Montag, 24. Januar 2011

Ich kämpfe



Ich kämpfe um stabile Gewohnheiten. Und ich fange an, sie zu beachten,
bis mir wieder neue Ideen kommen. Sicher habe ich einige Konstanten in
meinem Leben. Aber ich lebe eben auch sehr aus dem Bauch. Ich liebe es,
in die Stadt zu gehen ohne irgendwelche genauen Pläne, einfach so. Dann
lande ich in den Buchladen, beim Zeitungslesen in Café, vielleicht in einem
Museum, im Basler Münster, am Rhein. Es ist nicht besonders extravagant.
Aber es ist nicht geplant. Wenn ich lese, habe ich gerne zwei oder drei
Bücher vor mir, damit ich auswählen kann, wonach ich gerade Lust habe.
Ich bin nicht launisch. (Unter launisch verstehen wir Menschen, die
gelegentlich mit schlechter Laune herumgehen, die unerträglich sind, die
in solchen Momenten ohne speziellen Grund widrig anzuschauen und nicht
auszuhalten sind). Aber ich brauche Abwechslung. Die reine Repetition,
sogar den Gedanken daran, macht mich krank. Strenge Gewohnheiten halte
ich für etwas Tierisches. Es gibt doch diese hübschen Bilder v.a. Bonnards,
der seine Frau bei der Toilette gemalt hat. Diese monotonen Gewohnheiten,
die jeden Tag kommen und soviel Zeit in Anspruch nehmen, ich halte sie
wirklich für animalisch, ein reines Ritual mit dem eigenen Körper ohne
produktiven Sinn, reine Wiederherstellung. Das macht auch den Reiz der
Bonnard-Bilder aus: die Frau bei ihrer eigenen Wiederherstellung.
*

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen