...
Das war die Zeit der Existenzialisten, die Zeit Sartres mit seiner
Freundin (Castor hat er sie genannt, und sie sein Leben lang nicht
geduzt; meine Schwester hat sie verehrt als Befreierin der Frauen und
fast wie die eigene Mutter, verehrt sie wohl noch heute). Camus hat
damals noch gelebt und wir haben „Die Pest" und seinen Mythos des
Sisyphos gelesen. Und Paris, eigentlich das Quartier Latin, war das
Zentrum der Welt. (sicherlich hast du dort auch deine schönen
Erinnerungen, wo du – Marlena – kurz an der Sorbonne studiert hast)
Anfangs waren wir jungen Leute ganz nach Frankreich orientiert. Noch
während meiner Studienzeit an der Universität hab ich am Radio meist
französische Sender gehört. Sie haben viel Musik gesendet, aber
natürlich auch viel gequatscht (gesprochen), wie das die Franzosen
eben gerne tun, meist zu mehreren gleichzeitig.
Sonntag, 17. Januar 2010
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