Montag, 4. Januar 2016
Swisstalk u.a.m
Subject: Swisstalk u.a.m.
Date: Sun, 04 Jan 2004 21:56:12 +0100
Liebster Maufreund,
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, heisst es doch. Und vielleicht soll man ihn auch nicht vor dem Abend verwerfen. Gegen Mittag wollte ich dir ein Mail senden und meine Not klagen über diesen Tag, der mir so ganz überflüssig vorkam - nur eine Transportstrecke zum nächsten Tag. Aber dann tauchen doch hier und da kleine Oasen auf in der Wüste und am Ende ist man ziemlich zufrieden mit dem Dasein.
Wir sind immer noch erkältet und Gäste sind ausgeschlossen. Anna hängt über den Büchern und K hat den halben Tag an seiner Internetsite gearbeitet. Jezt sitzt er, glaube ich, vor einer Sportsendung. Wenn er das tut, fühle ich mich frei wie ein Vogel. ;-)
Anna hat vorhin ein wenig Klavier gespielt. Es war wunderschön anzuhören und hat mich aufgemuntert. Es ist komisch, aber ein Stück live auf einem richtigen Klavier gespielt übertrifft fast die beste CD, auch wenn das Spiel nicht ganz perfekt ist. Es ist gut, dass sie versucht ihr Klavierspielen zu unterhalten. In Linköping kommt sie ja nicht dazu.
Heute bin ich für die Küche verantwortlich. Ein Hähnchen bratet schon im Ofen und verbreitet herrliche Düfte.
*
Jetzt ist es schon Abend und ich habe vorhin dein Mail gefunden. Wie immer schlägt mein Herz einen kleinen extra Schlag vor Freude, wenn ich deinen Namen in der Inbox sehe. :-)
Jetzt weiss ich welchen Film du meinst. Als ich den schwedischen Titel sah in Google habe ich ihn sofort erkannt. D.h. den Namen, denn der Film war lange superaktuell. Kann etwas lange aktuell sein? Leider habe ich ihn noch nicht gesehen aber ich werde es sobald wie möglich nachholen. Ich habe auch in einer Rezension gelesen, dass sich N. selbst übertrifft, gerade weil er nicht so ”überspielt”, wie er es normal tut in seinen Rollen. Der englische Titel ist übrigens ”As Good as It Gets” und der schwedische ”Livet från den ljusa sidan” (=Das Leben von der hellen Seite).
Nein doch, du brauchst mich nicht zu beneiden um die freien Tage. Der Dienstag ist ein Feiertag, an dem alle frei sind und wenn ich auch am Montag die Arbeit ruhen lasse, so ist es mit einem schlechten Gewissen. Denn eigentlich müsste ich den Mittwoch vorbereiten, weil ich dann ein Programm für ”meine” Sprachkollegen zusammengestellt haben soll. Nicht für den ganzen Tag, aber für ein paar Stunden doch. Man nennt es ”fortbildning”. Du siehst, ich bin nicht so fleissig wie du mit meiner Vorbereitung. Dann wartet eine Inventur meiner Institutionen. Ja, es sind zwei geworden, weil ich auch Französisch übernommen habe. Die Inventur soll gegen Ende Januar fertig sein. Ich habe nicht viel dazugekauft seit vorigem Jahr und werde ganz einfach die alten Angaben etwas komplettieren und ein paar Bücher, die ich an die Schüler verschenkt habe abziehen.
*
Was kann ich dir noch erzählen? Ich habe kontrolliert, ob es mich noch im Swisstalk gibt und man hatte mich immer noch nicht entfernt. Muss man vielleicht anmelden, wenn man austreten will? Ich glaube der ST hat sich sehr verändert seit unserer Zeit. Es gibt jetzt viel mehr junge Leute dort und dann natürlich solche die ”Hengst” und dergleichen als Pseudo wählen. Ich habe auch nach Harro gesucht und zu meinem Erstaunen gab es ihn, mit Bild und allem. Aber es war leider nicht mein Harro.
Ich freue mich auf den Besuch in der Italobar. Habe kurz dort reingeschaut, aber da sass nur ein einziger Gast. Franco habe ich nicht gesehen, aber er arbeitet wohl nicht jeden Tag.
Sonst habe ich keine Lust wieder im ST zu chatten. Ich finde es ziemlich langweilig und ausserdem tun mir die Männer leid, die sich Hoffnungen machen. Ich habe einen Neujahrsgruss in der Mailbox dort gefunden. Er war gestern abgesandt und das ist ein komischer Zufall, denn ich habe die letzten Jahre keinen Kontakt mehr gehabt mit dem sturmreichen Züricher, von dem ich dir mal erzählt habe. Und wäre es nicht wegen der Italobar, so wäre ich wohl kaum mehr dort reingegangen.
*
Es ist spät geworden. Anna und K sehen sich den dritten Teil eines Krimis an und ich werde mich jetzt gleich in ein Buch vertiefen. Ich habe es schon einmal gelesen vor sehr langer Zeit und ich weiss noch dass es damals einen ganz besonderen Eindruck auf mich gemacht hat. Ich muss mal sehen ob ich immer noch so reagiere. Lachst du nun? Ich habe mit anderen Worten ein Alter erreicht wo man alte Bücher nochmals lesen kann. ;-))
Nun lasse ich dich für heute. Hoffentlich geht es dir schon wieder besser.
Ich schicke dir ein kleines Bild mit aus dem Film mit Nicholson. Zwei Personen, die sich gegenübersitzen, sonst nichts, und doch finde ich so viel Elektrizität in der Art wie er sie anschaut. Siehst du das auch? Würdest du mich so anschaun in der Italobar? Dann wäre ich verloren. ;-)
Mit lieben Grüssen
Malou
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen