den 11 oktober 2003 18:24
Re: Sumsumsum
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Also, wie gesagt, täglich Bürostunden am Strand von etwa 9.00h bis 17.00h, mit einer kurzen Mittagspause zwischen 13.00h und 14.00h ungefähr. Das Leben am Strand ist ziemlich unterhaltsam. Nach 3 Tagen kennt man das Quartier, die Nationalitäten, die Wasserscheuen und die Sonnenhungrigen, die Grossbusigen und die Dickbäuche, die Jungverliebten und die Sprachlosen. Es ist ein merkwürdiges Biotop, das da ziemlich in Reih und Glied an der Sonne bratet. Na ja, im Hotel hab es einige Aktivitäten, um die schweren Leiber von den Sonnenliegen hochzukriegen, zum Beispiel zum Voleyball, zum Boccia oder Darts, zum Kaffee mit Kuchen um 16h oder eben zum Fitness um 17h. Du siehst, wer aktiv war, hatte einen vollen Terminkalender. Ich beschränkte mich auf das grosse Buffet am Mittag. Das war ausgezeichnet und pittoresk. Die Küche war eine Mischung aus Middle East und Europa. Da gab es Dinge, die man auch im Iran finden kann. Und andererseits liessen sich von deutscen Patrioten auch ohne Probleme Bratkartoffeln oder Frikadellen ausgraben. Ich suchte, wenn immer möglich, Fisch, denn das ist doch für eine Region wie die Türkei ein Grundnahrungsmittel. Und oft fand ich ganz köstliche Fischgerichte. Dazu bevorzugte ich dieses eingedickte Yoghourt mit Knoblauch und fein gehackten Gurken. Es schmeckt sahnig wie Maionnaise, hat aber nicht halb soviel Kalorien. Trotzdem habe ich etwa 3 kg zugelegt, schätze ich. Ungefähr soviel, wie der SMI der Schweizerbörse verloren hat! Das Essen war immer sehr gut, mit einem ausgedehnten Dessertbuffet zu jeder Mahlzeit. Aber nach 14 Tagen kommt einem manches etwas bekannt vor, das ist nicht zu vermeiden. S hatte bald einmal Beziehungen zur Küche etabliert - sie verstand sich mit den Türken bestens - und man erfüllte uns da und dort Spezialwünsche. Neben dem Buffet (!) haben mich vor allem die Türken selbst erstaunt. Ich hatte einen Menschenschlag erwartet von - sagen wir - einem Durchschnitt zwischen Süditaliener und Perser. Aber, wie soll ich Dir das schildern, sie waren allesamt sonnige Deutsche. Ich will damit sagen, sie sind organisatorisch gut, sehr pflichtbewusst und fleissig, und haben dazu den südlichen Charme, den wir bei den Italienern schätzen. Ich bin wirklich positiv überrascht. Die meisten haben ganz gut Deutsch gesprochen. Und darin liegt vielleicht auch ein Teil der Erklärung: viele von ihnen waren schon in Deutschland und deshalb einigermassen assimiliert. Nicht die Deutschen assimilieren sich dort unten an die Türken, sondern umgekehrt. Aber diese Türken haben mich wirklich verblüfft. Süditaliener sind etwas faul, nicht wahr, bequem, trödelnd. Das sind die Türken dort unten gar nicht. Sie sind prompt, speditiv und immer ein Lächeln im Gesicht. Die Perser sind etwas schmeichlerisch, doppelbödig, allzu indirekt und superdiplomatisch. Die Türken sind ziemlich direkt, aber ganz und gar höflich. Na ja, vielleicht kenne ich noch nicht alle Türken. Aber diejenigen, die ich gesehen habe - es waren zumeist junge Männer zwischen 20 und 30 - haben mich durchaus überzeugt. Bestimmt sind sie für ihre Tätigkeit im Tourismus auch geschult. Aber all das, was sie gezeigt haben, das kann man nicht bloss mit Schulung hinkriegen. Die Schweizer in unseren Skistationen könnten sich davon ein Stück abschneiden! Und für Frauen sind Türken durch und durch angenehm. Sie sind charmant, zuverlässig, aber keinesfalls anzüglich. Sie würden einer Frau nicht zu nahe treten. Das verwehrt ihnen der Islam. Du siehst, ich bin voll der guten Worte. Und dabei bin ich nicht mal eine Frau.
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Gut, dass Du ein paar Kilos zugelegt hast. Das steht Dir bestimmt. Schick mir ein Foto, wenn Du hast. Dort unten am Strand gab es etliche Frauen, die im einteiligen Dress umhergingen. Und man hätte eine ganze Busologie entwickeln können: von den kleinsten, dürren Zäpfchen bis zu den glockenschweren oder auch duvetflachen Vorbauten. Es gab für jeden was. Lustig dabei, dass junge Frauen kaum barbusig herumgehen. Es sind die ÜVIS, die Über-vierzig-Jährigen, die so freizügig lustwandeln. Und manchmal tun sie es, wie oben erwähnt, gegen den guten Geschmack.
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Ab und zu hatte ich den Eindruck, ich hörte Schwedisch. Im Hotel eher selten, aber auf dem Flughafen Antalya auf jeden Fall. Es gab in der Tat auch direkte Flüge von und nach Stockholm. Na ja, ihr Hungerleider in Sachen Sonne, viele von Euch scheinen einmal im Jahr eine kleine Aufback-Aktion zu schätzen.
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Ach, es ist gut, wieder mit Dir Marlena plaudern zu können. Auch ich habe Dich vermisst. Aber natürlich hatte ich auch gedacht, dass meine Placebo-Effekte steigen würden nach einer so langen Abstinenz von 14 Tagen ;--)
Trotzdem .--( muss ich jetzt aufhören und an meine Sitzung gehen. Es gibt bestimmt noch viel zu lesen und zu überlegen.
Ich wünsche Dir ein fantastisches Wochenende
mit lieben Grüssen und Küssen
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Samstag, 3. September 2011
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