Samstag, 28. Januar 2017
Wallisärtiitsch - Sage aus dem Netz
den 22 november 19:45
Walliser Sage aus dem Netz
Wallisärtiitsch:
Bischtraftä Ubermüät
Wiä hizutagsch, so hets eu frijär ubermüätigi Nachtpurschtä gigä wa me an beschi Streicha wa an iru Pflichtä gideicht hent. Ä settigä Purscht het bischlossu ämal iner a Nacht zwei Meitjä z erchlipfu wa im Summer uf der Melchflüäh, enera chlinu Privatalpa va Rande, ds Vieh pflegunt. Är het äs längs, wissus Hämli agleit und isch so als Totä verchleidut bis vor di Hittutiri gangu und het durch du nächtlich Spuk die beidu Meitjä gängschtigt. Mit unheimlich brummundär Schtimm isch är um d Hitta gschlichu und het so schtarch an d Wänd gipolut, dass d Hitta erbibinut het. Frili sind die furchtsame Techtra erchlipft, hent änandrä umschlunge und üs lütär Angscht zer Müttär Gottes um Hilf gibätut; der Nachtbuäb het schi aber nu me erschroku.
Wan är schich nämlich umglüägut het, isch mu äs hochs, driibeinigs Ross mit du ma grossu glijundu Äug uf dr Stirna vam Hohliächt entgägucho. Schnäll het är ani Porta klopfut und um Ilass gibitut, aber die beidu Meitjä hent sus nit gwagt, mu üf z tuä, obwohl schi inu an är Schtimm ärkennt hent, wil schi vor dum Nachtbüäb und dum Boozu Angscht hent ka. Ds Ross isch immer neechär cho und schiis Schnäubu isch so lüt wordu, dass dr Gängschtigtu gmeint het är wärde mit der Hitta zämu wäggiblasu. In tiäfer Todesangscht het är mit Gwalt die Porta üfgschlagu und het küm no Ziit ka, schich mit Wiihwassär ds Kriiz zmache wa ds Ross scho uf der Türschwella gschtandu isch und mu zugriäft het: "Hitu bisch mär no entgangu wil di Ziit hesch ka dr mit Wiihwassär ds Kriiz zmache. Äs zweits Mal wirscht aber där verdiäntu Schtraf fer dinu nächtlich Unfuäg nit entgah!" Dadrüf isch ds Ross verschwunde und dr Purscht soll schi va de efort bekeert ha.
den 22 november 19:47
one more, mit Übersetzung
Der Geiger nach dem Tod
Ein Bauer, der sehr dem Trinken ergeben und Geiger war, forderte vom Wirt, seinem Gevattermann, noch eine Mass Wein. Es soll sich dies in Visp zugetragen haben.
"Bring mir noch eine Mass Wein!" sagte der Bauer.
"Du hast ja schon genug", gab ihm der Wirt zur Antwort.
"Um Gottes Willen bring mir noch eine Mass Wein, ich will dir nach meinem Tode dafür spielen." - "Gut", erwiderte ihm sein Gevattermann, "wenn du mir nach deinem Tode eines dafür aufspielen willst, so will ich dir noch eine Mass holen; aber dass du dein Wort hälst." - "Ja, wenn Gott es zulässt, so werde ich mein Wort halten."
Eines Abends spät in der Nacht, als der Wirt allein im Zimmer war, hörte er draussen vor dem Haus einen recht lustigen Tanz auf einer Geige spielen. Als er einen Augenblick voll Bewunderung zugehört, ging er hinaus, um zu sehen, wer es sei. Aber weder er noch seine Leute konnten den Spielmann finden. Am andern Tag kam die Nachricht, sein Gevattermann, der Geiger, sei in der letzten Nacht, und zwar um die gleiche Stunde, da er in seinem Zimmer den lustigen Tanz hatte spielen hören - gestorben.
Wallisärtiitsch:
Där Giigär na dum Tod
Än Püür wa sehr gäru gitrüchu het und Giigär isch gsi, het du Wirt üfgfordrut, in noch äs Mass Wii z bringu. Das soll in Vischp passiärt sii.
"Bring miä no äs Mass Wii!" het dr Püür gseit.
"Dü hesch ja scho gnüäg", het mu dr Wirt gantwortut.
"Um Gottes Willu bring miä noch äs Maas Wii, ich will diär eu nach minum Tod därfir eis spilu." - "Güät", het der Wirt schinum Gvatterma erwidrut, "wenn Dü miär nach dinum Tod eis spilu willscht, so will ich diär noch äs Mass holu; abär dass miär diis Wort ja tüäscht haltu!" - "Ja, wenn Gitt sus zuälaat, so will ich miis Wort haltu."
Eis Abundsch spaat inär Nacht wa dr Wirt alleinzig uf schinum Zimmär isch gsi, het är üsina vor dum Hüüs än rächt luschtige Tanz uf där a Giiga keert spilu. Nachdem är äs momäntji voller Biwundrig zuglost het, isch är nach üsina gangu um zerfaaru, wer da schpilt. Abär wäder äs sälbscht no schini Liit het epär chänu findu. Am andru Tag hensch d Nachricht bärcho, das dr Gvatterma, der Giigär in är letschtu Nacht um di Schtund, wa der luschtig Tanz z keeru gsi isch, gschtorbu.
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