Freitag, 14. Februar 2014
14. Februar
Lieber Mausfreund,
Habe ich richtig gesehen? Du trinkst Tee mit Kadmium??? Bist du so lebensmüde?
Nun, während du deinen Tee trinkst, schenke ich mir ein Glas Whisky ein. Nein doch, es ist nicht wie du glaubst, dass ich nun angefangen habe zu trinken - im Gegenteil ich will nur verhindern dass K ihn trinkt. Also eine präventive Massnahme, eine gute Tat in der Tat ;-)
Ich habe einen anstrengenden Tag hinter mir. Immer noch nicht richtig kuriert von meiner Erkältung habe ich am Ende des Tages noch eine 80 Minuten lange Französischstunde absolviert mit Schülern die erst das zweite Jahr diese Sprache lernen und also noch ziemliche Anfänger sind. Ja, auch ich bin ganz der Meinung von S.. Bei uns am Gymnasium machten mal ein paar Schüler eine Spezialarbeit über das Thema: ”Wie soll ein guter Lehrer sein?” Sie machten Interviews mit den Schülern. Ich wusste nichts davon, aber später erzählte mir mal M (die Journalistin aus Südschweden) dass jemand geschrieben hatte: "Ein guter Lehrer soll sein wie Marlena J. Nach jeder Stunde hat man eine Menge dazugelernt". Und du als Psychologe weisst ja wie wir Menschen sind. :-) Wenn man uns was schönes sagt über unsere Person, dann versuchen wir zu diesem Bild aufzuleben (sagt man so)?
Die Klasse die ich am Ende des Tages hatte, fährt übrigens im April nach Prag und ich konnte mich nicht davon abhalten ein wenig von dieser wunderbaren Stadt zu schwärmen. Ach, wie schön es war!!!! Und die Schüler, die wohl schon etwas müde waren sind wieder aufgelebt und haben fleissig weiterstudiert.
Ich erinnere mich dass du einmal von Hass gesprochen hast in der Beziehung Lehrer - Schüler. Das hat mich etwas gewundert. Sowas kommt wohl meistens vor wenn die Lehrer sehr auktoritär sind. Aber weisst du, das ist bei uns äusserst selten. Wir gehen miteinander um wie Freunde. Wir duzen einander und haben eine sehr spontane, offene Beziehung zueinander. Sie unterhalten sich gern mit uns in den Pausen. Es ist wirklich ein schöner Beruf. Was einem so schrecklich viel Zeit raubt ist das andere. Die unnötige Papierarbeit, das Lehrpläne konstruieren, das Stundenpläne organisieren, das Inventieren (was am 25 Januar gemacht sein sollte) und womit ich noch nicht begonnen habe. ;-) und die wertlosen Konferenzen (natürlich nicht alle!).
Eingenickt?? OK dann wirst du vielleicht weiterlesen wenn du wieder aufwachst.
A kam gerade von ihrer Klavierstunde nach Hause und ich hab sie gefragt: Na, wie war denn Ulla heute? Die Antwort: Ach, ganz OK, sie hatte sich schon an dem Jungen vor mir abreagiert. ;-)
Ich würde den beiden gern mal zusehen, wenn sie üben, denn beide haben ein ziemliches Temperament und obwohl sich Anna (ist ja schliesslich wohlerzogen) gut beherrschen kann, kann sie auch explodieren. Dann lachen beide laut und weiter geht’s.
Und du liest immer noch die Texte von diesem Kerl? Nun ja, wer sollte sie sonst lesen? Ich traue keinem anderen zu, sie verstehen zu können.
Heute früh als ich noch so im Halbschlaf aus dem Schlafzimmer kam musste ich meine Auffassung, dass die Welt in uns ist, ein wenig revidieren. Denn all diese Papierberge und Bücher plus übriger Kram der hier herumliegt ist doch wirklich eine Realität, die abgesehen von mir existiert, wie gern ich sie aus meinem Leben wegdenken möchte. Aber dann gibt es natürlich auch all das andere und vielleicht auch ”die anderen” die dieses Haus bevölkern obwohl sie nur in meinem Inneren leben. Du bist ständig anwesend (leider zur Zeit meistens arbeitend oder schlafend) andere sind nur zeitweise hier...
Es war nicht der versprochene Frühlingstag heute, aber doch schon so schön sonnig und warm dass man spürte dass es nun nicht mehr lange dauern wird. Der Winter dieses Jahr war nicht den Namen wert. Nicht ein einziges mal konnten wir Ski laufen und ich glaube kaum dass es jetzt nochmal richtig kalt werden kann.
Nächste Woche sind Anna und ich frei. Wir hatten eigentlich geplant ein paar Tage nach London zu fliegen. Aber wir hätten schon diese Woche fahren müssen und sie hat jetzt so viel zu tun, dass sie eigentlich nicht loskommt. Aber wir werden sicher etwas unternehmen. Das tun wir immer.
So, das war ein wenig von mir an diesem 14. Februar, dem Valentinstag.
Ich grüsse dich herzlich
Marlena
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen