Mittwoch, 7. September 2011

Re: 9 Sept.

den 9 september 2001 23:10
Re: na ja

Liebe Marlena

Nein, ich habe immer noch nicht gepackt. Ich habe zwar angefangen, eine Liste zu schreiben, damit es zum Schluss nicht so lange dauern wird. Und ich habe natürlich schon viele Dinge, die bereit liegen und darauf warten, eingepackt zu werden. Ich bin noch unsicher, was ich an Kleidern mitnehmen soll. Es ist ja immer noch ziemlich warm im Iran. Wir werden einen zweiten Sommer erleben.

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Und bei Onkelchen war ich in der Tat. Ich habe ihm ein Fondue gemacht. Kennst Du dieses Gericht. Es ist typisch schweizerisch, kommt aus der französischen Schweiz. Im Wesentlichen besteht es aus Käse und Weisswein. Man erhitzt die Masse in einem Caquelon auf der offenen Flamme. Und wenn das ganze flüssig ist wie eine dicke Crème, dann geht man mit Brotwürfeln hinein und dreht die Dinger, damit der Käse nicht auf die Tischdecke tropft. Es ist eine kleine Kunst, es zu essen. Und man kann viel Pfeffer dazu brauchen, und saure Gurken auch. Onkelchen hat es sehr genossen. Und ich eigentlich auch. Es ist ein gutes Menue für kühles und nasses Wetter. Und das war es auch. Allerdings bin ich schon am Samstag hingefahren.

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Ja, ich glaube, wenn ich wollte, könnte ich Rilke schon ein bisschen imitieren. Ich habe den Malte noch nie gelesen. Aber ich hatte früher einmal versucht, Gedichte à la Rilke zu schreiben. Man nennt das im Deutschen nicht "imitieren", sondern "nachempfinden". Doch das ist lange her, und ich glaube nicht, dass meine Produkte so tiefsinnig waren wie jene Rilkes.

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Am Freitag hatte ich ein Gespräch mit ...  Sie hat als Thema für eine Arbeit, das Thema "Selbstvertrauen" gewählt.  ...  Dabei ist mir wieder einmal aufgefallen, wie sehr wir von "Selbstvertrauen" als quasi von einem Ding sprechen. Es ist da oder es ist nicht da. Es ist gross oder klein, robust oder weich, kräftig oder schwach. Das ist wirklich eine falsche Vorstellung. Ich glaube, Selbstvertrauen ist eine Art des Verhaltens. Menschen mit Selbstvertrauen sind besonders selektiv in ihren Gedanken. Sie denken an ihre eigenen Erfolge und bringen sich so in optimistische und selbstsichere Stimmung. Selbstvertrauen muss man jederzeit machen, indem man sich in positive Gefühle versetzt. Und das tut man am leichtesten, indem man die entsprechenden Gedanken wählt.

Depressive Menschen haben eine Gabe, ihre Gedanken in negative Gefilde wandern zu lassen. Und ihre eigenen Gefühle verstärken dies noch. So schlittern sie leicht in ein tiefes schwarzes Loch, wo sie kaum mehr aus eigener Kraft herauskommen. Sie lassen sozusagen die Gefühle ihre Gedanken, und nicht die Gedanken ihre Gefühle steuern.

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So, nun muss ich in die Federn. Ja, ich hatte irgendwo irgendwelche Tabletten mit Vitaminen und Spurenelementen. Aber im Moment weiss ich überhaupt nicht mehr, wo ich sie habe. Ich muss mal im Büro nachschauen. Du wirst es dann ja schon bemerken, wenn ich sie gefunden habe.

Ich wünsche Dir einen guten Wochenanfang.

Mit einem lieben Gruss
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