Mittwoch, 10. Februar 2016

Verzicht - ein Vergnügen?



"Aber, wie wir jetzt wissen, gehört zum Vergnügen auch der Verzicht. Das ist eine sehr raffinierte Einsicht, die man bei Foucaoult detailliert nachlesen kann."

Lieber ...,
Ich weiss nicht ob ich Verzicht zu den Vergnügen zählen möchte, dagegen ist "Wiedersehen" ein grosses Vergnügen und ich freue mich schon darauf.

Hier sind die Tage schnell vergangen mit viel Arbeit. Jetzt scheint ab und zu sogar die Sonne und es gibt auch noch genug Schnee um den Eindruck von Winter zu geben. Aber ich sehen mich doch schon nach etwas mehr Wärme. Die Vöglein hüpfen fröhlich im Baum herum. Auch sie spüren den annähernden Frühling. In letzter Zeit haben wir auch ab und zu Tauben hier. Meistens sitzen sie auf dem Dach des Nachbarn, wo man sie auch hören kann. Dann denke ich, dass sie vielleicht aus L. zu Besuch sind um zu sehen, wohin die vielen Mails von dort aus landen. Vielleicht sollten wir uns neben dem PC eine eigene Brieftaube anschaffen, die nur für uns arbeitet. ;-)

Manchmal, wenn ich beim herumstöbern in alten Dingen, einen Brief in die Hand bekomme, fühle ich etwas ganz Besonderes. Du weisst sicher was ich meine und du würdest es beschreiben können. Etwas sinnliches. Schon die Schrift des anderen zu sehen. Gegen einen richtigen Brief wirken Mails wie Luft. Zwar erreichen die Gedanken ihr Ziel aber es gibt nichts plastisches.. nicht was man ans Herz oder an die Wange drücken kann... :-) Und, wohl bemerkt, wenn man einen richtigen Brief verliert, dann ist er wahrscheinlich nur unter den Tisch gefallen und man kann ihn wieder hervorfischen.

*
Ich lasse dich nun, denn ich habe bald eine Konferens und muss ich etwas darauf vorbereiten.
Und ich freue mich schon auf deine Heimkehr.. denn auch hier bist du zu Hause.

Je t'embrasse,
Malou



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