Freitag, 25. Oktober 2013

Omas und Enkelkinder u.a.


Ämne: Omas und Enkelkinder u.a.
Datum: den 14 november  09:54


Lieber ... ,
Ich sitze hier und schau schon nach einem Mail von dir. Da es Freitag ist, weiss ich, dass es vielleicht erst später kommt.. aber wer weiss..
Heute sieht es etwas grau und neblig aus. Es ist eigentlich schon lange her, dass ich die Sonne gesehen habe. Trotzdem fühle ich mich nicht so müde. Kann ja auch sein wegen der doppelten Nacht. ;-) Oder wirken schon die Lebenselixire, die ich seit ein paar Tagen nehme. Ich kann sie dir wirklich sehr empfehlen, diese Gericomplex. Nur habe ich etwas Angst, dass du dann so viel Energie bekommst, dass du dich nicht mehr mit geträumten Abenteuern begnügen wirst. *s*

Hast du auch dein Mail durchgelesen? Es ist lustig, denn du sprichst auch dort von der besonderen Neugier der Psychologen, genau wie in deinem letzten mail. Doch ich finde dich nie unpassend neugierig. Du bist eigentlich unendlich diskret in allem. Ich dachte immer das ist das typische für Psychologen: dass sie nie etwas sagen und nur ihre Klienten reden lassen. Ungefähr in der Meinung, wenn ich nichts sage, habe ich nichts gesagt.
Gestern habe ich eine kleine Weile Dr.Phil gesehen. Er ist da ganz anders. Er hat seine ganz bestimmten Auffassungen und er sagt sie den Leuten gerade ins Gesicht. Und wie man sehen kann sind sie meist sehr froh darüber. Es kommt mir oft vor, als suchten die Leute eine Auktorität, einen Vater, wenn du willst, der ihnen sagen kann wie sie ihr Problem lösen können und was sie tun müssen. Und er hat einen guten vertrauenerweckenden Einfluss auf sein Publikum. Alles scheint so einfach, so möglich zu verändern. Warum sollte das nicht auch meinen Problemen gelten können. Manchmal bittet er auch nach einer Zeit die Klienten, die er im Studio "behandelt" hat, zurückzukommen um zu erzählen, wie es dann gegangen ist. Ich denke er wählt nur gelungene Fälle dafür.
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Ja, wenn das elektrische am Auto plötzlich streikt, kann es ziemlich schlimm werden. Ist mir mal passiert, als ich so 10 km von zu Hause war. Alles am Auto war schwarz. Und so bin ich ganz langsam dicht am Strassenrand in der dunklen Nacht nach Hause gefahren. Es war ein wirkliches Abenteuer, besonders an den Strecken wo es absolut keine Strassenbeleuchtung gab. Ich hoffe dein Auto ist wieder OK. Zu dieser Jahreszeit ist es besonders bequem das Auto zu nehmen.
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Jetzt sind die Bäume hier im Garten entlaubt. Nur der alte Apfelbaum trägt noch eine Menge braune Blätter obwohl schon ein dicker Teppcih davon am Rasen liegt. Die Vöglein scheinen noch zu schlafen. Schön. dass es Freitag ist. Ich brauche ein wenig Zeit für zu Hause.
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Was du von deiner Grossmutter erzählst, lässt mich an meine Tante denken, die voriges Jahr gestorben ist. Sie hat auch die Verwandschaft zusammengehlaten, indem sie dem einen von dem anderen erzählt hat. Sie war sozusagen die Kommandozentrale. Jetzt weiss ich garnicht mehr, was sich dort in Stockholm bei meinen Kusinen abspielt. Na ja, ich kann mir denken, dass alles so im alten Trab geht genau wie bei mir und wenn was besonderes passiert wäre, gehört es vielleicht zu der Kategorie von Ereignissen, über die man lieber schweigt. Und man darf nicht vergessen: meine Kusinen sind alle Männer. Sie sind schon von Natur aus etwas träge in ihren sozialen Kontakten. Vorurteile?
Ich werde auch wieder einmal nachhören müssen, wie es meinem Brüderchen geht. Er ist ja nun schon Grossvater geworden und ich glaube er nimmt seine Rolle sehr ernst und hat auch einen Riesenspass daran. Anna glaubt manchmal ich wünsche mir bald Enkelkinder, aber so ist es nicht, obwohl ich vernarrt bin in kleine Kinder. Ich bin sehr froh, dass ich damals als Anna klein war zuerst ein extra Jahr zu Hause geblieben bin und dann ein paar Jahre weniger gearbeitet habe. So habe ich ihre Kindheit richtig geniessen können.
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Nun sende ich dir dies ab, damit du es noch zu deiner zweiten Tasse Kaffee bekommst.
Wünsche dir einen schönen Tag,
Marlena

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