Mittwoch, 23. Oktober 2013

Re: Spät... wie so oft..


den 13 november  09:22
Re: Spät... wie so oft..


Liebe Marlena

Ich wünsche Dir viel Glück im Kampf gegen die Grippe. Ich habe letzte Woche ein 5-Set-Spiel gegen sie gewonnen. Es war ziemlich knapp, sozusagen im Tiebreak. Ungefähr so, wie Federer gegen Nalbandian gewinnt. Gestern abend haben wir einen Teil des Spiels am Fernsehen gesehen. Es war das erste Mal, dass Federer gegen seinen Angstgegner gewonnen hat. Und es schien alles so leicht.

Du weißt, dass Federer ganz hier in der Nähe gewohnt hatte. Nach dem Sieg in Wimbledon hat ihm mein neuer Chef (er ist verantwortlich für die Bereiche Bildung, Kultur und Sport) gratuliert und einen grossen Empfang veranstaltet. Und ein paar Tage später hat Federer an den Medien mitgeteilt, dass er in den Kanton Schwyz oder Zug (ich weiss nicht mehr genau) umziehen werde. Das kommt daher, dass nicht alle Schweizer Kantone denselben Steuerfuss haben. Und um Geld zu sparen, suchen sich die Reichen den billigsten aus. Der Kanton Schwyz, eigentlich ein eher strukturarmer und gebirgiger Kanton, ist dafür spezialisiert. Und die anderen sind darüber ziemlich neidisch.

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Ich kenne Schopenhauer schon ein bisschen. Er war einer von denen, die im Gymnasium vom Philosophielehrer verteufelt worden war. Aber er war ziemlich reich und konnte als Privatier leben und seinen philosophischen Studien nachgehen. Aber wenn man sich seinen Kopf ansieht, dann denkt man schon, dass er ziemlich kleinlich war. Na ja, die meisten Philosophen sind so, denn sie hantieren ja in der meisten Zeit mit Umlauten, mit Kommas und Punkten;--) Es gibt viele Anekdoten und Witze über Kant, der ein ähnlich pedantischer Typ war. Er war sein Leben lang nie aus Königsberg herausgekommen. Und die Menschen der Stadt sollen nach ihm die Uhr gestellt haben, denn pünktlich nahm er jeden Tag seinen Spaziergang unter die Füsse. Aber er hat meist mit Bekannten gespeist und dabei diskutiert. Diese Situation stelle ich mir doch schon ziemlich gemütlich und genussreich vor.

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Heute habe ich Probleme mit dem Auto. Das Elektrische funktioniert nicht richtig. Ich habe keinen Scheibenwischer und keinen Winker. Und das ist doch ziemlich gefährlich an einem solchen düsteren Regentag. S. kommt jetzt und bringt ihn zur Garage. Ich will nicht mein Leben riskieren. Aber ich verliere so auch ein bisschen zuviel Zeit. Ich muss zusehen, wie ich heute durch mein Programm komme.

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Na ja, die Diskussion am Radio war ganz passabel. Mindestens habe ich einmal ein Studio erlebt und gesehen, wie so was abläuft. Die Journalistin war sehr gut und hat das alles gut geleitet. Sie ist Spanierin, aber hier in der Schweiz aufgewachsen. Deshalb lag ihr auch der multikulturelle Aspekt vor allem am Herzen. Aber im allgemeinen bin ich in solch neuen Situationen und Umständen abgelenkt und komme gar nicht richtig zu meinen Überlegungen und Haltung. Ich habe mir zwar Notizen gemacht, in der Art des Mind Map. Das ist sehr nützlich und eine gute Stütze. Gut vor allem deshalb, weil man überall einsteigen kann. Und seit der letzten Podiumsdiskussion habe ich auch gewusst, dass eine Podiumsdiskussion keine echte Diskussion ist. Man sollte sich bloss einige Voten vorbereiten, die man dann irgendwo in der Diskussion platziert. Und das sollten nicht zu viele sein. Vielleicht 5 wichtige Dinge, die man sagen will. Und immer wieder sollte man in Richtung dieser Aussagen kommen, so dass man sie wiederholen kann. Nur so wird man von den Radionhörern wirklich gehört, denn sie liegen ja noch im Bett, sind auf der Fahrt ins Büro oder sitzen im Büro bei der ersten Tasse Kaffee. Sie sind nicht wirklich aufmerksam. Und deshalb kommt man nur an sie heran, indem man dasselbe 5 mal in jeweils ein bisschen anderen Worten sagt. Man will ja in der Oeffentlichkeit viel zu differenziert reden. Aber eigentlich sollte man nur die einfachsten und die plausibelsten Dinge sagen. Nun ja, manchmal findet man die einfachsten Dinge erst am Ende einer langen Diskussion.

Ich bin ganz froh, dass Du mich nicht gehört hast. Ich will mich zuerst selbst hören, um dann das Band zu „autorisieren“, wie Du es mit Deinem Foto gemacht hast.

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Die schwedische Sonnenscheingeschichte ist sehr schön. Sie ist wie ein Traum. In Träumen erlebt man gelegentlich solche oder ähnliche Dinge. Und es ist das Ziel unseres Lebens, dass wir unsere Träume verwirklichen. Dass die Enkel den Grosseltern am nächsten stehen, ist kein Wunder. Das kann man immer wieder sehen. Und es ist schön, das zu bemerken. Es schliesst einen grossen Kreis. Vielleicht bin ich deshalb mit meiner Grossmutter ganz gut ausgekommen. Und mein Vetter ebenfalls, der auch der ältere von zwei Brüdern ist und eine ältere Schwester hat. Aber meine Schwester hatte vor nicht zu langer Zeit eine eher etwas giftige Aussage gegen mein Grossmütterchen gemacht. Sie sagte, sie hätte ihr immer erzählt, was ihre Kusine mache, oder wie sie etwas mache. Ich hatte diese Berichte nie als Rivalitäten erlebt. Ich wusste, dass meine Grossmutter ein Jahr beim Bruder meines Vaters zu Weihnachten war, das andere bei uns. Und dann hat sie jeweils von den andern erzählt. Sie hat vielleicht versucht, ihre Familie ein bisschen beisammen zu behalten?

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Jetzt muss ich los.

Ich wünsche Dir einen guten Tag.

Mit allerliebsten Grüssen
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