Samstag, 5. Oktober 2013

unser Apero


den 14 oktober  18:07
Re: Dienstag

Liebe Marlena

Gerade komme ich vom Bahnhof zurück. Jemand ist vor den Zug gesprungen. Und jetzt kann man mit grossen Artezeiten rechnen. Es ist besser, hier im Büro zu warten.

Morgen haben wir unseren Apero. Ich muss noch etliche Dinge regeln. Ich bin schon wieder ziemlich im Rückstand. Es ist fürchterlich, wie wir hier leben. Man sollte stehts drei oder vier Dinge gleichzeitig tun. Das ist doch fürchterlich und macht uns alle krank.

Na ja, dass dann der eine oder andere unter den Zug geht, kann man doch verstehen. Man könnte auch im Opium untergehen. Das wäre vielleicht das schönste Ende, was man sich vorstellen kann. Baudelaire könnte uns ein Liedlein singen.

Lassen wir das Thema. Ich muss noch überlegen, was ich morgen sagen soll. Ich begrüsse die Ehemaligen, dann die Gäste, auch Ehemalige, und schliesslich die jungen Dinger, die noch im Saft sind. Unsere Idee des Aperos ist eigentlich ein Werkstattbesuch. Die Leute sollen sehen, wie es bei uns ist, und dann hingehen, und gut über uns reden. Mehr verlangen wir nicht von ihnen, und dafür offerieren wir ihnen ein Glas Wein, wenn sie mögen. Und ein Stück Speckkuchen. Das ist eine elsässische Spezialität: ein Kuchen aus einem leichten Teig mit kleinen Speckwürfelchen darin. Das ist gut zum Wein und ist nicht so gewöhnlich wie Salznüssen, welche die Damen ohnehin meiden wie der Teufel das Weihwasser.

Du siehst sehr sympathisch aus auf dem Bild zwischen Deinen drei Kollegen. Vielleicht macht es der männliche Hintergrund, ich meine die etwas brav und handzahm wirkenden männlichen Kollegen. Aber das Bild ist nett. Ich muss es mir nochmals anschauen.

Mit einem lieben gruss für den Abend
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