Montag, 16. Januar 2017
Schau mich bitte nicht so an
HAPPY BIRTHDAY
Ämne: Schau mich bitte nicht so an..
Datum: den 5 november 21:08
Lieber ... ,
I've learned.... that we should be glad God
doesn't give us everything we ask for.
Es passt gut zu deiner Geschichte. Man weiss nicht ob etwas gut ist... villeicht einen kleinen Moment aber dann? Und umgekehrt.
Ich glaube ich habe gelernt, das Leben zu nehmen wie es kommt. In unglücklichen Zeiten weiss ich, dass nach Regen Sonne folgt und in glücklichen Zeiten - vergesse ich meistens, dass es anders werden kann. So bin ich, könnte man doch sagen, ein ziemlich glücklicher Mensch.
Ach nein, bitte schau mich nicht an, wenn ich mich nicht abdrehen kann. Und das Foto, wo ich ziemlich irritiert bin weil Anna nie abdrückt noch dazu. Ich glaube am meisten ähnlich bin ich mir auf dem Bild vor dem Stockholmer Rathaus im Abendrot. Zwar ist es sehr windig und mein Haar fliegt in der Luft herum, aber trotzdem.. ich glaube dort erkennt man mich am ehesten.
Du hast meine dunklen Augenbrauen kommentiert und dich gewundert was echt ist, die Haarfarbe oder die Farbe der Augenbrauen. Meine Haarfarbe habe ich nie geändert. Ich war sehr blond als junges Mädchen und später dann etwas dunkler. Du siehst es ja auch auf den Bildern. Manchmal spiele ich mit dem Gedanken mein Haar etwas dunkler zu färben. Ich glaube es würde mir gut stehen. Aber ich weiss nicht richtig. Die Augenbrauen habe ich damals in der Uppsalazeit etwas dunkler gemacht. Es war eben so mode.
*
Glaubst du wirklich dass ich schon gezähmt bin? Ich weiss nicht. Vielleicht bin ich etwas vorsichtiger geworden mit meinen Kommentaren - aber nicht einmal da bin ich mir ganz sicher. Heute sagte ich Bill, der sich zu unserem Ärger auf allen Regalen in der Deutsch- und Französischinstitution mit seinem englischem Material ausbreitet, dass er sich wie ein echter Amerikaner imperialistisch auf fremdem Territorium ausbreitet. Na ja, ich habe versucht es mit einem Lächeln zu sagen aber ich sah gleichzeitig, dass den anderen beiden Kollegen der Atem stockte. Ich habe schon früher auf höfliche Weise versucht ihm zu verstehen zu geben, dass wir das nicht so gern sehen aber ich denke er wird sich jetzt besser daran erinnern. Ich finde es komisch, dass ich es ihm sagen muss, wo sich doch die anderen mehr als ich über ihn aufregen (wenn er es nicht hört). Aber etwas älter und vernünftiger bin ich vielleicht doch geworden. Ich tue es nicht mehr wie damals, als ich den Kollegen, die kleine Kinder hatten sagte, sie sollten doch Steuer zahlen für diese genau wie man Hundesteuer bezahlen muss. Ich war manchmal ziemlich unmöglich und doch hatte ich den Eindruck, dass mich die Leute sehr gern hatten. Die männlichen Kollegen fanden mich wohl "pikant" und erfrischend.. und was sich die Frauen hinter meinem Rücken sagten, falls sie sowas taten, davon hatte ich keine Ahnung. Damals gab es etwas, was "Kollegialität" hiess. Und diese war sehr stark. Ein dummer Direktor hatte keine Chance. Heute ist es anders. Die meisten sind sehr einstellsam (ich will versuchen nicht stärkere Worte zu verwenden). Manchmal hat man den Eindruck ein jeder Trítt auf den anderen um hochzukommen. Und so ist es überall geworden. Es ist kein menschliches Arbeitsklimat mehr.
*
Doch das vergessen wir heute, an deinem Geburtstag. Ich sende dir meine herzlichen Glückwünsche und hoffe auf "many happy returns".
Alles Liebe
Marlena
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