Montag, 7. Oktober 2013
Fortsetzung...
Ämne: Fortsetzung...
Datum: den 15 oktober 22:42
Lieber ...,
Wie es mich freut, dass ich doch noch einmal hier reingegangen bin obwohl es schon ziemlich spät ist. Sonst hätte ich nicht dein liebes mail gefunden wo du euren ganz gelungenen Apero schilderst. Na ja, der Mann mit der Pensionierung wird sich wohl lange schämen.. Aber warum sollte er es nicht annehmen? Er denkt sicher du bist ein sehr vermögener Herr, der sich nicht länger im Beruf herumplagen muss, um sein Leben zu verdienen. Denn du musst zugeben, dass es eher eine Plage ist, was du vor dir hast.
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Ich habe also den Film, oder sagen wir die Reportage gesehen. Es heisst "Vermisst" und oft handelt es sich um eine Frau im besten Alter, vielleicht geschieden und mit halbgrossen Kindern, die ihren biologischen Vater (oder Mutter) sucht irgendwo in der Welt. Manchmal müssen die Reporter lange und weit weg nach dieser Person suchen, von der sie oft nur den Namen und eventuell einen Aufenthaltsort zu einer bestimmten Zeit kennen. Und natürlich endet es immer damit, dass sie die Person finden und dass sie sich im Fernsehstudio in die Arme fallen. Ein richtiger "snyftare" (=Schluchzer) würden wir hier sagen. Und dann sofort nach diesem einstündigen Programm zeigte man noch einen Dokumentarfilm (man wundert sich manchmal über die Planierung) über zwei Jungen die nach der Geburt im Krankenhaus verwechselt worden waren und dann in der "falschen" Familie aufgewachsen sind. Nach zwei Jahren erfuhren die einen Eltern, dass sie weder Mutter noch Vater zu ihrem Kind sein konnten und so entdeckte man die fatale Verwechslung. Dazu kommt noch, dass der eine Junge in einem sehr reichen Haus mit Dienern, Privatschule und Swimmingpool aufgewachsen ist während der andere in Armut gelebt hat. Man beschloss die Kinder zu behalten aber sich reglmässig treffen. Als 13-jährige sollten sie dann selbst entscheiden, ob sie zu der biologischen Mutter zurück wollten oder nicht. Die Väter waren übrigens beide früh abgehauen. Ich könnte dir noch viele Details erzählen... aber ich will es dir ersparen. Es war eine ziemlich aufreibende Story mit vielen starken Gefühlen. Vielleicht habe ich es aus so stark erlebt, weil ich mich erinnere an die seltenen und kurzen Besuche bei meiner biologischen Mutter und an das starke Gefühl von Zusammengehörigkeit das ich dabei spürte.
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Ja, der Herbst ist eine schöne Zeit. Und manchmal wenn ich nach Hause fahre leuchtet das Laub an den Bäumen so schön in der Sonne, dass man ganz hingerissen ist von dem Anblick. Aber es wird schon etwas kalt. Rauhe Kälte mag ich nicht so besonders. Und die Abende sind so dunkel, dass man kaum glauben kann, dass es einmal helle Sommernächte gegeben hat.
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Es ist schon spät und dies ist ja nur eine Fortsetzung von meinem vorigen Mail. Deswegen sage ich dir nun gute Nacht und wünsche dir einen schönen Tag morgen.
Mit lieben Grüssen,
Marlena
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