Ämne: freimo
Datum: den 7 mars 2003 10:06
Datum: den 7 mars 2003 10:06
Liebe Marlena
Ja, Luzern ist eine schöne Stadt. S. und ich haben von unserer Reisegruppe
in den Iran eine Übernachtung im Luxushotel in Luzern mit einem
musikalischen Abendprogramm geschenkt bekommen. Und wir haben dieses
Projekt immer noch vor uns. Luzern gilt als Touristenstadt, und in jedem
Schaufenster kannst Du dieselben Utensilien sehen, welche Touristen suchen:
Tüchlein mit Edelweiss-Musterung, Wander-Stöcke, Schweizer Taschenmesser,
Kitsch Postkarten und viel Ähnliches mehr. Na ja, alles, was die Leute kaufen
wollen.
Ja, Luzern ist eine schöne Stadt. S. und ich haben von unserer Reisegruppe
in den Iran eine Übernachtung im Luxushotel in Luzern mit einem
musikalischen Abendprogramm geschenkt bekommen. Und wir haben dieses
Projekt immer noch vor uns. Luzern gilt als Touristenstadt, und in jedem
Schaufenster kannst Du dieselben Utensilien sehen, welche Touristen suchen:
Tüchlein mit Edelweiss-Musterung, Wander-Stöcke, Schweizer Taschenmesser,
Kitsch Postkarten und viel Ähnliches mehr. Na ja, alles, was die Leute kaufen
wollen.
Vor etwa einem Jahr hatten wir mit Onkelchen einen Ausflug dorthin gemacht.
Und dabei ist mir erstmals in meinem Leben aufgefallen, dass der Ausblick
über den See in die Berge wirklich sehr schön sein kann. Ich glaube, es hing
damals sehr stark von der Witterung und der Beleuchtung ab. Ich war
erstaunt, wie märchenhaft alles wirkte. Und dann kamen zwei junge Polinnen
daher mit einem Fotoapparat aus dem letzten Jahrhundert, und ich bot ihnen
spontanerweise an, sie vor dieser hübschen Kulisse zu knipsen. Sie waren
etwas scheu und standen da wie zwei Tanksäulen. Aber ich liess nicht locker
und drückte erst ab, als sie sich auf meine Anweisung freundschaftlich
berührten und die Gesichtsmuskeln etwas gelockert hatten. Na ja, wir wollen
doch mit unserer Schweizer-Kulisse im Ausland einen guten Eindruck machen.
Ich habe im Ausland immer wieder festgestellt, dass man nur Luzern und die
Genferseeregion mit dem Schloss Chillon als touristische Attraktionen kennt.
Alles Übrige geht nebenher. Die mondänen Alpenorte Zermatt, Montana, Arosa,
St. Moritz, Davos, die Jungfrau mit ihrer sündhaft teuren Bergbahn in den
ewigen Schnee hinauf, das einmalige Matterhorn, wo die Bergsteiger-Amateure
Schlange stehen, um auf den Gipfel zu kommen, die romantische Altstadt von
Bern mit ihren Galerien und kleinen Lädelchen, der Monte Ceneri im Tessin
mit seiner Aussicht in die wunderschönn norditalienische Seenlandschaft, der
respektable St. Gotthard mit der uralten Passstrasse und der Teufelsbrücke,
die hübsche Barockstadt Solothurn, die einmal die Ambassadorenstadt der
Schweiz war, die Humanistenstadt Basel mit ihren vielen Museen und
stattlichen alten Patrizierhäusern, die liebliche Bodenseeregion mit den
schnuckeligen Fachhäusern. Ach, die Schweiz ist wirklich ein Juwel. Und
jeden Morgen, wenn ich ins Büro eile, ärgere ich mich über den Schmutz, den
die Leute überall auf den Strassen liegen lassen. Das war vor 10 Jahren noch
anders. Die Leute essen und trinken heute auf der Strasse in allen
Situationen und zu jeder Zeit, und werfen dann Papiere und Verpackung weg.
Das hat man früher immer den Amerikanern nachgesagt.
Ich glaube, es gibt in Deutschland zwei Regionen, die 'Schweiz' genannt
werden. Es gibt die Märkische Schweiz im Nordosten, und es gibt die
'Schwäbische Schweiz' im Süden. Das sind sehr schöne Landschaften, wie ich
in Fotos gesehen habe, vielleicht noch schöner als diejenigen der Schweiz
selbst. Vielleicht ist es der Mix auf kleinem Raum, der den Reiz der
Schweiz ausmacht. Aber unsere Attraktivität hat natürlich seit der Zeit, da
erstmals die Engländer kamen, um sich an unseren Bergen zu erproben,
deutlich nachgelassen gegenüber anderen Touristik-Gebieten der Welt. Ich
habe mal einen Fernsehfilm über Lissabon gesehen, und bin geradezu neidisch
geworden. Oder denken wir an das Burgund, eine grossartige Kulturlandschaft,
die Toscana mit diesen hübschen Städten voller italienischen Lebens, Wien
mit seiner Liebe zum Morbiden, Tirol, Holland, Schweden. Ach, ich glaube,
Europa ist wirklich einmalig. Wir stellen den Rest der Welt in den Schatten,
ohne mit der Wimper zu zucken.
