Freitag, 13. Juni 2014

Büroausflug - Strassburger Münster


Liebe Marlena
Soeben bin ich aus Basel zurückgekommen. Und so habe ich noch einen kleinen Moment Zeit, Dir zu schreiben.
Wir haben heute unseren Büroausflug gemacht. Diesmal ging es nach Strassburg im Elsass. Das haben zwei Kolleginnen bestens organisiert. Schade war nur, dass heute ein nicht besonders schöner Tag war. Schon am Morgen etwa ab 10 Uhr hat es angefangen zu nieseln. Dann, eine zeitlang schien der Himmel sich zu bessern. Doch am Nachmittag hat er einen echten Rückfall gehabt.
Strassburg ist ein hübscher Ort. Und am Nachmittag gibt es jede Menge Touristen. Man sollte am Morgen früh eintreffen, dann ist es noch erheblich schöner.
Wir gingen erst mal in das schöne und berühmte Strassburger Münster. Du weißt vielleicht, dass Goethe hier für sich und die Welt die Schönheit der Gotik entdeckt hat. Das war eine Leistung der Romantik, die ja doch am Mittelalter ihre grosse Vorbild-Zeit gefunden hat. War dann ja auch eine Gelegenheit, im Stil der Neu-Gotik zu bauen, wie etwa das Londoner Parlament, oder jenes schöne Parlament in Pudapest, vielleicht das schönste von allen. Bis ins 19. Jahrhundert war das Strassburger Münster mit seinen 142 m das höchste Gebäude Europas. Es ist ein interessantes Gebäude, denn es wurde während einer Zeit von etwa 200 Jahren gebaut. Die ältesten Teile, der Chor und das Querschiff sind noch romanisch, der Längsbau dann Gotisch nach französischer Manier, und vorne, die grosse Fassade ist sehr vertikal orientiert. Das Münster hat heute nur einen Turm. Das war nicht immer so. Ursprünglich gab es zwei Türme, und sie waren 3 Stockwerke hoch. Dann hat man aber, nach dem grossen Erdbeben von Basel, den Raum zwischen den Türmen ausgefüllt und links noch einen Turm von einer Stockwerk Höhe zugefügt. Weil aber der Boden nicht ganz sicher ist, hat man dann auf der anderen Seite den Turm nicht mehr gebaut. So ist die Frontalfassade nicht symmetrisch. Doch die Schauwand ist schön und wirklich gotisch aufgelöst. Das heisst, man hat sozusagen vor die Wand noch einen Dekorationsvorhang gestellt, der auch aus Stein ist, der aber seinen Stein sozusagen verleugnet. Die Rippen und Wimperge sind so fein, dass man das Gefühl hat, sie sollten eigentlich aus Holz, und nicht aus Stein sein. Insgesamt ist das also ein imposantes Gebäude, und - wie gesagt - wichtig, weil es Goethe ins Auge gestochen ist.
Wir haben mit einer Führung einen kleinen Stadtrundgang gemacht und viele interessante Dinge gehört. Wir haben gemeinsam mittaggegessen. Ich habe mir ein ziemlich opulentes Gericht bestellt. Zusammen mit einem Kollegen haben wir eine Platte mit Sauerkraut und verschiedenen Fleischaften und Würsten gegessen. Das Sauerkraut hat recht gut geschmeckt, war es doch in Wein gekocht. Und das Fleisch war dann halt insgesamt etwas "nahrhaft". Und dazu haben wir ein grosses Eslässer Bier gekippt. Das war viel, angesichts der Tatsache, dass ich jeweis im Büro sehr wenig mittagesse. Aber ich habe dann den Nachmittag leidiglich und ohne Siesta überstanden. Viele machten eine kleine Fahrt mit eiem Schiff durch die Kanäle. Ich ging nochmals ins Münster und dann durch die Strassen und Gassen zurück zum Bahnhof. Doch dann - leider - hat es schon ziemlich geregnet.
So sind wir jetzt wieder zurück. Es ist gut, einmal einen Tag mit den Arbeitskollegen zusammen zu sein und über andere Dinge als über die Arbeit zu reden. Es stellen sich zwar mit der Zeit immer etwa die gleichen Gruppierungen heraus. Und auch die Leiter sitzen dann schliesslich an einem Tisch und "markieren die Führung".

(...)

Ich danke Dir für Dein Mail heute. Es hat mich besonders gefreut, dass Du geschrieben hast, obwohl Du wusstest, dass ich nicht hier bin. Das nenn ich Treue!!
Mit einem grossen Kuss, einem römischen meinetwegen. Die sollen ja sehr intensiv sein.
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