Mittwoch, 17. April 2013

Leider nur ein Traum




Leider nur ein Traum
Datum: Wed, 13 Feb 2002 20:43:05 +0000

Lieber ...,

Etwas spät, aber doch endlich komme ich wieder zum Schreiben. Ich danke dir
nochmals für den Artikel. Er ist sehr interessant. Hier wird im Moment die neue
sicherheitspolitische Doktrine, die am Montag van den Parteien gemeinsam
präsentiert wurde, debattiert. Sie bedeutet eigentlich dass die Doppelheit in der
Aussenpolitik besteht. Alliancefreiheit im Wort und Natoorientierung in der Tat.
Als vor ein paar Jahren das heimliche Doppelspiel der Sozialdemokraten bekannt
wurde, war man nicht wenig erstaunt. Aber es lag wohl im allgemeinen Interesse
nicht allzu laut davon zu sprechen. Auch der Unterschied zwischen dem jetzigen
sicherheitspolitischen Agieren und einer Mitgliedschaft der Nato ist haarfein.
Nun ja, das ist Politik..:-)

Du hast so gut und schön für eure Domokratie argumentiert dass ich wohl gar
nichts dagegen einwenden kann. Und wenn die Schweizer zufrieden sind mit
ihrem System dann ist doch alles OK. Dann sollte man euch doch eigentlich
gratulieren, oder? Ich bin übrigens erstaunt über dein politisches Engagement.
Wusste garnicht dass du dich dich so erhitzen kannst für diese weltlichen Dinge.. ;-))
Ach, es ist schade, dass wir nur die Schrift haben. So siehst du nicht wie ich
versuche das Lachen zu verkneifen. Schade dass ich nicht im real life mit dir
Politik diskutieren kann. Dann könntest du mich nicht falsch verstehen, was du
manchmal (ich denke sogar absichtlich) tust. Ich würde es nicht zulassen.

*
Übrigens gestern morgen hat mich das Radio aus einem schönen Traum geweckt.
Ich glaube es war das erstemal dass ich von dir geträumt habe. Ich habe dich
nicht deutlich gesehen. Aber deine Stimme habe ich erkannt. Wir gingen
zusammen durch eine Stadt irgendwo in der CH. Eigentlich sah es aus wie Paris
in meiner Jugend. Es gab wunderschöne Häuserfassaden aber die Fenster waren
alle mit herrlich leuchtenden Blumen geschmückt so wie man es in der Schweiz
sieht. Und du hast auf die Fenster gezeigt wo du einmal gewohnt hast und von
früheren Zeiten erzählt.
Ich trug ein ärmelloses Kleid und es war ein etwas kühler Wind trotz der
strahlenden Sonne. Und du hattest den Arm um meine Schulter gelegt, so wie es
eben die Männer tun, wenn sie eine Stütze brauchen beim gehen. Dabei habe ich
etwas gestaunt dass du grösser warst als ich es mir vorgestellt hatte. Es war so
natürlich und schön dart mit dir zu gehen. Und dann hat mich das dumme Radio
geweckt und du warst verschwunden. :-(
*
Morgen haben wir also unseren ersten Studientag. Erst vor zwei Tagen haben
wir erfahren dass wir dies en ersten Tag für unsere Fächer verwenden dürfen.
So werde ich meine sechs übrigen Deutschkollegen um 9 Uhr treffen und den
neuen Budget diskutieren. Bestellungen, Büchereinkäufe und dergleichen
konkrete Dinge. Dann werden wir wahrscheinlich zusammen ein Test
konstruieren für die Tentamensprüfungen (?).
Anna hat gerade einen guten Kuchen gebacken den ich zum Vormittagkaffee
anbieten will und ich werde ihr jetzt mit der Glasur helfen gehen.

So, bin schon zurück. Heute haben wir wieder Minusgrade und ich hab ein Bild
von den ersten kleinen Blumen gemacht. Ausser Schneeglöckchen sind diese
kleinen gelben (Primeln?) die ersten in unserem Garten. Ein Zeichen dass auch
dieses Jahr der Frühling kommt.
---
So grüsse ich dich herzlich und hoffe bald wieder van dir zu hören.
Marlena

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