Ämne: Glück?
Datum: den 6 maj 2003 22:22
Lieber ..,
"Mit seinem selbstgewählten Farbfilter..." sagst du. Vielleicht ist es so, aber ich glaube nicht dass wir das Filter ganz frei wählen. Es ist eingebaut in unsere Genen. Und wie du so richtig sagst, schon bei kleinen Kindern kann man sehen ob sie eine glückliche oder traurige Veranlagung haben. Ich liebe das Leben wenn es ruhig fliesst. Wenn ich Zeit habe Schritt zu halten mit meiner Seele. Und das, was wir Glück, oder besser gesagt "Glücksgefühl" nennen, kommt ungerufen. Es braucht keine grossen Anlässe dazu. Plötzlich ist es nur da, das herrliche Gefühl zu leben, vielleicht ausgelöst durch etwas Schönes, was man betrachtet oder von einem Musikstück.. Vielleicht könnte man Glück besser definieren als "nicht unglücklich", oder zumindest nicht so unglücklich, dass die kleinen schönen Augenblicke keine Chance haben.
In Kriegszeiten kommen sich die Leute näher. Sie fühlen eine grosse Gemeinschaft in ihrem Kampf im Alltag. Der Kampf zu überleben lässt ihnen auch keine Zeit zum Grübeln. Auch gibt es kaum Langeweile. Für so was hat man ganz einfach keine Zeit. Ich verstehe die Leute, die sich gern an solche Zeiten erinnern. Sagt man nicht auch, dass viele psychisch kranke Leute in Kriegszeiten plötzlich gesund werden?
Ach, chéri, ich komme mir vor wie ein kleines Kind, das versucht es dem Lehrer recht zu machen. Soll ich es besser wieder deleten?
Ich habe einen langen Tag hinter mir. Hatte noch eine Konfernz am Ende des Tages. Man hat nun so wenig Geld in den Kommunen, dass man die Arbeitspflicht der Lehrer um ca 4,5 % erhöhen will. Und neben den aktuellen Schlagwörtern wie z.B. Qualitätssicherung sagt man plötzlich, dass man eine Qualitätsverschlechterung (?) akzeptieren muss. Ich glaube, ich brauche nicht mehr zu sagen.
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Ich wünsche dir einen schönen Mittwoch und
grüsse dich lieb,
Marlena

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