Sonntag, 11. März 2012

Re: Stundenbuch ... und Pensionisten

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Ämne: RE: Stundenbuch... minutiös
Datum: den 20 februari 2004 17:14

Liebe Malou
Wunderbar, Dein Stundenbuch, und wunderbar Deine Formulierung, die Träume vor sich her zu schieben, bis sie sich in Nebel auflösen. Woher bloss diese pointierten Formulierungen, meine Liebe? Und wenn Du kannst, schick mir ein Bild vor und nach dem Coiffeur. Es gibt doch diese Werbung ‚Vorher-Nachher’. Ich bin wohl zu spät jetzt für eine VORHER-Fotographie, dann schick halt bloss ein Nachher. Und ich stelle mir die VORHER Aufnahme nach Deiner Schilderung in meiner Fantsie vor. Du hattest so ein Schwänzchen hinten, das finde ich süss. In meinen Jugendjahren war ich mal in einer gewissen zeit ganz schwach für diese Schwänzchen. Doch heute wechseln die Frauen ab zwischen Schwanz, hochgebunden, und offen. Das finde ich schön und feminin und abwechslungsreich. Sie haben wohl bemerkt, dass sich männer allzu rasch langweilen ob Monotonie.

Wir gehen mit 64 in die Rente. So glaube ich wenigstens. Aber vielleicht ergibt sich plötzlich früher eine Lösung, das weiss man nie so genau. Doch bei uns in der öffentlichen Verwaltung sind sie nicht grosszügig wie bei den Banken oder in der Chemie. Dort gehen die Leute oft schon zwischen 55 und 60, ohne nennenswerte Einbussen. Na ja, die hatten allerdings vorher auch ein härteres und gestressteres Leben als wir in der Erziehung.
Irgendwie hoffe ich, dass ich bis 64 arbeiten kann. Manchmal habe ich im Moment ein bisschen Mühe. Aber wenn ich von all meinen älteren Kollegen die besterhaltenen anschaue, so waren es diejenigen, die bedauerten, in Pension gehen zu müssen, die gerne noch weitergearbeitet hätten. Und gerade gestern habe ich am Fernsehen eine Sendung gesehen über Swisscontact. Ehemalige Berufsleute können sich melden, um sich für einen Auslandeinsatz zur Verfügung zu stellen. Ein Bäckermeister ging in die Sowjetunion und zeigte in einer kleinen Bäckerei einige neu Gebäcke. Eine Hotelfachfrau hat ein Hotel in der russischen Provinz beraten. Und irgend jemand ging nach Südamerika. Einer meiner Kollegen, ein ehemaliger Sekundarlehrer hat in Afrika einen solchen Einsatz gemacht und sehr davon geschwärmt. Vielleicht kann ich auch mal so was tun. Vielleicht gibt’s in Norrland eine vergammelte Schule, die für 3 Wochen einen ehemaligen Schulpsychologen brauchen könnte?? ;--))
Wie alt ist eigentlich K? Du hast gesagt, er könnte in Rente gehen? Wenn er zuhause ist und als Küchenchef agiert, wie Du mal so schön beschrieben hast, dann wäre es für Dich auch ruhiger, nicht wahr?
Wenn ich die Pensionisten in der Schweiz sehe, dann denke ich, die meisten scharen sich zu grossen Gruppen zusammen und wandern, besetzen ganze Eisenbahnwagen, sitzen in den Cafés herum. Ich habe mir auch gedacht, ich könnte ein oder zweimal wöchentlich irgendwo eine Gruppe von fremdsprachigen Kindern betreuen und ihnen beim Spiel einigermassen Deutsch beibringen. Aber vielleicht habe ich nicht soviel Geduld. S kann so was sehr gut. Sie ist sanft, aber sehr konsequent. Das ist für Kinder eine gute Mischung.

So bedanke ich mich für Dein Stundenbuch. Ich glaube, so muss man es machen, damit man die Zeit effektiv und optimal amortisiert (gutes Wort, nicht wahr!). Ich meine, jede Stunde zu beschreiben, das ist doch wirklich eine eingehende Nutzung.

Mit lieben Grüssen zum Wochenende
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