Montag, 22. Februar 2016
21/3 - Defekt
Subject: Defekt
Date: Sun, 21 Mar 2004 17:44:31 +0100
Liebe Marlena
Zur Zeit ist Hotmail nicht zugänglich.
Gruss
Ämne: RE: Defekt
Datum: den 21 mars 2004 19:32
Lieber ...,
Ach, ich dachte schon dich hat die Grippe so schwer erwischt, dass du nicht einmal aus dem Bett kommst. Erst gestern abend habe ich dein liebes Mail vom Donnerstag gefunden.
Ich habe nämlich gestern abend meine andere e-mail geöffnet. Das tue ich einmal im Monat, denn wenn man 30 Tage lang nicht reingeht, wird die e-mailadresse entfernt. ... Und zu meinem grossen Erstaunen lagen da zwei mails von dir. Ein kurzes vom 11. März, wo du versuchst etwas zu schicken und dann dein wunderbarer Brief vom Donnerstag.
Warum ist hotmail gesperrt? Haben sie das an deinem Arbeitsplatz gemacht? Denn Anna und ich kommen rein wie gewöhnlich. Das wäre ja schade.
(---)
Subject: rasch
Date: Thu, 18 Mar 2004 15:13:03 +0100
>Liebe Malou
>Jetzt war ich 2 Tage krank. Gestern bin ich ganztags zuhause geblieben, habe
>Tabletten in Wasser aufgelöst und geschlürft, um sie dann in den nächsten
>zwei Stunden wieder hinauszuschwitzen. War ziemlich harte Arbeit. Dazwischen
>konnte ich auch ein bisschen lesen. Es ist ein gutes Gefühl, so
>dahinzuhängen und gerade tun, wonach man Lust hat. Ach, ich glaube, ich
>hatte das lange nicht mehr. So bin ich auch in meinem Buch wieder einmal ein
>bisschen vorangekommen, von dem ich Dir noch nicht viel erzählt habe. Nun,
>ich kann auch jetzt noch kaum was Definitives sagen, weil ich noch nicht den
>Überblick habe. Es gibt ziemlich interessante Aspekte, ich muss sie bloss
>noch ein wenig in Zusammenhang bringen, um daraus eine vernünftige Aussage
>zu machen. Aber das Buch war ja auch ein bisschen Arbeit, insofern, dass es
>zum Hintergrund des beruflichen Wissens gehört.
>
>Heute haben wir noch einmal einen milden frühlingshaften Morgen. Um 7 Uhr
>ist es schon so hell, dass man beim Erwachen erschreckt, man hätte sich
>verschlafen. Und die Vögel pfeifen mittlerweile mehrstimmig am frühen Morgen
>und wollen uns wohl ein bisschen Schuldgefühle einjagen, weil wir
>Humanbeeings noch ziemlich verschlafen in die Welt blinzeln.
>
>So gibt es gar nicht allzu viel zu erzählen. Die zwei Tage sind - wie in der
>Weltgeschichte - das dunkle Mittelalter: nichts passiert, bloss ein bisschen
>ein Durcheinander mit Viren und Antiviren, so ähnlich wie die
>Völkerwanderungen, ein bisschen Mystik als Träumereien im Fieberschlaf,
>Klosterleben im Bett und so fort. Und wie beim Mittelalter wird man später
>feststellen, obwohl nichts passiert, dennoch eine wichtige Zeit, denn Vieles
>hat sich damals latent vorbereitet. Das Mitttelalter wird chronisch
>unterbewertet. Wenn man sich bloss die hübschen Miniaturen anschaut, kann
>man daraus sehen, dass damals ziemlich viel passiert sein muss.
>
>Und heute also wieder im Büro. Ich bin noch etwas müde und finde mich noch
>gar nicht richtig zurecht. Ich erwarte Post vom Arzt. Er sollte mir ein
>Rezept schicken, ist aber noch nicht eingetroffen. Sollte ich ihn anrufen?
>Und dann muss ich sein einiger zeit mit einer Kollegin vom AVS einen Termin
>verabreden. Sie hatte schon vor den Ferien danach gefragt und hat sich
>seither wieder irritiert danach erkundigt. Und heute habe ich den zweiten
>Vortrag in der pädagogischen Hochschule. Die Leute, die im Juni als
>Lehrerinnen und Lehrer von der Schule abgehen wollen wissen, was wir tun und
>wozu, wann und wo sie uns in Zukunft benutzen können. Vorgestern war der
>erste Teil dran. Ich fand sie ziemlich verschlafen. Etwa zwei oder drei
>Personen waren aufgeweckt und hatten einige Fragen. Aber das ist nicht mein
>Problem, sondern ihres.
>
>*
>Das Hotmail war heute morgen einfach nicht zu öffnen. Hat mir auch nicht
>gesagt, weshalb die Türe so hart versperrt blieb. Das ist das Unheimliche an
>Systemen, sie geben keine Antwort, sondern stehen nur da wie graue
>Schlossmauern.
>
>Heute haben sie das Café gegenüber geöffnet. Die Mädchen sitzen schon ganz
>enblösst in der Sonne. Und zur Zeit sehe ich auch noch durch die Baumkronen
>hindurch, die ja später bekanntlich grün und damit undurchsichtig werden. Es
>ist merkwürdige, wie die Menschen das mögen. Ich kann kaum in die Sonne
>sitzen, schon gar nicht dazu Zeitung lesen, und gar einen Kaffee zu trinken
>würde mich beinahe umbringen. Ich habe so was nie gemacht in meinem Leben.
>Und dort drüben, im Strassencafé, war ich bloss einmal in meinem Leben mit
>Theo. Er wollte unbedingt, und ich habe mich erweichen lassen. Ich glaube,
>der Genuss, das alles anzuschauen, ist grösser als jener, dort zwischen den
>Strassen zu sitzen. Aber das ist vielleicht wieder mal eine Geschmacksfrage.
>
>
> Ich wünsche dir einen schönen Abend
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