Samstag, 9. Januar 2016
9. Januar
Ämne: Soul saved
Datum: den 9 januari 2004 22:03
Liebe Malou
Genau so heisst es: Sonnenblumenkerne. Die Meisen lieben sie besonders. Aber auch andere Vögel nehmen sie gerne. Es ist so, wie Du sagst. Elstern sind ziemlich harte Gesellen, die gegenüber ihren kleineren Kolleginnen und Kollegen keine grosse Rücksicht nehmen. Aber sie sind monogam, nicht war? Ich sehe auf jeden Fall oft bei Onkelchen zwei Elstern, die rund ums Haus umherräubern. Sie sind gross und haben wirklich kräftige Schnäbel. Wie geht es Deinem Vögelchen? Kommt er Dich noch besuchen?
Meine heimlichen Vorsätze brauchst Du nicht zu beargwöhnen. Die Natur macht ja doch keine Sprünge. Und es wird das meiste beim Alten bleiben. Aber so ein paar Dinge habe ich doch im Sinn.
Wir haben hier feines Wetter. Es ist kühl, aber der Himmel ist blau und die Tauben erscheinen blütenweiss vor diesem Hintergrund. Es ist zwar noch tiefster Dezember, aber irgendwo riecht man bereits Fasnacht.
Im Moment muss ich dafür kämpfen, dass ich hier vorwärts komme. Es sind einige Aufgaben, die auf dem Pult herumliegen. Und dazu habe ich noch etliche Büchlein, die ich längst rezensieren sollte.
***
Mittlerweile ist Freitagabend geworden. ich war unterwegs und bin jetzt gerade ins Büro zurückgekommen. Und natürlich möchte ich bald heim, mich ein bisschen auszustrecken. Es ist regnerisch hier und heute bin ich mit dem Auto ein bisschen ins Schleudern gekommen. Das ist mir noch nie passiert, höchstens auf Schnee, wenn man darauf vorbereitet ist. Es war in einer scharfen Kurve, und ich glaube, die Winterpneus haben nicht allzu viel Haftung auf einer nassen Strasse. Ich habe schon die Mauer auf mich zukommen sehen, habe Gegensteuer gegeben, dann hat sich das wieder normalisiert. Aber dann ist das Auto nochmals ausgeschert. Aber bis dann war das Tempo so, dass nichts mehr passieren konnte. Mein grösstes Glück war, dass ich zwei Spuren zur Verfügung hatte. Wäre einer neben mir gewesen, dann hätte es ein bisschen geklappert. Bin ich nicht ein Glückspilz. Das Leben sagt mir auf so freundliche Weise, ich sollte ein bisschen vorsichtiger fahren. Ach, sie sind wirklich barmherzig mit mir. Ich danke ihnen.
Das war zugleich mein grösstes Ereignis heute. Ausser ein kleiner Besuch bei einer alten Freundin. Ich kenne sie noch von Olten her, eine Italienerin, der ich zum neuen Jahr ein kleines Sträusschen bringen wollte. Sie ist die Liebe in Person, eine richtige Mamma. Und dann musste ich dort noch ein kleines Essen mitmachen. Und wir haben geplaudert über alte Zeiten und die neuen. Na ja, es war nicht übel.
Und jetzt marschiere ich ab. Ich wünsche Dir ein gutes Wochenende.
Mit GuK
Rud
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