Montag, 15. April 2013

Lugano und Mario Botta

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Ich habe in einem Restaurant gegessen, welches wir früher mal besucht
hatten. Es war immer noch gemütlich eingerichtet und gut besucht. Sogar der
berühmte Architekt Mario Botta sass dort mit zwei Männern und hat
stundenlang diskutiert. Ich glaube, die Tessiner, die für uns Schweizer so
gut wie Italiener darstellen, leben etwas gemütlicher als wir
Nord-Schweizer. Es erinnerte mich ans Wallis, wo Leute auch gewohnt sind,
jede Kleinigkeit, die sie gemeinsam zu besprechen haben, mit einem Glas Wein
im Bistro zu begiessen. Mario Botta, der brühmte Architekt ist ein kleiner,
nicht gerade hübscher Mann. Er trug, wenn ich richtig gesehen habe, ein
Seidenhemd mit indischem Kragen und einen mehr oder weniger ausgebeulten
Manchesteranzug, wie er einem grossen Star gut ansteht. Seine Haartracht
stand unwirsch in die Höhe, wie bei jemandem, der sich - angesichts grosser
denkerischer und gestalterischer Probleme - immer wieder
selbstvergessen-ratlos mit der Hand durchs Haar pflügt. Das macht sich aus
wie bei jemandem, der gerade aus dem morgendlichen Schlafzimmer getreten
ist. Also durchaus nicht unsympatisch ... noch etwas abwesend ... Nachsicht
erheischend ... nach starkem Kaffee lechzend ... die grossen Dinge des Tages
noch vor sich.
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