Samstag, 5. Oktober 2013

Haha


den 14 oktober  08:30
Re: Haha


Liebe Marlena
Die Deutschen sind ein spezielles Thema. Sie sind schon, wenn sie mit ihren Mercedes über unsere Strassen nach Italien rasen, ziemlich egoman. Aber es gibt natürlich ganz zauberhafte Personen in Deutschland. So ist es ja nun mal auf dieser Welt. Einzeln sind die Menschen oder Dinge durchaus geniessbar, aber in der Menge konsumiert, sind sie unterträglich und führen zu Abwehrreaktionen. Natürlich ist das wohl auch ein Nachbarschaftsproblem. Und vielleicht hat es auch mit der Grösse Dautschlands zu tun.
Es gab doch mal vor einiger Zeit in der NZZ die Resulate einer europäischen Befragung über Beliebtheit und Unbeliebtheit. Die Deutschen haben uns Schweizer ganz positiv bewertet. Am allerbesten haben uns die Portugisen taxiert. Das werde ich ihnen ewig danken und deswegen auch Pessoa jederzeit hochloben. Schlecht meinten es mit uns die Holländer, was mich einigermassen erstaunt hatte. Ich weiss die Umstände dieser Studie nicht mehr. Ich weiss nur noch die Beurteilungen der Schweiz durch diese drei Länder. Aber immerhin ist das schon drei oder vier Jahre her, und ich habe es immer noch im Gedächtnis.
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Was meine Busologie betrifft, so bin ich nicht ganz festgefahren. Aber es gab da einige Exemplare, bei denen man sich automatisch fragte, wie schwer sie wohl währen und wie sie sich in der Hand anfühlen würden. Na ja, Du musst Dir den Teigklumpen eines 4 oder 5 kg Brotes je zweimal vorstellen, ungefähr in diesen Grössenordnungen finden wir uns hier. So circa. Das drückt auch ungemein auf den Rücken der Frau und auf den Jägertrieb des Mannes.
Als Rubensliebhaber mag ich durchaus Proportionen, die nicht zu übersehen sind. Aber nicht zu extrem und nicht Busen wie schlappe Bettflaschen über einen enormen Bauch hängend. Ach, lassen wir das Thema, es ist abschüssiges Gelände.
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Ich lobe hier überall die Türken. Sie haben mich sosehr und so positiv überrascht, dass ich nicht müde werde, sie zu erwähnen und ihnen Kränzchen zu winden. Und andere Leute, die auch in der Türkei in den Ferien waren und die Verhältnisse kennen, stimmen mir zu. Natürlich sind es nicht dieselben, die wir hier als Fremdarbeiter haben.
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Gestern hatten wir unsere Herbst-GV im Club. Das ist immer ein spezieller Anlass, und die alten Männer können ausgiebig über das Budget und die schlechten Mahlzeiten während des Jahres diskutieren. Der Präsident und auch die anderen Chargen wechseln jedes Jahr. Und die Uebergabe dieser Chargen an die nächste Generation, das ist eigentlich die Aufgabe der Herbst-GV. Im November fliegen wir dann ja zu siebt nach Prag, um zwei Clubs in Tschechien zu besuchen. Ich freue mich darauf, endlich mal dieses Prag zu sehen. Und natürlich werden wir wohl privat bei Kiwanern wohnen und etwas in die privaten Verhältnisse hineinsehen. Das ist interessant. Einer von uns hat behauptet, die tschechischen Frauen wären die besten fast in ganz Europa. Ein weiterer Grund, dorthin zu fahren und die Augen zu öffnen. Ich weiss einfach noch nicht so genau, was wir von den Tschechen erwarten können. Sie möchten von uns Know How in vielerlei Beziehung: politisch, beruflich, technisch. Sie möchten auch gerne Jugendaustausch. Was sie uns bieten können, ist noch nicht klar. Das werden wir dort eben sondieren. Die russische Bekannte hat mal erzählt von ihrem Besuch in Karlsbad, so glaube ich heisst es, ein wunderschönes Kurbad im Stil der Belle Epoque. Das möchte ich sehr gerne mal sehen. Sie hatte davon geschwärmt. Und ich hatte mal in einer NZZ Beilage darüber gelesen. Früher waren die Leute, die es sich leisten konnten, jährlich für ein oder zwei Wochen in einer Badekur, haben sich pflegen lassen und sind in der übrigen Zeit herumflaniert und haben geflirtet. So jedenfalls stelle ich mir Goethe in Marienbad vor. Onkelchen erzählt, dass sein Vater jährlich im Herbst in Bad Zurzach gekurt habe. Ich habe ihn noch gekannt. Er war ein kleiner rundlicher Mann mit weissem Haar, sehr still und mit einem feinen Humor auf den Lippen. Er muss damals wohl um die 80 gewesen sein, und er stand noch jeden Tag in der Backstube und hat mitgeholfen, ist dann aber nachmittags frühzeitig in seine Wohnung im 3 Stock hinaufgestiegen. Seine Frau, die Mutter unseres Onkelchens, war schlank und sehr freundlich und trug immer Hüte, wenn sie auswärts war. Offenbar hatte sie- wie Onkelchen erzählt - Schneiderin gelernt und war zeitlebens sehr an Mode interessiert. Sie war eine sehr kontaktfreudige Person, daran kann ich mich gut erinnern.
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Und jetzt sitze ich wieder im Büro, wie Du richtig feststellst. Man muss sich umstellen. Morgen haben wir einen Apero organisiert und etliche Ehemalige eingeladen. Ich muss das noch vorbereiten und sollte auch ein paar Worte sagen. Lass mich deshalb hier schliessen.
Ich wünsche Dir einen guten Dienstag
Mit lieben Grüssen
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PS. H bedeutet, na ja, ich weiss es gar nicht mehr. Vielleicht halo. Aber bei Euch bedeutet es etwas spezielles, nicht wahr?  Ich interpretiere mein H als Haha. Frage mich jetzt bloss nicht, was das bedeute!

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