Sonntag, 1. Juni 2014

Schnitzelbänke


den 10 september 2001 22:23
Re: na ja ... einfach so
 (2)

fortsetzung

Oder noch früher hatte ich manchmal die Gelegenheit, Schnitzelbänke zu schreiben. Schnitzelbänke sind Verse, die sie an der Basler Fasnacht singen. Und ich bin überzeugt, dass ich da und dort ganz gute Verse gemacht habe. Es braucht eine bestimmte Technik. Man muss sich eine gute Pointe ausdenken zu einem Thema. Und sie muss absolut erst in den letzten zwei Worten des Verses auftauchen, der in der Regel 4 Zeilen hat. Wenn die Pointe zu früh kommt, dann lachen die Menschen zu früh, dann geht der Rest in die Hose. Und der Witz besteht vor allem in der Kombination von Themen. Meist sind die Themen politische Angelegenheitn, aktuelle Diskussionen und so weiter. Aber auch dort ist es so: wenn man mit der Sprache bastelt, kommen einem plötzlich neue Ideen. Zum Beispiel bei den Reimen. Und es ist merkwürdig: unverhofft weiss man, dass man die Lösung gefunden hat. Vorher ist man unsicher, macht hin und her, korrigiert, ändert, geht wieder zurück, zweifelt, verflucht, hofft, ist nahe am Verzagen. Es ist eine Art Erregung, die einen unzufrieden lässt. Doch wenn die Lösung aus dem Unbewussten auftaucht, ist man zufrieden und glücklich und sicher, dass es genau so und nicht anders sein soll.

Schade, dass ich nicht Dichter geworden bin. Oder ist es ein Glück? Ich glaube, jedan Tag vor einem leeren Blatt Papier zu sitzen, kann ganz schön schwierig sein.

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