Samstag, 30. Januar 2010

bocca della vérità und Kirchen in Rom

Liebe Malou
Hei, das ist ja eine wahre Flut von Mails und schönen Gedanken!
Am meisten habe ich mich ergözt mit der Vorstellung, dass ich mit
Dir vor der bocca della verità stehe. Sicherlich würde ich ein bisschen
bleich werden ob all Deiner Fragen. Und dann musst Du wissen,
dass dort immer viele Leute herumstehen, um sich auch dem
Lügendetektor zu unterziehen. Man ist also nicht unter sich mit
seinen Fragen, sondern einem kritischen römischen Publikum
ausgesetzt. Und dann stelle ich vor, wie ich nach all Deinen heikeln
und kritischen und detektivischen Fragen meine Hand herausziehe
... und, siehe da, mit 8 Fingern dran!!

Wie meinst Du, hat Cäsar seine Mosaikböden mitgeschleppt? Die sind
doch nicht transportabel!

Und das Bild von der Via del Cappulari ist hübsch. Es ist erstaunlich,
wie die Leute damals malen konnten. Heute kann das niemand mehr.
Aber damals haben sie noch mit der Fotographie gewetteifert. Und
dazu das mechanische Bild überboten, was die Bildstimmung betrifft.

Ich werde mal sehen, wo ich meine betende Nonne finde. Ich weiss
auch nicht mehr genau, wo ich das Bild aufgenommen habe. Es war
in irgend einer Seitenkapelle einer Kirche. Ich habe eine Vermutung.
Mehr ist es aber nicht. Es gibt soviele Kirchen. Kürzlich habe ich
einen einfachen Stadtplan Roms gesehen. Und überall, wo eine Kirche
steht, ist das auf dem Plan mit einem Symbol markiert. Mann kann
es sich kaum vorstellen. Es gibt den Eindruck, dass du überall im
Zentrum Roms innert 500 m eine Kirche erreichen kannst. Es gibt
soviele Kirchen wie Bushaltestellen, hat man den Eindruck. Das ist
wirklich phänomenal. Aber es ist im Sommer auch sehr bequem,
wenn man alle 500m in einen kühlen, grossen und dunkeln Raum
eintreten kann, um sich wieder auf Normaltemperatur herunter zu
kühlen. Da ist der liebe Gott doch wierklich sehr mildtätig.
(17 February 2005)

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