Du siehst, ich bin sozusagen ein Euro-Macho. Na ja, eigentlich bin ich das
nicht, denn ich kann mich sehr leicht auch für andere Gebiete dieser Welt
begeistern. Und im Fernsehen irgendwelche Reiseberichte und Reportagen
ferner Länder anzuschauen, das mag ich besonders.
*
A propos Gnadenbild. Ich kannte ...
Und dabei ist mir erstmals in meinem Leben aufgefallen, dass der Ausblick
über den See in die Berge wirklich sehr schön sein kann. Ich glaube, es hing
damals sehr stark von der Witterung und der Beleuchtung ab. Ich war
erstaunt, wie märchenhaft alles wirkte. Und dann kamen zwei junge Polinnen
daher mit einem Fotoapparat aus dem letzten Jahrhundert, und ich bot ihnen
spontanerweise an, sie vor dieser hübschen Kulisse zu knipsen. Sie waren
etwas scheu und standen da wie zwei Tanksäulen. Aber ich liess nicht locker
und drückte erst ab, als sie sich auf meine Anweisung freundschaftlich
berührten und die Gesichtsmuskeln etwas gelockert hatten. Na ja, wir wollen
doch mit unserer Schweizer-Kulisse im Ausland einen guten Eindruck machen.
Ich habe im Ausland immer wieder festgestellt, dass man nur Luzern und die
Genferseeregion mit dem Schloss Chillon als touristische Attraktionen kennt.
Alles Übrige geht nebenher. Die mondänen Alpenorte Zermatt, Montana, Arosa,
St. Moritz, Davos, die Jungfrau mit ihrer sündhaft teuren Bergbahn in den
ewigen Schnee hinauf, das einmalige Matterhorn, wo die Bergsteiger-Amateure
Schlange stehen, um auf den Gipfel zu kommen, die romantische Altstadt von
Bern mit ihren Galerien und kleinen Lädelchen, der Monte Ceneri im Tessin
mit seiner Aussicht in die wunderschönn norditalienische Seenlandschaft, der
respektable St. Gotthard mit der uralten Passstrasse und der Teufelsbrücke,
die hübsche Barockstadt Solothurn, die einmal die Ambassadorenstadt der
Schweiz war, die Humanistenstadt Basel mit ihren vielen Museen und
stattlichen alten Patrizierhäusern, die liebliche Bodenseeregion mit den
schnuckeligen Fachhäusern. Ach, die Schweiz ist wirklich ein Juwel. Und
jeden Morgen, wenn ich ins Büro eile, ärgere ich mich über den Schmutz, den
die Leute überall auf den Strassen liegen lassen. Das war vor 10 Jahren noch
anders. Die Leute essen und trinken heute auf der Strasse in allen
Situationen und zu jeder Zeit, und werfen dann Papiere und Verpackung weg.
Das hat man früher immer den Amerikanern nachgesagt.
Ich glaube, es gibt in Deutschland zwei Regionen, die 'Schweiz' genannt
werden. Es gibt die Märkische Schweiz im Nordosten, und es gibt die
'Schwäbische Schweiz' im Süden. Das sind sehr schöne Landschaften, wie ich
in Fotos gesehen habe, vielleicht noch schöner als diejenigen der Schweiz
selbst. Vielleicht ist es der Mix auf kleinem Raum, der den Reiz der
Schweiz ausmacht. Aber unsere Attraktivität hat natürlich seit der Zeit, da
erstmals die Engländer kamen, um sich an unseren Bergen zu erproben,
deutlich nachgelassen gegenüber anderen Touristik-Gebieten der Welt. Ich
habe mal einen Fernsehfilm über Lissabon gesehen, und bin geradezu neidisch
geworden. Oder denken wir an das Burgund, eine grossartige Kulturlandschaft,
die Toscana mit diesen hübschen Städten voller italienischen Lebens, Wien
mit seiner Liebe zum Morbiden, Tirol, Holland, Schweden. Ach, ich glaube,
Europa ist wirklich einmalig. Wir stellen den Rest der Welt in den Schatten,
ohne mit der Wimper zu zucken.
Du siehst, ich bin sozusagen ein Euro-Macho. Na ja, eigentlich bin ich das
nicht, denn ich kann mich sehr leicht auch für andere Gebiete dieser Welt
begeistern. Und im Fernsehen irgendwelche Reiseberichte und Reportagen
ferner Länder anzuschauen, das mag ich besonders.
*
A propos Gnadenbild. Ich kannte ...

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