Sonntag, 27. Oktober 2013
Oui, oui ... Schreiben und Bonnard
Ämne: Oui, oui..
Datum: den 17 november 23:41
Lieber ... ,
Ach, wie ich dich beneide. Schon am Montag geht dein Weg bergab aufs Wochenede zu. Bei mir steigt er steil an bis Mittwoch Nachmittag. Erst dann kann ich ein wenig auspusten. Aber ich habe überhaupt viel zu tun die letzten Wochen vor Weihnachten. Denn noch vor Weihnachten haben die Schüler ihre Abschlussprüfungen in Sprachen, d.h. diejenigen, die im Juni das Abitur machen. Ich versuche ihnen noch in der letzten Sekunde ein paar Dinge beizubringen, die sie brauchen beim Aufsatzschreiben. Bin nicht immer erfolgreich.
*
Wie lustig wenn du von deiner Art zu schreiben erzählst. Das hat mich sehr an meine Schulzeit erinnert. Die Lehrer wollten eigentlich, dass man eine Disposition machen sollte und überlegen was und wie man schreiben würde bevor man damit anfing. Ich wählte ein Thema und wartete auf Inspiration. Es war kein stilles Warten sondern eine Plage. Und dann kam sie und ich schrieb wie in Trance... aber nicht das ganze, sondern nur einen Teil, bis ich den nächsten Einfall bekam. Es war wirklich immer eine erschöpfende Kraftprobe, diese Aufsätze. Meistens gelang es mir aber ziemlich gut.
Wenn ich dir schreibe ist es nicht so schlimm.. ;-) Ich schreibe ganz einfach drauf los. Es ist fast wie eine kleine Konversation über einer Tasse Schokolade. Ich habe immer Lust, dir etwas zu erzählen und das tue ich ja auch, wenn ich eigentlich garnichts zu sagen habe, wie du ja weisst. Ich meine wenn ich nicht Neues und Interessantes zu berichten habe. Schon die Zeit, während ich dir schreibe ist schön und abstressend. Und wenn du dich dann auch noch darüber freust, dann ist es ja wirklich wertvolle Zeit.
Ich war heute Nachmnittag mit M in einem Kaufhaus am Rande der Stadt, wo man gewisse Dinge sehr billig kaufen kann. Sie wollte ein wenig nach kleinem Kram für Weihnachten sehen. Und ich war erstaunt, denn die Preise waren wirklich sehr günstig dort. Toilettenartikel und Dinge die man so im Haushalt braucht kosten meist weniger als die Hälfte verglichen mit gewöhnlichen Geschäften. Für Anna habe ich u.a. Werkzeug gekauft. Hammer, Schraubenzieher und noch ein paar andere kleine Dinge, die sie braucht wenn sie an ihrem Computer herumbasteln will. Ich habe auch schon einige
Weihnachtsgeschenke gekauft. Ich weiss nämlich, dass die Zeit vor Weihnachten immer sehr knapp wird.
Ich würde sehr gern die CD mit dem Walliser Dialekt hören. Glaubst du, dass ich sie kopieren könnte? Es klingt so schön, was du mir erzählt hast darüber. Wir haben doch CD-brenner und alles was man so braucht. Ist die Sprache denn so schwer zu verstehen?
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Vorhin habe ich mir Bilder von Bonnard angesehen. Die Farben sind einmalig. Ich denke, wenn du sie anschaust dann bedauerst du, dass du nicht sofort an deine Stafflei gehen kannst. Und hier schicke ich dir ein Bild von dieser Frau, mit der er sich während des Malens dauernd gestritten hat. So glaube ich jedenfalls. Sie war sein Favoritmodell.
Ich wundere mich ein wenig welche Farbenskala du für deine Bilder wählen würdest. Es war so lustig zu sehen, bei den Künstlerfreunden meiner Eltern. Sie malte in herrlich leuchtenden Farben, die Freude und Optimismus ausstrahlten. Und manchmal mischte er sich ein und veränderte ein Bild. Das war, als wäre eine dunkle Wolke über den Himmel gezogen. Ja, ich bin wirklich neugierig zu welcher Sorte du gehörst.
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Jetzt muss ich ins Bett.. bin ziemlich müde von der Tour nach der Arbeit.
Ich grüsse dich lieb. Vergiss nicht das Bild hier unten.
Marlena
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