Sonntag, 6. Oktober 2013

Nur so..


Ämne: Nur so..
Datum: den 15 oktober 20:02

Lieber ...,
Nein doch, es ist wirklich nicht etwas typisches für Schweden, dass sie ihre Jugendliebe wieder treffen. Im Gegenteil. Es ist so ungewöhnlich, dass, wenn es mal vorkommt, sogar in den Zeitungen (na ja, diese Revues) davon erzählt wird. Deshalb finde ich es eben etwas lustig, dass zwei Menschen, die ich immer sehr nahe um mich habe, sowas erleben.

Du schreibst so süss über deine Jugendlieben. Gewiss, es war immer schön verliebt zu sein, aber bei mir zählt immer nur die letzte, aktuelle Liebe. Sie verdrängt alles andere. Ich kann zwar zurückschaun und mich fragen, wie diese oder jene Person wohl nun aussehen mag, was für ein Leben ihnen das Schicksal verliehen hat, ihre Sorgen und Freuden. Aber ich habe nicht das Verlangen sie wiederzusehen als Geliebte. Nur vielleicht als Freunde, mit denen man sich lustig über vergangene Zeiten unterhalten könnte. Vielleicht ist es auch ein wenig symptomatisch, dass gerade die "platonischen Lieben" die sind, an die man sich am meisten erinnert. Wie z.B. der Römer, den ich als kaum 15-jährige in Österreich getroffen habe. Ich denke immer noch, dass ich diesen Mann hätte lieben können, wie sonst niemanden. Und ich habe sogar seine Adresse seit einigen Jahren, doch ich habe sie nie benutzt. Was mich immer bei Männern besonders anzieht ist ihre Intelligenz. Und schon damals als junges Mädchen imponierte er mir mit seinen guten Sprachkenntnissen. Deutsch, Französisch, Englisch. Ich weiss nicht einmal welchen Beruf er hatte. Sein Titel ist Dottore. Aber einen solchen Titel kann sich wahrscheinlich jeder x-beliebige Mensch anhängen in einem solch korrupten Land. (Oh, pardon!)

Nein, ich denke nicht mit Sehnsucht zurück an meine Geliebten. Für mich gilt nur die "letzte grosse Liebe". Und vielleicht ist sie so gross und so einmalig gerade weil auch sie platonisch ist.
Ha... was für ein Thema plötzlich.. *s*

Hast du nun deinen Apero hinter dir? Und war es gelungen? Ich denke schon. An diesen dunklen Herbstabenden trifft man sich doch gern mit Bekannten um ein wenig die Finsternis zu verdrängen.
Du hast es wirklich streng. Ich merke es, seitdem ich dich von NY kenne, wo du so herrlich frei und unbeschwert schreiben konntest. Unsere NY-woche, wie ich sie gern sehe, obwohl du auch dort mit anderen geflirtet hast.
Und dasselbe wirst du nun bald in Prag tun. Wenn du nicht verheiratet wärest würde ich wahrschienlich höllisch eifersüchtig werden.. ;-)

Ich werde mir jetzt ein intressantes Fernsehprogramm ansehen. Komme vielleicht später wieder. Ich sende aber dies ab, damit es nicht wieder in der Gosse landet.

Liebe Grüsse,
Marlena

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