Donnerstag, 21. Januar 2016

30/1 - Walter



Ämne: Freitags
Datum: den 30 januari 2004 10:17

Liebe Malou
Gestern war ich den ganzen Tag an der Pädagogischen Hochschule, wie sie heute heisst. Ich war kaum je im Büro hier. Und abends wurde es spät. Als ich heimkam, hat W schon vor der Tür gewartet. Es war niemand da und er wäre wohl gleich wieder weggefahren. Er hat mir geholfen, meine vielen Bilder auf eine Festplatte zu bringen, damit er sie dann auf CDs speichern kann. Er hatte mir zu diesem Zweck ein kleines Gerätchen ausgeleiht. Aber die ganze Woche kam ich nicht dazu, diese Operation zu starten. Und so wartete ich unser Weekly ab.
W hat mir alte Tonbänchen auf eine CD gebrannt, die wir mit unseren Kindern aufgenommen haben. Sie waren kaum jährig und wir wollten festhalten, wie sie schon versuchten, schwierige Wörter zu sagen. Das ist ziemlich lustig, sie nach 20 Jahren wieder zu hören. Besonders A war, als ältere, sprachlich weit voraus und hat sehr klar und deutlich gesprochen. Ich glaube, B war in dieser Sache weit lockerer. Na ja, sie hatte ja auch ein intensives Konditionstraining.

W. ist noch lange nicht in Pension. Er ist rund 5 Jahre jünger als ich. Und gerade gestern hat er zum Ausdruck gebracht, dass er seine heutige Stelle eigentlich mir verdankt. Na ja, er hatte bei uns damals ein Praktikum gemacht, war noch im Studium. Später hat er bei uns Aushilfen geleistet. Und als dann später diese Leiterstelle frei wurde, sah ich grosse Chancen für ihn und habe ein gutes Arbeitzeugnis geschrieben. So wurde er dort angestellt, wie er mir gestern erzählte, gegen den Willen seines Vorgängers, vor allem wegen des guten Zeugnisses. Er ist auch in der Tat ein guter Psychologe, weiss in allen Situationen eine Lösung und setzt sich ein, den Leuten zu helfen. Und daneben kann er, wie Du weißt, vieles in Sachen Computer. Er ist mein EDV Spezialist und ich kann ihn rufen, wann immer ich ihn brauche. Er ist auch ein begeisterter Bastler, das heisst, er liebt es, alte Elektromaschinen zu flicken. Und wir haben auch schon ausgemalt, wie es wäre, wenn wir zusammen eine Werkstatt eröffnen würden um Hilfe in allen Situationen anzubieten. Die Leute könnten kommen mit ihrem Toaster, der nicht mehr funktioniert. Sie könnten aber auch kommen wegen der Ehe, die nicht mehr läuft. Wir würden zusehen, was man machen kann. Und das alles inmitten einer Werkstatt mit vielen alten defekten Maschinen rundum, Werkzeugen und vielleicht einer tüchtigen Kaffeemaschine. Aber das war wohl eine Fantasie, die kaum Geld einbringen würde. Und so haben wir sie wieder fallen gelassen, wie so vieles.

Jetzt muss ich in die Zentrale den Beamer holen. Dieses Wochenende teste ich meine erste Vortragsversion. ich muss sehen, wie das wirkt, wenn sie an die Wand kommt. Halt mir den Daumen, dass es läuft.

Mit lieben Grüssen
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