Samstag, 23. Januar 2010

Chaotismo

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Habe ich Dir schon erzählt von Victor Willi und der Italianità?
Der ehemalige Korrespondent des Schweizer Radios in Rom hat
wieder referiert in unserem Club. Na ja, vielleicht habe ich Dir
schon erzählt. Er war lustig, obwohl er mittlerweile etwas älter
geworden ist. Und obwohl er praktisch dasselbe erzählt hat wie
letztes Mal vor 6 Jahren, als ich Programmchef war. Und
Höhepunkt seiner Ausführungen ist jeweils, wenn er vom
Chaotismo spricht, von der Liebe der Italiener zum Chaos.
Sie lieben es offenbar, denn es bringt die Menschen zu blühen.
Nur im Chaos kann man wirkliche Grösse, Menschlichkeit und
Mitmenschlichkeit beweisen. Wenn alles rundum funktioniert,
dann verschwindet der Mensch sozusagen von der Bildfläche.
Er wird nicht mehr gebraucht. Aber in Ausnahmesituationen,
im Chaos, da sind Organisationstalent, Flexibilität, Geistesgrössse,
Sympathie für den Mitmenschen, Entschlusskraft und was weiss
ich alles mehr unbezahlbar. Das ist die Kunst der Italiener, den
Menschen in den Mittelpunkt zu rücken. Sie sorgen dafür, dass
nichts funktioniert und alles desorganisiert bleibt. Damit geben
sie dem Menschen eine Chance.
Soweit Willis Theorie des Chaotismo.
*
Und damit muss ich enden.
Ich wünsche Dir einen schönen Tag, und mir auch.
Mit einem lieben Gruss
...

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