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Mit unserem Gast neulich habe ich mich auch ein wenig über diesen Marcel Reich Ranizky unterhalten. Er nannte plözlich seinen Namen und ich wurde neugierig. Leider können wir ja nicht diese sicher sehr interessanten Sendungen hier sehen. Unser Gespräch endete damit dass ich mir im Internet seine Memoiren bestellen wollte. ”Mein Leben” nennt er sie schlicht, glaube ich. Aber es ist erst im Oktober lieferbar. Ich werde mir ein paar interessante Bücher mitnehmen in den Norden und natürlich auch das ”Italienisch-Buch”. Meine Vorsätze sind sehr gross, mal sehen was daraus wird ;-)
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Subject: Re: Ti voglio bene
Date: Fri, 07 Jul 2000 17:06:05 GMT
Liebe Marlena,
Überigens, du hast Marcel Reich-Ranicki erwähnt. Du wolltest seine Biographie lesen? Lass mich dich ein bisschen warnen: Marcel Reich-Ranitcki ist zwar so etwas wie der deutsche Literaturpapst geworden. Aber man muss wissen, dass er in akademischen Kreisen nicht so ernst genommen wird. Er betreut den Literaturteil der Frankfurter Allgemeinen und alle kennen ihn, weil er in seiner Fernsehsendung "Das literarische Quartett" zu den Büchern pointiert Stellung nimmt. Aber man muss auch sagen, er hat einen konservativen Geschmack und er ist alt geworden. Er mag Bücher, die linear geschrieben sind, die man leicht versteht. Er vertritt sozusagen den Geschmack des Fernsehpublikums. Und es gibt ja fast nur noch Bücher von diesem Niveau. Wenn ein Buch im Quartett gelobt wird, dann ist es am nächsten Tag in den Buchhandlungen ausverkauft. So hat er eine grosse Wirkung auf den Markt. Natürlich ist er nicht allein. Aber man sieht auch, dass die Sendung ein bisschen wie eine Show aufgezogen wird. Sie inszenieren geradezu einen Streit, und die Leute mögen das. Das Schweizer Fernsehen hat auch eine Literatursendung. Und sie ist feiner und intelligenter, manchmal vielleicht nicht so spannend.
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