Sonntag, 7. Februar 2010

ein Kunstwerk

Der Künstler ist überigens ausgezeichnet. Er kann prima erklären,
was er meint, und er hat Erkenntnisse, die ich oft auch geahnt hatte,
oder die ich aus Büchern angelesen hatte. Aber er hat sie durch seine
eigene Arbeit erworben. Er ist wirklich aussergewöhnlch gut. Ich habe
ihm gesagt, er soll auch Kurse machen für Kinder oder Jugendliche.
Weißt du, so ein kleines Kunstwerk zu modellieren hat etwas mit
dem Leben zu tun. Ich will damit sagen, die Probleme, die bei der
Modellieraufgabe entstehen, sind dieselben, die auch im Leben
auftauchen. Man muss sich analoge Fragen beantworten. Was will
ich, wenn ich alles wollen kann? Was finde ich schön. Was ist mein
Thema? Wie sieht für mich eine ideale Figur aus. Was sind die
interessanten Punkte an der Figur. Wie kann ich an die Grenze
gehen. Wo überhaupt ist die Grenze. Wie kann ich das, was ich
gefunden habe, noch deutlicher machen. Wie lange ist es schön
und wo kippt es ins Hässliche hinüber. Es sind Lebensfragen.
Denn das Leben ist ein Kunstwerk ebenso. Und es gibt neben
den rein biologischen sehr viele ästhetische Fragen zu
beantworten.

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