---
Vielleicht muss man heute die
Benimmbücher neu schreiben, die Comments des bürgerlichen Lebens. Es
gibt den alten Handkuss. Wir kennen ihn alle. Er ist ein bisschen
umständlich, macht den Eindruck ritueller Menschenfresserei und wirkt
absolut lächerlich. Unser Frans im Club, der gebürtige Holländer, macht
gelegentlich noch Anstalten zum Handkuss. Aber vielleicht prüft er auch
bloss die Qualität der Edelsteine am Finger? Das lässt sich schwer
sagen.
Und dann gibt es den moderneren
Handykuss. Das ist die häufigere Variante und nur dank eines Systems
technischer Satelliten möglich. Wenn man bedenkt, wieviele Handyküsse
heutzutage gleichzeitig zwischen Himmel und Erde pendeln und
herumflattern, so müsste man sich das bestimmt wie einen aufgeregten,
sagen wir sogar wie einen aus den Fugen geratenen Heuschreckenschwarm
vorstellen. Aber man muss dem Handykuss zugestehen, dass ihm in der
Regel die prefekte Punktlandung gelingt.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen