Samstag, 20. April 2013

Küsse, damals und heute


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Vielleicht muss man heute die Benimmbücher neu schreiben, die Comments des bürgerlichen Lebens. Es gibt den alten Handkuss. Wir kennen ihn alle. Er ist ein bisschen umständlich, macht den Eindruck ritueller Menschenfresserei und wirkt absolut lächerlich. Unser Frans im Club, der gebürtige Holländer, macht gelegentlich noch Anstalten zum Handkuss. Aber vielleicht prüft er auch bloss die Qualität der Edelsteine am Finger? Das lässt sich schwer sagen.
Und dann gibt es den moderneren Handykuss. Das ist die häufigere Variante und nur dank eines Systems technischer Satelliten möglich. Wenn man bedenkt, wieviele Handyküsse heutzutage gleichzeitig zwischen Himmel und Erde pendeln und herumflattern, so müsste man sich das bestimmt wie einen aufgeregten, sagen wir sogar wie einen aus den Fugen geratenen Heuschreckenschwarm vorstellen. Aber man muss dem Handykuss zugestehen, dass ihm in der Regel die prefekte Punktlandung gelingt.

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