Dass für mich bei dir ein Bild von Prag hängt, das ist ein zuckersüsser Gedanke. Du bist so lieb, daran gedacht zu haben. Und ich sehe daran nochmals, wie ernst dir ein Treffen mit A. war. Dabei hatte ich doch anfangs gedacht, du zögerst und hast nicht den Mut dazu. Häng es auf bei Dir. Es ist ja für mich merkwürdig, wie stark du mich mit Prag in Verbindung bringst, eine Stadt, die ich noch nie gesehen habe, die voller Touristen ist, die einige unfreundliche Tschechen zu bieten hat, neben den paar Brücken und der Burg. Aber von dir, meine liebe, lasse ich mir das gerne bieten. Ich überlege mir schon irgendwie im Hinterkopf, wie ich einmal nach diesem Prag komme. Einmal schon. Aber im moment ist mir Rom viiiiiieeeel wichtiger. Das kannst du mir glauben. Ich setze praktisch alles auf diese Karte.
Wenn wir zusammen Rom nicht schaffen, werden wir uns im Leben wahrscheinlich nie sehen. Du sagst, wir können uns sehen, wenn die maladi vorbei und bloss noch Freundschaft ist. Wie stellst du dir das denn vor. Eine platonische maladi hält ewig, das solltest du doch jetzt nachgerade wissen. Und ein Römisches Tagebuch hält vielleicht nicht ewig, aber bis an unser Lebensende wird es halten. Da bin ich mir sicher. ...
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Ich möchte dir soviel erzählen, was mir noch in den Sinn kommt. Du würdest es nicht glauben, und deine Tintenpatronen würden nicht hinreichen. Dein Drucker würde gar nicht mehr stoppen und du müsstest die Feuerwehr kommen lassen, weil das Papier im Zimmer steigt und steigt und langsam bis zur Decke reicht. Und deine Nachbarn würden mit sorgenvoller Miene sehen, wie es schon zu den Fenstern hinaus quillt, das Papier mit den Kilometermails.
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Und wenn du es vielleicht vergessen haben solltest: ich liebe dich. Ich weiss zwar nicht, wie das gekommen ist und wie man überhaupt sowas machen kann, eine mehr oder weniger imaginäre Frau zu lieben. Aber durch das, was zu mir gedrungen ist, durch deine Zeilen und deine Bilder kann ich sagen, ich liebe dich. Und das ist, du weißt es, die grössere Puppe als die Maladi. Aber die maladi darf nicht das einzige Ziel unserer Romreise sein. Verstehtst du mich? Hast du andere Vorschläge? Gegenvorschläge? Anträge? Rekurse? Proteste? Küsse?
Ich wünsche dir einen aufregenden Tag, wie der meine ist.
Dein ...
PS: dieses "Dein", ich habe es immer gehasst, wenn die Leute in Briefen diesen Abschluss schreiben. Dein so und so, ich fand das immer so komisch, so übertrieben affektiert. Und ich kann mich nicht erinnern, dass ich es je in einem Brief gebraucht hätte. Aber irgendwie möchte ich mich wirklich hingeben zu dir, dazu würde dir sicherlich eine schöne Zeile von Rilke einfallen. Vergiss nicht, eine Rilke Ausgabe mit nach Rom zu nehmen. Die werden wir auch brauchen. Dafür lassen wir Kafka zuhause, den armen Tropf.
Ciao, und lerne noch ein bisschen Italienisch, wir werden das brauchen, ich kann nur pane und vino sagen, und piano piano amore mio. Das vielleicht noch, in einem schönen Moment.
Freitag, 26. März 2010
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Ich kann die Entscheidung nach Rom zu gehen ja kaum abwarten! Wie geht es aus?
AntwortenLöschenWünsche ein schönes Wochenede und bitte bald weiter schreiben.