wir uns so oft und gründlich
amüsiert wie in den Jahren. Und ein richtiges Fest fragst du
vielleicht?
 Ja, ich glaube mit der Zeit hat auch ein solches
stattgefunden ;-)


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Liebe Marlena

Ich kann mir Dein Festkomitee, von dem du sprichst, sehr
gut vorstellen. Es ist wie eine Karikatur. Ein Festkomitee,
das nur für sich selbst Feste organisiert, wie ein Arzt, der 
sich selber pflegt, ein Opernsänger, der für sich selber singt,
ein Hochspringer, der über den eigenen Schatten springt.
Das ist eigentlich eine geniale Erfindung. Ich denke, das
sollte man an schweizerischen Schulen auch einführen.
Das ist gut für Leib und Seele. Das hilft den Lehrern, ihre
alltäglichen Sorgen zu vergessen. Und dabei ohne
Gewissensbisse, denn diese Feste sind im Grunde harte
und anstrengende Arbeit, sie sind lange und intensive
Vorbereitungen auf das eine grosse und gloriose Fest,
sie sind alle ernste Hauptproben für diesen einen
historischen Höhepunkt, der allerdings nie stattfinden
wird. Das ist geradezu kafkaesk. Oder ein Theatergedanke
von Friedrich Dürrenmatt! (Kennst Du diesen Schweizer
Schriftsteller ?) Wenn Ihr noch ein Mitglied für dieses
Festkomitee sucht, falls noch ein Sitz frei ist, ich melde
mich sofort! Schicke mir das Anmeldeformular, ich bitte
Dich. Oder muss man dazu Lehrer sein. Das bin ich nun
leider nicht!

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