Sonntag, 23. Februar 2014
Beruf Ferientechniker!
Ämne: von Beruf Ferientechniker!
Datum: den 6 mars 18:03
Liebe Marlena
Ja, auch bei uns scheint der Frühling langsam im Anzug. Der Himmel ist heute himmelblau (wie denn sonst??) und es ist ziemlich warm geworden. In Basel zelebrieren sie zur Zeit gerade Fastnacht. Und die Kinder hier in L und Umgebung haben ihre Sportferien.
Ich habe angefangen, Walter zu zeichnen. Habe ich Dir nicht eine erste Skizze geschickt. Aber sonst bin ich mit meinen Ferienprojekten etwas im Rückstand. Ich habe die letzten zwei Tage viele Fotos gescannt. S wünscht sich, zwei Alben für die Töchter zu machen. Und so kopiere ich viele alte Fotos. Und nebenbei habe ich ein Auge auf jene, die ich Dir schicken könnte. Aber es gibt wirklich nicht viele, wo man mich sieht. Wirklich kaum eine!
Daneben habe ich S geholfen, eine Reise nach dem Iran auszuschreiben. Es gibt einige Kiwaner, die haben immer wieder gefragt und sich gewünscht, einmal Persien zu besuchen. S hat sich jetzt entschlossen, im September eine solche Reise zu machen. Sie dauert 14 Tage und man wird Gelegenheit haben, Teheran, Ramsar am Kaspischen Meer, Isfahan sowie Shiraz mit Persepolis zu besuchen. Sie kostet ca. Fr. 4'000.- mit allen Flügen und mit Essen. Das ist eigentlich nicht sehr viel. Jetzt haben wir einen Prospekt gemacht und an einige Kiwaner geschickt und schauen, wer sich nun wirklich interessiert. Ich glaube, vor einer Generation war Persien wirklich ein Land, welches gebildete Leute, nachdem sie Italien und Griechenland und Aegypten gesehen haben, besuchen wollten. Wir haben eine Bekannte, deren Tante oder Grosstante anfangs des letzten Jahrhunderts allein nach Persien gereist ist. Und eine Tante meines Schulkollegen war auch dort, sogar ohne ihren Mann, ganz allein als Frau. Persien ist eine alte Kultur einerseits, andererseits exotisch durch die Einflüsse aus dem Islam. Es gilt ja noch heute als das Land von Tausend und einer Nacht. Wir werden sehen, was daraus wird.
*
Lustig, wie Du über den Wind bei Euch erzählst. Ja, kann ich mir gut vorstellen, die verschwundenen Kartonschachteln und der Baumschmuck. Muss eine ziemliche Überraschung für Euch gewesen sein.
*
Ach, da kommt mir in den Sinn. Ich habe da so ein Bild gefunden. Es ist von einem Walliser Maler im vorletzten Jahrhundert (19. Jahrhundert) gemalt. Ritz Raphael heisst er, so glaube ich. Er zeigt die Arbeiten an der Rhonekorrektion. Es ist ein interessantes Bild, weil es das Tal gleich unterhalb Visp zeigt. In der Mitte stehen drei Männer. Einer davon muss ein Ahne meines Schulkollegen aus Raron sein. Sie führen das "von" im Namen und sind eine alte adelige Familie. Und wenn Du genau schaust, siehst Du am linken Bildrand die Kirche von Raron auf dem Felsen oben. Das ist also noch bevor Rilke dort oben begraben worden war. Man sieht, wie arm die Menschen waren und mit welch einfachen Werkzeugen sie gearbeitet haben. Die Rhone hat immer wieder die Talebene überschwemmt und deshalb hat man sie korrigiert und ein gedämmtes Flussbett gebaut. Ich schicke Dir das Bild via Büro-Pc. Du kannst es dem Visper in Südamerika weiterleiten. Er wird sicherlich gerührt sein, sowas zu Gesicht zu bekommen.
*
Jetzt habe ich ein Stück meines Briefes verloren. Das ist lästig. Ich habe geschrieben, dass ich mich freue, dass Du die letzte Woche genossen hast. Ja, es ist schön, wenn man heimkehrt und durch die Tür kommt einem fein feiner Duft aus der Küche entgegen. Das ist eine archetypische Situation. Als Kind haben wir das immer wieder erlebt und ich glaube jeder sehnt sich nach dieser behüteten Situation zurück.
*
Ich wünsche Dir eine gute Zeit
Und ich hoffe, dass es Euch allen gut geht.
Mit lieben Grüssen und Küssen
...
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Ich mag euren Briefwechsel so sehr...
AntwortenLöschenUnd ich wünsche einen sonnenreichen Sonntag
herzlichst
Rachel
AntwortenLöschenDanke, liebe Rachel Das freut mich.
Auch dir alles Gute.