Re: Fenyletynamil und Oxytocin
Liebe Marlena
Deine Lektion über die Chemie der Liebe hat mich schwer beeindruckt. Um die Sache kurz zu machen: schicke mir von jedem Stoff eine gute 12-Monatspackung. Dann werden wir weitersehen.
Die bedenkenswerteste Sache, die Du dabei erwähnst, ist die Toleranzbildung. Die Verliebtheit muss also wieder verschwinden. Das wissen wir nun ja alle (Marlena vielleicht einmal ausgenommen), und als Aussenstehender kann man nur froh darüber sein, dass das so ist. Vier Jahre lange Verliebtheit ist ungefähr wie eine schwere Krankheit, kurz eine Folie. Das zu behandeln, sollte man nicht zögern.
Oxytocin dagegen scheint mir eine gute Pille zu sein, weil sie für das habit-forming - wie Du sagst - zuständig ist. Das ist gut. Habit-forming, was kann man sich darunter vorstellen? Vielleicht die Bildung von Gewohnheiten wie etwa Gute-Nacht-Küsschen, Auto-Türe-Öffnen, Einkauf-Tüte-Tragen und Sich-Beim-Schnarchen-Zurückhalten und all die vielen anderen kleinen Dinge, die die tägliche Liebe ausmachen? Es ist doch irgendwie merkwürdig, wie die Liebe funktioniert. Einerseits redet man von ihr als von dem grossen Gefühl, das man haben sollte. Und dann sind es die kleinen Dinge und Gewohnheiten, die die Liebe unterhalten. Das ist wie eine Zangengeburt. Die kleinen Gewohnheiten bringen das Gefühl, und das Gefühl erleichtert die kleinen Gewohnheiten. Aber auf jeden Fall muss man sie selber machen, wie jede solide Lebensaufgabe. Man sollte vergessen, die Liebe wäre eine narkotische Überwältigung als Geschenk des Himmels, die einfach darnieder stürzt und uns trifft. Nein, so einfach hat es uns die Natur nicht gemacht. Die Liebe ist harte Arbeit. Man könnte mit Freud analog der Trauerarbeit auch von Liebesarbeit sprechen. Und die kleinen Verliebtheiten in der Jugend sind bloss Praktika und Hausaufgaben für die spätere, die ernstzunehmende.
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Oh so spät ist der angekommen, wie geht das denn??
AntwortenLöschenna ja jedenfalls freut mich das Du es gelesen hast.
Ich hoffe Di geht es gut Marlena, jedenfalls wünsche ich das.
Grüße